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PlayOff-Finale Spiel 2: EHC - EC Kassel Huskies 3:2

Mit dem guten Gefühl des Auftaktsiegs aus Spiel 1 in Kassel ging es für die Grizzlies nun vor heimischer Kulisse richtig zur Sache. Genau wie im ersten Finalspiel entwickelte sich auch diesmal ein äußerst intensives, absolut hochklassiges Eishockeyspiel, das der Bezeichnung "PlayOff-Begegnung" mehr als gerecht wurde. Zur Freude der Wolfsburger, die sich dank großzügiger Gästefan-Reiseplanung des EHCs einem ca. 1000köpfigen Kassler Fanblock gegenüber sahen, ging dieses Aufeinandertreffen erneut mit einem Tor Vorsprung an die Männer von Coach Toni Krinner.
Schon am Dienstag treffen die beiden Kontrahenten wiederum in Kassel aufeinander, um den Fortgang oder das Ende der Serie zu entscheiden. Wolfsburg hat nun drei "Matchbälle" zur Meisterschaft.

1.Drittel
Der Auftakt erinnerte zunächst an das erste Spiel der Serie, als die Huskies vom Start weg versuchten die Grizzlies zu überrollen und einen frühen Treffer zu erzwingen. Auch eine frühe Strafe gegen Harney (1.Minute) nahm den Gästen nicht wirklich den Wind aus den Segeln, so dass sie in der Folgezeit trotz drei weiterer Strafzeiten das Drittel mehr als offen gestalten konnten. Während die Gastgeber ihre Chancen im überzahlspiel nicht nutzen konnten, vergaben auf der anderen Seite die Kassler ihre durchaus ansehnlichen Chancen bei 5-5, so dass es gewohnt knapp in die erste Unterbrechung ging. Bis dahin sorgte vor allem HSR van Gameren für Zündstoff auf den Rängen, da seine Entscheidungen bei keinem der Fanlager auch nur annähernd auf Verständnis stießen. Haderten die Gästefans vor allem mit den ausgesprochenen Strafen, so brachte die Heimfans neben einer angeblichen Kaufmann-Schwalbe nach einem klaren Stockschlag folgende Szene zum ersten Mal komplett auf die Palme:
Nachdem ein Husky den Puck über die Bande befördert hatte, war die 2-Minuten-Strafe wegen Spielverzögerung bereits in der Uhr, als das Unvermeidliche in Person von Gästekapitän Wayne Hynes seinen Lauf zu nehmen schien. In seiner gewohnt geschwätzigen Art plauderte der deutsch-kanadische "Modellathlet" in Kassler Diensten mit dem schwer interessierten Referee über die Begleitumstände des Vorfalls, die schwere Kindheit des Missetäters und die weltpolitische Großwetterlage im Allgemeinen. Mit dem Ergebnis, dass der HSR ein Einsehen hatte und die Strafe wieder aus der Uhr nahm!
überflüssig zu erwähnen, dass die Freude über diese großherzige Entscheidung auf Seiten der Grizzlies keine Grenzen kannte...

