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EHC - EV Duisburg 3:6

Nach zuletzt überzeugenden Leistungen verabschiedeten die Grizzlies das alte Jahr mit einem Horrorspiel der besonders üblen Art.
Ohne Einsatz und ohne Ordnung ließen sich die Gastgeber vom Tabellenletzten geradezu abschlachten und zeigten der mit 3550 Zuschauern mehr als überdurchschnittlich gefüllten Halle eine Arbeitseinstellung, die wie ein Schlag ins Gesicht wirkte.
Nach anfänglichen Versuchen das lustlos und arrogant auftretende Team wachzurütteln, ließ ein Großteil der Zuschauer die Begegnung wie betäubt über sich ergehen - Glück für die Cracks von Toni Krinner, die sich über ein 60-Minuten-Pfeiffkonzert nicht hätten beschweren dürfen!

1.Drittel
Es fing ohne Umschweife schrecklich an. Wolfsburg trat völlig überheblich auf, bewegte sich nur hin und wieder in der Vorwärtsbewegung angemessen energisch und ließ die Abwehrarbeit weitestgehend ruhen. Nach zahlreichen Puckverlusten und chaotischen Situationen im Drittel der Gastgeber war es in der 10.Minute dann Peter Högardh, der einen der "Fehler" bestrafen konnte und das 0:1 per Alleingang für die Füchse markieren konnte.
Die Grizzlies wirkten weiter unentschlossen, hielten nur gebremst dagegen. Da konnte der 1:1 Ausgleich durch Neuzugang Morczinietz nur 2 Minuten später die besorgten Gesichter auf den Tribünen kaum entspannen.
Aber es kam noch viel, viel bitterer. Als die Gäste aus Duisburg, man muss fast sagen "so nett waren", Strafzeiten zu nehmen, zeigte das schlechteste Powerplay der Liga, dass es immer NOCH SCHLECHTER geht.
Die letzten sechs Minuten des Drittels durften die Grizzlies also in überzahl spielen...und kassierten zwei Gegentore!!!
1:2 in Unterzahl durch Justin Cox (18.Min), der die aufgerückte Verteidigung und das grottenschlechte Stellungsspiel der Gastgeber eiskalt ausnutzte.
1:3 in Unterzahl durch erneut Peter Högardh, der vom Schlägerbruch Fibigers profitierte und einen schnellen Konter erfolgreich abschließen konnte (20.Min).
Da auch Chris Rogles einen rabenschwarzen Tag erwischt hatte, beschlossen die Gäste das erste Drittel also mit einer geradezu sensationellen Trefferquote von 3 Toren aus 8 Schüssen. Wer jetzt noch nicht genug hatte, sollte mehr bekommen...

2.Drittel
Der EHC stocherte sich weiter durch die Partie, kassierte in der 27.Minute dann das 1:4 durch ein Eigentor von J.-F. Fortin und damit den dämlichsten Gegentreffer des Abends, der natürlich dem Passgeber Tkaczuk gutgeschrieben wurde. Wolfsburgs Verteidiger hatte in seiner gewohnt lässigen Art seine Kelle in einen eher harmlosen Pass gehalten, doch anstatt den Pass abzufangen landete der abgefälschte Puck im eigenen Tor. Pleiten, Pech und Pannen - in dieser Deutlichkeit wohl nur möglich, wenn die Einstellung nicht stimmt.

Wolfsburg reagierte nun endlich einmal, machte ernsthafter Druck und konnte in der 32.Minute sogar in überzahl (!) das 2:4 durch Tony Voce verzeichnen.
Doch das Glück hatte man durch das schlampige Auftreten zuvor wohl bereits vergrault.
Nur zwei Minuten später stand selbiges beim 2:5 nach fünf Sekunden Powerplay erneut auf Duisburger Seite Pate, als ein Schuss von VanBallegooie unglücklich abgefälscht seinen Weg ins Wolfsburger Tor fand. Der Abend war für den EHC somit eigentlich gelaufen. Zu schwächlich kam das Team von Toni Krinner und Karl-Heinz Fliegauf daher, konnte die teilweise ansehnlichen Chancen, die sich im Anschluss boten, einfach nicht nutzen.

