header
Log in
A+ A A-

EHC - SC Bietigheim Bissingen 4:3

Mit den Steelers aus Bietigheim war das einzige Team der Liga in Wolfsburg zu Gast gegen das die Grizzlies bisher nicht gewinnen konnten. Doch auch dieser Umstand sollte sich dank der guten Form des EHCs im neuen Jahr ändern. Da die bisherigen Vergleiche der beiden Teams stets mit einem Tor Unterschied zugunsten des SCBB ausgingen, war man auf Seiten der Gastgeber auf ein enges Match vorbereitet. Leider litt die Attraktivität der Partie doch merklich unter dem beiderseitigen Respekt und der eher defensiven Einstellung der Kontrahenten.

1.Drittel
Die Grizzlies starteten bemüht, aber wenig glücklich, in die Begegnung. Die Steelers stellten die Passwege im neutralen Drittel geschickt zu und so blieb bei den Gastgebern vorerst vieles Stückwerk. Aber auch der EHC wollte den kompakt auftretenden Gästen nicht ins Messer laufen und so waren es häufig Einzelaktionen, die für die größte Torgefahr auf beiden Seiten sorgten.
Zum Leidwesen der Wolfsburger Fans gelang den Bietigheimern gleich in der ersten überzahl der Führungstreffer zum 0:1 (8.Min) durch Gosselin, der den Schlenzer von Johansson unhaltbar ins Tor der Grizzlies abfälschte. Alles Reklamieren der Heimmannschaft nützte nichts: HSR Korb hatte den Stock des Gästestürmers nicht in regelwidriger Höhe gesehen und so zählte dieser Treffer.
Der EHC zeigte sich nun zum ersten Mal leicht verunsichert und ließ in der Folgezeit einige Chancen der Steelers zu, die sich meist aus individuellen Fehlern ergaben. Doch auch die Gäste gerieten nach zwei bis drei Minuten eigenen Angriffswirbels wieder in die Defensive - die Grizzlies hatten sich wieder gefangen und stürmten nun ihrerseits verstärkt auf das von Jason Elliott gehütete Tor und zwangen die Bietigheimer zu teils unerlaubten Aktionen.
Besonders Jakub Körner wusste sich auf Seiten der Gäste nicht mit korrekten Mitteln zu wehren und so wanderte er ab Mitte der 12.Spielminute gleich zweimal hintereinander wegen Haltens auf die Strafbank.
Fast die kompletten vier Minuten benötigte das wenig überzeugende überzahlspiel der Wolfsburger, um letztendlich doch noch zum 1:1 ausgleichen zu können.
Preston Callander hatte den Puck nach kurzem Antäuschen auf die Rückhand gelegt und direkt unter die Latte eingenetzt (16.Min), nachdem er von seinen Mitspielern zuvor schön freigespielt worden war.
Dem Spielverlauf entsprechend ging es unentschieden in die Kabinen.

2.Drittel
Die beiden Teams neutralisierten sich nun fast vollständig, so dass das Mitteldrittel recht holprig anmutete. Keine Seite konnte wirklich große Ausrufezeichen setzten und so verwunderte es auch kaum, dass der Führungstreffer für die Grizzlies nicht nur kurz vor Ende des Drittels, sondern auch mehr als glücklich fiel:
Wietfeldt fuhr in der letzten Minute zusammen mit Dylla einen Konter aufs Bietigheimer Gehäuse, passte quer auf diesen, Dylla versuchte aufs lange Eck zu spielen und ein Verteidiger der Steelers fälschte den Pass unglücklich durch die Schoner von Elliott ins eigene Tor ab.
Den Jubel über das späte 2:1 schmälerte dieser Umstand natürlich nicht - trotzdem sprach er Bände über den Verlauf der Begegnung.

