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PlayOff-Halbfinale Spiel 2: EHC - EV Landshut 4:0

Der große Traum vom (Wieder)Aufstieg in die DEL nimmt immer mehr Gestalt an. Durch eine hochkonzentrierte Leistung im dritten PlayOff-Spiel der Halbfinalserie gelang den Grizzlies auch gegen ihren zweiten Finalrundengegner ein Sweep. Genau wie zuvor Essen versuchte auch Landshut bis zum letzten Spiel alles, um doch noch ein Erfolgserlebnis gegen das Team des EHC zu verbuchen. Mit dem gleichen Ergebnis. Besonders in diesem letzten Halbfinalspiel zeigten die Gastgeber ihre verbesserten Defensivkünste und unterstützten ihren Torhüter tatkräftig bei seinem zweiten shut-out in den PlayOffs.

1.Drittel
Schon zu Beginn zeigte die Partie ihren verbissenen Charakter. Beide Teams erspielten sich dank hervorragender Verteidigungsarbeit kaum hundertprozentige Chancen. Auch in überzahl mussten vor allem die Powerplayformationen der Wolfsburger die vorläufige überlegenheit der Landshuter Defensivkünste anerkennen.
Selbst als die Grizzlies in der 8.Minute ca. 30 Sekunden in doppelter überzahl agieren durften, wollte kein Tor fallen.
Auf der anderen Seite konnten die Cannibals ihren offenkundigen Spielplan ebenfalls nicht vollständig umsetzen: Die gewünschten Kontertore wollten nicht fallen. Selbst bei einer drei auf eins Situation ließ Grizzlygoalie Chris Rogles sich nicht überwinden.
Das Spiel wogte also im besten PlayOff-Charakter hin und her, bis ein Landshuter Spieler mit der allgegenwärtigen gesunden Härte doch ein wenig zu weit ging: Während eines Wechsels hatte Gästestürmer Zareba sein Temperament offenbar nicht mehr unter Kontrolle und versetzte Preston Callander im Vorbeifahren einen Stockcheck gegen den Kopf. Als dieser nun benommen liegen blieb kam HSR Vogl offenbar nicht um das Aussprechen einer 5+Spieldauerstrafe herum, so dass die Grizzlies ab der 19.Spielminute für ganze fünf Minuten ihr Powerplay ausprobieren durften. Mit mäßigem Erfolg, allerdings...

2.Drittel
...denn auch nach Ablauf der ersten dreieinhalb Minuten des zweiten Spielabschnitts, war den Gastgebern immer noch kein Treffer gelungen.
Zwar wusste die strategische Ausrichtung der Landshuter weiterhin zu begeistern, doch schlichen sich nun langsam kleine Fehler ein, die auf erste Ermüdung bei den Gästen hindeuteten. Die vielen Unterzahlspiele, die aufgrund der rustikalen Gangart der Cannibals durchaus folgerichtig waren, forderten allmählich ihren Tribut.
Auch wenn der Referee zunächst weitere Vergehen der Gäste äußerst milde ahndete (Suchan und später Regan mussten jeweils nach hohem Stock eines Cannibals im Gesicht blutend kurz behandelt werden) und lediglich einmal zwei Minuten vergab, so gaben die Grizzlies in der 34.Minute endlich die richtige Antwort.
Bei vier gegen vier auf dem Eis konnte Wikström schließlich seinen Kapitän Tim Regan in Szene setzen, der mit einem harten halbhohen Schuss den Gästekeeper zum ersten Mal überwinden konnte.
Das 1:0 hatte nicht nur eine explosionsartige und lautstarke Entladung auf den Rängen zur Folge, sondern förderte die Spiellaune des Wolfsburger Teams deutlich erkennbar zu Tage.
Vier Minuten später schlug es hinter dem bis dahin gut haltenden Martinovic an der gleichen Stelle erneut ein. Michael Henrich war auf das Gehäuse der Gäste gestürmt und hatte im letzten Moment den Puck hinter sich abgelegt - Todd Simon bedankte sich mit einem knallharten Hammer, der auf der Stockhandseite zum 2:0 einschlug!
Mit diesem erfreulichen Zwischenstand ging es auch in die zweite Pause.

