header
Log in
A+ A A-

EHC - Ingolstadt Panther 0:3

Die Dienstagsbegegnung gegen Ingolstadt fiel leider unter die Rubrik "Der Geist war willig - doch das Fleisch war (ein wenig) schwach". Während man den Gastgebern die äußerst hart umkämpften Spiele gegen Hannover und Straubing spätestens ab Mitte der Begegnung deutlich anmerkte, traten die Panther äußerst kontrolliert und aufmerksam in der Eisarena auf. Der spielfreie Freitag kam den Gästen, zumindest in den etwas flotteren Passagen des Spiels, durchaus zugute. Ohne an ihr Limit zu gehen beherrschten die Ingolstädter die Partie und taten nur das Allernotwendigste, um den Sieg nach Hause zu schaukeln. Da der EHC keine seiner zahlreichen Chancen nutzen konnte, hatte das Team von Coach Kennedy mit dieser Linie am Ende nichts falsch gemacht.

1.Drittel
Die Grizzlies versuchten dort weiter zu machen, wo sie zuletzt aufgehört hatten. Mit viel Schwung und Einsatzbereitschaft fanden sie praktisch sofort ins Spiel und erarbeiteten sich die weitaus größeren Spielanteile.
Doch scheinbar hatte jeder, der in an diesem Abend in orange unterwegs war, das Schussglück in der Umkleide gelassen. Allen voran Zurek, Fortin und Henrich (fast mit einem Shorthander) hatten das Pech durchgängig gepachtet und konnten beste Einschussmöglichkeiten einfach nicht am glänzend aufgelegten Jimmy Waite vorbeibringen.
Wesentlich effektiver zeigten sich da die Gäste aus Bayern: In der 18.Spielminute machte Brad Leeb gleich im ersten Powerplay der Gäste das 0:1 und nutzte damit eine der ganz seltenen Torchancen der Panther zur Führung. Dem Treffer ging ein recht seltsamer Moment in der Penaltykilling-Formation der Gastgeber voraus: Ohne ersichtlichen Grund begaben sich die vier Feldspieler in eine extrem enge Box und blieben total passiv - die Panther konnten sich den Spielzug praktisch aussuchen. Reichlich frustriert ging es für den EHC mit diesem Spielstand auch zum ersten Mal in die Kabinen. Fast überflüssig zu erwähnen, dass Wolfsburg seine einzige überzahlsituation nicht hatte nutzen können...

2.Drittel
Der zweite Abschnitt glich dem ersten fast wie ein Ei dem anderen. Die Grizzlies blieben spielbestimmend, kombinierten teilweise recht ansehnlich und vergaben ihre mehr oder weniger guten Torchancen kläglich. Ingolstadt hingegen verteidigte meist sehr konzentriert, verlies sich aber zusehends auf seinen Ausnahmegoalie Waite, der an diesem Abend völlig fehlerlos bleiben sollte. Den Gastgebern fehlte letztlich der Killerinstinkt, um die streckenweise schon fast lustlos wirkenden, aber mit viel übersicht agierenden Gäste mit einem Treffer zu bestrafen. Eine weitere überzahl der Grizzlies blieb folglich ungenutzt, ein weiterer Aussetzer im Defensivbereich wurde in der 35.Minute im Gegenzug sofort bestraft. Waginger konnte die tollpatschige Abwehrkoordination von Svensson und vor allem Macholda zum 0:2 nutzen und machte, den bisherigen Spielverlauf berücksichtigend, fast schon alles klar.
Die Wolfsburger wirkten bis zur zweiten Drittelpause, verständlicherweise, reichlich bedient und stellten ihre bis dahin vorbildlichen Bemühungen zunächst ein bzw. bekamen kaum noch Ordnung in ihre Spielzüge.

3.Drittel
Zur überraschung vieler Zuschauer wühlten die sichtbar angeschlagenen Grizzlies weiter in der Ingolstädter Spielfeldhälfte, um dem Spiel vielleicht doch noch die Wende zu geben. Doch wirklich Zwingendes sprang bei den hart erarbeiteten Möglichkeiten nicht wirklich heraus und wenn doch, dann...richtig: Stand da ja noch Waite im Weg, oder wie bei Michael Henrichs Handgelenkschuss der Pfosten. Es war zum Durchdrehen - nichts klappte. Die Panther konnten mit einer absolut ärgerlichen Angriffsleistung alle drei Punkte aus der Eisarena entführen, bekamen am Ende noch das empty-net goal durch Melischko auf dem Torkonto gutgeschrieben und durften sich einer absolut ökonomischen Leistung rühmen. Obwohl die Fans zum ersten Mal in dieser Saison in der heimischen Eisarena nicht ein einziges Mal jubeln durften, verabschiedeten sie ihr Team mit verhaltenem, aber durchaus anerkennendem Applaus in den Feierabend.

