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EHC - Sinupret Ice Tigers 3:1

Nach der äußerst enttäuschenden Vorstellung beim Schlusslicht Duisburg leisteten die Grizzlies gestern beste Wiedergutmachung an ihren gestressten Fans.
Mit Vizemeister Nürnberg, dem momentanen Tabellendritten, hatten die Wolfsburger sich für diese Galavorstellung in Sachen Kampf und Leidenschaft zudem ein prominentes "Opfer" ausgesucht. War man im Hinspiel nach spannenden ersten vierzig Minuten noch im letzten Drittel grandios mit 7:2 gescheitert, so ließ sich die Bärentruppe diesmal nicht mehr die Butter vom Brot nehmen und sicherte sich die verdienten Punkte im letzten Spielabschnitt mit einer souveränen Vorstellung.

1.Drittel
Mit vollem Einsatz und viel Risiko gestalteten beide Teams den Auftakt der Begegnung äußerst stürmisch. Besonders die Gäste hatten sich scheinbar eine Art überfall-Taktik zurecht gelegt und wollten offenbar möglichst früh für klare Verhältnisse sorgen. Umso erstaunlicher, dass die defensiv zuletzt wenig überzeugenden Wolfsburger dem Ansturm sehr konzentriert standhielten und die etwas übermotivierten Gäste zu ersten leichtfertigen Fouls verleiteten - es sollten nicht die letzten bleiben.
Doch zunächst saßen erst einmal Maurer (3.-5.Min) und Peacock (5.-7.Min) für die Tigers auf der Sünderbank und die Grizzlies hatten erste Gelegenheiten ihr "gefürchtetes" Powerplay vorzuführen. Leider mit dem altbekannten Ergebnis...wobei: Die Chancen für die Wolfsburger waren reichlich vorhanden, wenn auch das Aufbauspiel weiterhin keine EHC-Stärke darstellte.
Wesentlich effektiver präsentierten sich die Gäste in der 9.Spielminute, als David Moravec die erste Strafe gegen den EHC abbrummte. Brian Swanson konnte mit einem Lattentreffer aus Halbdistanz das 0:1 für die Tigers verbuchen, da der Puck vom Gestänge einem Wolfsburger in die Hacken und von dort ins Tor fiel. So unglücklich der Treffer auch zustande kam - unverdient war er trotzdem nicht.
Die Grizzlies zeigten sich allerdings kaum beeindruckt hielten weiter engagiert dagegen und profitierten weiterhin von mehr als dusseligen Strafen der Nürnberger.
Doch trotz drei weiterer überzahlgelegenheiten für die Gastgeber fiel der Ausgleich - überraschung, überraschung - bei numerischer Gleichzahl auf dem Eis.
Der Treffer zum 1:1 von Kosick (13.Min) war angesichts der zahlreichen Torchancen seines Teams dann auch mehr als verdient und läutete bereits in dieser frühen Phase den ganz großen Auftritt der Wolfsburger ein.
Von diesem Zeitpunkt an waren die Grizzlies vollends im Spiel angekommen, hatten die größeren Spielanteile und wussten durchgängig mit einer Top-Einstellung zu überzeugen.
Trotzdem ging es lediglich mit 1:1 zum ersten Mal in die Kabinen - Petr Macholda saß zu diesem Zeitpunkt allerdings schon im Krankenwagen in Richtung Zahnklinik. Er hatte kurz nach dem Ausgleich an der Bande den Puck ins Gesicht bekommen und zwei Schneidezähne eingebüßt.

2.Drittel
Der Mittelabschnitt war mit Abstand der strafzeitenärmste aus Tigerssicht - eine abwechslungsreiche Partie konnte also weiterhin ihren Lauf nehmen und die Grizzlies ihre neu gewonnene Unterzahlstärke demonstrieren. Alle Blöcke des EHC überzeugten aber auch bei fünf gegen fünf und erarbeiteten sich die zwingenderen Chancen in diesem offenen Schlagabtausch.
Zur allgemeinen Freude konnte der erneut bärenstarke Höhenleitner einen Spielzug seiner Formation in der 33.Minute sogar zur 2:1 Führung nutzen - die Eisarena stand Kopf!
Die Moral der Grizzlies, die äußerst aggressiv, aber mit der nötigen übersicht, zu Werke gingen, hatte schließlich alle skeptischen Fans überzeugt und ließ diese ihr Team unablässig voran treiben.
Mit dieser mehr als verdienten Führung ging es zum zweiten Mal in die Pause.

