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EHC - Kassel Huskies 1:2nP

Die Rückkehr aus der Länderspielpause hatten sich die Grizzlies wohl anders vorgestellt.
Mit viel Kampf und Krampf meldete sich das Team von Coach Toni Krinner bei seinem Publikum zurück. Während dieses den gewohnt vorbildlichen Einsatzwillen seiner Mannschaft mit reichlich Anfeuerung honorierte, stellte sich doch zu keinem Zeitpunkt wirkliche Begeisterung im weiten Rund ein. Zu klar waren die Rollen in verzweifelt anrennende Gastgeber und spielzerstörende Gäste verteilt. Bei einem frühen Tor der Wolfsburger hätte sich vielleicht sogar eine sehenswerte Partie entwickeln können - am Ende blieben der last-second Punkt durch Ken Magowan und jede Menge Fragezeichen in der heimischen Eisarena zurück...

1.Drittel
Die Partie startete, wie erwartet und erhofft, mit stürmischen Gastgebern und auf Konter lauernden Huskies. Beides trug, genau wie die beiden aufeinander folgenden Strafzeiten (6.+8.Min) gegen Arvids Rekis, zum vorläufigen Unterhaltungswert der Begegnung bei. Doch das kurze Powerplay-Intermezzo der Kasseler täuschte nur für ein Drittel so etwas wie einen offenen Schlagabtausch vor. Beide Seiten vergaben dabei gute Einschussgelegenheiten, wobei die Gäste mit ihren Kontern weitaus gefährlicher daherkamen als die Grizzlies mit ihren teils einfallslos herausgekämpften Möglichkeiten. Während für Wolfsburg einmal der Pfosten und einmal Jonas (gegen einen Bartek-Alleingang) in höchster Not das 0:0 sicherten, zeichnete sich auf der anderen Seite bereits zu diesem Zeitpunkt ein beklagenswerter Zustand ab: Die Grizzlies stellten Hauser im Gästetor mit ihren Schüssen ein ums andere Mal vor allzu leichte Aufgaben, so dass der eigene Angriffsaufwand ständig ad absurdum geführt wurde.
Es blieb also beim 0:0 und lediglich Oliver Jonas war bis zum Pausenpfiff einmal im Netz gelandet, als ein aufs Tor stürzender Husky dem gut aufgelegten Keeper der Grizzlies selbiges überstülpte.

2.Drittel
Ein bemerkenswertes Drittel folgte - was durchaus nicht positiv zu verstehen ist. Kassel stellte die Spielgestaltung nun völlig ein; kam obendrein kaum noch zu Kontern, da die Gäste sich durch vier Unterzahlsituationen nur selten aus der eigenen Hälfte befreien konnten. Zählbares war auf Wolfsburger Seite am Ende trotzdem nicht zu verzeichnen. Ernüchternd, wenn nach zwanzig Spielminuten mit 4 Powerplays und 15 Schüssen aufs Tor (und einigen daneben...) so gar nichts Spektakuläres zu berichten ist - außer vielleicht der Kasseler Dummheit, die sich gleich zweimal mit einem Wechselfehler in Unterzahl gebracht hatten und obendrein einmal mit wiederum einem Wechselfehler ungestraft davonkamen.
Das Spiel gestaltete sich insgesamt extrem unattraktiv und zäh - schon jetzt sehnten einige Fans das Ende herbei, schien sich doch keine Besserung einzustellen.

3.Drittel
Es kam, wie es in solchen Spielen meistens kommt: Die Huskies nutzten in der 51.Minute ihr viertes und letztes Powerplay der Begegnung zum 0:1 durch Bryan Schmidt (bei diesem Nachnamen nur eine Frage der Zeit, bis er in Kassel zum Deutschen gemacht wird...) und stellten den Spielverlauf damit endgültig auf den Kopf.
Die Wolfsburger Zuschauer, die nach dem zweiten Spielabschnitt vermutlich schon Nackenschmerzen vom vielen Kopfschütteln hatten, konnten ihr "Glück" kaum fassen.
Nicht nur, dass ihnen 50 Minuten sinn- und ideenloses Anrennen der Grizzlies zugemutet worden waren - nein, jetzt sollten offenbar auch alle drei Punkte an den Rivalen aus Hessen gehen, der so gar nichts zu einem attraktiven Eishockeyabend beigetragen hatte. Auch zwei weitere überzahlgelegenheiten gegen sichtbar müder werdende Gäste konnten die Wolfsburger im Anschluss nicht nutzen und so waren viele wohl geistig beim Aftergame-Frustbier, als Ken Magowan als sechster Feldspieler doch noch den Ausgleich in die Maschen drückte...fünf Sekunden vor dem regulären Ende!
Ausgelassener Jubel mischte sich mit der weniger erfreulichen Frage: Ist der Bann nun endgültig gebrochen? Ist die Torfabrik der Liga nun wieder in Betrieb?

Verlängerung
Die Antwort ist so einfach wie enttäuschend: Nein.
Selbst eine weitere 4-3 überzahl in der Verlängerung konnte nicht zum Siegtreffer genutzt werden, da das Bombardement auf Adam Hauser, bis auf ein oder zwei Ausnahmen, weiterhin wenig Zwingendes brachte. Warum die gesamten zwei Minuten die gleichen Grizzlies auf dem Eis ihre Einfallslosigkeit demonstrieren durften...wir werden es wohl nicht erfahren.