3.Drittel
Das Spiel blieb verbissen, doch Landshut war jetzt in der Rolle der spielgestaltenden Mannschaft und vermochte diese nicht annähernd so gut auszufüllen wie die bis dahin durchgezogene Marschroute.
Bis auf einige prekäre Situationen, in denen der glänzend aufgelegte Chris Rogles energisch eingreifen musste, hatten die Grizzlies die Partie nun deutlicher unter Kontrolle. Einzig das überzahlspiel der Gastgeber zeigte sich weiterhin als das Sorgenkind der PlayOffs.
So konnte der EHC auch zwei weitere Powerplaysituationen nicht nutzen und machte den Sieg schließlich bei 5-5 wasserdicht:
Suchan schaltete nach einem Beslagic Schlagschuss am schnellsten und verwandelte den Rebound zum euphorisch gefeierten 3:0! (52.Min)
Die Zeit rannte dem EVL nun davon und so galt es für die Grizzlies bald nur noch den shut-out für Chris Rogles zu sichern.
Als in der 56. und 58.Minute dann nacheinander Genze und Wikström für die Wolfsburger auf der Strafbank Platz nahmen und die Gäste ihren Goalie für einen Feldspieler vom Eis nahmen, geriet die weiße Weste des Wolfsburger Torhüters tatsächlich noch einmal in Gefahr.
Doch anstatt des Ehrentreffers für die Cannibals, gab es 31 Sekunden vor Schluss noch das 4:0 durch Todd Simon, der in das verlassene Tor der Gäste vollendete. Auch eine kurzfristige 6-3 Situation hatte den Landshutern nicht zu einem Treffer verholfen und somit mussten die Cracks des EVL ohne letztes Erfolgserlebnis die Heimreise in die Sommerpause antreten.
Die Gastgeber hingegen feierten mit ihren Fans den Einzug ins Finale, zeigten aber deutlich, dass die Konzentration hochgehalten werden soll. Völlige Ausgelassenheit wird sich dieses Team wohl erst nach dem Aufstieg gönnen - die richtige Einstellung!

Mein subjektiver Eindruck:
Ich bin einigermaßen beeindruckt. Die Grizzlies haben mit diesem Spiel den letzten Nachweis ihrer Klasse erbracht, da sie die Situation allesamt sofort richtig einordneten und sich keine Leichtsinnsphasen erlaubten. Ein oder zwei Gegentreffer im ersten Drittel hätten die Begegnung wohl andersherum laufen lassen...
Wenn man das überzahlspiel wieder in den Griff bekommt, braucht man dem Vergleich mit Kassel nicht allzu nervös entgegen blicken. Ob man wirklich eine Chance gegen die in dieser Saison schier übermächtig erscheinenden Huskies haben wird, kann man wahrscheinlich nicht einmal nach dem ersten Spiel wirklich beurteilen - beide Mannschaften können nach einer derartigen Siegesserie auch einmal einen Durchhänger bekommen.

Tor:
Rogles wunderbar. Der Wolfsburger Goalie wird mehr und mehr zum spielentscheidenden Faktor, profitierte natürlich auch von der durchgängigen Konzentration seiner Vorderleute. Wenn doch mal was schief läuft ist Chris jedenfalls voll da!

Verteidigung:
Bis auf eine Szene in der sich zwei Verteidiger gegenseitig über den Haufen fuhren (auf die Namen verzichten wir an dieser Stelle mal...), machte die Defensivabteilung einen sehr guten Job.
Elvis hatte sich wesentlich besser unter Kontrolle als noch zuletzt und Schutte überzeugte bei seinem ersten PlayOff-Einsatz voll und ganz. Es bleibt aber nach wie vor traurig mit anzusehen, wie Fibiger das Wolfsburger Powerplay ausbremst. Mehr als Puckweiterreichen kommt da nicht - Spielverständnis ist völlige Fehlanzeige und ein einziger Schuss war zu verzeichnen. Offenbar geht unser Trainer aber davon aus, dass er es irgendwann doch noch lernt...oder was auch immer. Gegen Gegner von der Klasse der Cannibals muss jedenfalls jeder in der überzahlformation den Blick für die Situation und die ableitbaren Möglichkeiten haben und gegen die Huskies wird dieser Anspruch noch höher werden!
Als Abräumer macht Jesse hingegen keiner so leicht was vor, was er auch in dieser Begegnung zum wiederholten Male bewies.

Sturm:
Simon in Galaform - das ist häufig schon die halbe Miete für seine Reihe. Suchan und Henrich etablieren sich weiter als PlayOff-Monster und auch die Reihe um Kapitän Regan bleibt einigermaßen in Schwung.
Kaufmann kommt erst langsam wieder in die Gänge, aber unsere "Torfabrik" wird schon noch ein oder zwei ganz wichtige Tore schießen - das habe ich irgendwie im Urin.
Wietfeldt und Dylla fleißig, aber etwas glücklos. Dasselbe kann man von unsere vierten Reihe behaupten.
Jan Zurek bleibt Zuschauer - ein Luxus von dem man bis vor kurzem nur träumen konnte!

Fans:
Ich bin erfreut und natürlich auch ein wenig erleichtert, dass meine Theorie bezüglich der Stimmung im Publikum einigermaßen zutraf. Zum ersten mal konnte man auf heimischem Eis in dieser Saison ein "echtes" PlayOff-Spiel bestaunen - und die Spannung ergriff die heimischen Zuschauer prompt. Das hat doch wirklich Spaß gemacht, oder?!
Was die fröhliche, aber nicht ausgelassene Stimmung bei unserer Mannschaft nach dem Abpfiff betrifft, habe ich mich ja schon weiter oben geäußert: Die wollen die Anspannung hoch halten und sich erst am Ende der Saison mit einem richtigen Knall verabschieden - und genau das wollen wir doch auch alle! Es bleibt spannend. mb

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