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EHC - Straubing Tigers 5:2

In einer mehr als lauen Partie behielten die Grizzlies gegen ihren diesjährigen "Lieblingsgegner" aus Straubing am Ende doch noch die Oberhand. Der besonders zu Beginn wenig erbaulichen Vorstellung wohnten weit weniger als die gemeldeten 1979 Zuschauer tatsächlich bei, so dass nicht nur das Geschehen auf dem Eis etwas gruselig wirkte.
Immerhin schraubten die Grizzlies ihre kleine Siegesserie nun auf drei Erfolge hintereinander und erzielten im dritten Aufeinandertreffen mit den Tigers bereits das einundzwanzigste Tor!

1.Drittel
Hier gab es vermutlich das schlechteste (Heim)drittel der bisherigen Saison zu bewundern. Kaum ein Grizzly fand in die Zweikämpfe, Pucks gingen am Fließband verloren und einfachste Pässe kamen nicht an.
So verwunderte es zunächst auch nicht, dass die hochmotiviert wirkenden Gäste durch Tore von Hussey (2.) und Whitecotton (10.Min im Powerplay) durchaus verdient mit 0:2 in Führung gingen. Wenn man vollen Einsatz zeigt und seine Chancen eiskalt nutzt, dann darf man wohl auch trotz der spielerischen überlegenheit der Gastgeber von verdient reden...
Obwohl es in der 14.Minute durch Ulmer bereits den Anschlusstreffer zum 1:2 zu bejubeln gab, blieb das Team des EHC die letzte Konsequenz schuldig, spielte ähnlich kompliziert wie vor zwei Wochen gegen Kassel. Nach diesem reichlich pomadigen Auftritt mit nur einem überzahltreffer auf der Habenseite, gab es auch ungewohnt wenig Reaktion von den Rängen, als es zum ersten Mal in die Kabinen ging.

2.Drittel
Der Pausenweckruf schien zunächst keine Früchte zu tragen, die Grizzlies traten weiterhin leicht abwesend und viel zu wirr auf, um die keinesfalls überzeugenden Gäste effektiv unter Druck zu setzen. Im Gegenteil: Bei eigener überzahl gab´s fast das dritte Tor.
Als der EHC dann ab Anfang der 6.Minute fast zwei Minuten doppelte überzahl ausnutzen wollte, zeigten sich besonders Degon und Milley völlig von der Rolle, bekamen die einfachsten Nahdistanzpässe nicht an den Mann oder schlugen über den Puck. Doch ausgerechnet der an diesem Abend schwache Milley erzielte den 2:2 Ausgleich. Nachdem seine Mitspieler - allen voran Papineau - den Puck nicht über die Linie gezaubert bekommen hatten, hämmerte der kanadische Linksaußen den zweiten Powerplaytreffer der Grizzlies in die Maschen (8.Min).
Nur zwei Minuten später war es dann erneut ein überzahltreffer, der die Partie endgültig drehte: Alavaara vollstreckte ein schön aufgebautes Powerplay knallhart von der Blauen zum 3:2. Sowohl das Powerplay allgemein als auch der Schütze bildeten an diesem Abend eines der wenigen Highlights.
Als David Danner sich wenig später mit zwei reichlich gefrusteten Gästen eine kleine Kampfeinlage lieferte war zum ersten Mal so etwas wie Feuer in der Bude und auch als Höhenleitner in der Schlussminute des Spielabschnitts sogar noch auf 4:2 erhöhen konnte schien das Spiel doch noch aus dem Knick zu kommen.

