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EHC - Kölner Haie 1:5

Der vorläufige Tiefpunkt der Saison scheint nunmehr erreicht. Mit einer desaströsen Vorstellung im letzten Spielabschnitt verteilten die Grizzlies erneut vorweihnachtliche Geschenke. Diesmal waren die Kölner Haie die Beschenkten, die sich die gespendeten drei Punkte unter den Baum legen durften. Aus eigener Kraft hätten die zahnlosen Gäste wohl kaum so viele Chancen generieren können, wie es ihnen am Ende völlig mutlos agierende Gastgeber ermöglichten.
Mit nun sechs punktlosen Spielen in Folge rutscht das so furios in die Saison gestartete Team des EHC immer weiter Richtung Tabellenende.

1.Drittel
An Entschlossenheit mangelte es den Grizzlies zunächst nicht. Die teilweise viel zu behäbig und langsam agierenden Kölner unterstützten den Elan der Gastgeber mit den entsprechenden Strafzeiten...allein das Glück und auch ein bisschen Kaltschnäuzigkeit fehlten den Wolfsburgern, um nach dem ersten Drittel mit zwei oder drei Toren in Führung zu liegen. Lediglich ein Mal verirrte der Puck sich hinter den stark haltenden Frank Doyle im Gästetor - doch HSR Piechaczek hatte zuvor einen hohen Stock der Wolfsburger gesehen und gab den Treffer nicht. Ansonsten machten die Haie nicht den Eindruck sich an diesem Nachmittag noch ernsthaft bewegen zu wollen; die Grizzlies stellten sich im Gegenzug ein ums andere Mal selbst ein Bein und verstolperten die besten Gelegenheiten.
Gegen Ende des Drittels glichen die Gäste das Chancenungleichgewicht mit zwei überzahlspielen ein wenig aus, waren mit dem torlosen Zwischenstand aber trotzdem mehr als gut bedient.
0:0 ging diese nur wenig aufregende Partie also in die erste Unterbrechung.

2.Drittel
Das Spiel holperte weiter vor sich hin - spielerische Elemente und Torchancen blieben aber weitestgehend den Gastgebern vorbehalten.
Doch das wollte nicht viel heißen. Als in der 24.Minute Melischko nach unkorrektem Körpereinsatz an der Bande zum Duschen durfte (für Zurek ging´s ins Krankenhaus), kamen die Grizzlies sogar zu einer fünfminütigen überzahl. Natürlich, möchte man sagen, traf der EHC erst als auch ein Grizzly auf der Strafbank Platz genommen hatte - also bei 4 gegen 4 auf dem Eis. Die Strafe gegen Höhenleitner wegen falschem Anspiel hatte dabei den faulen Hauch einer Konzessionsentscheidung, da der Referee die vorherige Strafe offenbar nicht nach eigener Sicht entschieden hatte.
Als Ulmer in der 25.Minute also endlich das längst überfällige 1:0 erzielt hatte, wähnte man die Wolfsburger also auf der Siegerstraße...allerdings nur, wenn man die letzten Spiele nicht gesehen hatte.
Es dauerte diesmal immerhin bis zur 32.Minute bis Rudslätt eine Tollpatschigkeit der EHC-Abwehr (direkt vor dem eigenen Torraum) zum 1:1 Ausgleich in überzahl verwerten konnte.
Es ist wohl diese Beiläufigkeit mit der auch so lauffaule Teams wie Köln ihre Tore gegen den EHC machen können, die den Spielern der Grizzlies den Nerv zu ziehen droht...
Als sich in der 36.Minute dann Green und Magowan mit Ankert und Gogulla in die Haare bekamen, kochte die Stimmung wenigstens ein wenig, bevor sich in der Halle mehr und mehr Resignation breit machte und nur noch die Kölner Anhänger sich selber feierten (ihr "Team" können sie nicht gemeint haben).
Mit einem dem Spielverlauf spottenden 1:1 ging´s zum zweiten Pausentee.

3.Drittel
Nach erträglichem Beginn verloren die Grizzlies nun irgendwie den Faden. Es sei lediglich das unerträglich schlechte überzahlspiel der Wolfsburger noch einmal erwähnt, bevor hier nur noch die Tore der Gäste aufzähle:
1:2 durch Flaake per Schlagschuss - unhaltbar und eine der wenigen sehenswerten Aktionen der Gäste (47.Min).
1:3 in der 55.Minute durch Lüdemann in überzahl.
1:4 ins leere Tor durch Gogulla - Wolfsburg hatte sich mit einem 6 gegen 3 "Power"play versucht (59.Min).
1:5 per Shorthander - Ullmann schiebt gegen zuschauende Gastgeber zum Endstand ein (59.Min).
Ein Spiel auf mittlerem Zweiliganiveau war endlich zu Ende.