3.Drittel
Konnte man zwischenzeitlich durchaus Angst bekommen, dass die Partie am defensiven Stil beider Teams komplett ersticken könnte (im zweiten Drittel war sie bereits kurzfristig bewusstlos), so öffnete sich das Spiel im letzten Abschnitt zur Freude der Zuschauer doch noch einmal...
Bietigheim versuchte nun verstärkt offensiv tätig zu werden, scheiterte aber effekt- und glanzlos. Im Gegenteil: Die Grizzlies nutzten die sich bietenden Räume und hatten in Preston Callander den Knipser, den man für solche Gelegenheiten braucht.
Zunächst schlug Wolfsburgs Torjäger zum 3:1 im Powerplay zu (43.Min), dann vollstreckte er nach gerade erst überstandener doppelter Unterzahl zum 4:1 (55.Min).
Wolfsburgs erste Reihe machte schlicht und ergreifend den Unterschied.
Zwar fingen die Grizzlies sich in den letzten beiden Minuten noch zwei Gegentreffer durch Jung (59.Min) und Bjornlie (60.Min), doch blieb der vorzeitige Feierabend der Gastgeber ohne Folgen für die Punkteverteilung. Der erste Saisonsieg gegen die Steelers war in trockenen Tüchern.

Mein subjektiver Eindruck:
Man kann sicherlich über die Attraktivität dieser Begegnung murren und knurren - aber es war die einzige Möglichkeit die Punkte in Wolfsburg zu halten. Wir sind mittlerweile in einer Phase der Saison, in der jeder einzelne Punkt über Heimrecht bzw. sogar Play-off Teilnahme entscheiden kann - da bin ich ehrlich gesagt sehr froh, dass der Trainer die Punkte nicht zugunsten eines lustigen Hüttenzaubers aufs Spiel gesetzt hat.
Wirklich unterhaltsam wurde die Begegnung erst nach dem späten Glückstreffer im zweiten Drittel, der dazu führte, dass wenigstens eine Partei die "Tölzer Mauertaktik" über Bord werfen musste. Trotzdem ruft der Gedanke einer möglichen Play-off Paarung "Grizzlies gegen Steelers" keine Begeisterungsstürme bei mir hervor...

Tor:
Chris Rogles bleibt weiterhin der große Rückhalt des Teams. Die späten Gegentreffer hätte man ihm gerne ersparen dürfen.

Verteidigung:
Schutte und Pudlick strahlen weiterhin zusammen sehr viel Sicherheit aus. Schutte orientiert sich in letzter Zeit nicht mehr so aggressiv nach vorne.
Wilhelm und Gödtel haben sich gut aufeinander eingespielt - sehr wichtig bei den zuletzt so knappen Spielen.
Genze und Beslagic wirkten ausgepowert. Besonders Elvis braucht offenbar ein wenig Regeneration, wirkte häufig unkonzentriert und voreilig.
Schneider mit ein wenig mehr Eiszeit als sonst, fiel kaum auf.

Sturm:
Die erste Reihe überzeugt voll und ganz. Wikström und Regan setzten Callander dreimal gut in Szene und dieser scheint momentan das richtige Händchen fürs Toreschießen zu haben. Da landet alles ganz entspannt haargenau unter der Latte!
Die Reihe um Wietfeldt wieder mit viel Kampf und endlich auch wieder mit etwas mehr Spielwitz.
Todd Simon führte gleich zwei Reihen und glänzte weniger durch geniale Ideen als durch Fleiß. Es bleibt zu hoffen, dass er endlich wieder mehr Akzente setzten kann und wieder Teil einer funktionierenden Reihe wird. Seyller, Kaufmann, Guggemos und Reiss mit viel Einsatz und Kampf - leider nur selten torgefährlich.
Ansonsten bleibt festzuhalten, dass wir wohl das einzige Team der Liga sind bei dem kein Kontingentspieler in der ersten Reihe spielt...

Fans:
Strikt ergebnisorientiertes Eishockey hatten wir seit Mikes schon lange nicht mehr...
Ich fürchte wir müssen uns im Laufe der nächsten Wochen dran gewöhnen, wenn wir wirklich etwas mit dem Aufstieg zu tun haben wollen. Mit Regensburg kommt nun allerdings ein Team in die Eisarena, das bisher immer ein Garant für abwechslungsreiche und meist auch spannende Begegnungen war. Falls dem so sein sollte: Genießen! Vielleicht hilft es unserer nicht vorhandenen Stimmung wieder ein bisschen auf die Beine. mb

Besucherzähler

Besucher gesamt: 4.420.184
Besucher heute: 2.363
Besucher gestern: 3.482
Max. Besucher pro Tag: 7.174
gerade online: 5
max. online: 95
Seitenaufrufe gesamt: 8.368.714
Seitenaufrufe diese Seite: 277
counter   Statistiken