3.Drittel
Das letzte Drittel war geprägt von den mehr oder weniger überzeugenden Bemühungen der Gastgeber, die Schadensbegrenzung betreiben wollten. An ein Kippen des Spiels war nicht ernsthaft zu denken.
Doch auch der Goalie der Grizzlies setzte noch einen drauf und ließ seinen schwachen Leistungen im eins gegen eins noch einen kapitalen Bock folgen:
In der 51.Minute war es Cox, der den Puck von der blauen Linie mit einem offenen flachen Schuss trocken an Rogles vorbei zum 2:6 versenken durfte und somit die Fangquote des Amerikaners im Tor des EHC endgültig ins Bodenlose fallen ließ.
über seinen Treffer zum 3:6 - nur zwei Minuten später - konnte sich Wolfsburgs Höhenleitner kaum noch freuen. Zu deprimierend war der Spielverlauf...offenbar auch für die direkt Beteiligten.
Den unrühmlichen Schlusspunkt setzte dann auch wiederum ein Wolfsburger unter die Partie. Der sichtlich von der eigenen Vorstellung angefressene Fortin geriet mit VanBallegooie aneinander und versetzte diesem aus im Wegfahren einen Stockschlag gegen den Kopf! Was folgte war eine Rangeleien zwischen den beiden Streithähnen und jeweils 2+2+10 Minuten Strafe, die für Fortin noch um weitere 2 Minuten wegen Stockschlags ergänzt wurden. Bezeichnend, dass der Fanblock der Grizzlies hier eine Matchstrafe für den eigenen Spieler forderte und "Scheiß Verlierer" Gesänge anstimmte. Wer eine solche Arbeitseinstellung an den Tag legt, sollte seine Wut nicht auf Kosten der Gesundheit anderer abreagieren - gegen einen Faustkampf hätte vermutlich trotzdem niemand etwas einzuwenden gehabt.
So nahm ein grausamer Eishockeyabend sein unrühmliches Ende.

Mein subjektiver Eindruck:
Nach den zuletzt gezeigten Leistungen fragt man sich, was dieses Team geritten hat derart arrogant aufzulaufen. Schließlich kann man sich vor allem von den ordentlichen Leistungen in Berlin und Hannover nichts kaufen, da man für knappe Spielverläufe leider keine Bonuspunkte in der Tabelle bekommt. Unser Powerplay bleibt die Lachnummer der Liga in der nach unten offenen Katastrophenskala und wenn dieses Team glaubt, sie könnten irgendwen auf die leichte Schulter nehmen, dann sollten die Betroffenen schnell einen Termin beim Kopfdoktor machen.
Dazu fehlt uns eindeutig die Klasse!!!
Dass uns unsere unterdurchschnittlichen Ausländer in der Defensive auch gegen den Tabellenletzten zum Untergang gereichen, stimmt mich allerdings noch weitaus nachdenklicher...
Wenn ich gestern nach dem ersten oder zweiten Drittel als Trainer in die Kabine gekommen wäre - ich glaube, ich hätte ein Bündel alte Schläger mitgebracht und über dem Sitzplatz von jedem Spieler eine Krücke an der Wand zerdroschen. Vermutlich hätte aber selbst das einige Spieler nicht wecken können.

Tor:
Chris Rogles mit einer "Heimspiel-gegen-Hannover-Gedächtnis-Leistung". Bei eins gegen eins völlig chancenlos, viel zu langsam. Wurde natürlich von seinen Vorderleuten gnadenlos im Stich gelassen, hatte dem aber kaum individuelle Glanztaten entgegenzusetzen. Letzter Gegentreffer hundertprozentige Kappe. Rabenschwarzer Tag unseres Aufstiegshelden, der angesichts der Arbeitsteilung mit Jonas einfach nicht mehr richtig in Fahrt zu kommen scheint.

