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EHC - Sinupret Ice Tigers 1:3

Nur einmal sind die Ice Tigers aus Nürnberg in dieser Saison zu Gast in Wolfsburg - und zum ersten Mal möchte man sagen, dass diese beknackte Spielplangestaltung auch etwas Gutes hat.
Es war schlicht und ergreifend gestohlene Lebenszeit, was den über 1800 Unbeirrbaren am Sonntagnachmittag von beiden Seiten geboten wurde. Doch neben der äußerst unattraktiven Spielweise der Gäste trugen, wie erwähnt, auch die Hausherren zum allgemeinen Gähnreiz nicht unerheblich bei. In diesem tor- und tempoarmen Spiel hieß das Motto schließlich nur noch: "Augen zu und durch!" - dem EHC bescherte das wenig erbauliche Endergebnis dazu die erste handfeste Krise der laufenden Saison.

1.Drittel
Auch wenn insgesamt sieben überzahlsituationen eigentlich für Abwechslung auf dem Eis hätten sorgen sollen, lohnt es rückblickend kaum über dieses Drittel zu berichten. Lediglich einige kuriose Schiedsrichterentscheidungen und die wenigen guten Chancen auf beiden Seiten weckten das lethargische Sonntagnachmittag-Publikum. Chancen durch King (Latte) und Fical stellten auf Seiten der Gäste, die einmal öfter im Powerplay ran durften, sozusagen die Höhepunkte eines grottigen Spielabschnitts dar.

2.Drittel
Das Spiel nahm kurzfristig nun etwas Fahrt auf, doch weiterhin verhinderte die wenig riskante Spielweise beider Kontrahenten so etwas wie Spielfluss. Entweder war im letzten Moment noch der Stock eines Abwehrspielers dazwischen oder das Abspiel wurde gründlich versaut: So konnte auch der gesteigerte Einsatz der Akteure kaum für Begeisterung sorgen.
Erst als Arvids Rekis in der 33.Minute zum 1:0 für die Grizzlies einnetzen konnte kam kurzfristig etwas Leben in die Bude. Doch nur zwei Minuten später beantworteten die Gäste diesen überzahltreffer mit einem ebenfalls im Powerplay erzielten Tor durch Petr Fical.
über die Entstehung des 1:1 deckt man aus Grizzlysicht allerdings besser den Mantel des Schweigens - ähnlich peinlich wie Oliver Jonas im letzten Heimspiel nahmen sich diesmal gleich zwei Wolfsburger Verteidiger ihre Nerven-Auszeit.
Zum zweiten Mal ging´s (zu Kaffee und Kuchen) in die Kabine.

3.Drittel
In langsam aber sicher gewohnter Manier wurde dann dieser eine Punkt auf der Habenseite zum Teufel gejagt. Die Grizzlies weiter bemüht, aber völlig ideenlos und ohne letzte Durchsetzungskraft, bekommen eine hochkarätige Chance, machen diese nicht rein (Furchner im Alleingang) und fangen sich wenig später das 1:2 per Konter von Andre Savage (54.Min). Es folgt in den Schlusssekunden das 1:3 ins leere Tor - wieder durch Fical - und schon dürfen alle nach Hause. Pfiffe und Buhrufe gab´s zum ersten Mal in dieser Saison gratis mit auf den Weg - der Frust saß tief bei den wenigen, die überhaupt noch Lust hatten sich irgendwie bemerkbar zu machen.

Mein subjektiver Eindruck:
Ein Fernsehabend kann so schön sein. Keine Ahnung, was die Spielstrategie unseres Teams war, aber mit Forechecking und schnellen Spielzügen hatte sie nichts zu tun.
Dem Team fehlt äußerst offensichtlich die körperliche und vor allem mentale Frische, um gegen einen derart unangenehm auftretenden Gegner etwas zu bewegen. Wenn dann individuelle Trotteligkeiten dazu kommen, ist der Ofen irgendwann völlig aus. Ich hoffe ernsthaft auf eine ähnliche Konditionsstrategie wie in unserer Aufstiegssaison. Das heißt: Bis zur Jahreswende wird´s kaum besser und dann spielen sie wieder (fast) alles in Grund und Boden. Wenn ich nicht an diese Theorie glauben wollte, müsste ich mir aber wohl langsam Sorgen machen, da die vielen knapp verlorenen Spiele und die wenigen selbst erzielten Tore langsam beängstigende Dimensionen annehmen. Wir stecken, zumindest vorübergehend, in einer ausgewachsenen Krise!

Tor:
Oliver Jonas ohne Fehler. Macht beim zweiten Gegentreffer den Winkel nur halbherzig zu, ansonsten sicherer Rückhalt. Einer der wenigen in ansprechender Form - allerdings auch nicht übermäßig oft geprüft.

Verteidigung:
Hat Degon auch schon irgendwo unterschrieben? Schwach! Totalausfall an der blauen Linie.
Rekis zwar endlich wieder mit einem Tor, aber auch wieder mit zwei überflüssigen Strafen.
Alavaara und Macholda solide, erreichten fast Normalform.
Danner und Genze mit einem absoluten Chaosauftritt in der spielentscheidenden Szene. Nur die beiden haben vermutlich den Schwarm Moskitos gesehen, den sie mit ihren Schlägern verscheuchen wollten.
Genze mit seinem bisher schlechtesten Auftritt in dieser Saison, verbockte ungewohnt häufig sein Stellungsspiel. Danner insgesamt auch nicht viel besser.

Sturm:
Kenny kann einem echt leid tun. Der rackert wie ein Blöder und Papineau und Milley glänzen durch Unsichtbarkeit. Lediglich Papineau trat mit ein oder zwei Kabinettstückchen in Erscheinung - geholfen hat´s nichts. Beide scheinen den Deutschland-Cup nicht verdaut zu haben, hängen deutlich hinterher. Aber was soll´s: Die überstunden werden jetzt von anderen Vereinen vergoldet, während wir uns die konditionell fehlende Pause anheften dürfen.
Furchner wiederum war die arme Sau im zweiten Block, die noch Kraft in den Beinen hatte. Genauso hoffnungslos verloren wie sein Kollege in Reihe Nr.1, versuchte er es mit Alleingängen - fast hätte es ja auch geklappt. Ulmer und Morczinietz folglich sehr blass.
Von den verbliebenen Akteuren erschien mir lediglich Mike Green voll auf der Höhe zu sein. Die restlichen Akteure glänzte wie ihre Kollegen durch fehlende Geschwindigkeit oder Geistesgegenwart, hatte dabei aber weniger Eiszeit.

Fans:
Waren welche da? Die angemessene Friedhofsstimmung für diesen Horrorfilm unten auf dem Eis. Irgendwie passt das alles momentan ins Bild. mb

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