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EHC - Krefeld Pinguine 3:5

Das vorletzte Heimspiel der Saison konnte leider nur anfänglich an die Galavorstellung anknüpfen, die die Grizzlies am letzten Wochenende ihrem Publikum geboten hatten.
Trotzdem entwickelte sich eine unterhaltsame Begegnung gegen die Gäste aus Krefeld, die sich mitten im Kampf um den letzten Pre-Playoff Platz 10 befinden. Entsprechend ernst nahmen sie die Partie und entsprechend viel Konzentration war seitens der Gastgeber gefordert. Um es vorweg zu nehmen: Die Konzentration der Wolfsburger reicht nicht für die ganze Dauer des Spiels...

1.Drittel
Das schönste und unterhaltsamste Drittel der gesamten Partie sollte ohne Tore auskommen.
Gleich zu Beginn zeigten beide Teams viel Laufbereitschaft und erspielten sich zahlreiche Einschussmöglichkeiten. Die besseren Gelegenheiten hatten dabei die Gastgeber, die rund ein halbes Dutzend bester Möglichkeiten nicht am unsicher wirkenden Marsters (der wird tatsächlich so geschrieben) im Tor der Gäste vorbeibringen konnten.
Auf der Gegenseite hatten die Pinguine ihre beste Chance durch einen Penalty von Patrick Hager zu verzeichnen. Sandrock hatte als letzter Mann den Krefelder bei einem breakaway per Hechtsprung umgesenst (6.Min), so dass HSR Oswald auf Strafschuss entscheiden musste.
Doch Olli Jonas im Tor der Grizzlies behielt die Nerven und zwang Hager durch gutes Stellungsspiel zu einem eher missglückten Schuss auf sein Gehäuse.
In der Folgezeit dominierten die Gastgeber aus Wolfsburg das Geschehen und so gingen die Fans der Grizzlies zwar ohne Torjubel, aber doch recht gut gelaunt in die erste Pause des Spiels.

2.Drittel
Krefeld legte nun noch ein Schippchen drauf und berannte das Tor des EHC weitaus energischer als im ersten Spielabschnitt.
Bereits nach wenigen Sekunden brannte es schon lichterloh vor Jonas, als Alinc völlig allein vorm Wolfsburger Goalie auftauchte und diesen nur knapp nicht überwinden konnte.
Als nach rund zwei Minuten Voce wegen einer reichlich überflüssigen Strafzeit auf der Strafbank Platz nehmen durfte, dauerte es auch nur rund 30 Sekunden, bis der Druck der Gäste sich schließlich im 0:1 durch Boris Blank niederschlug.
Zum Glück schaffte Jan Zurek mit einem der wenigen Schüsse (laut Statistik dem einzigen des Drittels!) auf das Tor der Gäste fast postwendend den 1:1 Ausgleich, so dass die Partie, trotz der überlegenheit der Pinguine, nicht wirklich kippen konnte.
Auch dass HSR Oswald in der 4. und 6.Minute die Krefelder jeweils mit einer Strafzeit bedachte, spielte den nun deutlich um Kontrolle ringenden Gastgebern in die Karten.
Was letztlich bei doppelter überzahl der Hausherren herauskam, braucht an dieser Stelle (leider) nicht mehr erwähnt werden.
Die Wolfsburger fanden im Laufe des Drittels leider nicht wirklich zurück ins Spiel, überstanden aber dabei zwei Unterzahlsituationen recht sicher.
Durch einen Glückstreffer gingen die Gäste aus Krefeld in der 36.Minute dann aber doch in Führung.
Mit Patrick Hager traf einer der auffälligsten Pinguine per Drehschuss zum 1:2 - wenn man den Schieber durchs Gedränge vor Jonas´ Tor so nennen möchte.
Verdient war die Führung der Gäste trotzdem allemal, da vom EHC in diesem Spielabschnitt offensiv so gut wie nichts zu sehen war.

3.Drittel
Das Spiel wurde jetzt wieder auf beiden Seiten munterer, so dass auch fast der Unterhaltungswert der ersten 20 Minuten erreicht wurde.
Folglich mehrten sich die Torchancen auf beiden Seiten und schließlich war es Andy Morczinietz, der in überzahl per "bottleshot" den 2:2 Ausgleich für den EHC besorgen konnte.
Etwas über 45 Minuten waren da gespielt und - sehr zum Leidwesen der mitgereisten Krefelder Fans - nichts war bis dahin entschieden.
Doch die Gäste blieben ihrem zahlreich mitgereisten Anhang die Antwort auf dieses Tor nicht lange schuldig, erhöhten prompt erneut den Druck auf den Wolfsburger Kasten und konnten bereits dreieinhalb Minuten später wieder mit 2:3 in Führung gehen.
Verwey hatten einen Abpraller von Milo an Jonas vorbeischieben können und somit das Ergebnis wieder dem bisherigen Spielverlauf angepasst.
Erneut Verwey war es, der in der 55.Minute sogar auf 2:4 erhöhen konnte, dabei aber davon profitierte, dass Sandrock seinen Schuss für Jonas unhaltbar abfälschte.
Doch das Spiel blieb spannend! Zwei Krefelder wanderten im Anschluss im Minutentakt auf das Sünderbänkchen, so dass zu Beginn der 58.Minute Tim Regan tatsächlich doch noch der 3:4 Anschlusstreffer gelang.
Wieder hieß es zittern bei den Gästen aus Krefeld und wieder konnten sich die Pinguine auf das kleine Quäntchen Glück verlassen, das man im Sport einfach öfter mal braucht.
Eine Minute vor dem Ende traf Ryan Ramsey zum 3:5, wobei auch ihm ein Grizzly - diesmal Torhüter Jonas - unglücklich zur Seite stand. Der Wolfsburger Goalie schob den parallel zu seiner Torlinie geschossenen Puck rückwärts über die Linie, so dass eine Schlussoffensive der Gastgeber letztlich nicht mehr stattfand.

