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PlayOff-Halbfinale Spiel 1: EHC - EV Landshut 5:3

Der EHC ist auch von Landshut nicht zu stoppen! Trotz einiger eklatanter Konzentrationsschwächen konnten die Gastgeber auch diese Partie, ähnlich dem letzten Heimspiel gegen Essen, zu einem erfolgreichen Abschluss bringen.
Erneut hatte sich nach einer schnellen Führung der Schlendrian eingeschlichen und was zuvor noch genial war, erschien vorübergehend eher wahnsinnig...
Am Ende hatten die über 3000 Zuschauer endlich das erste Play-off Heimspiel des Jahres 2007 gesehen, das seinen Namen auch verdient hatte und obendrein auch Anlass zur Vorfreude auf die kommenden Begegnungen machte.

1.Drittel
Zum Auftakt der zunächst sehr ausgeglichenen Partie deutete HSR Jablukow erst einmal an, welche Marschrichtung er für die kommenden 60 Spielminuten vorgesehen hatte. Erstes "Opfer" dieser äußerst kleinlichen, aber regelkonformen Vorgehensweise war EHC-Verteidiger Jesse Fibiger, der wegen Behinderung schon nach 39 gespielten Sekunden der Strafbank einen zweiminütigen Besuch abstattete.
Doch weder die Cannibals, noch die Grizzlies konnten ihre ersten überzahlgelegenheiten nutzen - Chance um Chance ließen beide Seiten aus, bis rund die Hälfte des Drittels gespielt war. Dann leitete Gästekeeper Horneber mit einem kapitalen Bock in eigener überzahl die vermeintliche Vorentscheidung der Begegnung ein:
Während Gödtel auf der Strafbank schmorte, attackierten die Grizzlies auch in Unterzahl frech die um Spielaufbau bemühten Landshuter in deren Drittel und die viele Laufarbeit sollte belohnt werden! Wikström erntete nach einem erfolgreichen Störversuch gegen Horneber die Früchte der Mühen und netzte einen abgefangenen Pass postwendend zum 1:0 ein (12.Min).
Die Cannibals gerieten nun sichtbar ins Straucheln, kassierten in der Folgezeit nicht nur eine Strafzeit - ebenfalls in eigener überzahl - sondern eine Minute nach dem Führungstreffer gleich das 2:0 hinterher. Wietfeldt hatte einen unglücklichen Abpraller des Kannibalentorhüters vollstreckt und durfte wenig später mit seinen Mannschaftskameraden auch noch das 3:0, erneut durch Wikström, auf der Bank bejubeln. Nach Unterzahl und 4-4 hatte der EHC nun auch den ersten Treffer in überzahl verbucht und die Partie schien innerhalb von 133 Sekunden bereits entschieden zu sein.
Doch dann folgte, was schon im letzten Heimspiel gegen Essen zu beobachten war - die Grizzlies verloren kurzfristig den Respekt vorm Gegner und stürmten ohne Sinn und Ordnung Richtung Cannibalstor...mit den bereits bekannten Folgen.
Das 3:1 durch Toupal kündigte sich für den leichtsinnserprobten Beobachter bereits im Anschluss an den dritten Grizzlytreffer an. Die Landshuter hatten sich einigermaßen gefangen, doch die Wolfsburger wollten darauf nicht so recht eingehen und weiter munter nach vorne spielen - gegen den gut herausgespielten Gegentreffer hatte Rogles folglich keine Chance.
Die folgenden zwei Unterzahlsituationen überstanden die Grizzlies zwar unbeschadet, doch das Momentum war am Ende des Drittels spürbar verflogen.

