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EHC - Ingolstadt Panther 4:3

Vor einer jahreszeittypischen und doch etwas enttäuschenden Kulisse von knapp 1700 Zuschauern gewannen die Grizzlies eines dieser Spiele, die man in Wolfsburg bisher nur selten für sich entscheiden konnte - schon gar nicht mit allen drei Punkten!
Nach äußerst zähem Beginn fanden die Gastgeber gegen starke Panther aus Ingolstadt nur langsam in die Begegnung. Am Ende mussten sich die tapfer kämpfenden Gäste lediglich der bärenstarken Kondition der Grizzlies beugen und gaben in letzter Minute den verdienten Punkte noch aus den Händen.

1.Drittel
Das Spiel begann denkbar ungünstig für die angesichts der etwas dünnen Kulisse spürbar irritierten Gastgeber. Die Gäste aus Bayern hingegen machten sofort Dampf Richtung Grizzlygehäuse, präsentierten sich sofort hellwach und zwangen die Grizzlies zu unüberlegten Aktionen. Vorneweg Jan-Axel Alavaara, der die ersten vier Minuten der Partie wegen zweimaligem Haken fast ausschließlich hinter Plexiglas bewundern durfte. Aber eben nur fast, denn die Panther nutzten ihre erste überzahl gleich zum 0:1 Stimmungskiller in der 2.Spielminute. Duncan Milroy hatte eine Powerplaykombination aus Nahdistanz abgeschlossen und Dshunussow im EHC-Tor mit einem abgefälschten Schuss durch die Beine überwunden. Wenig später ging es dann für Alavaara zum zweiten Mal auf die Bank - diesmal ohne Folgen.
Der EHC wirkte in der Folgezeit steif und ohne Spielfluss, kam kaum in die Zweikämpfe. Derart viele missglückte Anspiele, versprungene Pucks und jede Menge unglückliche Entscheidungen gab es diese Saison noch nicht zu bestaunen - lediglich das Vorbereitungsspiel in Farmsen konnte da noch einigermaßen mithalten.
Selbst eine 5 zu 3 überzahl half den Grizzlies nicht zurück in die Partie - im Gegenteil: Die Formation der Gastgeber agierte derart steif und ideenlos, dass die drei verteidigenden Panther sich kaum bewegen mussten und nach einem Befreiungsschuss wohl eher zum Wechsel fuhren, damit auch mal drei andere sich ein wenig erholen konnten.
Als nach rund 16 Minuten auch noch Andreas Morczinietz nach einem Check unglücklich in die Bande rauschte und mit schwerer Gehirnerschütterung ausschied, schien der Katastrophenabend perfekt.
Mit einem für Wolfsburg eher schmeichelhaften 0:1 ging es zum ersten Mal in die Kabinen.

2.Drittel
Und noch mal das Gleiche.
Diesmal traf es Ken Magowan, der in der ersten Spielminute wegen Behinderung zwei Minuten zuschauen durfte. Nachdem ihm noch Ulmer (Haken) und der Ingolstädter Waginger (zu theatralisch abgehoben) gefolgt waren, schlug es in der 23.Spielminute erneut hinter Dshunussow zum 0:2 ein. Doug Ast hatte sauber vollstreckt - das Powerplay der Gäste schien zum spielentscheidenden Faktor zu werden.
Trotz dieser zweiten kalten Dusche schafften es die Grizzlies allerdings, sich im Laufe des Drittels mehr und mehr ins Spielgeschehen hineinzuarbeiten. Vor dem Tor blieben die Abschlussbemühungen jedoch eher kläglich, wohingegen die Gäste weiterhin mit wenigen, dafür brandgefährlichen Aktionen vor dem Grizzlytor glänzten.
Doch auch Wolfsburgs Goalie hatte nun in die Begegnung gefunden, entschärfte Alleingänge und verdeckte Schüsse bravourös und bewahrte seinem Team einen Funken Hoffnung auf die Wende.
Und die Wende kam: Ab Mitte des Drittels konnten die Panther offenbar Tempo und Konzentration der ersten 30 Minuten nicht mehr aufrecht erhalten und in der 35.Minute war es dann soweit - Jason Ulmer konnte den 1:2 Anschlusstreffer markieren. Den Panthern fehlte zu diesem Moment deutlich die Energie die Wolfsburger Stürmer aus der Gefahrenzone um Waite zu verdrängen, so dass Johnson, Regan und Ulmer aus nächster Nähe den Keeper der Gäste ausmanövrieren konnten.
Die Grizzlies blieben am Drücker, zwangen die Gäste vermehrt zu Fehlern und am Ende auch zu Fouls, so dass in der 37.Minute fast zeitgleich zwei Panther in der Kühlbox saßen.
Diese Chance nutzten die Gastgeber nun endlich zum ersten Grizzly-überzahltreffer durch erneut Ulmer (38:00).
Und es kam noch besser: Kaum waren die Panther komplett fingen sie sich auch noch den dritten Treffer zum 3:2! Jan-Axel Alavaara hatte von der Blauen einfach einmal draufgehalten und Jimmy Waite im Gästetor zeigte sich leicht indisponiert, berührte den Puck nur noch leicht mit der Fanghand und konnte den Einschlag somit nicht mehr verhindern.
Wolfsburger Fans und Spieler konnten es vor Freude kaum fassen und das wurde eine Minute leider auch bestraft. Ingolstadt reagiert nun wütend, schmiss in der letzten Minute des Mittelabschnitts noch einmal alles nach vorne...und erzielte sechs Sekunden vor der Pause tatsächlich noch durch Jakub Ficenec den 3:3 Ausgleich. Dshunussow hatte gleich zwei sehenswerte Parade nacheinander gegen Ingolstädter Schüsse hingelegt, doch als seine Vorderleute auch den dritten Nachschuss nicht verhindern konnten, war er schließlich machtlos.
Erfreut, aber doch nicht euphorisch ging es für die Grizzlies in die zweite Unterbrechung.

