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EHC - Augsburger Panther 4:5

Es sollte der erste Sieg nach zuletzt drei Niederlagen gegen starke Gegner werden, um somit den Kampf um Platz 10 offen zu halten. Am Ende stand der EHC nach hartem Kampf gegen Augsburg mit leeren Händen da und darf sich langsam mit dem Gedanken eines frühen Saisonendes beschäftigen. Mit 45 Spielen hat Wolfsburg mehr Begegnungen auf dem Konto als seine direkten Konkurrenten, dafür aber lediglich nur noch einen Punkt mehr als Hamburg und Iserlohn - alle anderen liegen bereits vor dem Team von Coach Toni Krinner. Angesichts der immer stärker werdenden Freezers scheint eine Niederlagenserie der Roosters zusammen mit einigen überraschenden Punktgewinnen für Wolfsburg die einzige positive Variante zu sein, die momentan noch eine gewisse Wahrscheinlichkeit hat.

1.Drittel
Die Partie startete wie erwartet mit viel Pfeffer und einer engagiert aufspielenden ersten Reihe der Grizzlies. Die Panther konterten die erste Druckphase der Gastgeber bereits in der ersten Minute mit dem Anzetteln einer kleinen Rauferei vor ihrem umkämpften Gehäuse. Neben der zu diesem Zeitpunkt angezeigten Strafe wegen Beinstellens verteilte der Referee allerdings lediglich je zwei weitere Strafen wegen übertriebener Härte auf beiden Seiten, so dass das Verursacherprinzip - wie so oft in Deutschlands höchster Liga - ohne Beachtung blieb. Die berechtigte 2 + 10 Strafe wegen Checks gegen Kopf- und Nackenbereich blieb ebenso aus wie die wohl beabsichtigte Abschwächung der Angriffsbemühungen der Grizzlies durch das anfängliche Hinausnehmen der ersten Reihe (Magowan und Papineau mit je 2 Minuten).
Obwohl die Wolfsburger im ersten Drittel gerade einmal eine überzahl mehr als die Gäste zu verzeichnen hatten, ging das Drittel nach Spielanteilen mehr als deutlich an die Grizzlies. Das war es dann aber auch an positiven Meldungen diesen Spielabschnitt betreffend.
Während die Grizzlies sämtliche Einschussmöglichkeiten vergeigten - und das waren so einige...- nutzten die Panther ihre Chancen eiskalt aus:
0:1 durch Murphy, der den Abpraller gegen Kinch und Alavaara erobert und nur noch einzuschieben braucht (15.Min).
0:2 wiederum durch Murphy bei angezeigter Strafe (18.Min).
Als die Gäste kurz vor der Pause noch den Pfosten trafen, blieben nach dem ersten Drittel viele Fragezeichen auf den Rängen zurück. Wolfsburg hatte gearbeitet, das Spiel bestimmt und lag trotzdem mit zwei leichtfertig hergeschenkten Toren zurück - ein typisches Sonntagnachmittag-Spiel (gähn) drohte.

2.Drittel
Doch es sollte alles andere als besinnlich weitergehen.
Was folgte war die große Piechaczek-Show - Eishockey geriet zur Nebensache. Wolfsburgs Anhänger waren praktisch das gesamte Drittel damit beschäftigt sich über die großzügige Strafenbemessung gegen ihr Team und das teils haarsträubend dilletantische Verhalten der Linesmen aufzuregen, anstatt dem Drama auf dem Eis die gebührende Aufmerksamkeit zu schenken.
Konnten die Grizzlies in ihrer ersten Unterzahl sogar den Anschlusstreffer zum 1:2 durch Gregg Johnson verzeichnen (29.Min), so sollte sich diese aufkeimende Hoffnung nach einer Spieldauer-Disziplinarstrafe gegen Rekis schnell zerschlagen.
Der Hauptschiedsrichter hatte sich beim Beinstellen des Letten für Verletzungsfolge entschieden - offenbar ist der Mann Orthopäde. Der Gefoulte spielte jedenfalls munter weiter, Piechaczek schickte prompt mit Kinch noch einen Grizzly mit einer strittigen Entscheidung hinterher und hatte im Anschluss, was er offenbar so geniest: Die volle Aufmerksamkeit des Publikums.
Die Panther zeigten sich in dieser Phase, zum Leidwesen der über 2000 Zuschauer, erneut sehr effektiv in ihrer Chancenverwertung und erzwangen so etwas wie eine Vorentscheidung:
1:3 bei doppelter überzahl durch Collins (33.Min)
1:3 bei einfacher überzahl durch Murphy (34.Min)
Hätte Papineau acht Sekunden vor Drittelende nicht die einzige überzahl der Grizzlies in diesem Drittel für seine Farben zum 2:4 nutzen können, der Dramaturgie der Piechaczekschen Festspiele wäre wohl glatt das I-Tüpfelchen im letzten Spielabschnitt versagt geblieben.
Hätte Toni Krinner auf die Gesänge des eigenen Anhangs gehört, wäre es erst gar nicht zu letzterer gekommen (Toni, nimm die Jungs vom Eis...).

