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EHC - Ingolstadt Panther 3:2nP

Wiedergutmachung teilweise gelungen - so könnte man den gestrigen Abend wohl treffend umschreiben.
Teilweise, da fast das gesamte Team weiterhin etwas gehemmt wirkte. Diesmal schien dieser Umstand allerdings kaum auf mangelnde Motivation, sondern auf hausgemachte Verunsicherung zurückzuführen zu sein. Trotzdem reichte es am Ende für einen halbwegs versöhnlichen Sieg nach Penalties gegen die, allerdings recht dezimiert angetretenen, Panther aus Ingolstadt.

1.Drittel
Die Gäste aus Bayern präsentierten sich in den ersten zehn Minuten der Begegnung als idealer Aufbaugegner, ließen die Grizzlies schalten und walten und holten sich auch prompt zwei Gegentreffer ab.
Gegen den zunächst unsicher wirkenden Waite im Kasten der Panther und seine noch wackeliger daherkommende Abwehr gelang den Gastgebern bereits in der 4.Minute das 1:0 durch Jason Ulmer. Einen Schuss von Neuzugang Morczinietz hatte Waite ungeschickt durch die Mitte prallen lassen und Ulmer netzte lässig ein. Auch in der Folgezeit war keine Besserung auf Ingolstädter Seite zu beobachten und so nahm der Druck auf die Gäste beständig zu.
Als die Wolfsburger, die mit knapp über 14 Prozent liegender Erfolgsquote weiterhin das schlechteste Powerplay der Liga stellen, sogar im zweiten Anlauf einen überzahltreffer markierten, schien die Partie einen versöhnlichen Verlauf zu nehmen.
Jesse Fibiger hatte Ende der 9.Spielminute einfach einmal von der blauen Linie draufgehalten, sein Schuss wurde glücklich und unhaltbar zum 2:0 abgefälscht. Ein Beleg für die alte Eishockeyweisheit "Wer nicht schießt, kann auch keine Tore erzielen", die sich das Wolfsburger Powerplay auch in Zukunft zu Herzen nehmen sollte. Doch dann geschah etwas Seltsames:
Nur eine Minute später musste Yannic Seidenberg nach einem Bandencheck gegen Nikiforuk mit 5 Min. + Spieldauer zum vorzeitigen Duschen in die Kabine. Das schien allerdings der Weckruf für die bis dahin träge und verwirrt auftretenden Ingolstädter zu sein. Plötzlich brannten die Gäste vor Leidenschaft, wehrten während der folgenden fünf Minuten Dauerunterzahl fast jegliche Gefahr schon an der eigenen blauen Linie ab und kauften den Grizzlies somit den Schneid ab.
Eine folgende Unterzahl überstanden die Gastgeber jedoch wiederum überraschend locker, so dass man ohne klare Tendenz zum ersten Mal in die Kabinen ging - obwohl die Grizzlies noch mit 2:0 führten...

2.Drittel
Zur Freude der rund 2000 Zuschauer meldete sich der EHC umgehend als dominierende Kraft auf dem Eis zurück. Da die Gäste neben Seidenberg nun auch noch verletzungsbedingt auf Hinterstocker verzichten mussten, konnten diese mit 14 Feldspielern allerdings keine drei kompletten Blöcke mehr aufstellen.
Dieser personelle Vorteil schien zunächst auch aufzugehen, denn besonders die Reihe um Kapitän Regan machte mächtig Alarm vor dem Gehäuse der Bayern.
Ein Tor gelang allerdings nur dem neben Bellissimo auffälligsten Spieler in Reihen der Panther. Felix Schütz war es, der in der 27.Minute einen missglückten Aufbaupass von Gödtel abfing und Jonas zum 2:1 Anschluss durch die Schoner schob. Mitten hinein in die Dominanz der Hausherren...
Die folgende Verunsicherung nutzten die Gäste, um das Spiel wieder offener zu gestalten und so bekamen die Fans in der Folgezeit eine ausgeglichene Begegnung zu sehen.
Nicht zuletzt die überzeugende Goalieleistung auf beiden Seiten sorgte dafür, dass es mit unverändertem Spielstand in die Pause ging. Die Tatsache, dass Jimmy Waite des öfteren einen Schoner unter dem eigenen Pfosten hatte (für den Fall der Fälle) und auch Gebrauch von dieser Option machte, hätte allerdings gerne einmal von HSR van Gameren geahndet werden dürfen.

