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Saison 2007/2008

EHC - Hannover Scorpions 5:4nP

  • Geschrieben von Martin
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Unterhaltung vom Feinsten bekamen die rund 4200 Zuschauer, darunter etwa 800 Fans aus Hannover, zum Saisonabschluss der Grizzlies zu sehen.
Mit einem Abend, der an Spannung und Action kaum zu überbieten war, verabschiedeten die Männer von Toni Krinner nicht nur ihre Anhänger in die lange Sommerpause, sondern bildeten auch einen würdigen Rahmen für das Karriere-Ende der beiden Grizzlies Chris Rogles und Christoph Wietfeldt.
Eben diese beiden wurden vor der Partie von den Wolfsburger Offiziellen aufs Eis gebeten, um sie anlässlich des letzten Heimspiels ihrer Laufbahn zu ehren. Es war der bewegende Auftakt zu einer mindestens ebenso emotionalen Begegnung, die nun folgte.

1.Drittel
Das Spiel startete geradezu wild! Mit Volldampf voraus gönnten sich die Akteure beider Seiten kaum eine Verschnaufpause und zogen die prächtige Kulisse sofort in ihren Bann.
Mit wenig Augenmerk auf Abwehrarbeit und Taktik lieferten sich die beiden Derbyparteien einen offenen Schlagabtausch, der den Fans Großchancen im Minutentakt bescherte.
Zunächst waren es allerdings die Scorpions, die für die hochkarätigeren Chancen zuständig waren.
Mit viel Einsatz und gutem Stellungsspiel nahmen sie Oliver Jonas immer wieder die Sicht vor seinem Kasten und zwangen ihn so ein ums andere Mal zu schier unmenschlichen Reaktionen.
Nachdem einer dieser Schüsse gerade noch vom Wolfsburger Goalie an den Pfosten gelenkt werden konnte (4.Min), hatten die Grizzlies eine Minute später die erste Chance ihr "berüchtigtes" Powerplay zu zeigen.
Zur überraschung des Wolfsburger Anhangs mit Erfolg! Einen Svensson Schuss verwertete der glänzend aufgelegte Jason Ulmer per Abpraller zum 1:0, welches in der sechsten Spielminute der Partie den endgültigen Kick gab. Der nach drei Derbyniederlagen durchaus skeptische Grizzlyanhang war nun endgültig bereit an diesem besonderen Tag an einen ersten Sieg gegen die Scorpions zu glauben und so nahm auch die Stimmung bei den Heimfans frühzeitig Derbylautstärke an.
Eine folgten Strafen im Wechsel gegen Wolfsburg und Hannover und man konnte wohl mit Recht behaupten, dass die Schützlinge von Toni Krinner in Unterzahl den besseren Eindruck hinterließen, dabei auch immer mit einen Konter gefährlich blieben.
Doch bei 4 gegen 4 auf dem Eis (9.Min) kamen die Gäste wieder besser ins Spiel, hatten erneut Pech mit einem knapp abgelenkten Schuss und drängten nun auf den Ausgleich.
Dieser sollte ihnen eine Minute später auch gelingen, als Schneider einen schnellen Konter an Jonas vorbei zum 1:1 versenken konnte.
Der Ausgleich war zu diesem Zeitpunkt mehr als verdient und es folgte ebenfalls mehr als eine brenzlige Situation für die Gastgeber, denn die Scorpions wirkten an diesem Abend keineswegs wie eine typische Zach-Truppe, die auswärts nur eiskalt mauernd auf die Fehler des Gegners wartet.
Wolfsburgs Defensive zeigte sich allerdings in dieser Phase von ihrer besseren Seite, unterband viele Möglichkeiten im letzten Moment oder hatte bei einem weiteren Pfostentreffer auch das nötige Glück.
Was die Halle für den Rest des Abends in ein Tollhaus verwandelte, folgte dann auch in der 19.Minute bei eigener Unterzahl! Tony Voce schickte den an diesem Abend konzentriert aufspielenden Wiseman zum Break Richtung Jung, was dieser auch prompt zur erneuten 2:1 Führung nutzen konnte. Obwohl die Grizzlies wenig später eine weitere Strafe zur 3 gegen 5 Unterzahl kassierten, ging es mit unverändertem Spielstand und auf Seiten der Wolfsburger Fans mit einem breiten Grinsen in die erste Pause. Insgesamt hatten die Gastgeber in diesem Spielabschnitt endlich einmal das nötige Glück auf ihrer Seite gehabt, das in den anderen Begegnungen gegen den DEL-Nachbarn so oft gefehlt hatte.

2.Drittel
Mit Action vom Feinsten ging es weiter, doch nun trug das tonangebende Team orange!
Doch wieder war es zunächst das passiver wirkende Team, das den Vorteil aus der Situation zog und in Person von Eric Schneider zum zweiten Mal erfolgreich zum Abschluss kam.
Das weiter oben zitierte Glück war nun den Gästen hold, als der ansonsten klasse haltende Jonas einen neben ihn gestocherten Puck mit einer Drehbewegung zum 2:2 in die Maschen beförderte (27.Min).
Wolfsburg reagierte wütend, erhöhte weiter den Druck, so dass die Hannoveraner bis Ende des Drittels eigentlich nur noch durch Konter gefährlich vor das Tor von Jonas kamen - und das auch nicht allzu oft.
Besonders sehenswert auf Wolfsburger Seite dann der Treffer zum 3:2 in der 30.Spielminute: Der wie entfesselt aufspielende Svensson hatte sich bis hinter das Tor der Scorpions durchgetankt, Pass auf den wartenden halbrechts wartenden Morczinietz, Direktpass auf den in der Mitte nachrückenden Ulmer...TOOOOOOR!!! Die Halle stand vor Verzückung Kopf!
Doch wie im ersten Drittel war auch in diesem Spielabschnitt das Glück der druckvoller agierenden Mannschaft nicht hold. Spätestens nachdem im das Drittel abschließenden Powerplay der Grizzlies Voce die Latte und wenig später ein weiterer Grizzly das Lattenkreuz erwischt hatte, war der Dusel der Gastgeber aus dem ersten Durchgang mehr als ausgeglichen.
Mit einem absolut leistungsgerechten 3:2 ging es zum zweiten Mal mit einer Wolfsburger Führung in die Pause.

3.Drittel
Die Vorherrschaft auf dem Eis schwappte weiter hin und her. Nachdem der Auftakt, auch durch eine Strafe gegen Hannover begünstigt, wieder den Hausherren gehörte, nahmen nach rund fünf Minuten wieder die Gäste das Zepter in die Hand. Es war schlicht Spaß pur in der Eisarena zugegen zu sein.
Es dauerte jedoch bis zur 47.Minute bis Matt Dzieduszycki, von den Fans der Einfachheit wegen auch "Diesel" genannt, per flachem Präzisionsschuss aus der Distanz den 3:3 Ausgleich markieren konnte. Hier hatte die Wolfsburger Abwehr zu blauäugig auf ein Nachrücken der Hannoveraner spekuliert, anstatt einen etwaigen Schuss zu unterbinden.
Doch es ging munter weiter! Gut drei Minuten später waren es die orange Gekleideten, die erneut jubeln durften - und das sogar zweimal. Einmal, als Henrich den Puck unter dem im Torraum liegenden Jung ins Tor stochern konnte und ein zweites Mal, als die HSR (es waren wie in den Play-offs zwei auf dem Eis) den Treffer nach Studium der Videobilder dann auch abschließend anerkannten. Wer das unsägliche Spiel in Hannover miterlebt hatte, konnte das Glück kaum fassen...zumal diese Situation zunächst weitaus mehr wie ein Torraumabseits wirkte, als die beiden nicht gegebenen Treffer des Spiels in Hannover.
Doch der Spannungsbogen dieser Partie war noch längst nicht ausgereizt.
Weitere drei Minuten später gelang den Gästen nämlich zum vierten Mal der Ausgleich. Macholda saß die einzige Grizzly-Strafzeit des Drittels gerade auf der Bank ab, da zeigte einer der HSR plötzlich eine weitere Strafe gegen Wolfsburg an. Die Scorpions brachten ohne Verzögerung einen sechsten Feldspieler für ihren Torhüter und erzielt noch während der angezeigten Strafe den 4:4 Ausgleich durch Thomas Dolak.
Zur Freude der Fans spielte keines der Teams auf Halten des Ergebnis, so dass sich die Spannung durch weitere Torchancen bis zur Unerträglichkeit weiter steigern konnte.
Es folgte die Verlängerung.

Verlängerung
Die overtime sah jeweils ein 4-3 überzahlspiel beider Mannschaften...wie konnte es auch anders sein in einem Spiel, das so gar kein Spannungselement ausließ.
Zuerst durften die Grizzlies ran und wussten erstaunlicherweise absolut zu überzeugen, erzielten nur unglücklich nicht den entscheidenden Treffer. Stets fehlte bei den Schüssen ein kleines Stück zum Torerfolg oder ein Stock oder Schoner lenkte die Geschosse knapp am Kasten von Jung vorbei.
Im fast nahtlos anschließenden überzahlspiel der Scorpions taten sich die Gäste dann sichtbar schwerer etwas wirklich Zwingendes zustande zu bringen, so dass es letztlich - wer hätte das gedacht - ins Penaltyschießen ging.

Penaltyschießen
Nachdem für Wolfsburg Tim Regan und für Hannover Matt Dzieduszycki getroffen hatten (Nikiforuk und Robitaille waren hingegen gescheitert), kam es zu den letzten beiden Duellen.
Jonas gegen Dolak hieß das erste und der Wolfsburger Goalie behielt die Oberhand!
Jetzt hing alles von Chad Wisemans Versuch ab, der nun gegen Alexander Jung antrat...wie bei seinem Shorthander aus dem ersten Drittel ließ er dem Torhüter der Scorpions keine Chance und verwandelte eiskalt - diesmal durch die Schoner.
Der erste und einzige Sieg der Saison gegen die Scorpions war doch noch geschafft!!!
In den folgenden Feierlichkeiten auf dem Eis ließ es sich Christoph Wietfeldt in seiner bekannten Art natürlich nicht nehmen nicht nur die Raupe ein letztes Mal anzuführen, sondern stimmte noch "Ein Leben lang ein oranges Trikot an" mit den Fans an, drehte zum Abschied noch eine Runde mit einer der großen Fahnen im gut gefüllten Rund der Eisarena.
Ein gelungener Saisonabschluss und ein würdiger Abschied für die beiden Grizzlies, die nun ihre aktive Karriere im letzten Spiel in Duisburg endgültig beenden werden.

Mein subjektiver Eindruck:
Ein bisschen gehofft hat vermutlich jeder der ca. 3400 Anhänger der Grizzlies, die zum letzten Heimspiel dieser doch recht verkorksten Saison erschienen waren. Aber wer hätte ernsthaft solch ein Eishockeyspektakel erwartet? Sicherlich haben wir uns das alle nach dieser frustrierenden Saison verdient, doch frage ich mich bei dem ein oder anderen Akteur, was er die letzten Wochen und Monate so auf unserem Eis getrieben hat - verglichen mit dem gestrigen Spiel.
Zumindest hat dieser Abschluss, zusammen mit dem Heimspiel gegen die Eisbären, dafür gesorgt, dass man doch wieder mit Vorfreude und ein wenig Bauchkribbeln der neuen Saison entgegenfiebern wird. Zudem wird der Abstieg dann wieder eingeführt, so dass auch ein schlechteres Abschneiden nicht mit komplettem Desinteresse der Fans geahndet werden dürfte - wobei: Man konnte in dieser letzten Partie auf den Rängen doch gut erkennen, dass in Sachen Zuschauerresonanz noch Potential vorhanden ist und das stimmt mich fast am positivsten an diesem ganzen Erlebnis.

Tor:
Jonas hielt uns, trotz des hohen Verkehrsaufkommens vor seinem Tor, mit genialen Reflexen im Spiel. Das Glück, das er im ersten Drittel auf seiner Seite hatte, ließ ihn lediglich beim zweiten Gegentreffer im Stich - ansonsten der gewohnt sichere Rückhalt für unsere eher schwache Defensive.

Verteidigung:
In einem von beiden Seiten gnadenlos auf Angriff geführten Spiel kann eine Verteidigung nicht wirklich gut aussehen.
Trotzdem wusste bei den Grizzlies neben Svensson und Gödtel vor allem Petr Macholda zu überzeugen, der zum Saisonende mit beständig besser werdenden Leistungen überrascht!
Zum Abschluss präsentierte er sich also in einer Form, die - wenn auch etwas zerbrechliche - Hoffnung für die kommende Spielzeit schürt. Ich drücke ihm die Daumen, dass diese Saison ein Ausrutscher auf dem Weg nach oben war.
Besonders negativ fiel eigentlich nur Danner auf, der in der ein oder anderen Situation einfach nicht zur richtigen Zeit am richtigen Ort war und auch insgesamt betrachtet einfach an die körperliche Präsenz eines Gödtel nicht mal ansatzweise herankam.
Wirklich schade, dass man offenbar nicht mehr plant mit Thomas plant. Er hat sich in Crimmitschau durch seine Aufgaben in der ersten Reihe und im Powerplay offenkundig weiterentwickelt und hat mich besonders mit seinem sinnvoll dosierten Körpereinsatz sehr überzeugt. Schaun mer mal, ob sich da noch etwas tut. Falls Gödtel bei Nürnberg (Kooperation mit seinem Heimatverein Riessersee) als Föli unterkommen sollte, dürfte ein Abschied wohl unumgänglich sein.

