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EHC - EV Duisburg 4:0

Das Duell zwischen den beiden Schlusslichtern der Liga geriet zu einer äußerst mäßigen und spannungsarmen Vorstellung. Besonders der Tabellenletzte aus Duisburg verhinderte mit einer absolut katastrophalen Leistung einen echten Fight um den Anschluss an die übrigen Teams.
So nahm die Partie, nachdem Wolfsburg die anfängliche Unsicherheit abgelegt hatte, einen sehr vorhersehbaren und wenig spektakulären Verlauf.

1.Drittel
Nur zu Beginn zeigten die Gäste so etwas wie Willen und konnten für einige Minuten recht ordentlich mithalten. Doch schon nach vier gespielten Minuten war der Verlauf dieser Begegnung leicht zu erahnen: Duisburg kam mit der ersten Strafzeit gleich komplett aus dem Tritt. Auch wenn das Powerplay der Grizzlies gewohnt chaotisch verlief fingen die Gastgeber sich mehr und mehr, und es entstand eine sehr einseitige Angelegenheit.
Fast im Minutentakt vergeigten die Wolfsburger ab Drittelmitte ihre Einschussmöglichkeiten und besonders die sehr engagiert auftretenden Sorgenkinder Hurtaj und Moravec konnten, u.a. mit einem Pfosten- und einem Lattentreffer, erneut kein Erfolgserlebnis verbuchen. Erst in der Schlussminute des Drittels, als die Füchsespieler offenkundig schon von der Kabine träumten, gelang es der Reihe um Center Jason Ulmer die Gäste komplett schwindelig zu spielen und in Person von Michael Henrich den längst überfälligen 1:0 Führungstreffer zu markieren.

2.Drittel
Das Mitteldrittel startete verheißungsvoll. Bereits in der zweiten Minute wurde Jan Zurek von Fortin mit einem langen Pass zum Alleingang in Richtung Gästekeeper Rhode geschickt...und vollendete elegant zum 2:0 in den Winkel. Die Halle wachte zum ersten Mal richtig auf und witterte nun ein Torfestival, denn die Füchse brachen nun fast vollständig ein. Doch um die Stimmung im Rund hoch zu halten hätte es in der Folgezeit einige Tore mehr zu bewundern geben müssen: Duisburg lies einfach alles vermissen, was ein Spiel spannend hätte gestalten können und so wäre es an den Grizzlies gewesen diesen Umstand für eine Gala auszunutzen.
Die absolute Dominanz der Gastgeber schlug sich allerdings lediglich in der 31.Minute, in Unterzahl, in etwas Zählbarem nieder. Jason Ulmer profitierte von einem der zahlreichen Abspielfehler der Gäste und konnte somit das 3:0 für Wolfsburg erzielen. Da in den folgenden Situationen der EHC trotz Unterzahl die spielbestimmende Mannschaft auf dem Eis blieb und sich zusätzliche Chancen erarbeitete, nahm Gästecoach Fritzmeier zunächst eine Auszeit für die Füchse.
Doch die Duisburger bekamen weder Ruhe noch Kraft in ihre Spielzüge, traten weiter völlig desolat auf und konnten sich bei ihrem hervorragenden Goalie bedanken, dass ihr Rückstand bis zur zweiten Unterbrechung nicht noch 2-3 Tore höher ausfiel.
Gerade Wolfsburgs kanadische Sturmreihe setzte den Gästen arg zu, konnte aber ihre zahlreichen Chancen nicht verwerten. So blieb es bei der für die Füchse äußerst schmeichelhaften 3:0 Führung für die Gastgeber.

3.Drittel
Das Drittel lässt sich mit der überschrift "Powerplaytraining" gut zusammenfassen. Von der Duisburger Mannschaft ging nun überhaupt keine Gefahr mehr aus. Die Grizzlies hingegen nutzten die verbliebenen 20 Spielminuten, um in zahlreichen überzahlspielen am eigenen Powerplay zu verzweifeln. Egal, ob mit einem oder zwei Mann mehr auf dem Eis: Der EHC blieb in überzahl erschreckend ungefährlich und kam in rund sieben Minuten überzahl lediglich zu einem weiteren Treffer...durch einen Konter! Tim Regan wurde in der 47.Minute in bester Unterzahlmanier von Fortin auf die Reise geschickt und lochte aus voller Fahrt zum 4:0 ein. Durch ein Foul aus dem Gleichgewicht gebracht rutschte der erneut voll überzeugende EHC-Kapitän auf dem Hosenboden sitzend und jubelnd am Tor vorbei und setzte damit einen der wenigen wirklich spektakulären Höhepunkte in dieser eher aufregungsarmen Partie.
über den Rest der Wolfsburger Effektivität vor dem gegnerischen Tor hüllen wir dann mal lieber den Mantel des Schweigens...
So zeigte sich die mit 2038 Zuschauern etwas dünne Kulisse dann im Anschluss auch wenig siegestrunken und verabschiedete ihre Mannschaft dann mehr wohlwollend als begeistert in den Feierabend.

