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EHC - Krefeld Pinguine 3:2

Schlecht gespielt und trotzdem gewonnen: Eine echte Premiere in der laufenden Saison. Bisher mussten die Grizzlies stets bis an ihre Grenzen gehen, um überhaupt mithalten - geschweige denn Punkte holen zu können. Gegen Krefeld sollte diesmal alles anders laufen, was nicht unbedingt nur positiv gemeint ist.

1.Drittel
Wolfsburg startete gleich einmal mit dem absoluten Saisontiefpunkt in die Begegnung. Zusammenspiel, Einsatz, Zug zum Tor, übersicht im Abwehrverhalten...alles komplette Fehlanzeige. Der EHC fand nur über Einzelaktionen statt, war in allen Belangen den Gästen aus Krefeld unterlegen. Die Pinguine brauchten hingegen nur einige Minuten, um ins Spiel zu finden, wirkten aber durchgängig ein wenig arrogant. Diese leicht überhebliche Spielweise war letztlich auch entscheidend, dass den Gästen lediglich ein Glückstreffer gelang und keine der hochkarätigen Chancen in Zählbares verwandelt werden konnte.
Das Drittel war bereits elfeinhalb Minuten alt, als Pietta dem halbherzig störenden Fortin den Puck durch die Beine spielte, der diesen prompt durch Jonas´ Schoner abfälschte.
So unglücklich dieser Treffer zum 0:1 fiel, so sehr war er Spiegelbild einer Partie, die bis dahin von beiden Seiten ohne letzte Konsequenz geführt wurden.

2.Drittel
Die Grizzlies, die wohl einen ordentlichen Anpfiff ihres Dompteurs erhalten hatten, zeigten sich zum Mittelabschnitt glücklicherweise wieder gewohnt kämpferisch. Spielerisch blieb das von der Heimmannschaft Gebotene weiterhin unsäglich. Einzelleistungen von Michael Henrich und Christoph Höhenleitner waren es auch dann, die das Spiel - fast unbegreiflich - zugunsten der Gastgeber kippen ließen.
Zunächst verwandelte Fibiger im Nachsetzen den Abpraller von Henrichs Alleingang (26.Min) zum 1:1, fünf Minuten später netzte Höhenleitner aus Halbdistanz gefühlvoll zum 2:1 ein. Eigentlich völlig unverdient, da die Pinguine weiterhin die Mehrzahl an Chancen hatten, doch angesichts der vielen guten Partien der Grizzlies ohne jeglichen Punktgewinn war es den anwesenden Wolfsburger Fans herzlich egal.
Die spielerisch überlegenen Gäste wirkten weiterhin nicht bissig genug, protestierten nicht einmal, als Thomas Gödtel in der 36.Minute den Puck aus dem Tor bugsierte und dem geschlagenen Jonas von hinten an die Schoner drückte. Sicherlich war die Situation für alle Akteure schwer einzusehen, doch nicht einmal Videobeweis zu fordern war schon eine sehr freundliche Geste...somit brachten die Pinguine sich um eine weitere Möglichkeit auf den verdienten Ausgleich.

3.Drittel
Alle, die sich zu diesem Zeitpunkt den Kopf zerbrachen, wie es der EHC wieder schaffen würde das Spiel doch noch zu verlieren, sollten umgehend eine Antwort bekommen.
In einem der sagenumwobenen überzahlspiele der Grizzlies schien alles auf die erneute Wende zum Schlechten zu deuten. Nicht nur, dass die Gastgeber völlig harmlos daherkamen - nein, viel besser! Bei eigener überzahl verweigerten sämtliche Wolfsburger Akteure das konsequente Zurückfahren und ließen Vasiljevs bei einem Konter reichlich ungestört Richtung Jonas ziehen. Ohne viel Haken und Halten durfte dieser den Wolfsburger Goalie umkurven und bereits drei Minuten nach Wiederanpfiff zum 2:2 vollstrecken.
Doch irgendwie - man kann es im Nachhinein eigentlich nicht wirklich an etwas bestimmten festmachen - schafften es die Hausherren die Partie mit viel Kampf und noch mehr Krampf offen zu halten. Als Christoph Höhenleitner in der 52.Minute sogar noch das 3:2 markieren konnte, wirkte das jedenfalls schon reichlich absurd. Toni Krinner nahm sofort eine Auszeit, um das Glück beim Schopf zu packen. Verrückterweise war das trotz des Führungstreffers auch bitter nötig, da die Grizzlies den Treffer mitten im eigenen Abwehrchaos erzielten.
Erstaunlicherweise konnten die Wolfsburger diesen Vorsprung weiterhin verteidigen und sammelten zum ersten Mal völlig unverdient drei Punkte ein.

