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PlayOff-Spiel 1: EHC - ESC Essen 6:4

In den diesjährigen Play-offs erwischte das Team von Toni Krinner einen Auftakt nach Maß. In einer sehr torreichen Partie setzten die Grizzlies sich am Ende verdient durch und liegen nun mit 1:0 Siegen in der Serie gegen Essen in Führung. In der mit 2762 Zuschauern (3300 hätte man auch glauben können...) gut gefüllten Halle sahen die Anwesenden eine Gästemannschaft, die den Grizzlies zunächst auf Augenhöhe begegnete, aber sowohl ihre fast hundertprozentige Chancenausbeute als auch das hohe Anfangstempo nicht über die volle Distanz halten konnte.

1.Drittel
Zur Freude der Zuschauer verzichteten beide Mannschaften auf ein längeres Abtasten und Belauern und legten sofort stürmisch los.
Nach guten Einschusschancen auf beiden Seiten eröffneten die Hausherren in der 4.Spielminute den folgenden Torreigen dieser Begegnung - Andrej Kaufmann nutzte seine zweite große Chance und netzte zum 1:0 für Wolfsburg ein. Schon in dieser Situation deutete die Reihe um Ex-Moskito Todd Simon an, dass sie an diesem Abend Großes vorhatte.
Doch nur drei Minuten später nutzten die Gäste ihre erste Powerplaygelegenheit und glichen zum 1:1 aus. Matt Hubbauer fälschte einen verdeckten Schlagschuss von Albrecht unhaltbar ins Gehäuse der Grizzlies ab.
Die Wolfsburger reagierten leicht beeindruckt, aber doch energisch genug um die Partie nicht entgleiten zu lassen. Einen wirklichen Vorteil konnten die Gastgeber sich allerdings nicht herausspielen - immer wieder unterbrach das Schiedsrichtergespann ihre Bemühungen durch teils fragwürdige bzw. nervöse Entscheidungen. Dies ging soweit, dass ein Linesman eine Situation abpfiff ohne die Berechtigung dazu zu haben (hoher Stock), worauf er sich eine sichtbar deftige Ansprache des Hauptschiedsrichters Vogl einhandelte. Leider hatte aber auch dieser, besonders im ersten Drittel, seine liebe Not mit der Partie und fiel zudem gleich zweimal auf Gästestürmer Albrecht herein, der sich wiederholt theatralisch an der Bande danieder legte. Nach Spielunterbrechung bzw. Strafe für Wolfsburg erfolgte dann die zweimalige "Wunderheilung"...
Offenbar hatte HSR Vogl dies im zweiten Anlauf dann registriert, woraufhin er zwei völlig unerklärliche Strafen gegen die Moskitos aussprach. Heim- und Gästefans gingen während der ersten Pause gleichermaßen kopfschüttelnd Richtung Getränkestände.

2.Drittel
Der zweite Abschnitt startete folglich mit einer 4-3 überzahl der Gastgeber, die ihre wenigen überzahlgelegenheiten gegen das fairste Team der Hauptrunde leider nicht zu nutzen wussten.
So herrschte in der 24.Minute dann auch wieder personeller Gleichstand auf dem Eis, als Todd Simon mit seinem ersten Tor des Abends das 2:1 markierte. Die Grizzlies waren in dieser Situation sogar nur zu viert ins gegnerische Drittel gefahren, da Verteidiger Beslagic im Mittelkreis lag und sich nach einem Stockschlag in die Kniekehle vor Schmerzen auf dem Eis krümmte. Zum ärger der Grizzlyfans hatte HSR Vogl nicht einmal eine Strafe angezeigt, sondern einfach weiterspielen lassen. Während seine Kollegen sich beim Torjubel in den Armen lagen, wurde Elvis vom Teamarzt zur Bank geführt und konnte zur allgemeinen Erleichterung aber nach kurzer Pause weiterspielen.
Ein offener Schlagabtausch bahnte sich an - die Torszenen häuften sich, ebenso die Unaufmerksamkeiten der Abwehrreihen auf beiden Seiten.
In der 27.Minute wanderte schließlich Wikström nach einer angeblichen Behinderung eines Gegenspielers auf die Strafbank. Die Essener ließen sich nicht zweimal bitten und verwandelten ihre erste und einzige überzahlsituation in diesem Drittel zum 2:2 durch Dean Beuker. Nach einem feinen Spielzug vollstreckte Essens zweitbester Scorer gnadenlos zum Ausgleich.
Gut zwei Minuten später war es dann Wikström, der mit seinem 3:2 die Massen in Euphorie versetzte, doch dieses Glücksgefühl währte kaum eine Minute, da hatte der Top-Scorer der Liga für seine Farben zum 3:3 Ausgleich eingenetzt. Tyson Mulock hatte einen Spielzug seiner Nebenleute vollendet, der die Grizzlyabwehr wahrlich nicht gut aussehen ließ...
Doch die Grizzlies blieben am Drücker, ließen sich durch die geradezu phantastische Verwertungsquote der Moskitos nicht aus dem Tritt bringen und entschieden die Partie mit einem Doppelschlag in der 33. und 34.Minute.
Zunächst schlug erneut Wikström zum 4:3 zu, dann gönnte sich, von den Fans angestachelt, Todd Simon beim 5:3 seinen zweiten Treffer in dieser Begegnung.