Mein subjektiver Eindruck:
Dieses Spiel ist ein Muster ohne Wert. Völlig ohne Aussagekraft über den aktuellen Leistungsstand unseres Teams. Eine derart mut- und kraftlos aufspielende Gästemannschaft habe ich seit Jahren nicht mehr in Wolfsburg bewundern dürfen. Wenn die Füchse vor heimischer Kulisse ebenso luschig auftreten, dann gehört den eingefleischten Fans des Duisburger Eishockeys mein vollstes Mitgefühl. Es hätte ein spannender Kampf werden können, denn die Grizzlies haben weiß Gott keine Bäume ausgerissen und ich bin mir nicht sicher, ob und wie viel sie noch hätten zulegen können. So war es einfach nur ein langweiliger Abend an dem lediglich die Goalies Topleistungen zeigen konnten. Allen voran Christian Rohde, der sich ganz schnell einen anderen Verein suchen sollte: Was diesem bemerkenswerten Torhüter von der eigenen Mannschaft, teilweise fast vorsätzlich, zugemutet wird, ist eine absolute Frechheit. Es gibt Torhüter, die sich bei derartigen Vorstellungen selbst auswechseln würden...

Tor:
Rogles mit einigen schönen Aktionen, doch meistens eher als Zuschauer oder Puckeinsammler beschäftigt. Sein erster Shut-out war eigentlich zu keinem Zeitpunkt wirklich gefährdet.

Verteidigung:
Warum Gödtel und Danner keine Eiszeit bekamen ist mir ein wenig schleierhaft - gegen diesen Gegner hätte man kaum etwas falsch machen können. Vielleicht sollte sich das eher unterdurchschnittlich aufspielende Stammpersonal neues Selbstvertrauen holen...ich weiß es nicht. Svensson und Sandrock brauchen diese Zeit auf jeden Fall noch. Die beiden zeigten streckenweise ganz deutlich, dass Fredrik noch viel Einspielzeit mit seinem Verteidigungspartner benötigt - die Abstimmungsprobleme, auch und gerade in überzahl, waren teilweise noch äußerst gruselig.
Fortin zeigte zum ersten Mal richtig Spielübersicht, leitete prompt zwei Treffer ein. Schön wäre es, würde ihm diese übersicht gegen stärkere Gegner nicht ständig abhanden kommen. Irgendwer muss unserem Sturm mal ein bisschen unter die Arme greifen und außer J.F. scheint in unserem Team kaum jemand zu einem wirklich überzeugenden Aufbaupass in der Lage zu sein.
Ansonsten kann man kaum etwas über die Leistungskurve unserer Verteidiger sagen - sie hatten einen meist ruhigen Abend und erledigten die wenigen schwierigeren Aufgaben recht ordentlich.

Sturm:
Die kanadische Reihe machte streckenweise durch ordentliches Kombinationsspiel auf sich aufmerksam und konnte lediglich im Abschluss nicht voll überzeugen.
Gleiches gilt für unseren tschechischen Block, der allerdings ungewohnt aggressiv und entschlossen auftrat. Gerade im ersten Drittel hätten sich Moravec und Hurtaj mal den Frust von der Seele schießen können - doch das Pech blieb beiden treu. Trotzdem zeigt die Leistungskurve dieser Reihe leicht nach oben.
Mit Höhenleitner, Wietfeldt und Regan standen zu Beginn die Spieler in der starting-six, die als einige der wenigen die Erwartungen an sie voll erfüllen bzw. bei Regan und Höhenleitner sogar weit übertreffen. Ein schönes Zeichen der Anerkennung durch den Trainer.
Wikström und Kosick konnten mit Bartosch für ein wenig Wirbel im gegnerischen Drittel sorgen, man merkte diesem Trio aber sehr deutlich an, dass sie kaum je miteinander in einer Reihe gespielt haben. Kosick wirkte sowohl zwischen Regan und Callander als auch zwischen Moravec und Zurek wesentlich effektiver und zeigte deutlich mehr Spielübersicht.

Fans:
Stimmung kam nur sehr bedingt auf. Das Spiel war insgesamt äußerst spannungs- und niveauarm. Das angesprochene Torfestival blieb aus und so ergab sich kaum Begeisterung auf den Rängen. Irgendwie ist der Besuch in der Eisarena im Moment kein wirklich berauschendes Erlebnis - schade eigentlich. Das Wolfsburger Publikum ist allerdings auch wirklich Besseres gewohnt... mb

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