Sturm:
Wiseman hatte zum Abschluss noch einmal richtig Lust auf Eishockey und gab eine sehenswerte Galavorstellung.
Auch Tony Voce, der wirkte als hätte ihm jemand meinen letzten Spielbericht übersetzt, zeigte sich bei der Ehre gepackt und begab sich weit in den anaeroben Bereich, um dieses Spiel zu einem Fest zu machen. Danke dafür...und "Ciao".
Wietfeldt nahm in seinem letzten Spiel in seinem Wohnzimmer den ein oder anderen Schuss mehr aufs gegnerische Tor - wer will ihm das verdenken. Ein letztes Tor wäre ihm nur zu gönnen gewesen. Vielleicht schießt er ja in Duisburg noch ein Letztes.
Regan und Nikiforuk solide, Zurek leider erneut schwächster Stürmer bei den Grizzlies. Für ihn gilt das gleiche wie für Macholda: Daumendrücken, dass diese Saison ein Ausrutscher bleibt. Nach seinem Kreuzbandriss braucht Jan in der kommenden Saison dringend ein Erfolgserlebnis, um wieder zu alter Stärke zu finden (und natürlich passende Nebenleute).
Das beste zum Schluss. Morczinietz, Ulmer und Henrich mit einer absoluten Hammervorstellung! Diese Reihe, die auch in der kommenden Saison im Dress der Grizzlies auflaufen wird, rockte das Haus ohne Ende. Wenn auch die Effektivität vor dem Tor etwas zu wünschen übrig ließ (ein Treffer von Ulmer fiel in anderer Zusammensetzung im Powerplay), so macht diese Reihe doch Hoffnung für die nächste Saison. Als zweite Reihe dürften sie in dieser Form den Wolfsburger Ansprüchen jedenfalls absolut gerecht werden.

Fans:
Was soll ich sagen? Das war so geil!
Hoffentlich dürfen wir in der kommenden Saison öfter solche Feste feiern. Anzahl und Stimmung der Fans haben jedenfalls ihr Potential für die Zukunft noch einmal angedeutet und dürften ein wichtiges Zeichen für den Sponsor darstellen.
Auf eine Saison 2008/2009, die uns wieder mehr Spaß und Leidenschaft bescheren wird!
In diesem Sinne wünsche ich allen unseren Lesern eine erholsame Sommerpause - man sieht, hört oder liest sich. mb

EHC - Krefeld Pinguine 3:5

  • Geschrieben von Martin
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Das vorletzte Heimspiel der Saison konnte leider nur anfänglich an die Galavorstellung anknüpfen, die die Grizzlies am letzten Wochenende ihrem Publikum geboten hatten.
Trotzdem entwickelte sich eine unterhaltsame Begegnung gegen die Gäste aus Krefeld, die sich mitten im Kampf um den letzten Pre-Playoff Platz 10 befinden. Entsprechend ernst nahmen sie die Partie und entsprechend viel Konzentration war seitens der Gastgeber gefordert. Um es vorweg zu nehmen: Die Konzentration der Wolfsburger reicht nicht für die ganze Dauer des Spiels...

1.Drittel
Das schönste und unterhaltsamste Drittel der gesamten Partie sollte ohne Tore auskommen.
Gleich zu Beginn zeigten beide Teams viel Laufbereitschaft und erspielten sich zahlreiche Einschussmöglichkeiten. Die besseren Gelegenheiten hatten dabei die Gastgeber, die rund ein halbes Dutzend bester Möglichkeiten nicht am unsicher wirkenden Marsters (der wird tatsächlich so geschrieben) im Tor der Gäste vorbeibringen konnten.
Auf der Gegenseite hatten die Pinguine ihre beste Chance durch einen Penalty von Patrick Hager zu verzeichnen. Sandrock hatte als letzter Mann den Krefelder bei einem breakaway per Hechtsprung umgesenst (6.Min), so dass HSR Oswald auf Strafschuss entscheiden musste.
Doch Olli Jonas im Tor der Grizzlies behielt die Nerven und zwang Hager durch gutes Stellungsspiel zu einem eher missglückten Schuss auf sein Gehäuse.
In der Folgezeit dominierten die Gastgeber aus Wolfsburg das Geschehen und so gingen die Fans der Grizzlies zwar ohne Torjubel, aber doch recht gut gelaunt in die erste Pause des Spiels.

2.Drittel
Krefeld legte nun noch ein Schippchen drauf und berannte das Tor des EHC weitaus energischer als im ersten Spielabschnitt.
Bereits nach wenigen Sekunden brannte es schon lichterloh vor Jonas, als Alinc völlig allein vorm Wolfsburger Goalie auftauchte und diesen nur knapp nicht überwinden konnte.
Als nach rund zwei Minuten Voce wegen einer reichlich überflüssigen Strafzeit auf der Strafbank Platz nehmen durfte, dauerte es auch nur rund 30 Sekunden, bis der Druck der Gäste sich schließlich im 0:1 durch Boris Blank niederschlug.
Zum Glück schaffte Jan Zurek mit einem der wenigen Schüsse (laut Statistik dem einzigen des Drittels!) auf das Tor der Gäste fast postwendend den 1:1 Ausgleich, so dass die Partie, trotz der überlegenheit der Pinguine, nicht wirklich kippen konnte.
Auch dass HSR Oswald in der 4. und 6.Minute die Krefelder jeweils mit einer Strafzeit bedachte, spielte den nun deutlich um Kontrolle ringenden Gastgebern in die Karten.
Was letztlich bei doppelter überzahl der Hausherren herauskam, braucht an dieser Stelle (leider) nicht mehr erwähnt werden.
Die Wolfsburger fanden im Laufe des Drittels leider nicht wirklich zurück ins Spiel, überstanden aber dabei zwei Unterzahlsituationen recht sicher.
Durch einen Glückstreffer gingen die Gäste aus Krefeld in der 36.Minute dann aber doch in Führung.
Mit Patrick Hager traf einer der auffälligsten Pinguine per Drehschuss zum 1:2 - wenn man den Schieber durchs Gedränge vor Jonas´ Tor so nennen möchte.
Verdient war die Führung der Gäste trotzdem allemal, da vom EHC in diesem Spielabschnitt offensiv so gut wie nichts zu sehen war.

3.Drittel
Das Spiel wurde jetzt wieder auf beiden Seiten munterer, so dass auch fast der Unterhaltungswert der ersten 20 Minuten erreicht wurde.
Folglich mehrten sich die Torchancen auf beiden Seiten und schließlich war es Andy Morczinietz, der in überzahl per "bottleshot" den 2:2 Ausgleich für den EHC besorgen konnte.
Etwas über 45 Minuten waren da gespielt und - sehr zum Leidwesen der mitgereisten Krefelder Fans - nichts war bis dahin entschieden.
Doch die Gäste blieben ihrem zahlreich mitgereisten Anhang die Antwort auf dieses Tor nicht lange schuldig, erhöhten prompt erneut den Druck auf den Wolfsburger Kasten und konnten bereits dreieinhalb Minuten später wieder mit 2:3 in Führung gehen.
Verwey hatten einen Abpraller von Milo an Jonas vorbeischieben können und somit das Ergebnis wieder dem bisherigen Spielverlauf angepasst.
Erneut Verwey war es, der in der 55.Minute sogar auf 2:4 erhöhen konnte, dabei aber davon profitierte, dass Sandrock seinen Schuss für Jonas unhaltbar abfälschte.
Doch das Spiel blieb spannend! Zwei Krefelder wanderten im Anschluss im Minutentakt auf das Sünderbänkchen, so dass zu Beginn der 58.Minute Tim Regan tatsächlich doch noch der 3:4 Anschlusstreffer gelang.
Wieder hieß es zittern bei den Gästen aus Krefeld und wieder konnten sich die Pinguine auf das kleine Quäntchen Glück verlassen, das man im Sport einfach öfter mal braucht.
Eine Minute vor dem Ende traf Ryan Ramsey zum 3:5, wobei auch ihm ein Grizzly - diesmal Torhüter Jonas - unglücklich zur Seite stand. Der Wolfsburger Goalie schob den parallel zu seiner Torlinie geschossenen Puck rückwärts über die Linie, so dass eine Schlussoffensive der Gastgeber letztlich nicht mehr stattfand.

Mein subjektiver Eindruck:
Obwohl das Mitteldrittel einfach zu passiv und in überzahl gewohnt deprimierend war, fühlte ich mich im Großen und Ganzen gut unterhalten. Die Saison neigt sich ihrem Ende entgegen und man sollte, vor allem motivationstechnisch, keine Wunder von unserem Team erwarten. Die Personalentscheidungen sind, bis auf ein oder zwei Spieler, vermutlich längst getroffen, so dass da auch kein "Durchfaller" mehr über sich hinauswächst. Eins möchte ich an dieser Stelle allerdings betonen: Für das letzte Heimspiel gegen Hannover erwarte ich von allen bleibenden Akteuren (bei Wietfeldt brauchte man sich da sowieso nie Sorgen machen) eine Top-Leistung! Erstens geht es mal so was von gar nicht, wenn wir gleich viermal gegen die Zachtruppe verlieren und zweitens sollte ein Derby als Saisonabschluss vor heimischer Kulisse etwas Besonderes sein - in der Tabelle geht´s vermutlich obendrein immer noch um Platz 13. Also: Auf geht´s Buam!

Tor:
Jonas solide, am Ende hatte seine Konzentration dann leider auch einen Aussetzer. Ansonsten eigentlich keine Fehler und mit ein paar sehenswerten Saves in den ersten beiden Dritteln.
Für die kommende Saison kann man dann, da er ja unumstritten als Nr.1 ins Rennen geht, auch mal die Abwehr in der Vorbereitung auf seine Spielweise abstimmen! Er steht meist sehr weit vor seinem Tor und verkürzt damit den Winkel für Distanz- und Halbdistanzschüsse, ist dadurch aber bei one-timern offen wie ein Scheunentor. Da muss die Verteidigung in der kommenden Spielzeit ihr Stellungsspiel hundertprozentig drauf abstimmen!
Wobei er seine Position natürlich der Spielsituation anpasst - die kann sich aber auch durch Nachlässigkeiten in der Abwehr unerwartet schnell verändern...

Verteidigung:
Svensson und Macholda sind für die 1.Reihe zu schwach. Ist jetzt keine Riesenerkenntnis - ich weiß. Doch beide lieferten einen soliden Job ab und gerade im Fall von Macholda freut mich das wirklich sehr. Hätte Petr die ersten Dreiviertel der Saison so gespielt, wie zuletzt, wäre wohl kaum ein kritisches Wort über ihn verloren worden. Es bleibt die Hoffnung, dass er in der kommenden Spielzeit endlich das in ihn gesetzte Vertrauen rechtfertigt. Schade, dass Gödtel nicht mal einen Bruchteil dieser unzähligen Vertrauensbeweise seitens des Trainers erhalten hat...
Genze und Fibiger zeigten von den drei Verteidigerpaaren die beste Leistung, beide extrem zuverlässige Abräumer im eigenen Drittel und ohne den zeitweiligen Chaosfaktor der anderen beiden Duos.
Sandrock gewohnt zappelig - sehr viel Einsatzwille zu erkennen, aber einfach viel zu oft ohne jegliche Positionstreue. Heftig für jeden Mitspieler! Diesmal erwischte es Danner, der in den Irrläufen unseres "+/- Gottes" (-23!!!) einen Sinn finden musste.
Trotzdem verstehe ich die Weiterverpflichtung von David nicht wirklich - die von Fliegauf zitierte Weiterentwicklung bleib leider verborgen. Ich hoffe er belehrt mich in der kommenden Spielzeit eines Besseren.

Sturm:
Zurek-Wietfeldt-Regan kämpferisch gut, aber nur zeitweise mit Durchschlagskraft.
In der Reihe um Ulmer fiel mir eigentlich nur Andy auf, der gewohnt schnell und geistesgegenwärtig seine Chancen hatte. Beim Ausspielen des letzten Gegners sollte er sich allerdings mal nen zweiten Move zulegen.
Nikiforuk unauffällig.
Wiseman mit schlampigen Pässen und insgesamt fiel zu lala für ne Empfehlung in Sachen Vertragsverlängerung.
Tony Voce ist völlig außer Form. Unser italokanadisches Pastagrab ist mittlerweile schon zu fett zum Bremsen. Verletzt sich dabei prompt und setzt seinen unsäglichen Vorstellungen der letzten Wochen die Krone auf! Sowohl neben dem Eis (Gewicht!) als auch auf dem Eis (Plusminus -19 und jede Menge Strafzeiten durch mangelnde Fitness) hat Voce jegliche Selbstdisziplin offenbar zum Teufel gejagt. Schade, wenn man bedenkt, wie er hier angefangen hat.
Bartosch gewohnt engagiert, aber ohne Zählbares.

Fans:
Passte alles soweit zur aktuellen Situation. Mal schauen, ob gegen Hannover insgesamt mehr Stimmung in die Bude kommt. Einen würdigen Saisonabschluss, vor allem für unsere "Rentner", wäre doch ne klasse Sache. Letztlich kann unser Team, wie oben beschrieben, natürlich auch seinen Teil dazu beitragen. mb

 

EHC - Eisbären Berlin 2:1

  • Geschrieben von Martin
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Ein echtes überraschungspaket war es, das die Grizzlies für ihre Fans da geschnürt hatten!
Im vierten und letzten Aufeinandertreffen der beiden Bärengattungen boten die Grizzlies nicht nur eine ihre besten Saisonleistungen (wenn nicht sogar die beste), sondern konnten am Ende sogar alle drei Punkte in der Bärenhöhle behalten. Damit gelang den Gastgebern zum ersten Mal überhaupt ein Heimsieg gegen die Eisbären aus Berlin.