3.Drittel
Die Gäste konnten nun nur noch wenige Minuten das Tempo der entfesselten Grizzlies mitgehen.
Während die Torchancen auf beiden Seiten nun etwas seltener wurden - Ingolstadt agierte außerhalb des überzahlspiels nun deutlich defensiver - nahm der Druck der Gastgeber spürbar zu.
Doch Ingolstadt schaffte es irgendwie ohne regelwidrige Aktionen über die Runden zu kommen und hatte trotz deutlich weniger Spielanteilen nicht nur drei überzahlspiele zu verbuchen, sondern auch nach wie vor gefährliche Aktionen vor des Gegners Tor. Zum Glück für Wolfsburg stand mit Daniar Dshunussow an diesem Abend ein Goalie zwischen den Pfosten, der offenbar einen guten Lauf hat und so konnten die Gastgeber in den Schlussminuten noch einmal ihre konditionellen Vorteile im Kampf um drei Punkte in die Waagschale werfen. Vom Publikum frenetisch angetrieben, setzten die Grizzlies den Gästen aus Bayern heftigst zu und erzielten durch Mike Green 29 Sekunden vor dem Ende doch noch den 4:3 Siegtreffer.
Pantherverteidiger Holland und Ficenec pfiffen sichtbar aus dem letzten Loch und konnten zusammen mit dem geschlagen am Boden liegenden Waite dem Wolfsburger Stürmer nur noch staunend beim Einnetzen zuschauen.
Angesichts des bescheidenen Beginns der Begegnung war der Jubel auf Seiten der Grizzlies nach Schlusspfiff natürlich entsprechend groß und so feierten die Fans ihr Team wie schon zuletzt, auch wenn die Partie kein wirklicher Leckerbissen war.

Mein subjektiver Eindruck:
Aus so einem Spiel haben wir gefühlte fünf Jahre nicht mehr drei Punkte "entführen" können. Das ist zwar leicht übertrieben, aber das hatte schon Klasse, wie die Jungs sich aus der zähen Nummer noch gerettet haben. Wenn man solche Seuchenspiele des öfteren gewinnt, dann sind die Play-offs kaum zu verfehlen - da lege ich mich einfach mal fest.
Dieses Team verdient auf jeden Fall die volle Unterstützung der Fans - egal wie es steht.
Hoffentlich werden es bald auch wieder mehr Fans, sonst knipst uns die grün-weiße Gelddruck- und Marketingmaschine irgendwann mal das Licht aus...

Tor:
Dshunussow bei allen Gegentoren machtlos, sorgte mit vielen tollen Saves für die am Ende vielleicht nicht ganz gerechte Punkteverteilung. Danke, Daniar! Weiter so!
Die Nervosität nach dem ersten Gegentreffer ist für einen noch jungen Goalie völlig vertretbar und schließlich hatte er diese ja nicht exklusiv...da kamen noch viel Erfahrenere vor ihm ins Schwimmen.

Verteidigung:
Insgesamt akzeptable Leistung, ohne größere Ausreißer nach oben oder unten von Einzelnen.
Besonders im ersten Drittel hatte da jeder seine Aussetzer ohne das es wirklich dramatisch wurde.
Was deutlich wurde: Wenn die Mannschaft insgesamt nicht ihren Rhythmus findet, dann tritt die Durchschnittlichkeit unserer Defensivabteilung leider besonders zutage.

Sturm:
Anfangs gelang hier eigentlich niemandem auch nur irgendetwas. Nach dem schwachen Start fand das Team dann langsam, aber geschlossen ins Spiel zurück.
Der doppelte Torschütze Ulmer tat sich dann als Aktivposten hervor, zeichnete allerdings auch für den ein oder anderen Fehler verantwortlich - trotzdem bester Stürmer auf Grizzlyseite an diesem Abend.
Johnson passt ins Team - das steht, meiner Meinung nach, endgültig fest.
Papineau besonders im ersten Drittel ein Lichtblick, es fehlte ein wenig am Mitdenken der Nebenleute bzw. an der Konzentration.
Am Ende war dann endlich wieder die Durchschlagskraft und der Geschwindigkeitsvorteil dieses Mannschaftsteils zu beobachten, der uns bisher so viel Freude gemacht hat.

Fans:
Sehr verhaltener Beginn auf den Rängen. Erst am Ende konnte man das Team zum Dreier pushen.
Lasst uns diesem Team die Unterstützung geben, die es verdient - auch wenn wir momentan einfach erschreckend wenige sind. Vielleicht gibt das Auswärtsspiel in Kassel einigen wieder neuen Schwung. Gegen die DEG sollten allerdings auch wieder mehr Leute in der Halle sein. Ingolstadt hat schließlich auch schon früher kaum jemanden in die Halle gelockt. mb

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