3.Drittel
Wolfsburger startete erneut gut ins Drittel, ließ die Panther erst gar nicht zur Entfaltung kommen und erspielte sich nun zahlreiche Chancen - die wiederum ungenutzt blieben.
Für den ersten richtigen Lacher des Abends sorgte allerdings kein Spieler, sondern Referee van Gameren, der im letzten Spielabschnitt mehr und mehr neben sich zu stehen schien.
Christoph Höhenleitner durfte, nachdem er von Waginger gehakt wurde, zusammen mit diesem auf die Strafbank wegen "unsportlichem Verhalten" bzw. "Schwalbe". Schade bloß, dass der Wolfsburger Stürmer nicht gefallen war und unbeirrt weitergespielt hatte! Vielleicht sah das kurze Straucheln nach dem Haken ja "unsportlich" aus...unfassbarer Schwachsinn diese Entscheidung.
Das Drittel blieb trotzdem in Grizzlyhand. Den zahlreichen Chancen, vor allem durch Höhenleitner und Voce, hatten die Panther lediglich vereinzelte Möglichkeiten entgegenzusetzen.
Leider waren es wiederum die Gäste, die dann mit einer Einzelaktion den Ausgleich erzielen konnten. Bellissimo konnte per Konter in der 55.Minute, zu diesem Zeitpunkt durchaus unverdient, das 2:2 markieren, überlief dabei mit Sascha Genze den Wolfsburger Mr.Zuverlässig. Leichte Resignation machte sich im weiten Rund breit - die Gästefankurve natürlich ausgenommen.
Schließlich sollte die Verlängerung für die Entscheidung sorgen...

Verlängerung
...tat es aber nicht.
Obwohl sich Rückkehrer Macholda eine äußerst überflüssige Strafzeit leistete und die Grizzlies noch sichtbar am frustrierenden Ausgleich zu knabbern hatten, konnten die Wolfsburger sich ins Penaltyschießen retten.

Penaltyschießen
Regan und Nikiforuk machten den verdienten zweiten Punkt im Shootout klar. Auf Seiten der Gäste zeigte lediglich Routinier Bellissimo die nötige Kaltschnäuzigkeit gegen den mittlerweile sichtlich unter Schmerzen spielenden Jonas im Grizzlytor.

Mein subjektiver Eindruck:
Da hatten aber einige im Team Gummi in den Beinen! Kein Wunder nach der letzten Vorstellung.
Nachdem man sich gegen Duisburg selber in die Pfanne gehauen hatte, fiel es einigen sehr schwer die Nerven zu behalten. Zum Glück hatten sich aber vor allem die gescholtenen "Leistungsträger" einigermaßen unter Kontrolle und achteten verstärkt auf ihre defensive Verantwortung. Wirklich gut anzusehen war die Begegnung zwar nur hin und wieder, doch das sind wir ja bereits gewohnt. Zu hilflos agiert unsere Truppe, wenn man ihr die ganze Spielgestaltung aufbürdet. Wären die Panther nicht so vogelwild in die Partie gestartet, dann wäre die Begegnung vermutlich zur Katastrophe mutiert. Was soll´s. Am Sonntag kommt mit Mannheim ja unser Lieblingsgegner...

Tor:
Jonas mit guter Partie. Kämpfte spätestens ab dem letzten Drittel aber wieder mit seinem Körper. War das Comeback zu früh? Eine Frage, die man dem Trainer seitens der Presse gerne einmal stellen darf.