3.Drittel
Hier offenbarte die Wolfsburger Mannschaft deutlich ihre Kondition, die sicherlich auch mit der mittlerweile verbesserten Tiefe des Kaders zusammenhängt. Essen hatte mit zunehmender Spieldauer immer weniger entgegen zu setzen und musste den Grizzlies die Initiative überlassen. Absurderweise fielen die einzigen Treffer dieses Drittels, trotz bester Gelegenheiten auf Wolfsburger Seite, beide in Unterzahl.
Für Wolfsburg war zunächst Michael Henrich mit einem sehenswerten Solo zum entscheidenden 6:3 erfolgreich (50.Min). Auf Essener Seite konnte Markus Busch einen sogenannten "shorthander" zum 6:4 Endstand verzeichnen.
Angesichts der vielen Wolfsburger Chancen und einiger Pfostentreffer waren die Gäste am Ende mit diesem Ergebnis durchaus gut bedient - trotz der wirklich starken ersten Spielhälfte.

Mein subjektiver Eindruck:
Essen ist der erwartet offensivstarke Gegner, der ein Garant für attraktive Spiele zu sein scheint. In dieser Serie dürfte wohl jedes Spiel eine Reise wert sein - egal wer am Ende als Sieger vom Eis geht. Bei Callanders Rückkehr dürfte die Ausgeglichenheit der beiden Teams aber wohl endgültig zu unseren Gunsten kippen, da man deutlich merkte, dass Essen nicht die Kondition und die Tiefe im Kader vorweisen kann, um uns in Bestbesetzung zu stoppen. Ich kann mir auch ehrlich gesagt nicht vorstellen, dass die Moskitos eine derart hohe Trefferquote wie in diesem Spiel beibehalten können. Das ist aber alles reiner Spekulatius, da man nach einem einzigen Spiel nur wenig Tendenzen ableiten kann - auch was unser Team betrifft. Obwohl der 10.Sieg in Folge sicherlich eine eigene Sprache spricht...

Tor:
Rogles ohne Fehler, hatte leider nicht immer die wünschenswerte Unterstützung seiner Vorderleute. Strahlt die nötige Ruhe aus.

Verteidigung:
Das Experiment Fibiger ist zunächst fehlgeschlagen. Stand bei der Hälfte der Gegentreffer auf dem Eis und verlor in Drucksituationen zu oft die Orientierung. Die Entscheidung ihn am Sonntag wieder aufzustellen ist sicherlich mutig und in sofern sinnvoll, dass er Spielpraxis braucht um wieder an alte Leistungen anknüpfen zu können. Fraglich bleibt jedoch, ob man sich einen momentan doch eher wackeligen Ausländer in der Verteidigung leisten kann, wenn der Gegner soviel Offensivpower mitbringt. Selbst in Bestform sehe ich einen Fibiger jedoch höchstens auf einer Ebene mit Schutte, der in seinen Einsätzen bisher fast immer überzeugte und vor allem sehr gut mit Pudlick harmonierte.
Eben jener Pudlick zeigte sich zudem, wie in längst vergessen geglaubten Zeiten, verunsichert und nur streckenweise in gewohnter Form. Man kann nur hoffen, dass diese Aufbaumaßnahme nicht unangenehme Folgen für unser Team hat.
Beslagic und Genze solide. Danner, Wilhelm und Gödtel starten überraschend souverän in die Play-offs.

Sturm:
Die erste Reihe brauchte fast die Hälfte des Spiels, um Geisberger als Callander-Ersatz zu integrieren. Erst als die Kräfte bei den Gästen schwanden kamen sie besser ins Spiel.
Die zweite Reihe lieferte die ganz große Show: Simon in unglaublicher Form, Kaufmann platzt teilweise vor Selbstbewusstsein und Suchan verhindert im Rückwärtsgang fast mehr Tore als die Verteidiger! Das Zusammenspiel funktionierte derart gut, dass keine Essener Reihe auch nur annähernd gut gegen diese Jungs aussah. Spaß pur für die Fans.
Die dritte Reihe stets bemüht, doch nicht wirklich effektiv. Allein Henrich konnte das ein oder andere Highlight einbauen und zeigte sich, nicht nur wegen seines schönen Unterzahltors, in blendender Play-off Form.

Fans:
Der Fan-Block machte eigentlich das ganze Spiel über irgendetwas in Sachen Stimmung - doch die Unterstützung von der "Sitzschalenfraktion" blieb leider eher dürftig, so dass es nicht die Party wurde, die möglich gewesen wäre. Der letzte Essener Treffer fiel dann auch während eines vielversprechenden Anlaufs zur Welle...irgendwie alles etwas unglücklich. Wird aber sicherlich noch. Mal schauen mit wie viel Leuten wir am Sonntag in Essen sind und was da so geht. mb
 

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