1.Drittel
Die Eisbären legten einen wahren Raketenstart hin, zwangen den Gastgebern von der ersten Sekunde an ein schier unmenschliches Tempo auf. Doch zur überraschung der rund 3100 Zuschauer, darunter rund 500 Berliner Fans, hielten die Grizzlies dem Sturmlauf der Gäste stand und konnten im Verlauf des ersten Spielabschnitts den ein oder anderen Nadelstich in Richtung Rob Zepp setzen.
Am Kräfteverhältnis gab es freilich zunächst nichts zu deuten: Der Meisterschaftsfavorit aus der Bundeshauptstadt gab beeindruckend den Ton an und lediglich einer ungewohnt aufmerksamen Wolfsburger Verteidigung und einem bombastisch aufgelegten Oliver Jonas im Tor der Grizzlies war es zu verdanken, dass es nach 20 Minuten lediglich 0:1 für die Gäste hieß.
Liga-Topscorer und Eisbären-Kapitän Steve Walker hatte in der 9.Minute einen Abpraller, etwas glücklich, über die Linie stochern können, während David Danner schon vor dem Puck im Netz "zappelte".
Unter den wenigen, aber gefährlichen, Torchancen der Grizzlies ragte hingegen der Schlagschuss von Robby Sandrock heraus, den der Berliner Goalie nur mit Mühe im Fallen halbwegs stoppen konnte: Zum Leidwesen der Heimfans rutschte der Puck unter den Schonern von Zepp nur bis auf die Linie des Gästetors - nichts war es mit einem glücklichen Ausgleich.

2.Drittel
Und wieder starteten die Gäste rasant durch, nutzten ein Powerplay gleich zu Beginn des Drittels, um den EHC tüchtig auf Trab zu halten. Doch erstes anerkennendes Kopfnicken konnte in Reihen der Grizzlyfans beobachtet werden - ihr Team hielt mit aller Macht dagegen, zeigte eine Defensivleistung vom Allerfeinsten. Das Sahnehäubchen gab´s dann in der 24.Minute, als die Reihe um Kapitän Tim Regan eine fulminante, vor allem von dieser Reihe geprägte, Phase der Grizzlies einläutete...und das gleich mit einem wunderschönen Treffer des Kapitäns höchstpersönlich. Das 1:1 war ein pfeilschneller Konter durch Regan, der den gedankenschnellen Pass von Wietfeldt zum erfolgreichen Sololauf nutzte, Verteidiger und Torhüter ausspielte und per Rückhand vollstreckte.
Die Fans der Gastgeber waren spätestens jetzt, ungewohnt für diese Saison, schwer verliebt in ihren EHC und peitschten ihre Mannschaft begeistert nach vorne.
Berlin blieb zwar im Spiel, doch nun waren es die Grizzlies, die die besseren Einschussmöglichkeiten für sich verbuchen konnten. Ebenso wie die Eisbären im ersten Drittel in Jonas ihren Meister gefunden hatten, verzweifelten nun Regan, Ulmer & Co. am gut aufgelegten Zepp im Gästetor.
Am Ende des Drittels konnten sich nun also die Berliner zu diesem glimpflichen Spielstand gratulieren.

3.Drittel
Nachdem für die Grizzlies gleich zu Beginn Morczinietz den Puck nicht ins leere Tor einschieben konnte, drohte die Partie eine in dieser Saison bereits nur zu bekannte Entwicklung zu nehmen.
Es ist im nachhinein betrachtet schon recht kurios: HSR Looker, der vor gut drei Wochen die Grizzlies bei ihrem Gastspiel in Ingolstadt gnadenlos verpfiffen und am Ende um alle drei Punkte gebracht hatte, soll sich vor der Begegnung bei den Offiziellen des EHC für seine schlechte Leistung entschuldigt haben! Nur hatte er etwas daraus gelernt? Die Antwort gab er spätestens im letzten Spielabschnitt. Mit erneut haarsträubend einseitiger Strafenverteilung (kann, wenn begründet, durchaus korrekt sein!) nahm der amerikanische Schiedsrichterdarsteller erneut die Zügel in die Hand, ließ die Grizzlies von der 6. bis zur 11. Spielminute Dauerunterzahl spielen und riskierte damit einen wiederholten Eklat. Es sind letztlich nicht die Entscheidungen an sich, die den aufmerksamen Fan auf die Palme bringen - es ist die uneinheitliche Bewertung von vergleichbaren Szenen auf beiden Seiten, die Looker immer wieder in den Dunstkreis der Bestechlichkeit zu rücken scheinen. Man kann nur hoffen, dass es sich hierbei um Unfähigkeit handelt...
Aber um ehrlich zu sein: Es machte das, was folgte, noch schmackhafter für die Wolfsburger Fans und umso bitterer für die Gäste.
Die Grizzlies marschierten - egal ob in Gleich-, Unter- oder (man höre und staune) sogar einmal in überzahl und ließen sich von nichts und niemand beirren. Kaum wieder vollzählig drängten die Gastgeber also mächtig auf den Führungstreffer und konnten diesen in der 56.Minute schließlich durch Jason Ulmer erzielen!
Doch auch schon vor dem 2:1, das von einem Verteidigerschlittschuh abgefälscht seinen Weg ins Tor gefunden hatte, feierten die Fans der Grizzlies ihr Team und allen voran Oliver Jonas, der besonders in der kritischen "Looker-Phase" zum Giganten im EHC-Tor mutierte.
Erst in den letzten zwei Spielminuten gelang es den Gästen noch einmal das Heft in die Hand zu nehmen. Gästecoach Jackson nahm dann auch die letzten anderthalb Minuten Zepp für einen sechsten Feldspieler vom Eis, Looker nahm 20 Sekunden vor dem Ende noch einen Grizzly für Nichts vom Eis - es half alles nichts mehr: Das Wolfsburger Team hatte den gerechten Lohn für eine absolut geniale Leistung eingefahren und ließ sich unter frenetischem Jubel und mir Raupe und Welle und allem drum und dran tüchtig hochleben. Die after-game Party konnte beginnen...

Mein subjektiver Eindruck:
Natürlich macht es mehr Spaß gegen derart großen Widerstand alle drei Punkte zu holen - doch auf die einseitige "Leistung" des Unparteiischen hätte ich einmal mehr verzichten können.
Berlin präsentierte sich erwartet stark und so konnte man sich an der Leistung unseres Teams umso mehr berauschen.
Ich sage laut und deutlich: DANKE!
Es ist die Erinnerung an Spiele wie dieses, die einen während der Sommerpause (und unsere wird verdammt lang werden) sehnsuchtsvoll an die neue Saison denken lässt. Vielleicht noch ein Spiel von dieser Sorte und auch ein etwas deprimierter "Sack" wie ich, wird den ersten Testspielen wie ein kleines Kind dem Weihnachtsfest entgegenfiebern. Vielleicht, jedenfalls...

Tor:
Bombe, Granate, Krakenmann usw. - einfach genial.
Oliver Jonas hatte sich neben Höhenleitner ja bereits zum Fliegauf-Schnäppchen der Saison gemausert. Was er im Jahr 2008 bisher gezeigt hat würde ihn sogar als Nationalkeeper empfehlen - doch zum Glück für die Grizzlies hat Jonas dieses Kapitel seiner Karriere offiziell abgeschlossen. Ein Verletzungsrisiko weniger...

Verteidigung:
Wer waren diese Spieler, die da am Sonntag unser Abwehrdrittel zum Sperrgebiet umfunktionierten? Waren da irgendwelche Gast- oder Leihspieler am Werk?
So, wie in diesem Spiel, konnte man unsere Defensivabteilung jedenfalls noch nie bewundern.
Bis auf ein paar Sandrock-Aussetzer, stimmte da fast alles! Besonders Macholda glänzte mit Saisonbestleistung...nicht nur an seinem bisherigen Niveau gemessen.
Zusammen mit Svensson machte er eine klasse Partie und auch das Verteidigerpaar Fibiger-Genze erledigte seine Aufgabe keinen Deut schlechter.
Lediglich das Duo Sandrock-Danner sorgte für den ein oder anderen Wackler, sah aber nun auch nicht wirklich oft schlecht aus.
So eine Leistung hätten wir in dieser Saison öfter gebraucht. Fortin wurde - weiterhin - nicht vermisst.

Sturm:
Morczinietz mit Henrich und Ulmer ein akzeptabler erster Sturm. Viel Pech im Abschluss, aber auch einmal Glück.
Voce betritt das Eis schon beim Einlauf mit der Euphorie einer schlecht verdauten Mahlzeit. Ich bin froh, wenn Tony nächste Saison wieder irgendwo spielen darf, wo´s ihm gefällt.
Nikiforuk bemüht, Wiseman komplett ohne Highlights, konnte sich nicht noch einmal für einen neuen Vertrag empfehlen.
Top-Reihe des Abends: Zurek-Wietfeldt-Regan. Gebt unserem Christoph um Himmels willen endlich einen vernünftigen Vertrag für die nächste Spielzeit - einfach nur geil dieser Wille im Zweikampf, an der Bande und im Backchecking. Während man über unseren Kapitän eigentlich kein Wort mehr verlieren muss (einfach nur granatenstark), darf man Jan Zurek zur neuen Saison beide Daumen drücken. Leider blieb das Wolfsburger Urgestein in seiner ersten vollständigen Saison nach dem Kreuzbandriss deutlich hinter seinen früheren Leistungen zurück, der Aufwärtstrend ist zwar da, blieb aber insgesamt zu schwach.

Fans:
Wunderbar. Besonders klasse fand ich, dass nach der Party noch viele zum Spiel der Jugend blieben und den Derbysieg gegen die Scorpions (14:0) mit unserem Nachwuchs feierten. Zu Trommeln und Gesang bekamen unsere Youngster schon einmal einen Geschmack auf das, was sie erwartet, wenn sie am Puck bleiben...
Ansonsten tat dieser ganze Tag einfach nur gut und war insgesamt Balsam auf die geschundenen Nerven dieser Saison. mb

EHC - Düsseldorf Metro Stars 2:5

  • Geschrieben von Martin
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Auch im vierten Aufeinandertreffen mit den tief in der Krise steckenden Metro Stars aus Düsseldorf gab es am Ende für die Grizzlies nichts zu erben.
Lange Zeit sah es so aus, als könne das Wolfsburger Team die äußerst durchwachsene Vorstellung der Gäste zu einem doppelten oder dreifachen Punktgewinn nutzen. Doch der EHC hatte letztlich zu viele "Passagiere" an Bord, so dass die DEG drei wichtige Punkte im Kampf um die Play-offs aus der Eisarena entführen konnte.

1.Drittel
Ein munteres erstes Drittel bekamen die rund 2100 Zuschauer in der BraWo Eisarena zu sehen. Ganz im Gegenteil zum Geschehen auf den Rängen machten die Wolfsburger auf dem Eis viel Alarm und setzten den Gästen mit beherztem Forechecking und viel Biss tüchtig zu.
Düsseldorf zeigte sich da, ganz im Stile einer Gastmannschaft, wesentlich abwartender und konnte zunächst nur im Powerplay dauerhaft Druck entfalten. ärgerlich, dass es nach einem eigentlich gut überstandenen Unterzahlspiel der Grizzlies in der 9.Minute dann doch noch hinter Chris Rogles zum 0:1 einschlug. Ulmer war gerade 9 Sekunden wieder auf dem Eis, da standen die Wolfsburger Abwehrspieler dem Führungstreffer der DEG hilflos Spalier.
Doch noch blieb es ein sehenswertes Spiel - Wolfsburg hielt wütend dagegen, machte nach einer weiteren Schrecksekunde (Lattentreffer der DEG) mächtig Dampf im Drittel der Gäste und sorgte so für reichlich brenzlige Situationen vor dem Kasten von Jamie Storr.
Mit ihrem gemeinsam herausgespielten Tor zum 1:1 sorgte die Reihe Morczinietz - Ulmer - Henrich dann auch prompt für ein echtes Leckerli zum Hingucken: Im direkten Kurzpassspiel pflügte das Dreigestirn durch das Drittel der Gäste bis Ulmer die Kombination sehenswert zum Ausgleich abschließen konnte (12.Min). Durchaus berechtigte Hoffnung keimte beim Wolfsburger Anhang auf, die auch bis zur ersten Pause nicht weniger werden sollte. Einzig ein gewohnt grausames überzahlspiel der Gastgeber hinterlies erste Sorgenfalten bei einigen Anhängern...

2.Drittel
Die Grizzlies kamen schwungvoll aus den Startlöchern, brachten die DEG ernsthaft in Verlegenheit...und nutzten ihre Chancen nicht.
Wesentlich abgeklärter agierten dagegen die Gäste aus der Altbierstadt, denn ihnen schien der Anschauungsunterricht während der ersten Wolfsburger überzahl gereicht zu haben, um die logischen Konsequenzen daraus zu ziehen. Wie selbstverständlich wartete nun ein Stürmer, in diesem Fall Jamie Wright, an der blauen Linie der Grizzlies, während drei Düsseldorfer auf den Puckverlust der Wolfsburger überzahlformation warteten...mit Erfolg.
Das 1:2 in der 25.Minute wirkte wie ein Sinnbild für das Powerplay der gesamten Saison - peinlich und deprimierend.
Auch wenn die DEG nun Spielanteile zurückgewinnen konnte, blieb der EHC über das gesamte Drittel betrachtet das Team mit den besseren und zahlreicheren Chancen, hatte zudem meist mehr vom Spiel.
Das nächste Tor schossen trotzdem die Gäste: Patrick Reimer konnte in der 33.Minute das 1:3 für seine Farben erzielen - die Partie schien fast gelaufen.
Doch immer noch versuchten einige Wolfsburger Spieler den Spieß herum zu drehen, liefen trotz der Nachlässigkeiten der üblichen Verdächtigen in ihrer Mannschaft dem Rückstand tapfer hinterher.