Verteidigung:
Fortin und Svensson mit guter Vorstellung. Unkompliziertes Abwehrverhalten, Spielaufbau sprechen wir lieber nicht drüber. Spielaufbau haben andere - nicht nur bei ihrer ersten Verteidigungsreihe...
Fibiger und Genze solide. Genze sah beim zweiten Gegentreffer ungeschickt aus, hat diesbezüglich aber weitaus mehr Kredit übrig als so mancher Kontingentverteidiger.
Fibiger bleibt in überzahl sehr risiko- und schussfreudig an der Blauen - spricht für sein Selbstvertrauen, vermutlich da er in der Defensive weitestgehend fehlerlos bleibt.
Gödtel wird nach seinem Fehler zum 2:1 erneut Opfer des Programms "Fördern und Fordern", das allerdings nur für Spieler mit deutschem Pass zu gelten scheint - Ausnahme bleibt hier lediglich "Nationalspieler" Macholda.
Letztgenannter genießt ja bekanntlich Narrenfreiheit beim EHC und wird nun im laufenden Spielbetrieb - auch in wichtigen Spielphasen - nach seiner Verletzung wieder aufgebaut. Eine Einwechslung gegen Duisburg hingegen konnte man der zarten Spielerseele hier nicht zumuten...
Sandrock zitterte sich sichtlich durch die Partie. Wirkte stark verunsichert und spielte überraschend defensiv. Alles nur allzu verständlich nach dem letzten Auftritt gegen Duisburg, die Hoffnung auf Konstanz in seinen Leistungen habe ich jedoch längst begraben. Auffällig: Sandrock wurde beim Powerplay von seinen Mitspielern konsequent an der Blauen ignoriert - ob das so im Sinne des Erfinders war?

Sturm:
Morczinietz und Ulmer gefielen recht gut, Henrich kann neben individueller Stärke gewohnt wenig in die Spielgestaltung einbringen.
Kosick blass. Voce weiterhin ohne die letzte Durchschlagskraft, scheint aber wieder schneller zu werden. Nikiforuk nur im Powerplay mit ein paar guten Momenten, spielt weiterhin Pässe, die man in dieser Liga einfach nicht bringen darf. Die Gegner lassen den Puck nicht einfach mal so durchschlüpfen - die muss man schon umspielen! An der Bande stellt Nikiforuk zudem den personifizierten Puckverlust dar. Vielleicht sollte er sich mal an Herrn Wietfeldt orientieren: Unfassbar, wie der sich gegen die ganzen Riesen zum Teil durchsetzt. Unfassbar allerdings auch, wie Höhenleitner und Wietfeldt sich seit 4-5 Spielen gegenseitig ignorieren und Alleingänge zelebrieren. Nachdem Höhenleitner mit dem Unfug angefangen hat, vermutlich im jugendlichen Größenwahn einer guten Serie, so zieht der andere Christoph jetzt unrühmlich nach. Da muss Kapitän Regan mal auf den Tisch hauen, damit diese Reihe nicht einen großen Teil ihrer Durchschlagskraft wegen solcher Befindlichkeiten einbüßt. Der Trainer darf da natürlich auch gerne mal was sagen...
Zurek und Hurtaj unauffällig, Bartosch wirkte effektiver als sonst - vielleicht kommt da in den nächsten Wochen was nach?!

Fans:
Ein Friedhof ist dagegen ein Volksfest. Ein bisschen Trommelsolo, ein bisschen Hurra bei den eigenen Toren. Das war´s im Groben. Die Mannschaft hat allerdings ihren Teil dazu beigetragen, indem sie nicht nur lustlose Vorstellungen eingestreut hat, sondern in besseren Phasen einfach keinen Draht zu den Fans aufgebaut hat. Ich sag nur: Ehrenrunde. Wenn auch sonst nur die Alteingesessenen die Raupe mitmachen und sich die Interaktion mit den Fans meistens auf ein Mindestmaß reduziert...was kann da am Ende schon groß bei rauskommen? Wenn man zum Teil derart grottig auftritt, dann kann man sich die "professionelle" Distanz zu den Fans erst recht nicht erlauben - einfach mal drüber nachdenken. Ohne Siege werden Euch diese Fans jedenfalls nur noch eher selten zujubeln - selber schuld. Das hatten wir auch schon mal anders. mb

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