Mein subjektiver Eindruck:
Da gab es diesmal nicht viel zu schildern - zu einfach ist die Geschichte dieses Spiels.
Wolfsburg spielbestimmend und trifft nicht ins Tor. Ingolstadt findet eigentlich nur defensiv statt und nutzt zwei Unaufmerksamkeiten zu zwei Gegentreffern. Sehr bitter und obendrein auch nicht sonderlich unterhaltsam.

Tor:
Rogles fehlerlos - wie gehabt. Kein Grund Jonas spielen zu lassen: Wenn man auf Gegner trifft, die so eiskalt ihre Chancen nutzen, dann kann man sich keine Torwartfehler leisten ohne alle drei Punkte zu verlieren.

Verteidigung:
Fortin und Fibiger kann man mittlerweile tatsächlich als ersten Block bezeichnen - sehr gut.
Sandrock in der Rückwärtsbewegung etwas wackelig, bekommt von einem überragenden Genze allerdings beste Hilfestellung.
Svensson immer noch zu steif, braucht sicherlich noch 1-2 Wochen, um sein Potenzial annähernd auszuschöpfen.
Macholda ist einfach nur schlecht. Der Junge bekommt Eiszeit wie nix Gutes und spielt schlicht und ergreifend miserabel: Ohne übersicht, haarsträubend ängstliches und ungeschicktes Abdecken des Pucks bei der Annahme, trifft ständig falsche Entscheidungen - und das nicht erst seit ein paar Spielen. Ich finde es ist völlig egal, ob er sich mal mit der Nationalmannschaft umziehen durfte. Ab nach Crimmitschau und Thomas Gödtel aufs Eis - alles andere ist ein Vergehen an Gödtel oder Danner und keinesfalls länger als Hilfe für Macholda zu verkaufen.

Sturm:
Henrich wieder mit sehenswerten Einzelaktionen. Ulmer und Voce mit viel Einsatz, aber ohne Glück.
Wietfeldt komplett uneffektiv - kann er Tore aus dem Spielfluss erzielen? Außer einem Trick-Tor bisher nicht viel Zählbares in dieser Saison, verliert mittlerweile zu oft den Blick für seine Mitspieler. Regan bleibt in der Reihe mit zwei Grindern etwas verschenkt, kann seine Scoringfähigkeiten nicht ausspielen. Höhenleitner weiterhin das Powerhouse im Team - bekäme er Kilometergeld, könnte er wohl nach der Saison die Rente einreichen.
Apropos Rente: Lediglich Eishockey-Frührentner David Moravec erhitzte die Gemüter der Fans zum wiederholten Male mit seiner Kunstlaufgala im Eishockeyspielerdress. Die Dreistigkeit, mit welcher der Möchtegern-Superstar der Grizzlies sein Geld im Spaziergang bei seinem "Arbeit"geber abholt, stellt mittlerweile nur noch einen Schlag ins Gesicht aller hart arbeitenden Menschen dar. Bleibt die Frage, wie lange man sich noch als zahlender Zuschauer derart verhöhnen lassen muss!
Ein bemühter Hurtaj und ein Jan Zurek, der seinem Mitspieler verzweifelt zu zeigen versucht, dass tschechische Herkunft und Körperberührungen beim Eishockey sich nicht ausschließen, können einem nur leid tun.
Sieht man dann, dass ein Kosick zwischen Bartosch und Heinrich sein kreatives Potential nicht im geringsten abrufen kann, so besteht im Sturm langsam akuter Handlungsbedarf.
Die erste Reihe steht sicherlich nicht zur Disposition, doch ansonsten würde ich momentan für folgende Zusammenstellung plädieren: Zurek-Kosick-Regan; Höhenleitner-Hurtaj-Wietfeldt; Bartosch zur Reserve, Moravec für 1-2 Spiele in den VIP-Raum...oder besser: In den Fan-Block. Anschließend könnte man ihn, zur Bewährung, ab und zu in Unterzahl bringen. Der Mann ist nicht in Wolfsburg, um zu arbeiten - küssen wir ihm nicht auch noch dafür die Füße.

Fans:
Da darf auch Dienstags und auch bei enttäuschendem Spielverlauf mehr kommen. Das Team hat verbissen versucht alles aus sich heraus zu holen - das verdient unseren Respekt, gerade in so einem frustrierenden Spiel. Den Abschiedsapplaus fand ich hingegen wirklich klasse. mb

Besucherzähler

Besucher gesamt: 4.556.880
Besucher heute: 638
Besucher gestern: 868
Max. Besucher pro Tag: 7.174
gerade online: 1
max. online: 95
Seitenaufrufe gesamt: 8.725.371
Seitenaufrufe diese Seite: 333
counter   Statistiken

DEL-News