3.Drittel
Man soll es nicht für möglich halten, doch ein Powerplaytreffer (!) in der 47.Minute brachte die Gastgeber für kurze Zeit wieder in Reichweite eines Punktgewinns. Das positive Momentum dauerte allerdings lediglich zwei Minuten und eine kurze Drangphase der Grizzlies, da hatten Reid und erneut Reimer die DEG uneinholbar per Doppelschlag (49.Min) mit 2:5 in Führung geschossen. Das Spiel verflachte in der Folgezeit recht schnell - die Metro Stars waren sichtbar satt, die Wolfsburger reichlich bedient.
Nach dem Schlusspfiff feierten die Heimfans noch den seine Abschiedstour beginnenden Chris Rogles, der aus Gründen des Respekts den Vorzug vor Oliver Jonas erhalten hatten und dann war das viertletzte Heimspiel dieser weniger erbaulichen Saison auch schon vorbei.

Mein subjektiver Eindruck:
Zu Beginn kämpften wirklich große Teile des Teams um die greifbar nahen Punkte gegen einen alles andere als überragenden Gast aus Düsseldorf. Nach den Nackenschlägen, die man letztlich erneut von der eigenen Abwehr bekam, ließ die Motivation bei einigen Angestellten unseres kleinen Familienbetriebs stark zu wünschen übrig...

Tor:
Chris Rogles mit solider Vorstellung. Nicht überragend, aber mit einer Abwehr vor sich hätte er vermutlich nur ein oder zweimal hinter sich greifen müssen.

Verteidigung:
Müssen wir da wirklich drüber sprechen? Eine OP am offenen Herz ist entspannender, als dieser Trümmertruppe, die sich "Verteidigung" nennt, bei ihren Abwehrversuchen zuzusehen.
Außer Genze und mit Abstrichen Fibiger blieben die Abwehrrecken des EHC allesamt den Nachweis der DEL-Tauglichkeit schuldig!
Danner und Macholda blieben bestenfalls unauffällig und mit kleineren Fehlern noch gerade im Rahmen; Svensson und der nur ein Drittel mitspielende Fortin hingegen waren nahe am Totalausfall.
Was Robby Sandrock betrifft: AAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAHHHHHH!!! Der macht mich irre!!!
Drei von fünf EHC-Strafzeiten, alle Strafen aus der Kategorie unnötig und dumm. Stellungsspiel und übersicht aus dem dunkelsten Gruselkabinett.
Bleibt zu fragen: Was macht Gödtel in Crimmitschau und bekommt er nun einen Vertrag oder nicht? Da ist dann mal die Presse gefragt, denn noch offensichtlicheren Klärungsbedarf sehe ich momentan bei keiner Personalie. Schließlich kann man angesichts der zahlreichen "Ausfälle" in der Abwehr und einem in Crimmitschau zum Leistungsträger reifenden Gödtel schon einmal ins Grübeln kommen...

Sturm:
Morczinietz-Ulmer-Henrich machte zumindest im ersten Drittel viel Spaß, verloren dann aber wie der Rest der Mannschaft Stück für Stück den roten Faden.
Voce einfach zu langsam, Nikiforuk und Wiseman mit hellen Momenten.
Regan und Zurek bemüht, aber ineffektiv.
Wietfeldt kämpft als einer der wenigen um einen Vertrag - und das nicht erst seit ein paar Spielen. Trotzdem eine seiner besten Leistungen, unglaublich viele Puckgewinne durch trickreiches und aggressives Körperspiel an der Bande!
Bartosch wie immer im Rahmen seiner Möglichkeiten vorbildlich.

Fans:
Das "Düsseldorf-Revival" unserer Auswärtsfahrer im ehemaligen Gästeblock bleibt hoffentlich eine einmalige Sache. Auch wenn ich es sehr begrüße, wenn man einfach mal nur so feiert...es hatte eine extrem spaltende Wirkung gegenüber den im Block Zurückbleibenden und irgendwie ging dann auch mit dem Rest der Halle so gut wie nix mehr. Miteinander sieht jedenfalls anders aus und hilfreich für die Zukunft war´s wohl kaum. mb

EHC - Straubing Tigers 7:4

  • Geschrieben von Martin
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Im ersten Spiel nach Bekanntgabe der Vertragsverlängerung von Toni Krinner als Trainer der Grizzly Adams trafen die Wolfsburger auf Tabellennachbar Straubing.
Nachdem nun die Zukunft der Leitungsebene, bis auf den Posten des Co-Trainers, geklärt war, konnten die Profis des EHC sich also bei ihrem neuen und alten Trainer für weitere Aufgaben empfehlen. Um es vorweg zu nehmen: In einer spielerisch eher schwachen Begegnung gelang dies gerade einmal einem Akteur der Gastgeber - diesem dann aber umso eindrucksvoller.

1.Drittel
Beide Teams zeigten sich bemüht offensive Akzente zu setzen, wirkten beim entscheidenden Pass allerdings stets etwas unkoordiniert. So warteten trotz einer mit offenem Visier geführten Partie die Zuschauer bis zur 10.Minute bis einem der Teams der erste Treffer gelingen sollte: Bezeichnenderweise durch einen Alleingang - ohne letztes Zuspiel.
Rückkehrer Chad Wiseman zog unwiderstehlich vor das von Janka gehütete Tor und drückte den Puck aus nächster Nähe zum 1:0 über die Linie. Zu diesem Zeitpunkt hatte es sich je ein Sünder pro Mannschaft auf der Strafbank gemütlich gemacht, so dass der Treffer bei vier gegen vier fiel. Es sollte in diesem Drittel das letzte Mal gewesen sein, dass ein Straubinger einem Wolfsburger in die Kühlbox folgte. Die nächsten drei, äußerst kleinlich gepfiffenen, Strafzeiten gingen an die Gastgeber und so war in erster Linie Unterzahltraining in der Grizzlyhöhle angesagt.
Erst kurz nachdem die letzte dieser Strafzeiten abgelaufen war, gelang es den Tigers doch noch den Ausgleich zu erzielen. David Danner war ganze 9 Sekunden wieder auf dem Eis, da Chad Bassen für die Gäste zum 1:1 Ausgleich. Dass der Treffer eine halbe Minute vor der Drittelpause fiel, machte es für die in Unterzahl vorbildlich agierenden Wolfsburger natürlich doppelt bitter.

2.Drittel
Die Gäste erwischten den besseren Start in dieses Drittel. Nach einem Lattenkracher zum Auftakt, ließ wenig später der erste Sturm der Straubinger Wolfsburgs Hintermannschaft wie eine Schülermannschaft aussehen (Sorry an die Schüler an dieser Stelle). Wie im Training schoben sich McPherson, Meloche und Chouinard im Drittel der Grizzlies gegenseitig den Puck zu, wobei letzterer nur noch einzuschieben brauchte (23.Min). Die Wolfsburger Verteidigung schaute staunend zu...und doch war es ein Verteidiger, der nur zwei Minuten später für neue Hoffnung auf den Rängen sorgte. Robby Sandrock hatte bei 4-3 überzahl ein mächtiges Pfund abgefeuert und bekam den Treffer zum 2:2, obwohl vermutlich Ulmer noch abgefälscht hatte, gutgeschrieben. Der Jubel der Grizzlies war noch in vollem Gange, die Torschützen sollten noch ausgerufen werden, da stand schon wieder ein Wolfsburger Verteidiger im Rampenlicht:
Petr Macholda hatte nur 15 Sekunden nach dem Ausgleich völlig ohne Not den Puck hinter dem eigenen Tor vertändelt und somit das Anspiel von Thomas Wilhelm auf den heranstürmenden Bassen ermöglicht. Das 2:3 ging wie ein Riss durch das ohnehin nicht überzeugende Spiel des Wolfsburger Teams und ließ das Drittel letztlich vor sich hin stottern. Nur wenig sehenswertes bot sich in der Folgezeit den rund 1700 Zuschauern, so dass der Pausenpfiff schließlich doch recht erlösend wirkte.

3.Drittel
Die Mannschaften hatten die Unterbrechung offenbar genutzt, um sich ein wenig zu ordnen.
In der Folgezeit wirkte das Geschehen etwas ansehnlicher und die wirklich guten Chancen auf beiden Seiten begannen sich zu häufen.
Es sollte der große Auftritt von Chad Wiseman folgen, der nach seinem Treffer zum 1:0 nun einen richtigen Lauf entwickelte. Zunächst glänzte er als Assistgeber für Andreas Morczinietz, als er diesem das 3:3 in der 48.Minute wunderbar auflegte.
Nachdem erneut Chouinard nach zwei fragwürdigen Strafzeiten gegen die Gastgeber bei 5 gegen 3 zum 3:4 eingenetzt hatte (51.Min), startete rund drei Minuten später die große überzahl-Show der Grizzly Adams mit dem Hauptdarsteller Wiseman.
Auslöser für die rund fünfeinhalbminütige doppelte(!) Unterzahl der Gäste aus Straubing war ein Ex-Grizzly gewesen. Stephan Wilhelm hatte sich Ende der 53.Minute von allen guten Geistern verlassen gezeigt und ließ den Kapitän der Grizzlies mit einem Kniecheck brutal über die Klinge springen - Regan schied verletzt aus. Die 5 + Spieldauerstrafe gegen Wilhelm wog für die Gäste ungemein schwer, da erstens bereits ein Tiger auf der Strafbank Platz genommen hatte und zweitens der kleine Kader der Straubinger nun in arge Konditionsprobleme geriet. Bei 3 gegen 5 Unterzahl zogen die Gäste ein Folgefoul nach dem anderen und konnten somit lediglich die letzten beiden Spielminuten bei Gleichzahl auf dem Eis bestreiten. Wolfsburg ließ es währenddessen in überzahl ordentlich krachen und belohnte den unbeirrt feiernden Fanblock mit VIER Powerplaytreffern hintereinander!
Dem 4:4 Ausgleich von Jason Ulmer (54.Min), folgten das 5:4 und 6:4 durch Chad Wiseman, der sein Comeback gleich mal mit einem Hattrick einläutete und die Grizzlies uneinholbar auf die Siegerstraße brachte. Als Jesse Fibiger zwei Minuten vor dem Ende noch auf 7:4 erhöhen konnte, war die Party auf den Rängen bereits in vollem Gange.
Insgesamt fand der so zäh verlaufende Abend einen doch äußerst erfreulichen Abschluss und der verbliebene harte Kern der Fans bekam ein bisschen der investierten Energie der vergangenen Spiele zurück.

Mein subjektiver Eindruck:
Da HSR Schütz offenbar die Nominierung zur WM ein wenig zu Kopf gestiegen schien, entwickelte sich ein irgendwie unrhythmisches Spiel. Besonders der erste Spielabschnitt erinnerte mich stark an Damen-Eishockey...ob das im Sinne des Erfinders war?
Zumindest die Gäste zogen relativ schnell die Röcke an und passten sich der Regelauslegung des Referees an - zeigten sich in der Folgezeit also als äußerst zerbrechliche Geschöpfe, die man nicht einfach so herumschubsen darf. Eishockey sieht (oder "sah") jedenfalls anders aus.
Wären Stephan Wilhelm nicht kurz vor Schluss die Gäule durchgegangen, so hätte die Straubinger Jazzdance-Truppe wohl tatsächlich den ein oder anderen Punkt aus Wolfsburg mitnehmen können...
Spaß hätte der Abend aber trotzdem gemacht, da man in den letzten Begegnungen im Fanblock das Feiern ohne Grund wiederentdeckt hat...

Tor:
Olli Jonas leistet weiterhin Großes hinter dieser "Abwehr". Schön, dass wir ihn ein weiteres Jahr bei uns haben werden.

Verteidigung:
Schön, wenn man eine hat.
Fortin als einziger in etwas überdurchschnittlicher Form.
Svensson, Fibiger und Genze spielten eher unauffällig.
Sandrock und Danner bestenfalls akzeptabel.
Macholda stümpert sich weiter durch die Saison und richtet Schaden an. Warum spielt Gödtel in Crimmitschau (wo er mittlerweile äußerst beliebt und erfolgreich ist) und wir müssen uns mitangucken, wie Macholda trotz reichlich Eiszeit eher schlechter als besser wird.
Zum Glück traut sich der frisch verlängerte Krinner endlich solche Leistungen mit der Zuschauerrolle zu belohnen und so durfte sich Macholda die Partie, wie zuletzt Sandrock, von den Bank zu Ende anschauen.
Insgesamt haben wir in der Abwehr eine Riesenbaustelle für die nächste Saison. Von den aktuellen Akteuren haben sich, meiner Meinung nach, lediglich Gödtel und Genze für die kommende Spielzeit empfohlen. Alle anderen sollten ihr Glück in der 2.Liga suchen bzw. für Herrn Macholda sollte man schleunigst einen neuen Verein finden!