2.Drittel
Die Torlosigkeit dieser Finalpaarung sollte mit dem Mitteldrittel endgültig zu den Akten kommen, die Spannung hingegen nahm nun kontinuierlich zu.
Nach nur 20 Sekunden nahm Todd Simon auf Seiten der Grizzlies wegen Stockschlag auf der Strafbank Platz. Im Abstand von 10 und 50 Sekunden folgten ihm allerdings die Kassler Harney und Rau, so dass der Wolfsburger Spielmacher die Wartezeit nicht mit Sorgen, sondern offenbar mit Plänen verbringen konnte. Es folgte Großes vom kleinen Genie mit der Nummer 9.
Zunächst "begnügte" Simon sich allerdings noch mit einem abgefälschten Schuss in überzahl zum frenetisch gefeierten 1:0 in der 23.Spielminute. Der Jubel der Wolfsburger Fans war kaum verklungen, da war anderthalb Minuten später bereits der Ausgleich gefallen. Danner war wegen angeblich absichtlichem Torverschieben auf die Sünderbank gewandert und nach rund einer Minute trug das zähe Powerplay der Gäste doch noch Früchte. Pellegrims hatte den Puck zum 1:1 an Rogles vorbeigestochert und während die Huskies den Ausgleich feierten, war Beslagic damit beschäftigt dem Schiedsrichter die Frisur zurecht zu brüllen. Der Wolfsburger Verteidiger, der vor dem Gegentreffer einen saftigen Crosscheck hinnehmen musste, wanderte nur knapp an einer Disziplinarstrafe vorbei und war von seinen Mannschaftskameraden kaum zu beruhigen.
Was folgte war eine nochmalige Verschärfung der Gangart auf beiden Seiten, die zu vielen Strafzeiten führte - wenn der weiterhin unglücklich wirkende van Gameren auch häufig die falschen Situationen ahndete...
Als die Grizzlies schließlich von der 30. bis 32.Minute in doppelter Unterzahl den Bemühungen der Gäste standhielten, kochte die Atmosphäre in der Halle endgültig nicht nur wegen der sommerlichen Temperaturen.
Der Rest des Drittels förderte dann weiter die Schwäche der Powerplayformationen auf beiden Seiten zu Tage, was sich eindeutig mit der qualitativ hochwertigen Unterzahlarbeit beider Teams erklären ließ.

3.Drittel
Crunch-Time! Die Zeit der Entscheidung war gekommen und einer war nun hellwach: Todd Simon!
Nach erneut vergebener Powerplaygelegenheit griff dieser sich anschließend in Unterzahl ein Herz, stürmte mit Rainer Suchan Richtung Elwing und versenkte das Zuspiel seines Sturmpartners per Shorthander zur 2:1 Führung. Ein explosionsartiger Aufschrei ging durch die Halle - die rund 3500 heimischen Anhänger wollten ihren Augen nicht trauen: Ein Treffer mitten ins Herz der besten Powerplayformation der Liga! Im Finale! Die Gäste aus Kassel wirkten in der Folgezeit spürbar angeschlagen und gerieten zusehends unter Druck. Mit fortschreitender Dauer der Partie stieg, welch überraschung, auch der Gesprächsbedarf des Kassler Kugelblitzes mit dem C auf der Brust - Verschnaufpausen waren jetzt bei den Gästen schwer gefragt und der arglose Hauptschiedsrichter gewährte diese wiederum generös.
Als sich den Grizzlies ab der 49.Minute die Chance einer doppelten überzahl bot, griffen diese glücklicherweise beherzter zu, als die Gäste im ersten Durchgang.
Die Huskies begingen den folgenschweren Fehler Todd Simon freie Schussbahn und die nötige Zeit zum Zielen von der blauen Linie einzuräumen, was dieser mit einem exakten Schlagschuss in den Winkel zu honorieren wusste. 3:1 in der 50.Minute und eine Eisarena, die einem Tollhaus glich waren die Folgen.
Doch Kassel war längst nicht besiegt. Mit Wayne Hynes sorgte in der 56.Minute der Chef persönlich für den Anschlusstreffer zum 3:2. Ob nach dem deutlichen Schlittschuhkick noch einmal der Schläger den Puck berührte, weiß wohl auch nur der Kassler Kapitän mit letzter Gewissheit...
Den letzten Spannungsschub verpasste dann das Pärchen des Abends der Partie: Während einer Spielunterbrechung zwei Minuten vor Schluss sah man das dynamische Duo Hynes/van Gameren wieder im angeregten Gespräch, was eine nachträgliche Strafe gegen Wolfsburg zur Folge hatte. Kopfschütteln in orange überall.
Doch auch ohne Torhüter und mit 6 gegen 4 Feldspieler waren die Gastgeber nicht mehr um den verdienten Lohn ihrer Mühen zu bringen, so dass am Ende die 2-0 Führung für den EHC besiegelt war.
Trotz überschwänglicher Freude auf den Rängen wirkten die Spieler der Grizzlies zwar frohen Mutes, doch zeigten sie auch angesichts dieses Triumphs die gewohnt zielgerichtete Konzentration gepaart mit dem ein oder anderen verständlichen Grinsen...die Hoffnung auf die Rückkehr in die DEL bleibt lebendiger den je!

