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EHC - Hamburg Freezers 7:1

Der Start ins neue Jahr ist den Grizzlies mehr als gelungen!
Was als spannendes Kräftemessen mit dem Pre-Playoff Rivalen aus Hamburg gedacht war, entwickelte sich mit fortschreitender Spieldauer zu einer einzigen Wolfsburger Eishockeyparty, die alle Fans einer Fortsetzung im Sonderzug entgegenfiebern lässt.
Mit unbändigem Willen fegte der Wolfsburger EHC die Gäste in den ersten beiden Dritteln geradezu vom Eis und selbst als die Gastgeber im letzten Spielabschnitt deutlichst in den Kraftsparmodus umschalteten, konnten die Freezers dieses Drittel nicht für sich entscheiden: Ein kurzes Hochfahren des Engagements reichte den Grizzlies hier, um mit zwei weiteren Toren die 7:1 Demontage perfekt zu machen.

1.Drittel
Der Auftakt wirkte zunächst, wie eigentlich erwartet, ausgeglichen und die Gäste verbuchten sogar die ersten Schüsse auf das von Daniar Dshunussow gehütete Wolfsburger Tor.
Doch schon nach circa fünf Minuten entwickelte sich ein Spiel, das in erster Linie vom Wolfsburger Willen und kompletter spielerischer überlegenheit geprägt war.
Auch wenn es bis zur 17.Minute dauerte bis Mike Green per Abstauber das erste Tor der Grizzlies erzielte - die Marschroute der Gastgeber war bis dahin längst klar geworden: Mit Volldampf voraus!
Als eine Zeigerumdrehung später der glänzend aufgelegte Milley den Hamburger Goalie in dessen Torraum zum 2:0 umkurvte, war der Bann endgültig gebrochen. Die Zuschauer, die die Mannschaft von Beginn an euphorisch nach vorne gepeitscht hatten, lagen sich jubelnd in den Armen.
Die Freezers wirkten derweil schon zu diesem frühen Zeitpunkt reichlich angeschlagen und trauerten nun wohl den wenigen, aber guten Torchancen dieses Drittels sichtbar nach. Doch der äußerst souverän auftretende Dshunussow im Grizzlytor und zwei haarsträubend vergebene Einschusschancen hatten den Nordlichtern offenbar den Zahn gezogen.

2.Drittel
Und genau so traten die Gäste im Mitteldrittel auch auf. Pech, dass sie mit den Grizzlies bei einem Team zu Gast waren, das wild entschlossen auf die entgültige überwindung einer Torflaute drängte.
So kamen die Freezers in diesem Spielabschnitt fast schon brutal unter die Räder, gaben sich nach dem frühen 3:0 (23.Min) - erneut durch Milley - fast schon auf.
Angriffswelle auf Angriffswelle der Grizzlies rollte auf das von Pelletier gut gehütete Tor und dass es nach Treffern von Morczinietz (34.Min) und Green (37.Min) lediglich 5:0 für die Gastgeber stand, war nicht zuletzt ein Verdienst des einzigen wirklich überragend auftretenden Freezers. Dessen Arbeitstag war allerdings nach 40 Minuten vorbei: Gästecoach Gardner wollte das Kommende seiner Nummer 1 wohl ersparen - nachvollziehbar!
So traten die Gäste aus Hamburg, die zur Mitte des Drittels mit ihren wenigen Chancen zum Comeback an Dshunussow gescheitert waren, mit Ersatzkeeper Güttner zum letzten Spielabschnitt an.

3.Drittel
Der EHC nahm nun deutlich Fahrt aus dem Spiel, drängte längst nicht mehr so entschlossen in die Zweikämpfe und räumte den Einzelkönnern der Freezers zunehmend Luft für die Darbietung ihrer Künste ein.
Den (Ehren?)treffer von Clarke Wilm (44.Min) zum 5:1 hätte wohl auch jemand vorhersagen können, der zum ersten Mal bei einem Eishockeyspiel zu Gast ist.
Es dauerte nur ein paar Minuten, da brachten sichtbar gefrustete Hamburger die Grizzlies durch überflüssige Fouls auch ohne großes Hochschalten im Tempo wieder an den Drücker.
Auch wenn das Powerplay der Wolfsburger nach wie vor ein Schatten seiner ehemals glänzenden Form darstellt - im Anschluss an die überzahlsituationen zwischen der 49. und 53.Minute hatten natürlich wieder die Gastgeber das Sagen auf dem Eis.
Mit dem 6:1 durch Ken Magowan in der 54.Minute und dem 7:1 durch Milley in der 58.Minute fand das Spiel seinen krönenden und auch in dieser Höhe völlig verdienten Abschluss.
Im Anschluss nahm das Grizzlyteam samt Nachwuchs bei der Ehrenrunde die hart erarbeitete Anerkennung der erstaunlich zahlreich in der Halle verbliebenen Anhänger entgegen - der Spaß und auch ein wenig Erleichterung war ihnen anzusehen!

