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EHC - Hannover Scorpions 3:5

Das Derby gegen die Scorpions bleibt eine einseitige Sache - in jeder Hinsicht. Lediglich einen Sieg - mit 7:0 und anschließenden Fantumulten allerdings ein sehr spektakulärer - konnten die Wolfsburger in den bisherigen Aufeinandertreffen der letzten Jahre verbuchen und auch in dieser Partie blieb der Gastgeber seiner Serie treu. Doch wie schon in der ersten DEL-Saison sollte auch an diesem Abend nicht unbedingt ein gravierender Leistungsunterschied den Ausschlag geben.

1.Drittel
Nachdem die Scorpions die erste Unterzahl der Begegnung (2.Min) schadlos überstanden hatten, entwickelte sich ein offener Schlagabtausch zwischen beiden Teams. Während die Grizzlies die Mehrzahl der Chancen für sich verbuchen konnten, wirkten die Gelegenheiten der Scorpions gefährlicher - nicht zuletzt wegen eines völlig indisponierten Chris Rogles im Grizzlygehäuse, der nicht gerade zur Ruhe im Abwehrverbund der Gastgeber beitrug.
Nachdem zunächst ein Bauerntrick der Gäste trotz gemütlichem Tempo zur Großchance geriet und nur im letzten Moment durch Rogles entschärft werden konnte (Videobeweis), war es einige Szenen später dann doch soweit: 0:1 durch einen Abwehrfehler der Grizzlies. Schneider hatte im Alleingang Rogles eiskalt umkurvt und relativ entspannt eingenetzt (14.Min).
Die Gastgeber antworteten giftig, erhöhten den Druck und zwangen die Gäste zu Fouls. Während schließlich zwei Scorpions die Strafbank drückten, gelang Kapitän Regan in der 16.Spielminute der 1:1 Ausgleich per Nachschuss.
Mit diesem leistungsgerechten Ergebnis ging es in die Kabinen.

2.Drittel
Diesmal mussten die Wolfsburger den Auftakt des Drittels in Unterzahl bestreiten und auch ihnen gelang diese übung ohne größere Mühe.
Auch die fast im Anschluss folgende Strafzeit offenbarte bei den Scorpions eklatante Schwächen im überzahlspiel und eigentlich waren es eher die Grizzlies, die bei eigener Unterzahl die besseren Chancen hatten...
Doch kaum waren die Gastgeber komplett, setzte es bei numerischer Gleichzahl nicht nur bei der gesamten Wolfsburger Hintermannschaft, sondern vor allem beim stets chaotisch wirkenden Chris Rogles vollständig aus. Völlig verwirrt wirkte der hinter und neben seinem Gehäuse umherfahrende Goalie des EHC, was schließlich zum 1:2 Gegentreffer durch Boos führte (27.Min).
Glücklicherweise gelang durch Svensson schon wenige Sekunden nach Wiederanpfiff der Ausgleich zum 2:2 per verdecktem Schlenzer ins untere Eck. Mehr als verdient zu diesem Zeitpunkt!
Der Druck der Grizzlies nahm in der Folgezeit nochmals zu - Hannover diente bis zum Ende des Drittels fast nur noch als staunender Zuschauer, beeindruckt vom unbändigen Willen der Gastgeber.
Chance um Chance erarbeitete sich das Heimteam, nutzte zum Leidwesen der Wolfsburger Fans allerdings nur eine einzige zum 3:2 in der 37.Minute.
Erneut Tim Regan war es, der in einer 2 auf 1 Situation statt eines Abspiels aus halbrechter Position am verdutzten Jung vorbei den Puck im Gästetor versenken konnte.
Mit einer aus Scorpionssicht äußerst schmeichelhaften knappen Führung für den EHC ging es zum zweiten Mal in die Kabinen.

3.Drittel
Die Geschichte dieses Drittels ist schnell erzählt. Dem EHC schwanden zusehends die Kräfte, gerade bei den Abwehrspielern machte sich dieser Umstand in Unkonzentriertheiten bemerkbar und Rogles verunsicherte seine Vorderleute noch zusätzlich.
3:3 in der 49.Minute durch Hlinka - Abwehrchaos + Rogles sah schlecht aus
3:4 nur 3 Minuten später durch Köttstorfer - Svensson springt der Puck auf dem Weg hinters Tor von der Kelle - nach der anschließenden Kombination sah Rogles...genau: schlecht aus.
3:5 in der 57.Minute durch Herperger - Fibiger verstolpert + Rogles lässt prallen und...
Trotz allem stellten die Grizzlies sich selber ein gutes Zeugnis in Sachen Engagement und Teamspirit aus, kämpften selbst in den Schlussminuten noch um jeden Zentimeter Eis.
Trotz des enttäuschenden Verlaufs im letzten Drittel gab es kaum Vorwürfe auf der Tribüne zu hören - im Gegenteil: Anerkennung für die vorbildliche Einstellung und sogar zaghafter Applaus war zu beobachten.

Tor:
Chris Rogles von allen guten Geistern verlassen. Wirkte schon vor Spielbeginn völlig überdreht und machte besonders im 1. und 3.Drittel unglaublich viel Unfug.
Die Entscheidung den zuletzt bärenstark spielenden Jonas aus dem Tor zu nehmen war sicherlich gut gemeint - aber wir brauchen dringend mal zwei Siege hintereinander und das wird nix, wenn wir auf irgendwelche Rotationsabsprachen Rücksicht nehmen. Mit einer akzeptablen Goalieleistung wären Punkte fast garantiert gewesen...

Verteidigung:
Insgesamt recht überzeugend, hatte aber zwei- bis dreimal ihre Auszeiten.
Gödtel und Svensson hin und wieder etwas zu behäbig.
Sandrock mit einer seiner besseren Leistungen, auch wenn er ebenfalls an einem Gegentreffer beteiligt war.
Man kann diesen Mannschaftsteil einfach nur an seinen Möglichkeiten messen - alles andere hat eh keinen Sinn, die große Qualitätssteigerung ist da einfach nicht mehr zu erwarten.

Sturm:
Alle drei Reihen kämpferisch überzeugend. Die zweite Reihe erneut als einzige spielerisch präsent und obendrein, dank Regan, effektiv. Wietfeldt weiterhin besser als zuletzt.
Reihe Nummer drei bleibt allerdings weiterhin etwas zu anfällig, da Hurtaj seit Wochen angeschlagen ist, Kosick zu harmlos bleibt und Zurek irgendwie nicht zum Abschluss kommt.

Fans:
Schwach, ganz schwach. Das Team hat wirklich ALLES aus sich herausgeholt - haben wir das auch? Ich glaube nicht. mb