Mein subjektiver Eindruck:
Obwohl das Mitteldrittel einfach zu passiv und in überzahl gewohnt deprimierend war, fühlte ich mich im Großen und Ganzen gut unterhalten. Die Saison neigt sich ihrem Ende entgegen und man sollte, vor allem motivationstechnisch, keine Wunder von unserem Team erwarten. Die Personalentscheidungen sind, bis auf ein oder zwei Spieler, vermutlich längst getroffen, so dass da auch kein "Durchfaller" mehr über sich hinauswächst. Eins möchte ich an dieser Stelle allerdings betonen: Für das letzte Heimspiel gegen Hannover erwarte ich von allen bleibenden Akteuren (bei Wietfeldt brauchte man sich da sowieso nie Sorgen machen) eine Top-Leistung! Erstens geht es mal so was von gar nicht, wenn wir gleich viermal gegen die Zachtruppe verlieren und zweitens sollte ein Derby als Saisonabschluss vor heimischer Kulisse etwas Besonderes sein - in der Tabelle geht´s vermutlich obendrein immer noch um Platz 13. Also: Auf geht´s Buam!

Tor:
Jonas solide, am Ende hatte seine Konzentration dann leider auch einen Aussetzer. Ansonsten eigentlich keine Fehler und mit ein paar sehenswerten Saves in den ersten beiden Dritteln.
Für die kommende Saison kann man dann, da er ja unumstritten als Nr.1 ins Rennen geht, auch mal die Abwehr in der Vorbereitung auf seine Spielweise abstimmen! Er steht meist sehr weit vor seinem Tor und verkürzt damit den Winkel für Distanz- und Halbdistanzschüsse, ist dadurch aber bei one-timern offen wie ein Scheunentor. Da muss die Verteidigung in der kommenden Spielzeit ihr Stellungsspiel hundertprozentig drauf abstimmen!
Wobei er seine Position natürlich der Spielsituation anpasst - die kann sich aber auch durch Nachlässigkeiten in der Abwehr unerwartet schnell verändern...

Verteidigung:
Svensson und Macholda sind für die 1.Reihe zu schwach. Ist jetzt keine Riesenerkenntnis - ich weiß. Doch beide lieferten einen soliden Job ab und gerade im Fall von Macholda freut mich das wirklich sehr. Hätte Petr die ersten Dreiviertel der Saison so gespielt, wie zuletzt, wäre wohl kaum ein kritisches Wort über ihn verloren worden. Es bleibt die Hoffnung, dass er in der kommenden Spielzeit endlich das in ihn gesetzte Vertrauen rechtfertigt. Schade, dass Gödtel nicht mal einen Bruchteil dieser unzähligen Vertrauensbeweise seitens des Trainers erhalten hat...
Genze und Fibiger zeigten von den drei Verteidigerpaaren die beste Leistung, beide extrem zuverlässige Abräumer im eigenen Drittel und ohne den zeitweiligen Chaosfaktor der anderen beiden Duos.
Sandrock gewohnt zappelig - sehr viel Einsatzwille zu erkennen, aber einfach viel zu oft ohne jegliche Positionstreue. Heftig für jeden Mitspieler! Diesmal erwischte es Danner, der in den Irrläufen unseres "+/- Gottes" (-23!!!) einen Sinn finden musste.
Trotzdem verstehe ich die Weiterverpflichtung von David nicht wirklich - die von Fliegauf zitierte Weiterentwicklung bleib leider verborgen. Ich hoffe er belehrt mich in der kommenden Spielzeit eines Besseren.

Sturm:
Zurek-Wietfeldt-Regan kämpferisch gut, aber nur zeitweise mit Durchschlagskraft.
In der Reihe um Ulmer fiel mir eigentlich nur Andy auf, der gewohnt schnell und geistesgegenwärtig seine Chancen hatte. Beim Ausspielen des letzten Gegners sollte er sich allerdings mal nen zweiten Move zulegen.
Nikiforuk unauffällig.
Wiseman mit schlampigen Pässen und insgesamt fiel zu lala für ne Empfehlung in Sachen Vertragsverlängerung.
Tony Voce ist völlig außer Form. Unser italokanadisches Pastagrab ist mittlerweile schon zu fett zum Bremsen. Verletzt sich dabei prompt und setzt seinen unsäglichen Vorstellungen der letzten Wochen die Krone auf! Sowohl neben dem Eis (Gewicht!) als auch auf dem Eis (Plusminus -19 und jede Menge Strafzeiten durch mangelnde Fitness) hat Voce jegliche Selbstdisziplin offenbar zum Teufel gejagt. Schade, wenn man bedenkt, wie er hier angefangen hat.
Bartosch gewohnt engagiert, aber ohne Zählbares.

Fans:
Passte alles soweit zur aktuellen Situation. Mal schauen, ob gegen Hannover insgesamt mehr Stimmung in die Bude kommt. Einen würdigen Saisonabschluss, vor allem für unsere "Rentner", wäre doch ne klasse Sache. Letztlich kann unser Team, wie oben beschrieben, natürlich auch seinen Teil dazu beitragen. mb

 

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