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EHC - Iserlohn Roosters 4:3 nV

Im dritten Heimspiel der laufenden Saison konnten die Grizzlies endlich wieder einen Erfolg verbuchen. Wenn die Punktausbeute der Gastgeber mit zwei Zählern auch nicht optimal ausfiel, so stellte die Partie, im Vergleich zu den letzten Spielen mit je fünf Gegentreffern, eine erkennbare Steigerung dar.
Die rund 2800 Zuschauer, darunter etwa 300 Fans aus Iserlohn, erlebten eine insgesamt sehr abwechslungsreiche Partie, die mit einer durchaus vertretbaren Punkteteilung endete.

1.Drittel
Beide Teams starteten mit schön anzusehendem Offensivhockey in die Begegnung und so gestalteten sich die ersten Minuten dann auch gleich äußerst turbulent:
Bereits in der ersten Minute konnte Henrich eine hundertprozentige Chance nicht erfolgreich verwerten und nur wenige Augenblicke später bejubelte der Anhang der Roosters das vermeintliche Führungstor für die Gäste. Doch HSR Kadow bemühte im Anschluss den Videobeweis und versagte nach Ansicht der Bilder dem Treffer die Anerkennung. Dem Druck der Gäste tat dies aber keinen Abbruch und so stürmten die Roosters weiter auf das von Oliver Jonas gehütete Tor ein. Als in der dritten Minute Wikström wegen Hakens auf die Strafbank wanderte wurde es dann endgültig eng für die Gastgeber, so dass das 0:1 durch Bob Wren (4.Min) zu diesem Zeitpunkt nur folgerichtig erschien. Wie so oft wirkte die Wolfsburger Unterzahlformation leider in Sachen Slotkontrolle etwas überfordert...
Doch die Grizzlies kämpften sich bei 5 gegen 5 auf dem Eis in die Partie zurück und boten den leicht überlegenen Gästen erfolgreich die Stirn. Als Jan Zurek in der 7.Minute im direkten Anschluss an ein Wolfsburger Powerplay die Sortierungsphase der Iserlohner zum 1:1 Ausgleich nutzen konnte, nahm das Spiel erst so richtig Fahrt auf.
Obwohl die Roosters in diesem ereignisreichen Abschnitt weiterhin die Mehrzahl der Chancen zu verbuchen hatten, waren es schließlich die Hausherren, die per Bauerntrick zur 2:1 Führung kamen. Robby Sandrock hatte das Tor des gut aufgelegten Maracle umkreist und den Puck mit Hilfe eines Abprallers von dessen Ausrüstung im Netz versenkt.
Diese eher glückliche Führung lenkte die Partie nun in eine, von den Spielanteilen her, ausgeglichene Phase. Trotz guter Chancen auf beiden Seiten ging es dann mit dieser knappen Führung für die Gastgeber zum ersten Mal in die Kabinen.

2.Drittel
Das Spiel blieb auch im Mittelabschnitt äußerst eng. Während auf Seiten der Roosters besonders Nationalstürmer Michael Wolf mit besten Einschussgelegenheiten auf sich aufmerksam machte, so blieben bei den Grizzlies gleich mehrere Akteure ohne jegliches Torglück.
Erst zu Beginn der 38.Minute gelang einem der hart arbeitenden Teams ein weiterer Treffer: Ready hatte im direkten Anschluss an eine Iserlohner überzahl eine schöne Kombination der Roosters zum 2:2 Gleichstand verwerten können, so dass alles darauf hin deutete, dass es mit diesem Zwischenstand in die zweite Pause gehen würde.
Doch auch die Grizzlies bekamen in der 39.Minute noch eine ihrer eher seltenen Powerplaygelegenheiten - und nutzten sie ganze zwei Sekunden vor dem Pausenpfiff!
Erneut Zurek war zur Stelle, um einen Abpraller aus kurzer Distanz zum 3:2 über die Linie zu drücken. Vorangegangen war dem Treffer eine Szene, in der die Grizzlies eigentlich zum ersten, und leider auch letzten Mal, in dieser Begegnung eine fragwürdige Entscheidung des Hauptschiedsrichters zu ihren Gunsten verbuchen konnten: Wolf hatte offenbar einen regelwidrigen Check hinnehmen müssen, den der Referee nicht ahndete. Der folgende Konter brachte dann den psychologisch wichtigen Treffer für die Gastgeber.

