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EHC - Frankfurt Lions 5:1

Zur Weihnachtszeit wurde es schließlich doch noch versöhnlich in der Eisarena. Mit einer weitestgehend überzeugenden Leistung schenkte das Team des EHC dem Wolfsburger Publikum endlich wieder etwas Freude nach all den glücklosen Vorstellungen der vergangenen Wochen.
Mit den Gästen aus Frankfurt war allerdings ein Team zu Gast, das es den Grizzlies auch nicht allzu schwer machte und mit eher gemütlichem Tempo und individuellen Schnitzern tüchtig mithalf, dass es für Toni Krinners Mannschaft ein gelungener Abend wurde. Besonders kurios war hierbei, dass die Gastgeber ab dem 2.Drittel mit Jason Ulmer auf einen ihrer Topscorer verzichten mussten, da dieser zur Geburt seines zweiten Sohnes ins Wolfsburger Klinikum unterwegs war.

1.Drittel
Die Grizzlies starteten, wie so oft, schwungvoll gegen etwas gehemmt wirkende Gäste. Leider erinnerte auch die Verwertung der ersten Chancen, die das Team sich in den Anfangsminuten erspielte, sehr an die in den letzten Wochen so oft gesehenen Spielverläufe.
Doch nachdem es zunächst nur wenig überzeugendes auf das von Ersatzgoalie Ower gehütete Lionstor zu vermelden gab, war es dann ausgerechnet das Wolfsburger überzahlspiel, das mit Ken Magowan den ersten Torschützen des Abends präsentierte. In der 6.Minute hatte der kantige Außenstürmer, von seiner Formation völlig freigespielt, unbedrängt zum 1:0 eingenetzt...die Befreiung?
Wer die letzten Heimbegegnungen live durchlitten hatte, meldete zurecht Zweifel an: Der Führungstreffer hatte den Wolfsburgern schon viermal kein Glück gebracht, dreimal folgte ihm kein weiterer Erfolg.
Und in der 9.Spielminute schien sich dies gegen die eher saft- und kraftlos auftretenden Frankfurter erneut zu bestätigen: In Unterzahl betrieb Furchner engagiertes Forechecking und wurde dabei von seinen Mitspielern interessiert aus dem Mitteldrittel beobachtet. Das Ganze schien dermaßen interessant zu sein, dass die restlichen Wolfsburger völlig vergaßen in ihr Drittel zurückzukehren, als die Lions zum Gegenangriff ansetzten. Ein haarsträubend einfacher überzahltreffer durch Kavanagh schien mal wieder die bekannten Mechanismen in Gang zu setzen.
Als dann zwischen der neunten und elften Minute gleich drei Grizzlies nacheinander auf der Strafbank landeten und die Gäste in doppelter überzahl agieren durften, verstärkte sich der genannte Eindruck sogar noch...doch es sollte anders kommen!
Die Gastgeber verteidigten zunächst das 1:1 recht souverän, um im Anschluss nicht nur erneut Druck aufzubauen, sondern um sogar mit 2:1 (17.Min) in Führung zu gehen. Und Gott sei Dank: Endlich war das Glück einmal auf Seiten der Grizzlies, als Mike Greens harter Pass vors Tor von einem gegnerischen Schlittschuh in selbiges abgefälscht wurde!
Nach dem fälligen Videobeweis kannte der Jubel im weiten Rund keine Grenzen - das war nicht der gewohnte Spielverlauf!
Darüber hinaus hatten die Lions bei doppelter überzahl nicht nur das leere Tor nicht getroffen, sondern machten auch gegen Ende des Drittels nicht genug aus ihren Chancen, so dass es mit einer knappen Wolfsburger Führung in die Kabinen ging.

2.Drittel
Um das negative vorweg zu nehmen: über die in diesem und dem Abschlussdrittel folgenden überzahlspiele der Grizzlies breitet sich, wie mittlerweile gewohnt, der Mantel des gnädigen Schweigens. Der Rest bot allerdings viel Anlass zu Frohsinn: In Unterzahl vollstreckte Papineau einen sehenswerten Konter zum 3:1, verlud Gästekeeper Ower im allerletzten Moment und versenkte den Puck flach im Tor (26.Min). Die Euphorie auf den Rängen kam gerade erst richtig in Fahrt, da legte Wolfsburg im numerischem Gleichgewicht auch schon nach! Eine Minute später setzten Morczinietz und erneut Papineau den mit nach vorne geeilten Degon blitzsauber in Szene, was dieser zum vorentscheidenden 4:1 nutzte.
Frankfurt antwortete zunächst mit wütenden Angriffen - als diese sich als zu kraftraubend und vor allem fruchtlos erwiesen, jagte auf Gästeseite ein Frustfoul das nächste...Effekt: siehe oben.
Mit 4:1 ging es zum zweiten Mal in die Pause.