Sturm:
Die erste Reihe mit Wiseman, Ulmer und Morczinietz wusste zu gefallen. Könnte ich mir nächste Saison als zweite Reihe gut vorstellen.
Zurek und Voce zeigten sich besser als zuletzt, blieben aber beide ohne Torerfolg.
Bartosch mit viel Einsatz, aber gewohnt ineffektiv.
Der Rest allerdings recht unauffällig, was mich besonders bei Henrich erstaunte.
Der Einbau der drei Rückkehrer und der Ausfall von Höhenleitner brachte die Reihen jedenfalls sichtbar durcheinander.
Trotzdem gelang Chad Wiseman eines seiner stärksten Spiele für die Grizzlies, wobei er besonders durch sein Stellungsspiel zeigte, welch großer Verlust dem Wolfsburger Team in den letzten Wochen entstanden war. Wenn sich dieser Killerinstinkt in den nächsten Spielen bestätigt, muss man ihn auf jeden Fall eine weitere Saison an den Verein binden.

Fans:
Der Fanblock hat weiterhin Spaß - und mehr kann man in dieser Phase der Saison nicht verlangen. Ich find´s einfach geil, dass zumindest der harte Kern der Fans die Freude am Feiern wiederentdeckt hat. Vermutlich musste man erst den Gedanken an die Play-offs begraben, um befreit feiern zu können. Da es kein wirklich ernst zu nehmendes Ziel in dieser Saison mehr gibt, müssen wir auch nicht mehr so ernst sein ;) mb

EHC - Hamburg Freezers 2:5

  • Geschrieben von Martin
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Wenig Erbauliches gab es am Freitagabend für die Fans der Grizzlies zu bestaunen. Durch gewohnt schlechte Chancenverwertung und ebenfalls gewohnt schlechte Defensivarbeit, diesmal die Sturmabteilung miteingeschlossen, sahen die Wolfsburger kaum Land gegen die Gäste aus der Hansestadt. Dem Fanblock war´s ab einem gewissen Punkt der Begegnung egal, so dass die Stimmung (zumindest im Fanblock) in keinem Verhältnis zum Gebotenen auf dem Eis stand.

1.Drittel
Gegen ungewohnt munter aufspielende Freezers hielt sich das Team von Toni Krinner fast das ganze erste Drittel gut im Rennen. Während die Gäste die gefährlicheren Situationen vor Oliver Jonas kreieren können, verbuchten auch die Grizzlies einige Einschussmöglichkeiten im Drittel der Hamburger.
Doch in der 10.Minute büßten die Gastgeber zum ersten Mal für ihr nachlässiges Stellungsspiel, als Brandner völlig unbedrängt von Barta zum 0:1 bedient wurde. Leider blieben die Konterbemühungen der Wolfsburger auch in der Folgezeit genauso erfolglos, wie sich auch das nachlässige Backchecking des gesamten Teams wie ein roter Faden durch die Partie zog.
So war das 0:2 in der 19.Minute ein Abbild des ersten Treffers. Diesmal war Wilford für seine Farben erfolgreich im Slot zur Stelle und keine Minute später nutzten Leask und Fortier (per Nachschuss) die Verwirrung des Heimteams, um einen leichter Treffer zum 0:3 hinterher zu schicken.
Hamburg wirkte bis dahin nicht wirklich drückend überlegen, nutzte die sich bietenden Chancen aber konsequent aus.

2.Drittel
Hamburg entfachte jetzt mehr Druck, wirkte dominanter und versuchte verstärkt das Spiel zu machen. Ein Spielstil mit dem die Grizzlies normalerweise besser zurecht kommen - doch an diesem Abend hatten sie nur wenig entgegen zu setzen.
Folgerichtig fiel in der 30.Minute das 0:4 für die Freezers von einem Stellungsfehler der Grizzlies begünstigt - das Spiel war gelaufen. Zu wenig kam von Seiten der Wolfsburger, als dass sich noch berechtigte Hoffnung im Rund hätte breit machen können.
Allein Jonas verhinderte ein absolutes Debakel der Gastgeber.

3.Drittel
Blitzstart der Grizzlies. Kaum eine halbe Minute stand auf der Uhr, da hatte der einzig herausragende Akteur unter den EHC-Feldspielern sein hochverdientes Tor zum 1:4 erzielt. Andy Morczinietz krönte seine erneut hervorragende Leistung mit dem Ehrentreffer für die Gastgeber.
Immerhin: Das letzte Drittel gehörte allein dem EHC. Die Gäste aus Hamburg beschränkten sich auf Ergebnisverwaltung, kassierten in der 56.Minute noch das 2:4 durch Henrich, gerieten aber nicht ernsthaft in Gefahr auch nur einen Punkt einzubüßen. Leider, denn die Vorstellung der Hansestädter war alles andere als überragend, wirkte immer wieder wackelig und unsicher...doch gegen die Teilzeitarbeiter aus Wolfsburg reichte es am Ende zu einem lockeren Sieg.
Dass 13 Sekunden vor dem Ende Sarno das 2:5 im Powerplay gelang, ärgerte dann in erster Linie (deutlich sichtbar) Grizzlygoalie Jonas, der entrüstet seine Kelle gegen das Gehäuse donnerte. Man konnte sich des Eindrucks nicht erwehren, dass er lieber auf etwas / jemand anderes eingeschlagen hätte...

Mein subjektiver Eindruck:
Erst als die Gäste einen Gang rausnahmen und der Fanblock sich selbst feierte, kamen die Grizzlies ein wenig aus der Reserve. Gegen die keineswegs überragenden Freezers hätte eine gewohnt engagierte Leistung vermutlich für den einen oder anderen Punkt gereicht. Den Tiefschlaf am Ende des ersten Drittels kann man in dieser Liga aber einfach nicht bringen - da macht das Weiterspielen und Weiterkämpfen natürlich keinen Spaß mehr...
Ich hoffe, dass dieses Team die Saison ordentlich zu Ende bringt. Dieses Spiel war dafür jedenfalls kein Maßstab.

Tor:
Jonas bleibt ein Grund zur Freude. Erneut starke Vorstellung ohne nennenswerte Hilfe seiner Vorderleute.

Verteidigung:
Genze und Svensson mit solider und unauffälliger Leistung. Danner im letzten Drittel ebenfalls akzeptabel, als er für Robby Sandrock neben dem etwas angeschlagen in die Partie gegangenen Fibiger spielen durfte.
Fortin wirkte etwas lustlos, leistete sich einige laxe Kabinettstückchen (inklusive 360 Grad-Kringel ums eigene Tor), hatte aber auch lichte Momente.
Macholda bleibt weiterhin blass und unsicher, liefert einfach keine Gründe, warum man den Vertrag mit ihm nicht auflösen sollte.
über Robby Sandrock braucht man eigentlich kaum noch Worte zu verlieren...durfte zwei Gegentore mitverschulden bis er ENDLICH ein Drittel auf der Bank verbrachte. Meiner Meinung nach hätte man ihn bereits vor einigen Wochen durch Gödtel ersetzten können/müssen. Damit wären wir auch beim einzigen taktischen Kritikpunkt, den ich zu diesem Spiel (und auch Teilen der Saison) äußern muss: Viel zu lange hat man vermeintliche Leistungsträger ihre mangelnden Fähigkeiten unter Beweis stellen lassen! Macholda hätte die Saison in Crimmitschau und Sandrock letztere in Block 7 verbringen sollen. Mal davon abgesehen, dass man für Sandrock unter Garantie einen (dankbaren) Abnehmer in der 2.Liga gefunden hätte...

Sturm:
Nur die erste Reihe war durchgängig in der Lage den Gästen Paroli zu bieten. Besonders Morczinietz und mit Abstrichen auch Henrich konnten Akzente im Angriff setzen, bilden seit einigen Spielen die einzig wirklich gefährliche Reihe - sei es mit Ulmer oder mit dem stets bemühten Nikiforuk. Letztgenannter lässt es wahrlich nicht an Einsatzwillen mangeln, prallt aber aufgrund seines bekannten Mankos ständig von den Gegenspielern ab bzw. kann sich im eins gegen eins kaum durchsetzen. Schade eigentlich.
Voce mit einigen guten Szenen, ansonsten war vom Wolfsburger Sturm nicht viel zu sehen...leider auch im Bereich der Defensivarbeit, was vermutlich letztlich den Ausschlag für den Verlauf dieser Begegnung gab.

Fans:
Na ja...geht doch. Die ganze Halle wird diese Saison wohl kaum noch zum Feiern zu bewegen sein, aber so wie bei diesem Spiel kann man der Sache doch noch was Positives abgewinnen.
Wir müssen schließlich schon für den nächsten Saisonauftakt üben. Ob das Team uns noch viel Grund zum Feiern geben, wage ich zu bezweifeln - also sollten wir das wohl besser selber in die Hand nehmen. mb

EHC - Sinupret Ice Tigers 1:2

  • Geschrieben von Martin
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Das Duell mit den IceTigers war, wie auch das erste Aufeinandertreffen in der Eisarena, von recht hohem Unterhaltungswert geprägt. Neben einigen, teilweise unerfreulichen, Kuriositäten, wurde den Zuschauern eine von beiden Seiten äußerst engagiert geführte Begegnung geboten. Während die Gäste aus Nürnberg gewohnt stark in der Offensive auftraten, überraschte das Wolfsburger Team mit einer ungewöhnlich guten Abwehrleistung - gestützt von einem mittlerweile auf konstant hohem Niveau agierenden Oliver Jonas im Tor.

1.Drittel
Der Auftakt gestaltete sich von beiden Teams recht angriffslustig, Wolfsburg konnte mit Morczinietz´ Alleingang sogar die erste Großchance der Partie für sich verzeichnen.
Das erste Kuriosum sorgte allerdings bereits in der 3.Spielminute für eine längere Unterbrechung: HSR Oswald war im falschen Moment am falschen Ort, geriet so in einen Pulk von Spielern, die um den Puck kämpften. Mit der Folge, dass er von Sascha Genze über die Bande gecheckt wurde und zunächst verletzt auf der Wolfsburger Spielerbank, dann in der Kabine Platz nehmen musste. Nach ca. zehnminütiger Unterbrechung ging´s dann für den Referee doch noch weiter und er kehrte unter anerkennendem Applaus auf die Spielfläche zurück.
Nach einer weiteren Chance für die Grizzlies (Henrich im Alleingang - wie gewohnt) war es dann allerdings vorbei mit den Wolfsburger Angriffsbemühungen. Ab der 6.Spielminute erspielten sich fast ausschließlich die Gäste eine gute Torchance nach der anderen und trugen dabei deutlich ihre individuelle Klasse im Sturm zur Schau. Doch Wolfsburg hielt das 0:0 mit einer soliden Abwehrleistung, einigem an Glück und einem Oliver Jonas in Galaform.
So konnten die Gastgeber ab der 16.Minute ihrerseits ein wenig die Schussbilanz des ersten Drittels korrigieren, als zwei Nürnberger und nur ein Grizzly auf der Strafbank Platz genommen hatten.
Doch während und nach dem gewohnt dürftigen überzahlspiel nutzten die Wolfsburger ihre sich nun bietenden Chancen nicht und bekamen es von den Gästen vielmehr beeindruckend vorgemacht, wie man eine überzahl zu nutzen hat.
Als Kapitän Regan wegen einer fragwürdigen Strafe eine Minute vor Drittelende in die Kühlbox musste, klingelte es prompt im ersten Powerplay der Gäste.
Verteidiger Laflamme hatte zum 0:1 für die IceTigers getroffen und somit den Zwischenstand zur ersten Drittelpause hergestellt. Zu diesem Zeitpunkt war Wolfsburgs Sportdirektor schon wesentlich länger in den Katakomben verschwunden - nicht, um eine Pausenansprache vorzubereiten, sondern weil ihn während des laufenden Drittels ein Befreiungsschlag der Wolfsburger Abwehr am Kopf getroffen hatte und er mit sechs Stichen genäht werden musste.
Aber auch er kehrte, allerdings erst im zweiten Drittel, an die Spielfläche zurück.

2.Drittel
Zwar bot der Mittelabschnitt dann weniger Außergewöhnliches, doch das Spiel selber blieb abwechslungsreich und spannend. Allein die beiden glänzend aufgelegten Torleute verhinderten ein Torfestival und gaben dem Ganzen, wie später auch Nürnbergs Coach Laporte bemerkte, einen Hauch von Play-offs.
Trotz eines Strafenübergewichts in Richtung Grizzlies hielten diese die Begegnung weiterhin mit viel Herzblut auch in Unterzahl offen, während der Nürnberger Angriff weiterhin sein Bestes gab - und das war nicht zu unterschätzen.
Gut unterhalten und doch noch recht optimistisch gingen Spieler und Fans schließlich in die zweite Pause, um im letzten Abschnitt vielleicht doch noch eine kleine überraschung zu erleben. Allein die etwas laxe Art von HSR Oswald mit offenkundigen Regelwidrigkeiten der Gäste umzugehen sorgte bis dahin bei den Heimfans für etwas Verdruss - es sollte leider nicht besser werden...