3.Drittel
Obwohl die Grizzlies weiterhin für jede nur zu erahnende Regelwidrigkeit auf die Strafbank wanderten und daher fast die Hälfte des Drittels in Unterzahl zu bestreiten hatten, blieben sie im gesamten Schlussabschnitt die spielbestimmende Mannschaft. Die Mehrzahl der teilweise glasklaren Chancen hatten somit die Gastgeber zu verzeichnen - doch ein weiterer Treffer sollte ihnen nicht gelingen. Ulmer, Wiseman, Moravec - alle scheiterten in aussichtsreichsten Situationen am Iserlohner Schlussmann oder an den eigenen Nerven.
Auf der Gegenseite hielt Jonas die Grizzlies während ihrer zahlreichen Unterzahlspiele (fast zwei Minuten 3-5) mit starkem Stellungsspiel und guten Reaktionen im Spiel und lies zusammen mit seinen beherzt verteidigenden Vorderleuten kaum gute Einschusschancen zu. Nachdem auch Kosicks Pfostenschuss nicht in den Kasten von Norm Maracle abprallen wollte (56.Min) und Ulmer ein Break nicht erfolgreich abschließen konnte, nahm zwei Minuten vor dem Ende das Unheil doch noch seinen Lauf:
HSR Kadow setzte seiner Strafenverteilung mit zweierlei Augenmaß die Krone auf und schickte Jan Zurek wegen eines harmlosen Remplers nach Abpfiff einer Situation vor dem eigenen Tor auf die Strafbank - den Stockschlag gegen Oliver Jonas durch den "Geschubsten" ignorierte er trotz bester Sicht auf das Geschehen. Die Roosters nahmen folgerichtig ihren Goalie vom Eis und schnürten den EHC mit 6 gegen 4 Feldspielern im eigenen Drittel ein.
Beim 3:3 durch Kavanagh rund eine Minute vor Schluss sah zu allem überfluss Jonas das erste Mal nicht wirklich gut aus. Die zornigen Bemühungen der Hausherren, die drei Punkte doch noch in der Eisarena zu behalten, blieben in der Schlussminute leider ohne Erfolg. Die Verlängerung musste also die Entscheidung bringen.

Verlängerung
Macholda machte per Schlagschuss kurzen Prozess. Ganze 23 Sekunden waren gespielt, da schlug es hinter dem in seiner Sicht behinderten Maracle im Winkel seines Gehäuses ein.
Mit 4:3 ging der Sieg also doch noch an die Hausherren, die sich besonders angesichts ihrer Leistung im Schlussabschnitt diese zwei Punkte redlich verdient hatten.

Mein subjektiver Eindruck:
Das erste Drittel bleibt unser Schwachpunkt. Nur mit viel Glück konnte man trotz einiger Unaufmerksamkeiten die erste Führung nach einem Anfangsdrittel mit in die Kabinen nehmen.
Insgesamt zeigten die Leistungskurven einiger Akteure allerdings deutlich nach oben - was sich im Laufe der Begegnung auch in immer sicherer werdender Abwehrarbeit niederschlug.
Bleibt zu hoffen, dass das Team aus diesem Sieg ein wenig Selbstvertrauen zurück gewinnt und in Zukunft wieder etwas souveräner auftritt. Gerade im Zweikampfverhalten agierende mir da einige noch viel zu verhalten.

Tor:
Jonas mit super Stellungsspiel und guten Reflexen. Beim dritten Gegentreffer leider etwas unglücklich und insgesamt mit viel zu vielen Abprallern in den Slot. Ich fürchte, wir haben für Jonas´ Stil nicht die passende Abwehr!

Verteidigung:
Svensson gab sein Einstand im Grizzlydress und durfte sogar vereinzelt in den Specialteams ran. Sein Potential wurde teilweise gut sichtbar, wobei man ihm die mangelnde Spielpraxis noch deutlich anmerkte. Wirkte in einigen Situationen noch zu unbeweglich.
Fibigers Formkurve zeigt deutlich nach oben! Das könnte sehr, sehr wichtig für uns werden. Kaum Puckverluste und ungewohnt viel übersicht wussten zu überzeugen. Hoffentlich setzt sich diese Entwicklung fort.
Fortin und Macholda finde ich, nach wie vor, unterirdisch - wobei Macholda wirklich mit viel Einsatz versucht die eigenen Unzulänglichkeiten wettzumachen. Fortin hingegen...
Sandrock bleibt unser bester Verteidiger und setzt neben solider Abwehrarbeit jede Menge Offensivakzente. Lediglich seine wenig brillante Idee Macholdas Schläger vors eigene Tor zu schieben, damit dieser ihn wieder aufheben kann, steht bei Robby auf der Minusseite. Leider führte diese unabsichtliche "Puckbremse" zum 2:2 Gegentreffer.
Genze, Gödtel und Danner machten eine solide Partie, wobei besonders Genze einige gute Szenen vor dem eigenen Tor hatte.

Sturm:
Die erste Reihe mit Wiseman, Ulmer und Henrich wirkte zwar äußerst einsatzfreudig, blieb im Abschluss allerdings erschreckend harmlos. Besonders Henrich und Ulmer lassen vor dem gegnerischen Gehäuse jegliche Kaltschnäuzigkeit vermissen.
Erstaunlich gut funktionierte die zweite Reihe mit Kosick als Ersatz für Hurtaj! Moravec entwickelte tatsächlich Bindung zum Spiel und Zurek profitiert erfreulich oft vom Zusammenspiel mit Kosick!
Reihe Nummer drei mit Höhenleitner, Wietfeldt und Regan überzeugte in erster Linie durch bedingungslosen Willen, konnte aber nur vereinzelt spielerische Akzente setzen. Höhenleitner darf bisher aber durchaus als Glücksgriff der Saison betrachtet werden.
Wikström und Bartosch bekamen nur wenig Eiszeit zusammen mit Moravec - demnächst vielleicht wieder mehr zu diesen Beiden.

Fans:
Der Support war angesichts der zuletzt zu bestaunenden Leistungen recht ordentlich und man überließ den zahlreichen Gästefans nicht das Stimmungsmonopol in der Halle.
Trotzdem fiel die Siegesfeier mit der Mannschaft nach dem Spiel eher frostig von beiden Seiten aus. Ein Teil Enttäuschung über den verlorenen Punkt und ein Teil Missstimmung aus der letzten Heimpartie schwangen da wohl noch mit... mb

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