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EHC - Landshut Cannibals 3:4nP

In der vorgezogenen Partie des 46.Spieltag setzte es gegen Landshut die erste Heimniederlage im neuen Jahr. In einer von beiden Seiten eher defensiv und wenig emotional geführten Begegnung waren die Gäste aus Bayern den kleinen Tick besser als die Wolfsburger, die vor der Rekordminuskulisse von 1467 Zuschauern erst spät zu ihren kämpferischen Tugenden fanden.

1.Drittel
Irgendwie wollte das Spiel von Beginn an keinen Reiz auf die Zuschauer ausüben. Obwohl Landshut bereits in der 3.Minute durch Houde mit 0:1 in Führung gehen konnte, wollte sich in der spärlich gefüllten Eisarena nicht der Hauch von Leidenschaft breit machen. Zu zahnlos liefen die Grizzlies übers heimische Eis, erspielten sich zwar einige Möglichkeiten - allerdings ohne den bedingungslosen Einsatz, der sie in den vergangenen Wochen so ausgezeichnet hatte. Trotz zweier Lattentreffer hatte man kaum den Eindruck, als könne der Gastgeber die Partie noch im ersten Abschnitt drehen.
Auch mit dem Zählen hatten es die Urlauber in spe nicht mehr wirklich, so dass nach einer Bankstrafe in der 10.Spielminute wenig später erneut sechs Akteure über das Eis gondelten - diesmal allerdings unbemerkt vom ansonsten recht großzügig leitenden HSR van Gameren.

2.Drittel
Diesmal dauerte es ganze dreieinhalb Minuten, bis die Cannibals eine ihrer wenigen Möglichkeiten zum Gegentreffer nutzen konnten.
Besonders bitter: Houde hatte Regan bei Wolfsburger überzahl den Puck an der blauen Linie der Gäste abgeluchst und beim folgenden Konter wunderschön auf Bronilla quergelegt. Das 0:2 in Unterzahl stellte in der Tat das spielerische Highlight der ersten beiden Drittel dar. Dementsprechend blieb die Stimmung in der Halle weiterhin stark unterkühlt. Lediglich Gödtels überzahltor in der 34.Minute zum 1:2 konnte die Grizzlies vor Pfiffen zum Pausentee retten. Zu schlecht, ja geradezu unterirdisch, gestaltete der EHC sein Powerplay und zu halbherzig kurvte das Wolfsburger Team übers Eis. Als die Gastgeber nach Gödtels Anschlusstreffer endlich ein wenig mehr Druck in ihr Spiel bringen konnten, fehlte dann die nötige Konzentration, um diese akzeptable Phase zum Ausgleich zu nutzen.

3.Drittel
Erstaunlicherweise verzichteten die Grizzlies im letzten Spielabschnitt auf einen schnellen Gegentreffer und gestalteten die Partie weiter offen...man könnte auch "belanglos" schreiben. Wenn man es nicht besser gewusst hätte, so wäre die ganze Veranstaltung auch als Freundschaftsspiel durchgegangen: Die einen hatten, was sie wollten - die anderen gingen im Geiste offenbar schon den Inhalt ihrer Koffer durch und rätselten, ob Badelatschen und Kulturtasche schon eingepackt sind...
Ab der 55.Minute drohte die Partie, zumindest die Punkteverteilung betreffend, dann doch ins Absurde zu gleiten.
Zunächst hatte Pudlick per Schlagschuss eine überzahlsituation zum 2:2 Ausgleich genutzt, drei Minuten später gelang Callander per Rückhandlupfer sogar die 3:2 Führung. Das diese drei Minuten ebenso wie die gesamte Schlussphase das Unterhaltsamste an diesem Abend darstellten, muss an dieser Stelle wohl nicht weiter erläutert werden.
Auch die Cannibals taten jetzt wieder mehr für die Offensive und profitierten in der letzten Minute von einem Abspielfehler der Wolfsburger Defensive, den St.Croix zum 3:3 verwerten konnte.

Verlängerung
Beide Teams spielten nun schwungvoller als über weite Strecken der Partie, konnten den entscheidenden Treffer aber nicht landen.

Penaltyschießen
Gruselig. Regan und Beslagic verlieren den Puck bei der letzten Täuschung, Suchan vergisst fast zu schießen...kein Treffer für Wolfsburg.
Einmal unten und zweimal oben schlug es auf Rogles´ Stockhandseite ein - grottig.
Die Punkteverteilung blieb somit mehr als gerecht.

Mein subjektiver Eindruck:
Wer früher in den Urlaub fährt sollte auch früher wieder arbeiten...na, ja - bleibt wohl nur ein Wunsch, denn Regenerationsbedarf dürfte unser Team mittlerweile trotz dieser schlappen Vorstellung reichlich haben. Gegen Regensburg und Bietigheim ging´s noch mal gut, nun war der Akku wohl fast leer. Anders kann und will ich mir diese zahme Vorstellung nicht erklären.
Insgesamt war das Spiel leider ein Musterbeispiel für den klassischen Schuss ins eigene Knie, da man es von einem normalen Dienstag auf einen Fußballländerspiel-Mittwoch verlegen ließ und somit eine angemessene Kulisse verhinderte. War ganz schön langweilig, das Ganze.
Die Wahl der Penaltyschützen bleibt mir übrigens wirklich ein Rätsel - warum dürfen z.b. Schutte, Pudlick und Gödtel, die momentan echt gut drauf sind, keine Penalties schießen?

Tor:
Rogles ermöglichte mit einer guten Leistung den Schlussspurt der Grizzlies. Im Penaltyschiessen dürfte wohl auch unser Kevin immer noch eine bessere Figur abgeben als die Kölner "Penaltylegende" Rogles. Auf jeden Fall sollte sich der Back-up während der Play-offs stets ordentlich warm halten - im Penaltyschießen sollte der Betreffende seine Chance bekommen...

Verteidigung:
Schutte und Pudlick mit starker Vorstellung.
Genze und Gödtel noch im soliden Bereich, Wilhelm weiterhin unsicher.
Schneider mit einigen schüchternen Wechseln - da muss es krachen, Junge! Gerade wenn so viele andere eine laue Partie abliefern, muss man in so einer Situation die Chance nutzen und auf sich aufmerksam machen.
Elvis wieder mit einigen halsbrecherischen Aktionen im eigenen Drittel, sorgt im Angriff für Gefahr - leider auf beiden Seiten des Spielfelds.

Sturm:
In der ersten Reihe ließ es Wikström leider ein wenig an den zündenden Ideen mangeln, ansonsten waren Leistung und Einsatz unserer Topreihe im akzeptablen Bereich.
Die zweite Reihe zeigte sich ohne Simon völlig ineffektiv und zu selten wirklich gefährlich. Seyller konnte die beiden Flügel nicht wirklich entsprechend in Szene setzen bzw. verbinden.
Die dritte Reihe gewohnt kampfstark, aber ohne den entscheidenden Pass vor dem gegnerischen Tor. Wietfeldt blieb als einer der wenigen Akteure den komplett bedingungslosen Einsatz nicht schuldig - konditionell und mental wirklich außergewöhnlich.
Selbst Guggemos und Breiter wirkten nicht so aggressiv wie sonst, wobei der Unterschied bei den beiden im Vergleich zum Rest des Teams wirklich weitaus weniger gravierend ausfiel.

Fans:
Haaaaaalo! Eeeeeeeeeecho! War da was? Die letzten fünf Minuten gab´s stimmungsähnliche Zustände, ansonsten die viel zitierte Leichenhalle. mb

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