3.Drittel
Die Grizzlies übernahmen nun, sehr zur Freude der Zuschauer, das Zepter auf dem Eis und erarbeiteten sich tatsächlich ein übergewicht an Chancen in diesem Drittel.
Eine dieser Chancen nutzte in der 44.Minute dann auch Michael Henrich zum durchaus verdienten 1:1 Ausgleich, als er ein schönes Zuspiel von Morczinietz hinter Kotschnew versenken konnte.
Endlich kam so etwas wie Stimmung in der Arena auf und es schien sogar noch mehr für die Grizzlies drin zu liegen, als dieser eine Punkt und eine Verlängerung.
Während beide Teams in der Folgezeit noch einmal erfolglos überzahl spielen durften, spiegelte dies kaum eine korrekte Würdigung der Ereignisse auf dem Eis wieder. Wie schon zuletzt gesehen, musste sich der Gast aus den oberen Tabellenregionen kaum Sorgen über Konsequenzen für überharte oder allgemein regelwidrige Aktionen machen - das Team aus dem Tabellenniemandsland hatte hingegen alle engen Entscheidungen gegen sich. Wenn dies der Trend der kommenden Wochen sein sollte, so kann man sich den Gang in die Eisarena eigentlich sparen, da es wohl vermehrt zu knappen Spielen kommen wird...leider nur noch einmal gegen ein anderes Team (Straubing), das ebenfalls keine ernsthaften Konsequenzen aus einer Fehlentscheidung zu befürchten hätte.
Genau solch eine mutlose Fehlentscheidung kostete die Grizzlies an diesem Abend dann auch den einen, absolut verdienten Punkt. Dem 1:2 durch Spylo in der 55.Spielminute war eine eigentlich sehr deutliche Abseitssituation vorausgegangen, aber HSR und Linesmen wollten entweder zeitig heim (gab ja bereits eine Verzögerung) oder trauten sich einfach nicht diese, in ihren Augen wohl knappe, Entscheidung zu Ungunsten des Titelanwärters zu treffen. Während die Tribüne sich noch lauthals (was leider bis dahin sehr selten der Fall war) über die Fehlentscheidung beschwerte, fiel auch schon der alles entscheidende Treffer für die IceTigers.
Zwar bot sich dem Team des EHC ab Ende der 57.Minute noch eine überzahlgelegenheit, doch auch diese verstrich erfolglos - genau wie das Herausnehmen des Goalies kurz vor dem Ende.
Trotz Niederlage erntete das Team von Coach Krinner erstaunlich viel Applaus und besonders Oliver Jonas durfte sich über die lautstarke Anerkennung der Zuschauer freuen.

Mein subjektiver Eindruck:
Ich bin äußerst positiv überrascht von unserer geschrumpften Truppe. Zwar fehlten lediglich Stürmer, doch auch hier bedarf es einer zusätzlichen Energieleistung gegen eine derart engagiert und spielerisch überlegene Truppe wie die der IceTigers.
Die Moral dieses Teams stellt bisher kaum ein Problem dar - ganz wenige Spieler vielleicht mal ausgenommen. Das überzahlspiel hingegen erreicht mittlerweile Dimensionen, die man kaum für möglich halten würde. Die Spieler, besonders die Blueliner, sind derart hypernervös, dass man fast schon froh ist, wenn´s vorbei ist oder ein Grizzly ebenfalls auf die Strafbank darf.
Schade, dass die Schiedsrichter mehr und mehr sämtliche Entscheidungen gegen den Kandidaten für die "Goldene Ananas" fällen, um ja keinem potentiellen Titelanwärter in die Suppe zu spucken. Vermutlich möchten die Herren alle noch mal in den Play-offs ran und da darf man sich ja keine Beschwerden der Beteiligten einhandeln...
Falls es doch Unvermögen sein sollte, kann man eigentlich nur resümieren: Für VIP-Lounges, Videowürfel, Zuschauerkapazität, Torkameras und weiß der Geier was noch gibt es nicht nur Vorschriften, sondern auch finanzielle Mittel - nur für Schiedsrichter bzw. deren Schulung wohl nicht (Kontaktlinsen wären im Einzelfall vielleicht auch noch drin...).

Tor:
Oliver Jonas mit Saisonbestleistung auf äußerst hohem Niveau. Der Rückhalt seitens Trainer und Management zahlt sich aus. Selbst bei einer schwächeren Vorstellung sollte man ihn weiterspielen lassen, da wir sein Selbstbewusstsein für die kommende Saison als Nr.1 brauchen werden.

Verteidigung:
Kompaktes Auftreten ohne größere Ausreißer. Macholda mit Saisonbestleistung auf mittlerem Niveau - immerhin etwas.
Positiv herausheben kann man natürlich mal wieder Sascha Genze, der nicht nur zum wiederholtem Male mit einem spektakulären Hüftcheck die Fans zu begeistern wusste, sondern jedem der Wackelkandidaten neben ihm zu zusätzlicher Sicherheit verhilft. Gar nicht so einfach wenn es z.B. mit einem Sandrock aufs Eis geht, der Stellungsspiel wohl nur aus dem Schlafzimmer kennt.

Sturm:
über den Einsatz von Nikiforuk zwischen Morczinietz und Henrich kann man sicher streiten. Festzuhalten bleibt, dass diese Reihe eher durch Henrich-Alleingänge glänzte, denn durch geniales Zusammenspiel. Ob Hurtaj, der mit Kosick und Voce auflief, in der ersten Reihe besser funktionieren würde, bleibt fürs Erste unbekannt.
Insgesamt waren die drei Reihen mehr mit defensiven Aufgaben gegen den Ausnahmesturm der Gäste beschäftigt, als vor dem Kasten von Kotschnew zu glänzen. Wolfsburgs bisher gefährlichste Reihe mit dem trotz Nasenbeinbruch spielenden Höhenleitner zeigte leider keine Rückkehr zu alter Gefährlichkeit.

Fans:
Es bleibt eher still in der Arena. Wenig Zuschauer, wenig Tore, wenig Siege...und leider auch bedenklich wenig Protest gegen teilweise haarsträubende Benachteiligungen seitens der Schiedsrichter in den letzten beiden Heimpartien. So sehen die Spielleiter sich nach strittigen Entscheidungen natürlich nicht einmal zur Wiedergutmachung aus Selbstzweifel gezwungen - den Wolfsburgern ist´s ja nicht so ernst mit der ganzen Sache. Schade! mb

EHC - Adler Mannheim 2:3nP

  • Geschrieben von Martin
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Erst im vierten und letzten Aufeinandertreffen zwischen Meister und Aufsteiger konnte der Favorit aus Mannheim sich, mehr schlecht als recht, den ersten Erfolg sichern.
Vor der doch sehr mageren Kulisse von 2000 Zuschauern wusste allerdings eher der Aufsteiger aus Wolfsburg zu begeistern, der am Ende an der eigenen Chancenverwertung und einem katastrophal aufgelegten Hauptschiedsrichter scheiterte. Auf Seiten der Adler zeigte mit Ausnahme von Torhüter Adam Hauser keiner der Akteure eine eines Meisters würdige Leistung.
Außer der Punkteverteilung (diesmal 1 zu 2) gab es somit nicht viel Neues im Duell der doch so unterschiedlichen Clubs zu bewundern.

1.Drittel
Der Beginn der Partie gestaltete sich für die anwesenden Fans beider Teams durchaus unterhaltsam. Sowohl Gäste als auch Gastgeber zeigten sich kämpferisch und im Spielaufbau bemüht und erspielten sich ihre Chancen.
Ausgerechnet ein Tor für die Adler ließ dann aber ab der 8.Spielminute die Partie in Richtung Wolfsburg kippen - leider nur die Spielanteile betreffend.
Martinec hatte nach einem unsauber wirkenden Zweikampf hinter dem Wolfsburger Tor seinen Gegenspieler abschütteln können und so völlig unbewacht zur 0:1 Führung der Gäste einnetzen können. Wirkte diese Führung schon ein wenig glücklich, so forderten die Mannheimer mit geradezu aufreizend lockerer Einstellung das Glück ab diesem Zeitpunkt in einer Tour heraus.
In der Folgezeit entwickelte sich ein Spiel, das in erster Linie Richtung Mannheimer Tor ging und nur von teilweise alibihaft wirkenden Angriffen der Mannheimer unterbrochen wurde. Doch es sollte kein glücklicher Abend für den EHC werden. Allein im ersten Drittel vergaben die Wolfsburger ein halbes Dutzend hochkarätiger Einschussmöglichkeiten - allen voran Henrich und Morczinietz, die den überheblich auftretenden Gästen bis zum Ende der Partie ein ums andere Mal davoneilten und allein auf Hauser zufuhren. Leider war die Endstation dieser Ausflüge stets eben jener Hauser, der die Nachlässigkeiten seiner Vorderleute im ersten Drittel allesamt ausbügeln konnte.
Mit einem für den Meister extrem schmeichelhaften 0:1 ging es zum ersten Mal in die Pause.

2.Drittel
Ein seltsamer Mittelabschnitt erwartete die zu diesem Zeitpunkt wohl schon leicht genervten Anhänger der Grizzlies. Während die Gastgeber weiterhin aufopferungsvoll auf den Ausgleich drängten, schien das die Adler wenig zu stören. Sie spielten weiterhin träge und überheblich ihren Stiefel herunter und boten den Zuschauern nur wenig sehenswerte Aktionen. Im Gegenteil: Unter Vermeidung von allzu viel Arbeit nahmen die Mannheimer "Raketen" vermehrt unerlaubte, aber bequeme Fouls zur Hilfe und sollten damit zu allem überfluss die richtige Strategie für diesen Abend gefunden haben!
Denn nicht das gewohnt schwache überzahlspiel der Grizzlies verhinderte ein Kippen des Spiels, sondern das konsequente Nichtaussprechen jeglicher Strafe gegen die Adler. Das ging soweit, dass die Mannheimer Spieler schon fast offenkundig den Verwirrungszustand des Offiziellen nutzten, um diesen in seiner Entscheidungsschwäche geradezu vorzuführen.
über Ellenbogencheck mitten ins Gesicht über Beinstellen abseits des Geschehens bis hin zum Torverschieben in brenzliger Situation war alles vorhanden, was das Leben eines bewegungsunwilligen Spielers so erleichtern kann - HSR Jablukov fand´s offenbar dufte, dass junge Männer so ökonomisch mit ihren Kräften umgehen und unterstützte diese Bestrebungen so gut er konnte.
Trotzdem hatten in diesem doch etwas zerfahrenen Drittel wiederum die Grizzlies die besseren Chancen, konnten diese allerdings erneut nicht in Zählbares verwandeln. Allein Michael Henrich hätte die Gastgeber in Führung schießen können, doch beide Alleingänge endeten an den Schonern von Adam Hauser.
Langsam machte sich Verzweiflung in den Reihen der Wolfsburger breit - wie vernagelt wirkte der Kasten des Gästekeepers.
Mit einem immer unerträglicher werdenden 0:1 ging es auch in die zweite Unterbrechung.

3.Drittel
Die Gäste aus Mannheim setzten dem Referee nun endgültig die Narrenkappe auf und leisteten sich ein schon fast komödiantisches Schmankerl mit dem Spielleiter aus der Bundeshauptstadt:
Nicht nur, dass sie in der Anfangsphase des dritten Drittels kurzfristig und natürlich ungestraft zu sechst auf dem Eis agieren durften! Wie um den HSR herauszufordern fuhr der überzählige Spieler auf die Bank und stoppte auf der Spielerbank sitzend mit seinem Schläger den Puck durch die geöffnete Tür für seine Mitspieler - direkt neben dem völlig überfordert wirkenden Jablukov, der das Spiel prompt unterbrach...um anschließend ohne Strafe weiterspielen zu lassen. Der Zorn des Wolfsburger Publikums und die Lacher auf Seiten des Mannheimer Teams waren ihm zu diesem Zeitpunkt nicht mehr zu nehmen.
Doch die exotische Vorstellung des Spielleiters war nicht das einzig Bemerkenswerte. Der Wille der Grizzlies blieb auch angesichts der niederschmetternden Kombination aus Abschlusspech und Schiriunvermögen ungebrochen - bewundernswert, wenn es in der Tabelle doch eigentlich nur noch um die goldene Ananas geht.
Nach rund 46 gespielten Minuten war es dann doch soweit: Andreas Morczinietz markierte mit seinem zweiten Treffer im dritten Spiel den längst überfälligen Ausgleich zum 1:1.
Doch das Spiel nahm, trotz Aufbruchstimmung auf den Rängen und auf dem Eis, keine abrupte Wendung. Hauser blieb seinem konzentrierten Spiel treu, die Mannheimer Feldspieler unternahmen ebenfalls nichts überraschendes...es reichte noch für elf weitere Spielminuten. Erst dann schaffte es Michael Henrich im wer-weiß-wievielten Versuch Adam Hauser zum ersten Mal zu überwinden. Mit dem 2:1 schien die Partie zweieinhalb Minuten vor Schluss doch noch ein leistungsgerechtes Endergebnis zu finden, doch es blieb leider nicht dabei.
Nur eine Minute später standen die Adler mit sechs Feldspielern zum Bully im Grizzlydrittel bereit und versenkten den Puck mit viel Glück im Gewühl irgendwie zum 2:2 hinter Jonas.
Die Ungerechtigkeit nahm weiter ihren Lauf.

Verlängerung
Das Spiel und sein Leiter wollten einfach keine normalen Formen annehmen. Sowohl das fast unverschämte Gedaddel der Gäste, als auch die Nichtahndung von wiederholten Foulspielen der Adler setzten sich unverändert in der Overtime fort...man wollte eigentlich nur noch heim.

Penaltyschießen
Nur Ullmann trifft für die Gäste und fügt dem einen unverdienten Punkt noch einen weiteren hinzu. Während der Vorbereitung zum Shootout machte im Fanblock die Vermutung die Runde, dass für die Adler Jablukov und seine beiden Linesmen antreten werden, die den Puck dann meterweit am Tor vorbeischießen und trotzdem auf Tor entscheiden...einen Unterschied zur "regulären" Vorstellung hätte es jedenfalls kaum noch gemacht.

