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EHC - Kölner Haie 5:1

Vor mit gut 2500 Zuschauern gefüllten Rängen überzeugten die Grizzlies auch gegen die stark angeschlagenen Gäste vom Rhein.
Die erwartete Wende in der diesjährigen Talfahrt der Haie blieb auch bei ihrem Gastspiel in Wolfsburg aus, obwohl die ersten 20 Minuten der Begegnung den Kölnern wohl durchaus Hoffnung gemacht hatten. Ungefähr zur Halbzeit des Spiels entwickelte sich das Ganze allerdings wieder zur gewohnten Powervorstellung der Gastgeber, die das Publikum erneut völlig in ihren Bann zog.
Doch auch vor Spielbeginn gab es etwas zu feiern: Der EHC bekam die WestLB Fair Play Trophy für die vergangene Saison überreicht! Die mit dem Preis verbundene Summe von 10000 Euro kommt dem Nachwuchs des geehrten Teams zu Gute, so dass es auch beim Stammverein viele strahlende Gesichter gab. Der Preis wurde durch den alten und neuen Kapitän der Grizzlies Tim Regan entgegengenommen.

1.Drittel
Fast wie erwartet startete die Begegnung ohne erkennbaren Klassenunterschied. Im Gegenteil. Die Gäste vom anderen Ende der Tabelle wurden zunächst ihrem großen Namen gerecht und gestalteten die Partie mehr als ausgeglichen, hatten zu Beginn sogar die besseren Einschussmöglichkeiten.
Trotz des beherzten Einstiegs des KEC wirkte das Spiel im ersten Drittel über weite Strecken etwas blockiert - beide Teams lieferten sich eine wahre Defensivschlacht!
Vor allem das überzahlspiel der Grizzlies kam kaum ins Rollen, so dass das erste Drittel torlos vorüberging.
Sowohl Grizzlies als auch Haie konnten bis dahin je einen Pfostentreffer und eine Handvoll gute Torchancen verbuchen. Wirklich aufregend war das Geschehen auf dem Eis allerdings nur in diesen Momenten - das eigentliche Spiel zwischen diesen Ausrufezeichen blieb dank der guten Abwehrarbeit beider Teams wenig rasant.
Kurz vor der ersten Pausensirene hatte Wolfsburgs Papineau dann die größte Gelegenheit zur Führung, als er 10 Sekunden vor Ablauf der Zeit allein auf Gästekeeper Doyle zulief und leider etwas überhastet abschloss.

2.Drittel
Die Marschrichtung der Gastgeber schien zwar nun mehr auf Offensive ausgelegt zu sein, doch zunächst sollte eher die Defensive der Grizzlies gefordert werden. HSR Jablukov bedachte Wolfsburgs Team bis zur Mitte des Spielabschnitts mit ganzen vier mehr oder weniger nachvollziehbaren Strafen, von denen besonders die 2 Minuten wegen Spielverzögerung (27.Min) gegen Gregg Johnson die Fans des Heimteams schier auf die Palme brachten. Nach Reklamieren des Gästeteams hatte sich der insgesamt nicht wirklich überzeugende Jablukov zu dieser Strafe überreden lassen und brachte mit dieser Entscheidung - unfreiwillig - richtig Schwung in die Partie...und die Halle.
Im nachhinein betrachtet hatten die Haie sich mit dieser geforderten Strafe letztlich selber ein Bein gestellt. Die Grizzlies übernahmen in der aufgeheizten Stimmung das Szepter auf dem Eis, standen weiterhin stark in der Defensive (auch in Unterzahl) und kippten das Spiel in zwei Minuten schließlich komplett zu ihren Gunsten.
In der 34.Minute war es also endlich soweit: Kai Hospelt erzielte mit seinem ersten Saisontor (ausgerechnet gegen seinen Ex-Verein) den längst überfälligen 1:0 Führungstreffer und brachte die Tormaschine der Wolfsburger damit endlich ins Rollen.
Das 2:0 in der 36.Minute durch Ulmer brachte dann endgültig die Euphorie zurück auf die Ränge. Bei 4 gegen 4 auf dem Eis nutzten Alavaara und Ulmer den Platz, um einen schönen 2 auf 1 Konter eiskalt zu Ende zu fahren. Alavaara lockte Doyle auf die rechte Seite seines Gehäuses, legte locker aus dem Handgelenk links auf Ulmer, der ebenso entspannt die Scheibe über Doyles Kelle flach ins Tor lupfte.
Da war es wieder, dieses aufreizend überlegte und eiskalte Verhalten bei überzahl vor dem gegnerischen Tor, das man in dieser Saison besonders beim ersten Block der Wolfsburger beobachten konnte. Diesmal waren andere dran.
Die Gastgeber waren also am Drücker, behielten bis zur zweiten Unterbrechung die Oberhand, konnten allerdings trotz einiger hochkarätiger Chancen nicht weiter erhöhen.
Wieder blieben zwei überzahlsituationen ungenutzt und die Wolfsburger Fans begannen wohl schon an der Powerplaystärke ihres Teams zu zweifeln...