3.Drittel
Es dauerte nicht lange, da waren sich die Heimfans sicher - "Charly hat was draufgelegt!" schallte es durchs Rund.
Geradezu lachhaft versuchte das gestreifte Strafzeitenmonster die Statistik wieder gerade zu rücken, ließ die Augsburger mit teils unglaublichen Regelauslegungen fast 14 Minuten in Unterzahl verbringen.
Die Grizzlies traten zwar, wie seit längerem leider gewohnt, in überzahl wenig überzeugend auf, trafen aber auch auf vorbildlich in Unterzahl agierende Gäste.
Trotzdem gelang es den Gastgebern in einer dramatischen Aufholjagd den Spielstand auszugleichen...die erstmalige Führung wollte jedoch nicht gelingen.
Nachdem Magowan in einfacher überzahl und bei angezeigter Strafe zum 3:4 getroffen hatte (46.Min), dauerte es bis zur 50.Minute, bis Degon eine schöne Kombination bei 5 gegen 3 zum Ausgleich verwerten konnte.
Das Spiel schien zugunsten der Grizzlies zu kippen, doch wie bereits erwähnt: Der Führungstreffer wollte nicht gelingen.
Diesen konnten dann leider doch wieder die Gäste aus Bayern für sich verbuchen und wem fiel wohl zu Beginn der 55.Minute, im einzigen überzahlspiel für die Gäste, mit unglaublich viel Dusel der Puck vor den Schläger? Richtig! Mark Murphy machte mit seinem vierten Treffer alles klar.
Den Schock, den dieses Tor in den Reihen der Wolfsburger auslöste, wurde das Team des EHC bis zum Schluss nicht mehr wirklich los. Augsburg brachte die knappe Führung schließlich geschickt über die Zeit, erntete die Früchte einer vor allem im ersten Spielabschnitt überzeugenderen Torausbeute.

Mein subjektiver Eindruck:
Das Spiel war eigentlich nach 20 Minuten entschieden. Die One-Man-Show der Piechazecke bewahrte uns alle vermutlich vor einem äußerst langweiligen Eishockeyabend. Nachteil an der ganzen Sache: Als Eventfan würde ich mich fragen, wofür ich eigentlich Eintritt bezahlt habe, wenn am Ende der Schiri das Spiel macht. Als hochgradig Eishockeysüchtiger hingegen nimmt man derartigen Mist ja fast resigniert in Kauf...
Benachteiligt wurde eigentlich keine der beiden Mannschaften - Wolfsburgs desaströse Vorstellung im eigenen Drittel hatte ihre verheerende Wirkung, wie beschrieben, nach 20 Minuten bereits getan.

Tor:
überragend wäre angesichts der fünf Gegentore wohl etwas hoch gegriffen. Keine wirklichen Fehler bei Jonas, doch Treffer wie Nr.1 und 4 haben andere Goalies schon gehalten...
Ob Daniar momentan so ein Goalie ist, wird er wohl in einigen der restlichen Spiele zeigen dürfen. Von der angekündigten "Festlegung" auf einen Torhüter kann ich momentan jedenfalls nichts merken...es sei denn Daniars Einsatz gegen Hamburg war die Ausnahme. Dann allerdings...

Verteidigung:
Degon und Rekis überzeugten.
Der Rest wirkte nicht so souverän, wie es in der entscheidenden Phase der Saison erforderlich ist. Die Geschenke des ersten Drittels gehen ausnahmslos auf die Kappe der Verteidigung, die im eigenen Drittel jeglichen überblick verlor.
Am Ende entschied das tapsige Defensivverhalten von Alavaara, Kinch und Genze die Partie.

Sturm:
Außer Magowan und Ulmer gefiel mir da kaum wer.
Wenn Gregg Johnson auffällig spielt, dann stimmt generell was nicht im Team...
Der Rest spulte, teils sehr engagiert, sein einfallsloses Laufprogramm runter und bewirkte gegen agile Augsburger mal so was von gar nix - äußerst peinliche Vorstellung!
In Sachen Powerplay muss sich der Trainer langsam aber sicher Nachfragen gefallen lassen, was genau man im Training einstudiert...mit Schießen und Bewegen hat das augenscheinlich nichts zu tun.

Fans:
Der Schiri weckte uns aus der Totenstarre nach dem 0:2 - das war aber auch das einzig Positive, was der Pfeifenmann zustande brachte. Ansonsten war die Anfeuerung eigentlich ganz okay - vor allem, weil ich seit langem mal wieder das Gefühl hatte, dass die Unterstützung nichts auf dem Eis auslöste. Sehr frustrierend. mb
 

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