Mein subjektiver Eindruck:
Stellt SAP in Berlin eigentlich gerade verstärkt ein? ätzend.
Die Chancenverwertung war mal wieder grottig hoch zehn, aber den Willen des Teams muss man einfach anerkennen. Wenn man so viele Möglichkeiten auslässt bzw. gegen einen derart gut aufgelegten Torhüter spielt, dann wird eine konsequente Fehlleistung des Referees leider spielentscheidend. Ich wünsche mir sicherlich auch ein Team, dass selbst solch eine Begegnung locker gewinnen kann (Mannheim war schon aufreizend lahm unterwegs), doch mit unserem diesjährigen Team kann man solche Beeinflussungen seitens des "Unparteiischen" leider nicht oder nur schwer kompensieren. Der späte Ausgleich führte den Ausspruch "Glück des Tüchtigen" auf jeden Fall ad absurdum.

Tor:
Jonas fehlerfrei. Einmal durch Stellungsfehler bzw. Foul am Verteidiger chancenlos. Beim abgefälschten Treffer aus dem Gewühl ebenfalls. Ansonsten vom laschen Sturm der Adler nicht allzu oft ernsthaft geprüft.

Verteidigung:
Fortin und Svensson mit solider Leistung. Fortin war sichtlich um kreatives Aufbauspiel bemüht, mischte gute Pässe mit misslungenen Aktionen.
Fibiger und Genze ebenfalls recht solide, spielten unauffällig.
Sandrock etwas stabiler als zuletzt, trifft aber immer noch Entscheidungen, die jeder Abwehrgrundregel widersprechen. Bei Zwei auf eins stürmt er dem Puckführenden Gegner entgegen und wird überspielt - grandios haarsträubend.
Macholda meckert nach Martinecs vermeintlichem Foul anstatt vorm Tor noch das Schlimmste zu verhindern, spielt weiterhin einfach nur schlecht. Muss vermutlich auf Teufel komm raus Eiszeit bekommen, um nicht als Fehleinkauf zu gelten...wunderbar und mittlerweile wohl auch schon sch***egal. Wenn Gödtels Vertrag tatsächlich verlängert wird, dann erwarte ich Herrn Macholda bei anhaltender "Leistung" nächstes Jahr in Crimmitschau - wo eigentlich schon die gesamte abgelaufene Saison hingehörte.

Sturm:
Die Reihe Morczinietz-Ulmer-Henrich konnte vor allem mit Tempogegenstößen enorm viele Glanzlichter setzen. Allein ein Vollstrecker fehlte in dieser Reihe mehr als deutlich.
Kosick riss mit Nikiforuk und Voce keine Bäume aus. Dank eines weiterhin gehemmt wirkenden Voce fehlte der Reihe jegliche physische Durchsetzungskraft.
Wietfeldt machte mit Höhenleitner noch keine wirklich nennenswerten "Beziehungsfortschritte", Zurek war zwischen den beiden nicht wirklich zu beneiden. Besonders Höhenleitner spielt weiterhin viel zu eigensinnig und -nützig.
Bartosch ohne Eiszeit. Hurtaj ohne Eiszeit - wer es sich leisten kann...okay.

Fans:
Die Anzahl der Spieler, denen die Fans nicht am Arsch vorbeigehen, ist einfach zu gering. Egal wie willensstark sich dieses Team präsentiert, ohne gegenseitig offen zur Schau getragene Wertschätzung zwischen Mannschaft und Fans kann in Wolfsburg nichts Größeres wachsen - das ist AUCH ein Teil Professionalität, dass man dem Publikum nicht den Eindruck vermittelt unbedeutend zu sein. Einfach mal drüber nachdenken, liebe Entscheidungsträger! Das kennen wir hier in Wolfsburg auch anders! Bis dahin wird´s in der Eisarena wohl nur selten zu bedingungslosem Support trotz unterdurchschnittlicher Leistungen kommen, genauso wenig wie mit konstant strömenden Zuschauermassen zu rechnen ist. mb

EHC - Ingolstadt Panther 3:2nP

  • Geschrieben von Martin
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Wiedergutmachung teilweise gelungen - so könnte man den gestrigen Abend wohl treffend umschreiben.
Teilweise, da fast das gesamte Team weiterhin etwas gehemmt wirkte. Diesmal schien dieser Umstand allerdings kaum auf mangelnde Motivation, sondern auf hausgemachte Verunsicherung zurückzuführen zu sein. Trotzdem reichte es am Ende für einen halbwegs versöhnlichen Sieg nach Penalties gegen die, allerdings recht dezimiert angetretenen, Panther aus Ingolstadt.

1.Drittel
Die Gäste aus Bayern präsentierten sich in den ersten zehn Minuten der Begegnung als idealer Aufbaugegner, ließen die Grizzlies schalten und walten und holten sich auch prompt zwei Gegentreffer ab.
Gegen den zunächst unsicher wirkenden Waite im Kasten der Panther und seine noch wackeliger daherkommende Abwehr gelang den Gastgebern bereits in der 4.Minute das 1:0 durch Jason Ulmer. Einen Schuss von Neuzugang Morczinietz hatte Waite ungeschickt durch die Mitte prallen lassen und Ulmer netzte lässig ein. Auch in der Folgezeit war keine Besserung auf Ingolstädter Seite zu beobachten und so nahm der Druck auf die Gäste beständig zu.
Als die Wolfsburger, die mit knapp über 14 Prozent liegender Erfolgsquote weiterhin das schlechteste Powerplay der Liga stellen, sogar im zweiten Anlauf einen überzahltreffer markierten, schien die Partie einen versöhnlichen Verlauf zu nehmen.
Jesse Fibiger hatte Ende der 9.Spielminute einfach einmal von der blauen Linie draufgehalten, sein Schuss wurde glücklich und unhaltbar zum 2:0 abgefälscht. Ein Beleg für die alte Eishockeyweisheit "Wer nicht schießt, kann auch keine Tore erzielen", die sich das Wolfsburger Powerplay auch in Zukunft zu Herzen nehmen sollte. Doch dann geschah etwas Seltsames:
Nur eine Minute später musste Yannic Seidenberg nach einem Bandencheck gegen Nikiforuk mit 5 Min. + Spieldauer zum vorzeitigen Duschen in die Kabine. Das schien allerdings der Weckruf für die bis dahin träge und verwirrt auftretenden Ingolstädter zu sein. Plötzlich brannten die Gäste vor Leidenschaft, wehrten während der folgenden fünf Minuten Dauerunterzahl fast jegliche Gefahr schon an der eigenen blauen Linie ab und kauften den Grizzlies somit den Schneid ab.
Eine folgende Unterzahl überstanden die Gastgeber jedoch wiederum überraschend locker, so dass man ohne klare Tendenz zum ersten Mal in die Kabinen ging - obwohl die Grizzlies noch mit 2:0 führten...

2.Drittel
Zur Freude der rund 2000 Zuschauer meldete sich der EHC umgehend als dominierende Kraft auf dem Eis zurück. Da die Gäste neben Seidenberg nun auch noch verletzungsbedingt auf Hinterstocker verzichten mussten, konnten diese mit 14 Feldspielern allerdings keine drei kompletten Blöcke mehr aufstellen.
Dieser personelle Vorteil schien zunächst auch aufzugehen, denn besonders die Reihe um Kapitän Regan machte mächtig Alarm vor dem Gehäuse der Bayern.
Ein Tor gelang allerdings nur dem neben Bellissimo auffälligsten Spieler in Reihen der Panther. Felix Schütz war es, der in der 27.Minute einen missglückten Aufbaupass von Gödtel abfing und Jonas zum 2:1 Anschluss durch die Schoner schob. Mitten hinein in die Dominanz der Hausherren...
Die folgende Verunsicherung nutzten die Gäste, um das Spiel wieder offener zu gestalten und so bekamen die Fans in der Folgezeit eine ausgeglichene Begegnung zu sehen.
Nicht zuletzt die überzeugende Goalieleistung auf beiden Seiten sorgte dafür, dass es mit unverändertem Spielstand in die Pause ging. Die Tatsache, dass Jimmy Waite des öfteren einen Schoner unter dem eigenen Pfosten hatte (für den Fall der Fälle) und auch Gebrauch von dieser Option machte, hätte allerdings gerne einmal von HSR van Gameren geahndet werden dürfen.

3.Drittel
Wolfsburger startete erneut gut ins Drittel, ließ die Panther erst gar nicht zur Entfaltung kommen und erspielte sich nun zahlreiche Chancen - die wiederum ungenutzt blieben.
Für den ersten richtigen Lacher des Abends sorgte allerdings kein Spieler, sondern Referee van Gameren, der im letzten Spielabschnitt mehr und mehr neben sich zu stehen schien.
Christoph Höhenleitner durfte, nachdem er von Waginger gehakt wurde, zusammen mit diesem auf die Strafbank wegen "unsportlichem Verhalten" bzw. "Schwalbe". Schade bloß, dass der Wolfsburger Stürmer nicht gefallen war und unbeirrt weitergespielt hatte! Vielleicht sah das kurze Straucheln nach dem Haken ja "unsportlich" aus...unfassbarer Schwachsinn diese Entscheidung.
Das Drittel blieb trotzdem in Grizzlyhand. Den zahlreichen Chancen, vor allem durch Höhenleitner und Voce, hatten die Panther lediglich vereinzelte Möglichkeiten entgegenzusetzen.
Leider waren es wiederum die Gäste, die dann mit einer Einzelaktion den Ausgleich erzielen konnten. Bellissimo konnte per Konter in der 55.Minute, zu diesem Zeitpunkt durchaus unverdient, das 2:2 markieren, überlief dabei mit Sascha Genze den Wolfsburger Mr.Zuverlässig. Leichte Resignation machte sich im weiten Rund breit - die Gästefankurve natürlich ausgenommen.
Schließlich sollte die Verlängerung für die Entscheidung sorgen...

Verlängerung
...tat es aber nicht.
Obwohl sich Rückkehrer Macholda eine äußerst überflüssige Strafzeit leistete und die Grizzlies noch sichtbar am frustrierenden Ausgleich zu knabbern hatten, konnten die Wolfsburger sich ins Penaltyschießen retten.

Penaltyschießen
Regan und Nikiforuk machten den verdienten zweiten Punkt im Shootout klar. Auf Seiten der Gäste zeigte lediglich Routinier Bellissimo die nötige Kaltschnäuzigkeit gegen den mittlerweile sichtlich unter Schmerzen spielenden Jonas im Grizzlytor.

Mein subjektiver Eindruck:
Da hatten aber einige im Team Gummi in den Beinen! Kein Wunder nach der letzten Vorstellung.
Nachdem man sich gegen Duisburg selber in die Pfanne gehauen hatte, fiel es einigen sehr schwer die Nerven zu behalten. Zum Glück hatten sich aber vor allem die gescholtenen "Leistungsträger" einigermaßen unter Kontrolle und achteten verstärkt auf ihre defensive Verantwortung. Wirklich gut anzusehen war die Begegnung zwar nur hin und wieder, doch das sind wir ja bereits gewohnt. Zu hilflos agiert unsere Truppe, wenn man ihr die ganze Spielgestaltung aufbürdet. Wären die Panther nicht so vogelwild in die Partie gestartet, dann wäre die Begegnung vermutlich zur Katastrophe mutiert. Was soll´s. Am Sonntag kommt mit Mannheim ja unser Lieblingsgegner...

Tor:
Jonas mit guter Partie. Kämpfte spätestens ab dem letzten Drittel aber wieder mit seinem Körper. War das Comeback zu früh? Eine Frage, die man dem Trainer seitens der Presse gerne einmal stellen darf.

Verteidigung:
Fortin und Svensson mit guter Vorstellung. Unkompliziertes Abwehrverhalten, Spielaufbau sprechen wir lieber nicht drüber. Spielaufbau haben andere - nicht nur bei ihrer ersten Verteidigungsreihe...
Fibiger und Genze solide. Genze sah beim zweiten Gegentreffer ungeschickt aus, hat diesbezüglich aber weitaus mehr Kredit übrig als so mancher Kontingentverteidiger.
Fibiger bleibt in überzahl sehr risiko- und schussfreudig an der Blauen - spricht für sein Selbstvertrauen, vermutlich da er in der Defensive weitestgehend fehlerlos bleibt.
Gödtel wird nach seinem Fehler zum 2:1 erneut Opfer des Programms "Fördern und Fordern", das allerdings nur für Spieler mit deutschem Pass zu gelten scheint - Ausnahme bleibt hier lediglich "Nationalspieler" Macholda.
Letztgenannter genießt ja bekanntlich Narrenfreiheit beim EHC und wird nun im laufenden Spielbetrieb - auch in wichtigen Spielphasen - nach seiner Verletzung wieder aufgebaut. Eine Einwechslung gegen Duisburg hingegen konnte man der zarten Spielerseele hier nicht zumuten...
Sandrock zitterte sich sichtlich durch die Partie. Wirkte stark verunsichert und spielte überraschend defensiv. Alles nur allzu verständlich nach dem letzten Auftritt gegen Duisburg, die Hoffnung auf Konstanz in seinen Leistungen habe ich jedoch längst begraben. Auffällig: Sandrock wurde beim Powerplay von seinen Mitspielern konsequent an der Blauen ignoriert - ob das so im Sinne des Erfinders war?