3.Drittel
Wirklich Dramatisches oder gar Mitreißendes gab es dann aber leider nicht zu bewundern.
Die Gäste bemühten sich noch einmal ein wenig, blieben im Gegensatz zum Mitteldrittel der Strafbank tatsächlich bis auf eine Ausnahme fern. Eine richtige Chance schienen die nun abgekämpft wirkenden Tigers aber nicht mehr zu haben - was sie sich mit überflüssiger Härte im Mitteldrittel eingebrockt hatten, ließ sich mit den limitierten spielerischen Möglichkeiten der Straubinger nicht mehr reparieren. Den Wolfsburgern war´s recht: Sie machten in der Schlussminute noch durch Papineau das empty-net goal zum 5:2 Endstand und freuten sich, wenn auch nicht sonderlich ausgelassen, über drei am Ende leicht verdiente Punkte.

Mein subjektiver Eindruck:
Friedhofshockey. Kein Wunder, dass die orangenen Akteure streckenweise wie Zombies in einem schlechten B-Movie übers Eis schwankten. Im ersten Drittel wirkten die Grizzlies fast ausnahmslos wie nach einer durchzechten Nacht - Koordination und Aufmerksamkeit lagen noch zu Hause im Bett, hatten keine Lust bei diesem Wetter auch nur einen Fuß vor die Tür zu setzen. ähnlich ging es wohl so manchen Dauer- und Freikartenbesitzern: Anders lässt sich die erstaunlich hohe Zuschauerzahl im leeren Rund wohl nicht erklären. Verpasst haben sie nix.

Tor:
Jonas machte das Rumgedödel seiner Vorderleute sichtbar wuschig. Das zweite Gegentor würdigte er dann nicht einmal mit irgendeiner Reaktion. Strahlte zwar nicht wirklich Ruhe aus, lieferte in Mittel- und Schlussdrittel allerdings fehlerlose Leistungen ab (von einem seltsamen Ausflug hinters Tor abgesehen).

Verteidigung:
Rekis weiter mit Strafen, die man in der Entstehung kaum erkennen kann - irgendwas läuft da falsch. Degon zu Beginn völlig von der Rolle, fand nur zögerlich ins Spiel.
Macholda und Danner mit akzeptablen Leistungen, Genze stabil und gut.
Der Lichtblick schlechthin: Jan-Axel Alavaara! 6 Scorerpunkte aus den letzten 4 Spielen, in den letzten drei Spielen mit je einem Treffer. Defensiv obendrein solide: Der A-man rockt das Haus - nach Rekis der nächste Defensivverteidiger, der sich in Wolfsburg in einen Scoringrausch spielt. Was nicht alles in einem guten Team geht...

Sturm:
Höhenleitner und Furchner gefielen mir ohne Einschränkung. Da passte Kampf und Aufmerksamkeit. Green, Hospelt und Ulmer nach Startschwierigkeit in Ordnung; Morczinietz, Papineau und Magowan bestenfalls uneffektiv. Milley brauchte ein halbes Spiel lang, um irgendwie in Fahrt zu kommen - unglaublich viele einfache Fehler und Unaufmerksamkeiten.
Zurek unauffällig bemüht, kämpfte so gut es ging. Für ihn gilt aber das Gleiche, wie für unseren Kapitän Tim Regan: Wenn man weiß, welches Potential auch in Sachen Torgefährlichkeit in diesen beiden schlummert, dann kann man sich nur verwundert die Augen reiben, dass die Trainer offenbar keinen Weg finden dieses auch nur annähernd freizusetzen. Ihre defensiven Aufgaben nahmen die beiden aber im Gegensatz zu so manch anderem recht ordentlich wahr.

Fans:
Hallo...Echo...
Kein einziger Gästefan, leere Sitzschalen dominieren das Bild - Dienstagsspiele sind doch immer wieder deprimierend. Fast so deprimierend wie das Geknüppel unserer Trommelazubis, die offenbar der Meinung sind, dass man doch genauso gut wie zu Hause auch vor 2000 Zuschauern üben kann. Trommeln soll die Stimmung anheizen und unterstützen. Trommeln an sich ist aber keine Stimmung - vor allem dann nicht, wenn Taktgefühl, Temposchwankungen und handwerkliche Ausführung nur den Begriff "Krach" zulassen. Die besten Trommler der Liga sind schon lange Geschichte. mb