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Der Kader der Grizzlies ist fast komplett

Während die deutschen Profis bereits am vergangenen Dienstag und Mittwoch zum ersten Leistungstest in Wolfsburg erschienen, herrscht im Kader der Grizzlies nur noch auf wenigen Positionen Unklarheit.
Besonders die Suche nach einem ausländischen Topverteidiger gestaltet sich offenbar schwieriger als erwartet. Der gesuchte Spieler soll offensivstark sein und vor allem als Rechtsschütze das Powerplay der Grizzlies nach vorne bringen. Ein Anforderungsprofil, das den EHC wohl auf einen sehr engen Markt geführt hat und welches bisher im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten noch nicht mit einem Spieler gefüllt werden konnte.
Der potentielle Neuzugang würde neben den zuletzt verpflichteten Centern Justin Papineau und Mike Green die 10. Ausländerposition im Team der Wolfsburger einnehmen.
Papineau kommt vom Nationalliga A - Absteiger aus Basel und soll die Rolle des Spielmachers in der zukünftigen ersten Reihe der Grizzlies übernehmen. Neben guten läuferischen und stocktechnischen Fähigkeiten soll der kanadische Neuzugang, der bei den New York Islanders bereits mit Mike Peca und Mark Parrish in einer Reihe aufs Eis ging, auch über die nötige Spielübersicht verfügen, um in Wolfsburgs Topreihe demnächst die Fäden zu ziehen. Trotz 82 Einsätzen in der nordamerikanischen Topliga und konstant guten Leistungen in der AHL konnte sich der 1,78m große Papineau nie kontinuierlich in der NHL durchsetzen. Nach der Katastrophensaison mit dem EHC Basel will Wolfsburgs neuer "Lenker" nun endlich seine Europakarriere richtig in Schwung bringen. 
Mike Green scheint hingegen eher ein weiterer Mosaikstein im Zweiwege-Konzept des Wolfsburger Trainerstabs zu sein, der zur neuen Saison fast ausnahmslos Stürmer mit dieser Reputation unter Vertrag genommen hat. Der 28-jährige Kanadier hat, im Gegensatz zu Papineau, bereits drei Spielzeiten in der DEL (Nürnberg und Hannover) bestritten und wird als solide Verpflichtung, vermutlich für die dritte Reihe, gehandelt.
Während mit Etienne Renkewitz (Eisbären Berlin) die dritte Position im Grizzly-Tor ebenfalls bereits geklärt wurde, fehlt den Wolfsburgern noch der ein oder andere U25 Spieler in Sturm oder Verteidigung, der an Kooperationspartner Crimmitschau ausgeliehen werden könnte.

Das größte Fragezeichen steht jedoch weiterhin hinter der Verpflichtung von Xavier Delisle, der unter großer Anteilnahme der Wolfsburger Fans in einem anderthalbjährigen Kampf den Lymphdrüsenkrebs besiegen konnte. Delisle hatte während seiner schweren Krankheit nie den Traum aufgegeben noch einmal für die Grizzlies aufs Eis gehen zu dürfen und strebt nun sein Comeback in orange an. Während eines Probetrainings im Juli soll geklärt werden, ob Xavier wieder fit genug für die DEL ist und somit als 11. Ausländer die zugesagte Chance auf besagtes Comeback bekommt.
Bleibt zu hoffen, dass der "X-Man" dieses wage Angebot der Wolfsburger Verantwortlichen nicht zugunsten eines sicheren Engagements andernorts ungenutzt lassen wird. Als zweifachem Familienvater wäre ihm dies allerdings nicht zu verübeln - nach solch einer schweren Krankheit muss er seine Karriere dort fortsetzen, wo man ihn lässt. Es bleibt also weiterhin spannend, ob neben dem menschlichen Happy-End auch noch ein sportliches folgen wird. Die Wolfsburger Fans hätten sicherlich ihren Spaß daran...