Sturm:
Morczinietz und Ulmer gefielen recht gut, Henrich kann neben individueller Stärke gewohnt wenig in die Spielgestaltung einbringen.
Kosick blass. Voce weiterhin ohne die letzte Durchschlagskraft, scheint aber wieder schneller zu werden. Nikiforuk nur im Powerplay mit ein paar guten Momenten, spielt weiterhin Pässe, die man in dieser Liga einfach nicht bringen darf. Die Gegner lassen den Puck nicht einfach mal so durchschlüpfen - die muss man schon umspielen! An der Bande stellt Nikiforuk zudem den personifizierten Puckverlust dar. Vielleicht sollte er sich mal an Herrn Wietfeldt orientieren: Unfassbar, wie der sich gegen die ganzen Riesen zum Teil durchsetzt. Unfassbar allerdings auch, wie Höhenleitner und Wietfeldt sich seit 4-5 Spielen gegenseitig ignorieren und Alleingänge zelebrieren. Nachdem Höhenleitner mit dem Unfug angefangen hat, vermutlich im jugendlichen Größenwahn einer guten Serie, so zieht der andere Christoph jetzt unrühmlich nach. Da muss Kapitän Regan mal auf den Tisch hauen, damit diese Reihe nicht einen großen Teil ihrer Durchschlagskraft wegen solcher Befindlichkeiten einbüßt. Der Trainer darf da natürlich auch gerne mal was sagen...
Zurek und Hurtaj unauffällig, Bartosch wirkte effektiver als sonst - vielleicht kommt da in den nächsten Wochen was nach?!

Fans:
Ein Friedhof ist dagegen ein Volksfest. Ein bisschen Trommelsolo, ein bisschen Hurra bei den eigenen Toren. Das war´s im Groben. Die Mannschaft hat allerdings ihren Teil dazu beigetragen, indem sie nicht nur lustlose Vorstellungen eingestreut hat, sondern in besseren Phasen einfach keinen Draht zu den Fans aufgebaut hat. Ich sag nur: Ehrenrunde. Wenn auch sonst nur die Alteingesessenen die Raupe mitmachen und sich die Interaktion mit den Fans meistens auf ein Mindestmaß reduziert...was kann da am Ende schon groß bei rauskommen? Wenn man zum Teil derart grottig auftritt, dann kann man sich die "professionelle" Distanz zu den Fans erst recht nicht erlauben - einfach mal drüber nachdenken. Ohne Siege werden Euch diese Fans jedenfalls nur noch eher selten zujubeln - selber schuld. Das hatten wir auch schon mal anders. mb

EHC - EV Duisburg 3:6

  • Geschrieben von Martin
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Nach zuletzt überzeugenden Leistungen verabschiedeten die Grizzlies das alte Jahr mit einem Horrorspiel der besonders üblen Art.
Ohne Einsatz und ohne Ordnung ließen sich die Gastgeber vom Tabellenletzten geradezu abschlachten und zeigten der mit 3550 Zuschauern mehr als überdurchschnittlich gefüllten Halle eine Arbeitseinstellung, die wie ein Schlag ins Gesicht wirkte.
Nach anfänglichen Versuchen das lustlos und arrogant auftretende Team wachzurütteln, ließ ein Großteil der Zuschauer die Begegnung wie betäubt über sich ergehen - Glück für die Cracks von Toni Krinner, die sich über ein 60-Minuten-Pfeiffkonzert nicht hätten beschweren dürfen!

1.Drittel
Es fing ohne Umschweife schrecklich an. Wolfsburg trat völlig überheblich auf, bewegte sich nur hin und wieder in der Vorwärtsbewegung angemessen energisch und ließ die Abwehrarbeit weitestgehend ruhen. Nach zahlreichen Puckverlusten und chaotischen Situationen im Drittel der Gastgeber war es in der 10.Minute dann Peter Högardh, der einen der "Fehler" bestrafen konnte und das 0:1 per Alleingang für die Füchse markieren konnte.
Die Grizzlies wirkten weiter unentschlossen, hielten nur gebremst dagegen. Da konnte der 1:1 Ausgleich durch Neuzugang Morczinietz nur 2 Minuten später die besorgten Gesichter auf den Tribünen kaum entspannen.
Aber es kam noch viel, viel bitterer. Als die Gäste aus Duisburg, man muss fast sagen "so nett waren", Strafzeiten zu nehmen, zeigte das schlechteste Powerplay der Liga, dass es immer NOCH SCHLECHTER geht.
Die letzten sechs Minuten des Drittels durften die Grizzlies also in überzahl spielen...und kassierten zwei Gegentore!!!
1:2 in Unterzahl durch Justin Cox (18.Min), der die aufgerückte Verteidigung und das grottenschlechte Stellungsspiel der Gastgeber eiskalt ausnutzte.
1:3 in Unterzahl durch erneut Peter Högardh, der vom Schlägerbruch Fibigers profitierte und einen schnellen Konter erfolgreich abschließen konnte (20.Min).
Da auch Chris Rogles einen rabenschwarzen Tag erwischt hatte, beschlossen die Gäste das erste Drittel also mit einer geradezu sensationellen Trefferquote von 3 Toren aus 8 Schüssen. Wer jetzt noch nicht genug hatte, sollte mehr bekommen...

2.Drittel
Der EHC stocherte sich weiter durch die Partie, kassierte in der 27.Minute dann das 1:4 durch ein Eigentor von J.-F. Fortin und damit den dämlichsten Gegentreffer des Abends, der natürlich dem Passgeber Tkaczuk gutgeschrieben wurde. Wolfsburgs Verteidiger hatte in seiner gewohnt lässigen Art seine Kelle in einen eher harmlosen Pass gehalten, doch anstatt den Pass abzufangen landete der abgefälschte Puck im eigenen Tor. Pleiten, Pech und Pannen - in dieser Deutlichkeit wohl nur möglich, wenn die Einstellung nicht stimmt.

Wolfsburg reagierte nun endlich einmal, machte ernsthafter Druck und konnte in der 32.Minute sogar in überzahl (!) das 2:4 durch Tony Voce verzeichnen.
Doch das Glück hatte man durch das schlampige Auftreten zuvor wohl bereits vergrault.
Nur zwei Minuten später stand selbiges beim 2:5 nach fünf Sekunden Powerplay erneut auf Duisburger Seite Pate, als ein Schuss von VanBallegooie unglücklich abgefälscht seinen Weg ins Wolfsburger Tor fand. Der Abend war für den EHC somit eigentlich gelaufen. Zu schwächlich kam das Team von Toni Krinner und Karl-Heinz Fliegauf daher, konnte die teilweise ansehnlichen Chancen, die sich im Anschluss boten, einfach nicht nutzen.

3.Drittel
Das letzte Drittel war geprägt von den mehr oder weniger überzeugenden Bemühungen der Gastgeber, die Schadensbegrenzung betreiben wollten. An ein Kippen des Spiels war nicht ernsthaft zu denken.
Doch auch der Goalie der Grizzlies setzte noch einen drauf und ließ seinen schwachen Leistungen im eins gegen eins noch einen kapitalen Bock folgen:
In der 51.Minute war es Cox, der den Puck von der blauen Linie mit einem offenen flachen Schuss trocken an Rogles vorbei zum 2:6 versenken durfte und somit die Fangquote des Amerikaners im Tor des EHC endgültig ins Bodenlose fallen ließ.
über seinen Treffer zum 3:6 - nur zwei Minuten später - konnte sich Wolfsburgs Höhenleitner kaum noch freuen. Zu deprimierend war der Spielverlauf...offenbar auch für die direkt Beteiligten.
Den unrühmlichen Schlusspunkt setzte dann auch wiederum ein Wolfsburger unter die Partie. Der sichtlich von der eigenen Vorstellung angefressene Fortin geriet mit VanBallegooie aneinander und versetzte diesem aus im Wegfahren einen Stockschlag gegen den Kopf! Was folgte war eine Rangeleien zwischen den beiden Streithähnen und jeweils 2+2+10 Minuten Strafe, die für Fortin noch um weitere 2 Minuten wegen Stockschlags ergänzt wurden. Bezeichnend, dass der Fanblock der Grizzlies hier eine Matchstrafe für den eigenen Spieler forderte und "Scheiß Verlierer" Gesänge anstimmte. Wer eine solche Arbeitseinstellung an den Tag legt, sollte seine Wut nicht auf Kosten der Gesundheit anderer abreagieren - gegen einen Faustkampf hätte vermutlich trotzdem niemand etwas einzuwenden gehabt.
So nahm ein grausamer Eishockeyabend sein unrühmliches Ende.

Mein subjektiver Eindruck:
Nach den zuletzt gezeigten Leistungen fragt man sich, was dieses Team geritten hat derart arrogant aufzulaufen. Schließlich kann man sich vor allem von den ordentlichen Leistungen in Berlin und Hannover nichts kaufen, da man für knappe Spielverläufe leider keine Bonuspunkte in der Tabelle bekommt. Unser Powerplay bleibt die Lachnummer der Liga in der nach unten offenen Katastrophenskala und wenn dieses Team glaubt, sie könnten irgendwen auf die leichte Schulter nehmen, dann sollten die Betroffenen schnell einen Termin beim Kopfdoktor machen.
Dazu fehlt uns eindeutig die Klasse!!!
Dass uns unsere unterdurchschnittlichen Ausländer in der Defensive auch gegen den Tabellenletzten zum Untergang gereichen, stimmt mich allerdings noch weitaus nachdenklicher...
Wenn ich gestern nach dem ersten oder zweiten Drittel als Trainer in die Kabine gekommen wäre - ich glaube, ich hätte ein Bündel alte Schläger mitgebracht und über dem Sitzplatz von jedem Spieler eine Krücke an der Wand zerdroschen. Vermutlich hätte aber selbst das einige Spieler nicht wecken können.

Tor:
Chris Rogles mit einer "Heimspiel-gegen-Hannover-Gedächtnis-Leistung". Bei eins gegen eins völlig chancenlos, viel zu langsam. Wurde natürlich von seinen Vorderleuten gnadenlos im Stich gelassen, hatte dem aber kaum individuelle Glanztaten entgegenzusetzen. Letzter Gegentreffer hundertprozentige Kappe. Rabenschwarzer Tag unseres Aufstiegshelden, der angesichts der Arbeitsteilung mit Jonas einfach nicht mehr richtig in Fahrt zu kommen scheint.

Verteidigung:
Auch in der Oberliga wäre es mit so einer Vorstellung eng geworden.
Einziger komplett überzeugender Mann des Abends ERNEUT Sascha Genze!
Macholda war als Zuschauer auf der Bank wohl der glücklichste Spieler im gestrigen Debakel - warum er dort lediglich zuschaute war nicht wirklich ersichtlich.
Fibiger und Svensson konnte man mit viel gutem Willen noch als solide bezeichnen, nahmen ihre Aufgaben wenigstens einigermaßen ernst. Als Ausländer natürlich zu wenig.
Gödtel ließ sich leider sehr schnell von seinem Nebenmann anstecken und produzierte ebenfalls einige Böcke.
Dieser Nebenmann hieß Robby Sandrock, der bei mindestens fünf Gegentreffer nicht nur auf dem Eis stand, sondern mit individuellen Fehlern kräftig mithalf. Spätestens nach dem ersten (JA - nach dem ERSTEN!) Gegentreffer hätte der Mann auf die Bank gehört. Bis dahin hatte er bereits genug Mist für zwei Spiele verzapft. Da Macholda wohl noch nicht einsatzfähig war (was macht der dann auf der Bank? Auf einen Schoneinsatz bei hoher Führung gegen den ach so schlechten Gegner warten???) und Danner in Crimmitschau weilte (was macht der da?), durfte Sandrock bis zum Ende der Begegnung in über-, Unter- und Gleichzahl auf dem Eis sein Unwesen treiben. Ein einziges Armutszeugnis für die Personalplanung, werden Fehlleistungen im Sturm doch fast sofort mit der Bank bestraft...während wir ein Spiel nach dem anderen in der Abwehr vergeigen.
Zum Schluss noch "Ich kann ganz toll mit dem Schläger rumfuchteln und meine Frisur sitzt dabei auch noch ganz klasse" - Fortin. Der soll endlich spielen und kämpfen wie ein Mann und nicht seine Wut über eigene Unzulänglichkeiten feige mit dem Schläger am Gegner auslassen.
Das wirkte nicht nur wie so oft überheblich und inkonsequent, was JF da zeigte - es war diesmal auch genau dieses. Nichts gegen eine überlegte Spielgestaltung mit erhobenem Kopf, aber manchmal muss man auch mit selbigem durch die Wand...wo war der Wille?

Sturm:
Wenn die Reihe um Regan nicht funktioniert...tja: Was bleibt in diesem Team dann noch?
Voce ist angeschlagen keine echte Hilfe (trotz Tor). DER braucht die Pause, nicht ein Hurtaj, der um seinen Anschluss ans Team kämpft und kein Zurek, der ebenfalls um jeden Puck rackert und nach alter Stärke sucht. Wir BRAUCHEN einen fitten Voce mehr denn je!
Morczinietz führte sich in Wolfsburg gleich mal mit einer ansprechenden Leistung und seinem ersten Tor gut ein. Die fehlende Anbindung an seine Mitspieler fiel beim allgemeinen Rumgestolper in allen Reihen kaum auf.
Ansonsten wirkte das alles saft-, kraft- und ideenlos, was unsere Stürmer da produzierten. Auch gegen den Tabellenletzten muss man alles geben, um zum Erfolg zu kommen - schon vergessen?
Höhenleitner, der schon in Hannover etwas überdreht wirkte, scheint langsam die Bodenhaftung zu verlieren - das sah alles schon mal konzentrierter aus! Aber warum soll es ihm besser ergehen, als dem Rest des Teams?
Hurtaj verdient definitiv mehr Eiszeit - einem Nikiforuk kann er allemal das Wasser reichen...und mehr als das.

Fans:
Die Stimmung war genauso gehemmt wie das Spiel der Grizzlies. Ob man sich bei derart frechen Vorstellungen nicht doch etwas lautstärker zu Wort melden sollte, bleibt dabei wohl Geschmackssache. Sollte sich so ein Spiel in den nächsten Tagen wiederholen, dann würde mich ein erneutes schockiertes Schweigen doch stark irritieren. mb

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