Mein subjektiver Eindruck:
Schau an, schau an...sollten sich meine Hoffnungen auf ein typisches "Krinnerteam", das um die Jahreswende aus der obligatorischen Krise kommt, erfüllen? Es wäre, ehrlich gesagt, zu geil!
Körperlich scheinen die Jungs wieder soweit zu sein, dass sie einen Gegner über die volle Spieldauer in Grund und Boden laufen und kämpfen können. Das Scheibenglück und das, verständlicherweise, vorübergehend abhanden gekommene Selbstvertrauen scheinen auch langsam zurückzukehren - ich bin sehr gespannt auf die nächsten 3 bis 4 Spiele. Danach sollte relativ klar sein, wohin die Reise geht. Der 10.Platz ist jedenfalls hart umkämpft wie nie zuvor und wenn Iserlohn oder Augsburg keine heftigen Niederlagenserien starten, wird auch kein weiterer Platz unter den ersten zehn mehr zur Disposition gestellt werden.
Offenbar sind wir aber endlich wieder auf einem guten Weg (auch wenn man das nach den letzten Wochen nicht mehr hören kann/will).

Tor:
Daniar - wunderbar. Verhinderte zu Beginn der Begegnung mit einigen sehenswerten Reaktionen, dass Ladehemmungen der Stürmer das Spiel in die falsche Richtung laufen lassen. Der gefühlte shut out ging leider in der laxen Phase des dritten Drittels sehr billig über den Tresen, aber angesichts des anstrengenden Programms in diesen Tagen sollte Daniar da nicht zu sauer auf seine Vorderleute sein. Insgesamt wieder eine Leistung, die gezeigt hat, dass ihm die Zukunft gehört. Bei Diagonalschüssen auf die Stockhandseite muss er, wie sein Kollege Jonas, allerdings noch ein wenig am Stellungsspiel feilen...

Verteidigung:
Wurde von den teilweise doch recht schlapp auftretenden Hamburgern nicht über Gebühr gefordert und zeigte bis auf wenige Ausnahmen eine geschlossen gute Leistung. Einzelkritiken spar ich mir an dieser Stelle, da die Schwachstellen im Defensivverbund auch durch wechselnde Verteidigerpaare zustande gekommen sein dürften. Dass auch diese Wackelkandidaten es in anderer Konstellation besser können, durften wir in den vergangenen Woche oft genug erleben.
Insgesamt ist dieser Mannschaftsteil zum Glück wieder im Aufwind.

Sturm:
5, 4, 4, 7 - das ist die Ausbeute des Sturms in den letzten vier Begegnungen! Und siehe da, wenn der Gegner nicht gerade der Meister aus Berlin ist, fließen die Punkte wieder beständig auf das Konto der Grizzlies.
Dabei fallen mir momentan besonders zwei "Kollektive" auf. An erster Stelle natürlich die erste Reihe um einen Norm Milley, dessen Leistungskurve nach recht enttäuschenden Wochen steil nach oben zeigt und der mit den gut aufgelegten Papineau und Magowan der Garant für Torsegen pur darstellen kann.
Aber genau so wichtig - wenn nicht sogar wichtiger - erscheint mir die Tatsache, dass wir mit der Reihe Höhenleitner, Green und Regan endlich eine Reihe haben, die eine unglaublich aggressive und hungrige Atmosphäre verbreitet! Einfach nur genial, was die drei da aufs Eis arbeiten und mindestens ebenso genial, wie sehr das die gegnerischen Teams anpisst! Dazu die zuverlässige Reihe um unseren "heimlichen" Ich-kann-mit-jedem-scoren Star Jason Ulmer und die fleißigen Hospelt und Johnson...
Tja, wenn die Dinger reingehen, macht plötzlich alles wieder Sinn - so ist das nun mal im Sport.

Fans:
Was war denn das? Von Anfang an zog die gesamte Halle mit, Gesänge wurden durchgehalten und irgendwie kam ständig Druck von den Rängen! Bitte mehr davon...
Vielleicht noch ein wichtiger Hinweis zum Auswärtsspiel in Düsseldorf - Trommeln sind dort, wie schon in der altehrwürdigen Brehmstraße, nicht erlaubt. Da sind wir ausnahmslos alle gefragt etwas anzustimmen und durchzuhalten - auch wenn´s vielleicht zu Beginn bei den Jungs unten auf dem Eis nicht so läuft! Ich freu mich jedenfalls schon tierisch auf morgen! mb