Penaltyschießen
Während auf Grizzlyseite erneut nur Ken Magowan den Puck hinter Hauser platzieren konnte, schafften dies auf der Gegenseite mit Leavitt und Bartek gleich zwei Spieler der Gäste. Der Zusatzpunkt ging, vorbildlicher Defensiveinsatz hin oder her, völlig unverdient an die Huskies. Der Frust der im Abschluss mittlerweile völlig verunsicherten Gastgeber war sichtbar riesengroß...

Mein subjektiver Eindruck:
Die Pause hat den Abwärtstrend in Sachen Torgefährlichkeit nicht bremsen können. Was lange Zeit wie selbstverständlich funktionierte, scheint von vielen Spielern mittlerweile einmal zu oft überdacht zu werden.
Das Ganze wirkte insgesamt wie eins der letzten Auswärtsspiele unseres Teams: Bemüht, aber ohne Durchschlagskraft. Sicherlich hatte man bei einer Powerplay-Quote von über 27% keinen Grund letzteres zu trainieren - doch genau das ist jetzt wieder angesagt! Wenn die Tore in überzahl fallen, wird auch der Spielfluss zurückkehren und mit ihm die Tore bei 5 gegen 5...keine Ahnung warum, aber rein aus dem Bauch heraus scheint mir unser überzahlspiel der Schlüssel zu fast allem - auch dem Selbstbewusstsein im Team allgemein - zu sein.

Tor:
Oliver Jonas mit dem Spiel, das er so dringend gebraucht hat. Auch wenn aus ihm wohl kein echter Penaltykiller mehr wird - die Leistung während der regulären Spielzeit war ohne Fehl und Tadel und verhinderte besonders im ersten Drittel einen frühen Rückstand durch die gefährlichen Konter der Gäste.

Verteidigung:
Degon und Rekis mit ungewohnten Anlaufschwierigkeiten im ersten Drittel, waren bei der Absicherung der Offensivbemühungen ihres Teams mehr als einmal zu unaufmerksam. Im Verlauf des Spiels steigerten sich beide allerdings zu Normalform - das Schussglück bei Degon mal außer Acht gelassen.
Alle anderen zeigten eine solide Leistung, die angesichts der eher bescheidenen Offensivbemühungen der Gäste nicht gerade allerhöchste Aussagekraft hat.

Sturm:
Viel Krampf und insgesamt zu ungeduldig. Sicherlich ist es sehr löblich, dass man dem eigenen Publikum etwas bieten wollte. Doch das kopflose Anrennen verlor spätestens zur Mitte des Spiels deutlich an Reiz...
Zu was die Huskies in der Lage sind, wenn sie selber das Spiel machen müssen, hat man ja beim 0:7 bereits bestaunen dürfen, so dass weniger sicherlich mehr gewesen wäre. Insgesamt ist das aber keine Erklärung für die Katastrophe, die sich momentan Powerplay nennt - da liegt der Schlüssel zur Grizzlypsyche offenkundig begraben.
Positiv herausheben kann man eigentlich lediglich Ken Magowan, der in seiner Einstellung offenbar völlig unkaputtbar ist. Der Mann, der auch nach dem härtesten Hit grinsend wieder aufsteht, um dann selber auszuteilen, ist und bleibt für mich die Figur an der sich dieses Team immer wieder aufrichten kann. Es wäre eminent wichtig, wenn es unserem Kapitän Tim Regan, der eines seiner unglücklichsten Spiele überhaupt ablieferte, gelingen würde wieder zu einer ähnlichen Ausstrahlung wie sein Kollege Magowan zu kommen. Drücken wir ihm die Daumen, denn unser Team braucht ihn momentan sowohl als Torjäger als auch als Leader. Im Gegensatz zu Gregg Johnson, der mittlerweile - nicht nur aufgrund seiner Verletzungsanfälligkeit - getrost als einzige Fehlverpflichtung der Saison betitelt werden darf, wissen wir bei Tim, dass er viel mehr drauf hat, als man momentan zu sehen bekommt.
Gleiches gilt auch für Andy Morczinietz, der zwar weiterhin hochengagiert, aber extrem eindimensional daherkommt. Ich glaube ich habe selten einen Stürmer gesehen, der so viel arbeitet und läuft ohne dabei auch nur ein Mal in eine vernünftige Schussposition zu kommen - da sind in Sachen Laufwege und Zusammenspiel eindeutig die Trainer gefordert.
Green, Hospelt, Ulmer und Milley arbeiteten hart, aber glücklos; Höhenleitner zeigte eine Leistung, die erahnen lies, dass er bald wieder ganz der Alte sein dürfte - ich bin gespannt und setze sehr große Hoffnungen auf Christoph.
Papineau zeigte die gewohnte Spielfreude, doch der tödliche Pass blieb leider häufig aus.

Fans:
Die Unterstützung von den Rängen ging angesichts des immer quälenderen Spielverlaufs mehr als in Ordnung. Dadurch, dass dieses Team sich einigen Kredit bei den Fans erspielt hat, wird das hoffentlich noch eine Weile so bleiben, auch wenn der Spielfluss der Grizzlies jetzt noch das eine oder andere Mal vor heimischer Kulisse derart ins Stottern geraten sollte. mb

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