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EHC - Krefeld Pinguine 5:

Mit einer überzeugenden Leistung auf heimischem Eis meldeten sich die Grizzlies am Freitagabend bei ihrem Publikum zurück. Wie von Toni Krinner angekündigt endete mit dem 5:1 gegen Krefeld die nun fünf Partien zählende Niederlagenserie der Wolfsburger. Während das Powerplay der Grizzlies endlich wieder eine positive Entwicklung zu nehmen schien, waren es vor allem schnelle Konter, die die Gastgeber auf die Siegerstraße brachten.

1.Drittel
Das Spiel begann zunächst sehr ausgeglichen und beide Teams nahmen sich der klassischen Rollenverteilung zwischen Heim- und Auswärtsteam an. Nachdem eine frühe Strafzeit gegen die Grizzlies überstanden war, traten diese spielgestaltend und druckvoll, Krefeld eher defensiv und auf Konter ausgelegt auf.
Immer wieder tauchten die Gastgeber in den folgenden Minuten vor dem gut haltenden Langkow im Tor der Pinguine auf, ohne eine wirklich hundertprozentige Chance herausspielen zu können. Die Krefelder Gegenstöße gestalteten sich ähnlich - gut anzusehen, aber ohne die ganz große Gefahr auszustrahlen.
So brauchte es schließlich eine doppelte überzahl für das statistisch beste Powerplay der Liga, damit sich in der 16.Minute doch noch etwas auf der Anzeigentafel tat. Ken Magowan versenkte den Abpraller an Langkow vorbei zur verdienten 1:0 Führung für die Grizzlies und schien damit den Bann gebrochen zu haben. Doch der Schein sollte vorerst trügen: Die Tormaschine der Gastgeber hatte immer noch Sand im Getriebe. Als in der letzten Minute des ersten Drittels Boris Blank in überzahl zum 1:1 einschieben konnte, hatte der EHC zuvor schon wieder einige gut vorgetragene Angriffe nicht überzeugend abschließen können - die aus den ersten Wochen der Saison völlig unbekannte Blockade war noch nicht überwunden.

2.Drittel
Kurz und bündig zusammengefasst: Es spielte eigentlich nur noch das Wolfsburger Team. Krefeld kam kaum noch zu eigenen Chancen, konnte bis zur nächsten Drittelpause nicht einmal annähernd dokumentieren, warum so lange der Platz an der Tabellenspitze in ihrem Besitz war.
Besonders schön aus Wolfsburger Sicht war natürlich, dass ausgerechnet Andy Morczinietz mit seinem Treffer zum 2:1 (30.Min) die Abschlussblockade der Grizzlies entgültig zerschmetterte. Es war der zweite Alleingang des Wolfsburger Stürmers, der schließlich zum Erfolg geführt hatte und dem Gästekeeper beim Schuss in den Winkel keine Abwehrchance ließ. Morczinietz, der seit dem ersten Spieltag nicht mehr getroffen hatten, war im Anschluss schier außer sich vor Freude, wurde seine stets harte Arbeit endlich einmal wieder von etwas Zählbarem gekrönt.
Drei Minuten später war es Kai Hospelt, der mit dem 3:1 in überzahl seine ansteigende Form (inklusive Nationalmannschaft) eindrucksvoll untermauerte. Mit einem Hammer aus Halbdistanz jagte der Center der dritten Reihe den Puck in die lange Ecke am bedauernswerten Langkow vorbei in die Maschen.
Spätestens jetzt wirkte das Spiel der Krefelder nur noch halbherzig, die Gefahr eines Comebacks schwebte auch im folgenden Powerplay der Gäste irgendwie nicht im Raum. Im Gegenteil: Kaum war Alavaara vom Sünderbänkchen aufs Eis zurückgekehrt, positionierte er sich an der gegnerischen blauen Linie und wartete...
...und das nicht vergeblich. Marvin Degon hatte seinen Verteidigerkollegen umgehend auf dem Radar und schickte ihn mit einem langen Pass alleine Richtung Langkow. Im Stile eines waschechten Torjägers schloss der schwedische Verteidiger eiskalt in den Winkel zum 4:1 in der 37.Spielminute ab.
Der Drops war gelutscht, die Pinguine geschlagen.