Verteidigung:
Auch in der Oberliga wäre es mit so einer Vorstellung eng geworden.
Einziger komplett überzeugender Mann des Abends ERNEUT Sascha Genze!
Macholda war als Zuschauer auf der Bank wohl der glücklichste Spieler im gestrigen Debakel - warum er dort lediglich zuschaute war nicht wirklich ersichtlich.
Fibiger und Svensson konnte man mit viel gutem Willen noch als solide bezeichnen, nahmen ihre Aufgaben wenigstens einigermaßen ernst. Als Ausländer natürlich zu wenig.
Gödtel ließ sich leider sehr schnell von seinem Nebenmann anstecken und produzierte ebenfalls einige Böcke.
Dieser Nebenmann hieß Robby Sandrock, der bei mindestens fünf Gegentreffer nicht nur auf dem Eis stand, sondern mit individuellen Fehlern kräftig mithalf. Spätestens nach dem ersten (JA - nach dem ERSTEN!) Gegentreffer hätte der Mann auf die Bank gehört. Bis dahin hatte er bereits genug Mist für zwei Spiele verzapft. Da Macholda wohl noch nicht einsatzfähig war (was macht der dann auf der Bank? Auf einen Schoneinsatz bei hoher Führung gegen den ach so schlechten Gegner warten???) und Danner in Crimmitschau weilte (was macht der da?), durfte Sandrock bis zum Ende der Begegnung in über-, Unter- und Gleichzahl auf dem Eis sein Unwesen treiben. Ein einziges Armutszeugnis für die Personalplanung, werden Fehlleistungen im Sturm doch fast sofort mit der Bank bestraft...während wir ein Spiel nach dem anderen in der Abwehr vergeigen.
Zum Schluss noch "Ich kann ganz toll mit dem Schläger rumfuchteln und meine Frisur sitzt dabei auch noch ganz klasse" - Fortin. Der soll endlich spielen und kämpfen wie ein Mann und nicht seine Wut über eigene Unzulänglichkeiten feige mit dem Schläger am Gegner auslassen.
Das wirkte nicht nur wie so oft überheblich und inkonsequent, was JF da zeigte - es war diesmal auch genau dieses. Nichts gegen eine überlegte Spielgestaltung mit erhobenem Kopf, aber manchmal muss man auch mit selbigem durch die Wand...wo war der Wille?

Sturm:
Wenn die Reihe um Regan nicht funktioniert...tja: Was bleibt in diesem Team dann noch?
Voce ist angeschlagen keine echte Hilfe (trotz Tor). DER braucht die Pause, nicht ein Hurtaj, der um seinen Anschluss ans Team kämpft und kein Zurek, der ebenfalls um jeden Puck rackert und nach alter Stärke sucht. Wir BRAUCHEN einen fitten Voce mehr denn je!
Morczinietz führte sich in Wolfsburg gleich mal mit einer ansprechenden Leistung und seinem ersten Tor gut ein. Die fehlende Anbindung an seine Mitspieler fiel beim allgemeinen Rumgestolper in allen Reihen kaum auf.
Ansonsten wirkte das alles saft-, kraft- und ideenlos, was unsere Stürmer da produzierten. Auch gegen den Tabellenletzten muss man alles geben, um zum Erfolg zu kommen - schon vergessen?
Höhenleitner, der schon in Hannover etwas überdreht wirkte, scheint langsam die Bodenhaftung zu verlieren - das sah alles schon mal konzentrierter aus! Aber warum soll es ihm besser ergehen, als dem Rest des Teams?
Hurtaj verdient definitiv mehr Eiszeit - einem Nikiforuk kann er allemal das Wasser reichen...und mehr als das.

Fans:
Die Stimmung war genauso gehemmt wie das Spiel der Grizzlies. Ob man sich bei derart frechen Vorstellungen nicht doch etwas lautstärker zu Wort melden sollte, bleibt dabei wohl Geschmackssache. Sollte sich so ein Spiel in den nächsten Tagen wiederholen, dann würde mich ein erneutes schockiertes Schweigen doch stark irritieren. mb

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