Mein subjektiver Eindruck:
Geiles Spiel, purer Nerventerror. So kennt und liebt/hasst man die PlayOffs - je nach Gemüt.
Da war alles und noch mehr drin. Bisher zeigt sich die Serie von den Teamleistungen her als unglaublich ausgeglichen. Wenn man überhaupt einen erkennbaren Vorteil auf Seiten der Grizzlies (außer den geschossenen Toren) ausmachen möchte, dann ist es wohl das hammergeniale Unterzahlspiel. Ein reguläres Tor ist den Kasslern im Powerplay bisher jedenfalls nicht gelungen. Die Fans des EHC werden sich nun also zum zweiten Mal auf den Weg nach Kassel machen und werden für den Fall der Fälle gerüstet sein (Krankmeldung, Urlaub etc. für Mittwoch..).

Tor:
Rogles weiterhin in Galaform. Besonders sein hellwaches Stellungsspiel räumt den Huskies keine zusätzlichen Einschusschancen ein. Im dritten Spiel wird´s wohl aber wieder einige Monstersaves brauchen, um am Ende die Oberhand zu behalten.

Verteidigung:
Der EHC, wie in Spiel Nr.1, ohne Genze nur mit 6 Verteidigern am Start.
Vor Gödtel, Wilhelm und Danner kann man eigentlich nur den Hut ziehen! Hammervorstellung unserer U23-Fraktion gegen die routinierten Stürmer der Huskies.
Beslagic machte ein gutes Spiel, fast komplett ohne Schlendrian und mit einigen Offensivakzenten.
Pudlick der mittlerweile gewohnt sichere und ordnende Rückhalt in Krisensituationen - mit Abstand bester Verteidiger in der PlayOff-Phase der Saison.
Fibiger räumt im eigenen Drittel gnadenlos auf, verliert seinen Schrecken mit dem überschreiten der eigenen blauen Linie und mutiert dann zur Spielaufbaubremse. Warum der im Powerplay zusammen mit Pudlick an die Blaue darf - keine Ahnung. Momentan würde ich fast sagen: Weil wir keine Wahl haben, aber - da war doch noch was...

Sturm:
Einzelkritik fast überflüssig. Kämpferisch topp, jeder nimmt seine Defensivaufgaben 110%ig wahr und trägt somit seinen Teil zum Erfolg bei. Vor dem Tor lassen die Schlittenhunde erwartungsgemäß nicht viel zu, da heißt es arbeiten, arbeiten, arbeiten.
Todd Simon mit Hattrick - was soll man beim Endstand von 3:2 noch groß schreiben? Er machte letztlich, bei allem Kampf auf beiden Seiten, den Unterschied. Es sieht so aus, als ob Mr. Simon doch noch eine weitere Saison für uns aufs Eis möchte. Die Vertragsverhandlungen dürften damit eröffnet sein - mal schauen, ob er am Ende der Serie noch ein paar gewichtige Argumente mehr in die Waagschale werfen kann.

Fans:
Dank der lausigen Schallverteilung in der Halle müssen sich beide Fanlager schon mächtig reinhängen, um sich gegenseitig beeindrucken zu können (falls gewünscht). Trotzdem war nicht nur das Spiel, sondern auch die Kulisse absolut playoff-würdig. Als am Ende die Sitzplätze der Familietribüne nicht nur klatschend, sondern auch stimmlich voll einstiegen, war das schon sehr, sehr geil. In Kassel wird es nun natürlich je nach Spielverlauf mehr oder weniger schwierig werden sich bemerkbar zu machen. Ein Heimspiel konnten wir während der Saison allerdings auch dort schon verbuchen. mb

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