Mein subjektiver Eindruck:
Wer sagt den Jungs endlich, dass die Zeit der schön herausgespielten Siege vorbei ist? Na? Wer traut sich?
In den letzten Wochen zeigt sich jedenfalls ein ums andere Mal, dass dieses Team offenbar nicht die Geduld hat, um in solch einer Krise trotzdem ein paar Punkte mitzunehmen.
Da wird zwei Drittel blindwütig angerannt und am Ende verzweifelt der Kopf in den Sand gesteckt - das wirkt alles irgendwie unreif auf mich.
Und ich sage es ganz frei heraus: Gegen eine derart faul und unmotiviert daherkommende Mannschaft wie diese Kölner auch nur einen Punkt abzugeben ist eine echte Sünde - was das für drei verlorene Punkte heißt, muss ich wohl nicht näher ausführen...
Das Problem liegt, meiner Meinung nach, jedenfalls eindeutig im Kopf der Spieler, die jegliches Selbstbewusstsein offenbar an der Kabinentür abgegeben haben.

Tor:
Jonas mit akzeptabler Leistung. Steht immer wieder etwas zu weit vor seinem Kasten, so dass gezielte Querpässe fast schon zur Gegentorgarantie werden...das Risiko nimmt er aber wohl absichtlich in Kauf. Spielt die Abwehr konzentriert durch, wird´s ein shut out - so werden´s fünf Gegentore. Man glaubt es kaum.

Verteidigung:
Macholda und Alavaara weiter top. Danner und Genze deutlich verbessert zum letzten Auftritt.
Degon streckenweise sehr überzeugend, verstolpert gegen Ende wieder den ein oder anderen Puck. Rekis wirkt weiter etwas wackelig - positiv: diesmal keine Strafzeit aus der Kategorie "dämlich".
Behält man im letzten Drittel den Kopf oben, macht der Schnitzer zum 1:1 gar nichts aus. Leider ging der gesamten Truppe am Ende nicht nur die übersicht, sondern auch die Moral flöten.

Sturm:
Wirklich durchgängig konnte fast keiner der Akteure überzeugen. Neben Furchner und Magowan konnte ich bei Ulmer und Hospelt eine akzeptable Leistung erkennen (aber nur bei ganz genauem Hinsehen). Papineau zauberte exakt ein Drittel lang, dann war er wie Milley nicht zu sehen. Johnson, Zurek, Regan, Höhenleitner und Morczinietz glänzten durch Ineffektivität; Green fiel in erster Linie durch Aggressionsabbau in der 36.Minute auf - das war´s auch schon. Wenn auch immer wieder der bekannte Spielfluss aufflackerte...es fehlt an Konsequenz und übersicht im Abschluss. Die Dinger gehen einfach nicht rein oder Kleinigkeiten passen einfach nicht - es ist zum Verrücktwerden!

Fans:
Und es geht schon wieder los *träller*
Die Armee der Neunmalklugen, die ihre Unzufriedenheit über einen verkorksten Abend an anderen auslassen wächst von Spiel zu Spiel.
Das Auswärtsfans, die nur sich selbst feiern, lauter als die Heimfans sind ist keine Sensation. Wer sich die letzten Wochen das Gegurke unseres Teams reingetan hat möchte eigentlich nur eins: Vernünftiges Eishockey sehen - und nicht irgendeinen Gesangswettbewerb gewinnen.
Zum Schluss noch zwei ganz persönliche Bemerkungen:
1. Gesänge heißen so, weil sie gesungen und nicht getrommelt werden. Bis auf E-H-C und ein, zwei Klatschrhythmen lässt sich bei unserem Publikum NICHTS, aber auch GAR NICHTS antrommeln. Wäre schön, wenn auch der letzte pubertierende Teenyfan das kapieren würde.
2. Bitte keine Geldmünzen in meine Trommel schmeißen, wenn ich im letzten Drittel pissen gehe! Ich nehme ausschließlich Scheine an! mb

PS: Manchmal frage ich mich, warum ich mir den Scheiß da vorne überhaupt noch antue. Vielleicht, weil ich gerne der Sündenbock für alle Frustrierten bin? Ich glaube nicht...

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