2.Drittel
Die Gäste starteten fast ohne Anlauf in ihre beste Phase der Partie und zeigten sich in der Folgezeit zunehmend dominanter gegen Grizzlies, die im Gegensatz dazu nicht wieder in die Gänge kamen.
Eine doppelte Strafzeit in der 29.Minute sorgte schließlich für den zweiten äußerst ereignisreichen Abschnitt dieser Begegnung. Callander hatte bei angezeigter Strafe gegen Wikström die Situation mit einem weiteren Foul beendet und so kamen die Gäste in den Genuss einer doppelten überzahl. Nach fünf Sekunden schlug der Puck bereits per Schlagschuss zum 3:2 in Rogles´ Kasten ein...33 Sekunden später wanderte mit Christoph Wietfeldt der nächste Grizzly wegen Spielverzögerung auf die Strafbank, wieder 5-3 überzahl für Landshut, wieder ein Schlagschuss von der blauen Linie, wieder ein Tor für die Cannibals zum 3:3 Ausgleich.
Geipel und St.Croix hatten gegen die schlecht verteidigende Unterzahlformationen der Gastgeber ihre Freiheiten an der Blauen genutzt und das Spiel begann praktisch bei Null.
Doch das Momentum sprach nun deutlich gegen die Gastgeber, die mit Suchan wenig später den nächsten Spieler Richtung Strafbank verloren (Spielverzögerung) und somit erneut, wenn auch nur einige Sekunden, in doppelter Unterzahl um Schadensbegrenzung kämpfen mussten.
Doch die Kannibalen konnten den Druck nicht aufrecht erhalten und behielten lediglich ein übergewicht, das sie nicht in Zählbares verwandeln konnten. Im Gegenteil: Der EHC konnte in der 34.Spielminute in dieser Phase der Gäste durch die 4.Reihe(!) sogar die Führung zurückerobern! Wilhelm war energisch ins Landshuter Drittel gefahren, packte den Hammer aus und Horneber im Gästetor musste prallen lassen - der aggressiv in den Slot aufgerückte Reiss sagte "Danke" und ließ die heimischen Fans gründlich durchatmen und natürlich ebenso befreit jubeln.
Neben einem Lattenkracher durch den ansonsten häufig desorientiert wirkenden Beslagic, war vor allem die Trendwende auf dem Eis zu verzeichnen - die Gastgeber hatten das Ruder wieder in der Hand, die Ruhe und übersicht kehrten ins Spiel der Grizzlies zurück. Die folgenden überzahlspiele konnten sie trotzdem nicht verwerten...

3.Drittel
Das Heimteam war nun wieder deutlich als solches zu erkennen und die Gäste konnten ihren mitgereisten Fans nur leidlich Hoffnung auf einen Auswärtssieg vermitteln. Das 5:3 durch Wikström besiegelte das Schicksal der Cannibals für diesen Abend dann endgültig (45.Min).
Nach diesem Treffer bei doppelter überzahl zeigte Landshut zwar deutlich den Willen noch einmal diese wichtige erste Partie für sich zu entscheiden, doch es wurde schnell deutlich, dass es den Cannibals wohl auch in den künftigen Begegnungen wohl gegen konzentriert verteidigende Grizzlies sehr schwer fallen wird "das Spiel zu machen".
Das Chancenplus blieb trotz eher defensiver Ausrichtung bei den Grizzlies.
Auch die Bemühungen der Gäste bei eigener überzahl zum Spielende noch einmal den Torwart herunter zu nehmen wurden durch Verfehlungen Landshuter Spieler zum Scheitern verurteilt - was in zwei Strafzeiten gegen die Cannibals gipfelte und somit den Vorteil eines zusätzlichen Feldspielers auslöschte.
Der erste Sieg der Serie blieb somit in Wolfsburg!