3.Drittel
Nürnberg war mit seinem Latein noch längst nicht am Ende, kam jetzt wieder öfter gefährlich vor den Kasten des EHC und drängte auf den Ausgleich. Doch das Herz der Wolfsburger Mannschaft schlug an diesem Abend ruhig und kräftig - von Nervosität kaum etwas zu spüren, jeder im Team war mit Kämpfen beschäftigt. Das Publikum hingegen war mit Anfeuerung beschäftigt, weil jedem mittlerweile klar geworden schien, dass drei Punkte absolut möglich waren.
Eine Sache blieb auf Seiten der Gäste (zum Glück) jedoch bedenklich schwach: Die Fähigkeit den Kampf ohne unnötige Strafen anzunehmen. Zudem verloren die Tigers in der 19.Minute in einer Situation besonders spektakulär die übersicht und handelten sich damit statt des Ausgleichstreffers die spielentscheidende Strafzeit ein.
Bei 4 gegen 4 auf dem Eis hatte Andre Savage den Grizzlyfans zunächst einen Riesenschreck verpasst, als er plötzlich mutterseelenallein im Rücken der aufgerückten Grizzlyverteidigung an der gegnerischen blauen Linie den Puck bekam und in Richtung Jonas marschierte. Doch nicht nur, dass Jonas gekonnt den Winkel verkürzte und Savage somit neben das Tor abdriften ließ - der Nürnberger Stürmer war zudem völlig fehl am Platze! Nürnberg zu diesem Zeitpunkt irregulär mit fünf Spielern auf dem Feld und daher postwendend in Unterzahl.
Nur 28 Sekunden brauchten die aufgeputschten Grizzlies, um endlich ihr erstes überzahltor der Begegnung zu erzielen. Kapitän Tim Regan war es vorbehalten das entscheidende 3:1 für sein Team zu erzielen und versetzte damit (fast) die ganze Halle in ausgelassenen Freudentaumel.
Wie ernst es den Gästen aus Bayern mit dem Punktgewinn in Wolfsburg war, zeigte sich nur ganze 10 Sekunden nach Wiederanpfiff, als ein Nachstochern vor dem Kasten von Oliver Jonas zur Keilerei zwischen den Parteien führte. Bestraft wurden allerdings lediglich Cespiva und Kosick für je 2 Minuten und Brown und Svensson für je 5 Minuten plus Spieldauerdisziplinarstrafe. Da beide Wolfsburger nicht wirklich standfeste Vorstellungen gaben, konnten die Tigers wenigstens diese Disziplin als glasklare Gewinner beenden. Die Grizzlies hatten ihre Kraft offenbar bereits für andere Dinge verwendet...
Besonders erfreulich wirkte die ungewohnt euphorische Stimmung während der Siegesfeier, die bei Spielern und Fans bisher weniger bekannte Gefühlsausbrüche zeigte.

Mein subjektiver Eindruck:
Mal ganz ehrlich. Vor heimischer Kulisse hat dieses Team doch bisher erst ein einziges Mal wirklich enttäuscht. Höchstens einzelne Akteure, wie zuletzt gegen Ingolstadt, oder maximal die Abschlussschwäche - vor allem in überzahl - trieben einem da mal die Zornesröte ins Gesicht. Das eigentliche Problem bleibt die unterirdische Punkteausbeute auf fremdem Eis, teils gekoppelt mit inakzeptablen Vorstellungen. Da fällt es doppelt schwer einen Aussetzer vor heimischer Kulisse zu ertragen.
Das Team hat, meiner Meinung nach, seine absolute Saisonbestleistung gezeigt. JEDER hat wirklich über die komplette Dauer der Begegnung augenscheinlich alles aus sich rausgeholt - auch der eine oder andere Kringeldreher glänzte mit Einsatz bzw. hatte seine Nerven im Griff. Der Gegner war auf dem Papier deutlich überlegen und trat vor allem kein bisschen herablassend oder unmotiviert auf - im Gegenteil. Das macht diesen Sieg um so erfreulicher. Bleibt die Frage, ob die Mannschaft diese Form zur Abwechslung mal für ein paar Tage konservieren kann.

Tor:
Jonas mit makelloser Vorstellung. Gegen einen starken Gegner nur ein Duseltor kassiert - brillant! Hoffentlich werden solche Leistungen irgendwann im Laufe der Saison zur Gewohnheit. Dann hätte er sogar Chancen auf die Nr.1 - nicht nur auf dem Trikot.

Verteidigung:
Der EHC ohne Fortin und rund 47 Minuten ohne den bis dahin akzeptabel spielenden Macholda.
Svensson wirkt weiterhin hüftsteif, macht viele Fehler bei der Puckannahme, ideenlos im Spielaufbau, aber grundsolide vorm eigenen Tor.
Sandrock mit einer seiner besten Defensivleistungen. Im Powerplay bekommt er alle paar Spiele mal einen zur Direktabnahme serviert, den Rest muss er sich zurecht legen - verschwendetes Potential. Vielleicht mal ´nen Stürmer mit ´nem guten Pass im Powerplay zusammen mit Robby an die Blaue?
Gödtel sichtlich nervös, muss er doch die wenigen Chancen, die er bekommt, nutzen. Hatte sich irgendwann im Griff und lieferte eine solide Partie ab. Gleiches gilt für Danner.
Sascha Genze weiterhin Rock´n´roll pur - schnell, griffig, checkt und ackert wie blöde. Gutes Stellungsspiel gibt´s obendrauf.

Sturm:
Herrlich, wenn man niemanden negativ herausheben muss, weil ALLE gearbeitet haben und wirklich ALLE das mannschaftliche Wohl im Auge hatten.
Alle zuletzt gescholtenen Spieler knieten sich mächtig rein, passten sich endlich dem Spirit dieses Teams an und...siehe da: Das Ergebnis macht bei der Abschlussrunde wirklich jedem mächtig Spaß!
Ist doch besser als im Kreis zu fahren und sich hinterher auspfeifen zu lassen, oder?!
Wenn man in diesem Geiste weiterarbeiten WüRDE, dann KöNNTE sich das Team der Grizzlies vielleicht doch noch zu einem ernsthaften Mitbewerber auf Platz 10 entwickeln.

Fans:
Ja, das hat richtig Laune gemacht. Ich denke, das Team hat gemerkt, auf was für Unterstützung es sich verlassen kann wenn sich wirklich JEDER voll reinhängt. Gegen Augsburg gilt es noch mal alles zu geben! Das betrifft nicht nur unser Team. mb

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