3.Drittel
Einzig die Tatsache, dass die Grizzlies nur noch einmal trafen, konnte dem erneut überlegen geführten letzten Spielabschnitt einen etwas faden Beigeschmack geben. Die Gäste sahen zu keinem Zeitpunkt des letzten Drittels auch nur einen Schimmer von Hoffnung und Oliver Jonas im Tor der Grizzlies verlebte weiterhin einen eher ruhigen Arbeitstag.
So verbuchte auf Seiten der Grizzlies lediglich Petr Macholda zwei weitere Volltreffer, wobei einer zum 5:1 hinter Scott Langkow einschlug (48.Min), der andere bei Ex-Grizzly Fortin, der das Spiel daraufhin unter Schmerzen Richtung Kabine verlies. Wie immer war auch diesmal jemand anders schuld...
Der nach dem 5:1 für den entnervten Langkow eingewechselte Kovacic blieb in der Folgezeit also ohne Gegentreffer und bildete damit im Schusshagel der Gastgeber wohl das einzige wirkliche Highlight auf Seiten der Pinguine.
Erleichtert feierten im Anschluss die Wolfsburger Anhänger ihre Mannschaft, die mit diesem Sieg weiterhin das heimstärkste Team der Liga stellt.

Mein subjektiver Eindruck:
Ein leicht verbessertes Powerplay reichte diesmal schon, um die Grizzlies in Schwung zu bringen und den Gegner aus dem Spiel zu halten. Die Arbeit im Slot, das Anbieten vor dem gegnerischen Tor und der bedingungslose Drang zum Rebound sind allerdings weiterhin äußerst verbesserungswürdig...
Ich hoffe die Arbeit am Powerplay wurde im Training bereits aufgenommen und wird nicht gleich wieder eingestellt, denn in meiner These, dass es der Schlüssel zum Erfolg der Grizzlies ist, sehe ich mich durchaus bestätigt. (Nicht nur durch diese Partie)

Tor:
Oliver Jonas mit einer soliden Leistung, war in den wenigen prekären Situationen auf dem Posten. Die Begegnung stellt trotzdem einen weiteren wichtigen Baustein auf dem Weg zu seiner Bestform dar - mal schauen, wie er sich in den kommenden Spielen unter Volllast so macht.

Verteidigung:
Degon in der Defensive von Anfang an auf dem Posten und offensiv mit einem guten Auge für den Mitspieler. Rekis schon wieder mit zwei seltsamen Strafen im Anfangsdrittel, ansonsten etwas verbessert.
Alavaara und Macholda defensiv und offensiv top, das lässt wirklich hoffen...
Danner und Genze machten mit solider Verteidigungsarbeit die insgesamt gute Vorstellung komplett.

Sturm:
Die erste Reihe verbuchte bei doppelter überzahl einen Treffer - das stellt in Sachen Effektivität zumindest einen Schritt in die richtige Richtung dar. Besonders Papineau und Milley müssten aber langsam mal wieder in die Gänge kommen.
Furchner überzeugt bei seinem Comeback fast auf ganzer Linie, konnte lediglich noch kein Tor verbuchen - Einsatz und Auge für den Mitspieler waren schon fast wieder auf dem Niveau des Saisonbeginns. Sehr wichtig für unser Team!
Ulmer etwas unauffällig, aber gut. Morczinietz...na klar: Wer hätte seine unbändige Freude nach dem Tor übersehen können? Hoffentlich, hoffentlich finden unsere Trainer einen Weg diese Reihe auch für Andy zu optimieren - will heißen: Es müssen Spielsitationen erzeugt werden, in denen er in vernünftige Abschlussposition kommt. Tempogegenstöße zusammen mit Furchner könnten das geeignete Mittel sein, um ihn nicht ständig in diese 1 gegen 1 Situation zu bringen, die er immer mit dem gleichen Move zu lösen versucht...
Hospelt und Höhenleitner mit viel Power unterwegs. Hospelt steigert sich auf hohem Niveau immer weiter in "Nationalmannschaftsform", während Christoph weiter auf einem sehr guten Weg ist und besonders im ersten Drittel sein freches Forechecking aus der vergangenen Saison zeigte.
Green und Zurek sehr bemüht, im Gegensatz zu Regan ohne Zählbares.
Der Kurzeinsatz von Damian Martin fügte sich solide und unauffällig ins Gesamtbild ein, was für einen so jungen Spieler durchaus als Erfolg zu werten ist.

Fans:
Der richtig große Stimmungskracher wollte das Spiel auf den Rängen irgendwie nicht werden. Insgesamt war´s aber ganz nett, leider erst nach der zweiten Führung.
Die Trommelkakophonie vorm Fanblock ließ die fehlenden Stammtrommler, die für die Melodie zuständig sind, deutlich erkennen - das war teilweise weit jenseits der Schmerzgrenze, was der Nachwuchs da ohne Orientierung an den Altgedienten ablieferte... mb