3.Drittel
...aber nicht mehr für allzu lange Zeit!
Denn nach zweieinhalb Minuten schlug Wolfsburgs Torjäger Papineau bei doppelter überzahl zum lautstark gefeierten 3:0 zu.
Als dann eine Minute später Rekis auch noch einen Rebound zum 4:0 über die Linie stochern konnte, war die Messe für die Haie endgültig gelesen.
Der sehenswerte 4:1 Ehrentreffer durch Ullmann, wiederum gut eine Minute im Anschluss, zeugte zwar von aufkeimender Unaufmerksamkeit der Grizzlies, half dem Gast aus dem Tabellenkeller aber in keinster Weise weiter.
Einem Lattenkracher von Rekis folgte in der 50.Minute sogar noch das 5:1 durch Ken Magowan, der für den zweiten überzahltreffer des EHC sorgte...und somit die Quote wieder erfüllte.
Die Haie ließen sich zwar nicht hängen, blieben am Ende aber ohne wirkliche Chance auf einen Punktgewinn.
Die nächste EHC-Party konnte per Raupe übers Eis rollen bzw. gleiten!

Mein subjektiver Eindruck:
Den deutlich erkennbar um ein Erfolgerlebnis bemühten Gästen brach vor allem die konzentriertere Abwehrarbeit der Grizzlies den Hals.
Ich fand es sehr erfreulich zu sehen, dass sich unser Team auch vor heimischer Kulisse soweit unter Kontrolle halten kann, um eine Partie erst einmal in der Waage zu halten.
So mancher "Hurra-Auftritt" hatte da ja durchaus Zweifel aufkommen lassen. Natürlich war vor allem des erste Drittel nicht gerade schön anzusehen, trotzdem war es für den Spaß am Ende eminent wichtig den Gästen erst einmal kein Erfolgserlebnis zu gewähren. Ein wenig (oder auch mehr) Glück war dazu, gerade in den ersten 10 Minuten, allerdings auch nötig.
Doch neben einem tollen Teamgeist und einer wunderbaren Spielanlage scheint den Grizzlies diese Saison auch das nötige Glück gegeben zu sein, um dauerhaft erfolgreich zu sein.
Hoffen wir, dass das so bleibt!
Wenn nun ein Punktgewinn in Iserlohn gelingen sollte, dann könnte der Name Wolfsburg sogar bald ganz oben in der Tabelle stehen - wer hätte das nach der letzten Saison zu hoffen gewagt?

Tor:
Dshunussow mit einer gehörigen Portion Glück im ersten Drittel. Ansonsten wieder ein Quell der Freude...reaktionsschnell und teilweise mit ungewöhnlichen Bewegungsabläufen. Wirkt stets hundertprozentig konzentriert und verhinderte zwischenzeitlich eine Rückkehr der Gäste ins Spiel.
Trotzdem wird es bald wieder Zeit Olli einen Einsatz zu geben. Dann hoffentlich gegen einen Gegner, der ihm auch die Chance gibt ein wenig Selbstvertrauen aufzubauen.

Verteidigung:
Obwohl man Herrn Rekis mittlerweile eher unter "Sturm" führen müsste, stellt er auch in seiner eigentlichen Disziplin das Maß aller Dinge dar. Mittlerweile mit +10 in der Statistik geführt (Powerplaytore und -assists zählen dort nicht!) überzeugt der Wolfsburger Neuzugang auch in der Defensive wie kein anderer.
Das Schöne ist, dass die Partie gegen die Haie die gesamte Defensive wesentlich fokussierter als zuletzt zeigte, auch wenn der einzige Treffer der Gäste wiederum in einer dieser überschwänglichen Phasen nach einem eigenen Doppelschlag fiel.
Genze, der nach seiner Verletzung zwar auf der Bank saß aber noch nicht eingesetzt wurde, wird nach derzeitigem Stand wohl für Macholda wieder ins Team rotieren - zumindest bietet Petr momentan die einzig etwas schwächere Leistung in der Abteilung "Defensive" an.

Sturm:
Die erste Reihe präsentierte sich zwar erneut sehenswert, bei 5 gegen 5 waren aber diesmal Ulmer, Green und natürlich Kai Hospelt die herausragenden Akteure.
Besonders Ulmers Leistung im bisherigen Saisonverlauf kann man eigentlich kaum hoch genug einschätzen: Trotz fast ständig wechselnder Nebenleute zieht der kanadische Stürmer sein Erfolgsprogramm gnadenlos durch und stellt sich immer wieder gut auf seine Mitspieler ein!
Ein besonderer Glückwunsch geht natürlich Kai Hospelt, der eine tolle Leistung mit dem längst verdienten ersten Saisontreffer krönte und sich obendrein noch weitere Chancen erkämpfte.
Insgesamt gibt es in diesem Mannschaftsteil einfach nix zu meckern, auch wenn es mir ein wenig weh tut zu sehen, dass Tim Regan und Jan Zurek kaum noch in den Vordergrund treten können. Beide kämpfen vorbildlich, finden aber irgendwie nicht die nötige Anbindung, um Zählbares zu produzieren. Vielleicht haben aber auch diese beiden irgendwann ihre Phase, so wie bisher fast jeder im Team.

Fans:
Endlich füllt sich die Bude mal ein bisschen mehr! Ab dem zweiten Drittel war´s dann auch stimmungstechnisch sehr schön in der Halle. Ich kann´s nur immer wieder sagen: Das Team reagiert auf Emotionen von der Tribüne - siehe umstrittene Strafe im zweiten Drittel!
Das müssen wir in Zukunft noch mehr nutzen! Immerhin sind wir momentan das heimstärkste Team der Liga. Ich freu mich auf nächste Woche. mb

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