Mein subjektiver Eindruck:
Ich hoffe unseren Spielern sind nach dem 3:3 mal richtig die Hosen geflattert! Der gleiche Mist wie in der Anfangsphase beim 9:4 gegen Essen. Wie kann man ein so wichtiges Spiel wieder auf den Markt schmeißen, wenn man bereits 3:0 führt und der gegnerische Goalie den Torraum gelb färbt?
Es muss doch irgendwie möglich sein, dass dieses Team bei einer schnellen und hohen Führung nicht gleich die Bierkisten unter der Spielerbank hervorholt und anfängt planlos dem Gegner die Bude einzurennen. Anstatt die Führung zu verteidigen jagen die jetzt schon zum zweiten Mal in den Play-offs die Ordnung zum Teufel und spielen vogelwild auf!
Genug geschimpft. Unsere Jungs kamen fast erschreckend selbstverständlich in die Begegnung zurück - darüber sollte man sich in Landshut über Nacht mal Gedanken machen...

Tor:
Rogles bei Treffer Nr.1 chancenlos. Die beiden weiteren Gegentreffer waren fast identisch - da hätte er im zweiten Anlauf mal hingreifen dürfen.
Angesichts der Narrenfreiheit der gegnerischen Verteidiger an der Blauen (bei 3-5) kann man ihm aber keinen Vorwurf machen.

Verteidigung:
Pudlick, Genze und Wilhelm mit guter Vorstellung. Gödtel und vor allem Danner etwas nervös, aber ansonsten i.O..
Fibiger bleibt mir weiterhin ein Rätsel: Er räumt im eigenen Drittel rustikal auf, arbeitet ordentlich an der Bande - das war´s. Kein vernünftiges Aufbauspiel, biedere Pässe, kein Schuss, zu langsam bei Kontern des Gegners - aber im Powerplay offenbar neben Pudlick gesetzt. WAS SOLL DAS??? Beim Gedanken, dass wir einen spielstarken und defensiv nahezu ebenbürtigen Defender seit 5 Play-off Spielen auf der Tribüne versauern lassen, bekomme ich Ausschlag!!! Der Shooter hat sich dermaßen auf die Play-offs gefreut und jetzt darf er Herrn Fibiger beim Passspiel für Anfänger zuschauen...
Elvis mit seinem negativen Saisonhighlight - bekommt Pässe über 5-6 Meter nicht an den Mann und lässt sich in übersichtlichen Situationen zweimal den Puck im eigenen Drittel im Vorbeigehen abnehmen usw., usw., usw....zum Glück weiß man bei ihm, dass das im nächsten Spiel schon wieder ganz anders aussehen kann.

Sturm:
Simon und Suchan sahen diesmal nicht so glücklich wie zuletzt aus. Das lag allerdings nicht unbedingt am Zurek-Comeback, der eine insgesamt unauffällige Vorstellung gab. Die beiden hatten vor allem in den Specialteams ihre nicht so gelungenen Momente.
Regan und Callander etwas zu unauffällig, aber...
Wikström in absoluter Galaform: Drei Tore (4-5, 5-4 und 5-3 Situation) und mit genialem Einsatz. Ein Schlitzohr vor dem Herrn obendrein!
Wietfeldt, Dylla und Henrich mal wieder eher mit kämpferischen als mit spielerischen Highlights. Wobei Henrich sich zum absoluten Play-off Monster entwickelt - diese Schnelligkeit gepaart mit derartiger körperlicher Präsenz dürfte in der Liga wohl einmalig sein. Die gegnerischen Verteidiger sehen neben ihm häufig wie völlig überforderte Juniorenspieler aus - bei manchem Ligakonkurrenten sind sie es allerdings auch...
Vierte Reihe mit gewohntem Einsatz und dem spielentscheidenden Treffer - was will man mehr?
Andy Reiss scheint sich mittlerweile auch ein wenig besser im Griff zu haben. Gut für die Gesundheit der Gegner und gut für unsere Nerven.

Fans:
Hm. Die Stimmung war sicherlich etwas besser als gegen Essen (Spannung gab´s diesmal ja zur Abwechslung), doch die Gesänge halten sich einfach nicht in der Halle. Warum kann man eigentlich nicht einfach mal wieder ein Spiel durchfeiern? Grund dazu gibt uns das Team genug - Zeit etwas zurück zu geben! mb