Mein subjektiver Eindruck:
Das Ergebnis kann und darf nicht über den Zustand der Mannschaft hinwegtäuschen. Die gedachte erste Reihe mit Wiseman, Hurtaj und Moravec findet und fand eigentlich nie statt und so wirkt das Team auch - wie eine Mannschaft ohne ersten Block und ohne Einpeitscher auf dem Eis. Die wenigen alteingesessenen Zweitliga-Spieler müssen es zusammen mit den 3-4 brauchbaren Neuzugängen richten...und verlieren halt hin und wieder die Lust an diesen nicht enden wollenden Kampf- und Krampforgien.

Tor:
Jonas sah bei beiden Gegentreffern sicherlich nicht 100% optimal aus, bestätigte aber mit 32 - teils beachtlichen - Saves seine hervorragende Form.

Verteidigung:
Mit Genze fehlt momentan der Verteidiger mit dem besten Defensivverhalten. Eigentlich unglaublich und bei weitem kein Ruhmesblatt in Sachen Kaderzusammenstellung.
Fortin und Svensson einfach nur schrecklich - es lohnt gar nicht aufzuzählen im Bezug auf welche Eigenschaften. Das ganze Paket passte nicht.
Fibiger einigermaßen präsent, Danner etwas unsicherer neben ihm.
Halbwegs überzeugen konnte eigentlich nur das Duo Sandrock-Gödtel, welches seine Aussetzer zumindest minimieren konnte.
Angesichts der anfänglichen Motivationsmängel und dem insgesamt grauenhaften Stellungsspiel der gesamten Mannschaft ist das Abwehrverhalten allerdings kaum im Bezug auf einzelne Akteure zu bewerten.

Sturm:
Es ist und bleibt die Reihe Höhenleitner-Wietfeldt-Regan, die uns am Leben hält. In der ersten(?) Reihe mit dem offenbar gehandicapten Voce, dem wenig überzeugenden Ulmer und dem blass bleibenden Neuzugang Nikiforuk ging so gut wie nichts zusammen. Henrich machte sein gewohntes Kampf- und Alleingangspiel - diesmal recht erfolgreich neben Zurek und Hurtaj, die nach wie vor sichtbar um Besserung ringen. Hurtaj, mit enorm viel Pech im Abschluss, wagte endlich den ein oder anderen Alleingang und muss nur langsam mal das ein oder andere Tor machen - egal wie. Dann könnte das deutlich angeknackste Selbstvertrauen zurückkehren - die Ansätze sind jedenfalls da.
Das Backchecking aller Reihen war allerdings streckenweise eine einzige Frechheit.

Fans:
Die Arena schweigt zum Klang der Trommeln. Das in dieser Saison Gebotene bewegt sich allerdings hin und wieder schon arg weit jenseits der Schmerzgrenze. Niemand hätte wohl einen derartigen Mangel an Klasse im Team erwartet. Immer nur den guten Willen zu bejubeln und ständig knappe Niederlagen zu ertragen - da regiert nun mal Frust pur. Da man der Mannschaft nur selten einen Vorwurf machen konnte, bot sich nicht einmal ein vertretbares Ventil, um sich Luft zu machen. Einzig die "Ehrenrunde" ist und bleibt beschämend. Ein paar Standhafte machen die Raupe, der Rest verzieht sich wiederholt unter den Pfiffen der Fans gleich nach der Welle in die Kabinen - Tolle Show! Momentan geht so einiges den Bach runter, was man sich in den letzten Jahren aufgebaut hat: Sowohl in Sachen Zuschauerresonanz, als auch in Sachen Identifikation mit dem Team und lieb gewonnenen Ritualen. Man muss festhalten: Seit Fliegaufs Amtsantritt überwiegen die negativen Personalentscheidungen und die negativen Veränderungen im Umgang mit den Zuschauern. Leider! mb

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