3.Drittel
Beide Teams rissen nun wahrlich keine Bäume mehr aus und fast hatte man den Eindruck, dass die Grizzlies wieder zu alter Schwäche vor des Gegners Tor zurückkehren wollten. Zum einen setzten sich die Powerplayprobleme ungehemmt fort, zum anderen gelang Tim Regan in der Schlussminute per Strafschuss (absichtliches Torverschieben) kein weiterer Treffer. Doch dieser Abend unterschied sich, wenn auch nicht komplett, von den vorhergehenden Spielen, so dass den Gastgebern in der 48.Minute endlich einmal wieder eins der sogenannten garbage goals gelang. Aus einem Gestochere vor Owers Kasten war es schließlich Gregg Johnson, der den Puck zum 5:1 über die Linie schieben konnte.
Der Sieg wurde von Mannschaft und Fans nach dieser Durststrecke natürlich entsprechend euphorisch gefeiert. Vieles hatte sich also geändert - was bleibt ist die Hoffnung, dass es weiter in diese Richtung geht.

Mein subjektiver Eindruck:
Frankfurt wirkte ähnlich halbgar wie zuletzt Köln und konnte irgendwie nicht den letzten Druck aufbauen, der zum Gewinnen eigentlich immer notwendig ist. Da das Wolfsburger Team aber bisher fast immer mit seinen Gegnern auf Augenhöhe war - auch wenn das Endergebnis meist gegen sie ausfiel - braucht man das Erfolgserlebnis gegen die Lions nicht zu sehr abwerten. Wichtig ist, dass der verdammte Puck endlich wieder seinen Weg ins gegnerische Tor gefunden hat...und das mehr als nur ein- oder zweimal. Für den Kopf auf jeden Fall ein enorm wichtiger Sieg.
Was weiterhin Anlass zu höchster Sorge gibt, ist das unglaublich steife überzahlspiel der Grizzlies: Kaum Bewegung und selten mal ein Schuss aufs Tor - von der nicht existenten Arbeit im Slot mal abgesehen. Da muss ein "Gigant" wie Regan im Slot die Knochen hinhalten...ohne Worte.

Tor:
Jonas beim einzigen Gegentreffer mit eher unterdurchschnittlichem Stellungsspiel, ansonsten wirkte die Wolfsburger Nummer 1 nicht wirklich ruhig. Strahlte wenig Sicherheit aus, machte aber auch keinen gravierenden Fehler.

Verteidigung:
Degon endlich wieder mit einer außergewöhnlich guten Leistung. Kinch braucht offenbar noch Zeit zum Einspielen, ist noch keine wirkliche Verstärkung.
Alavaara und Macholda mit enormen Abstimmungsschwierigkeiten, beim Gegentreffer wären sie fast zum Auslöser des gewohnten Spielverlaufs geworden...nach den hervorragenden Leistungen der letzten Wochen kaum zu erklären und hoffentlich nur ein Ausrutscher.
Genze und Danner mit absoluter Galavorstellung, haben sich seit dem Nürnbergspiel mehr als rehabilitiert und glänzten nicht nur durch Zuverlässigkeit.

Sturm:
Bis auf die erste Reihe zeigte die Zusammensetzung der anderen Reihen, nicht nur wegen Zureks Verletzung, keine Kontinuität. Zusätzlich fehlte ab dem zweiten Drittel mit Ulmer Mr."Ich-kann-mit-allen-scoren". Trotzdem zeigte sich der Grizzlysturm ungewohnt effektiv und hatte schließlich auch mal wieder das nötige Quäntchen Glück. Die Abhängigkeit von der ersten Reihe bleibt aber weiterhin zu deutlich: Besonders Furchner vergeigte, nicht zum ersten Mal, beste Chancen am Fliesband.
Darüber hinaus hat sich im Team der Wolfsburger wohl die Einstellung durchgesetzt, dass man, wenn man ein oder zwei Spieler mehr auf dem Eis hat, sich nicht mehr so viel bewegen muss - das Ergebnis darf man regelmäßig in der Powerplay-Statistik der letzten Wochen nachlesen. Die Zeit der herausgespielten Powerplaytreffer ist vorbei! Blaue Flecken im Slot und viele Schüsse von der Blauen sind angesagt! Schlechter kann die Ausbeute doch gar nicht mehr werden...

Fans:
Das war endlich mal wieder richtig lustig. Natürlich ist da noch jede Menge Luft nach oben, aber bis zum Sonderzug müssen wir ja noch Steigerungsmöglichkeiten offen lassen ;)
Vielleicht schaffen wir in den kommenden Wochen sogar mal eine der Jahreszeit angemessene Zuschauerzahl und es wird doch noch Werbung fürs Eishockey in der fußballlosen Zeit betrieben. mb

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