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EHC - Eisbären Berlin 3:2

Die Grizzlies geben auf der Zielgeraden noch einmal Gas!
Im vierten Anlauf gelingt den Wolfsburgern endlich ein Sieg gegen den Meister aus Berlin. Kein Punkt in der laufenden Saison wäre wohl besser für dieses Erfolgserlebnis gewesen als der jetzige, denn die Konkurrenz um Platz 10 punktete fast ausnahmslos ebenso.
In einem durchgehend von beiden Seiten intensiv geführten Spiel hatten die aufopferungsvoll kämpfenden Gastgeber diesmal das bessere Ende für sich. Wer das erste Aufeinandertreffen der beiden Teams in der Eisarena miterlebt hatte, empfand wohl so etwas wie Genugtuung, dass die Punkte diesmal - etwas glücklich - allesamt in Wolfsburg blieben.

1.Drittel
Der Auftakt gestaltete sich aus Sicht der Gastgeber durchaus positiv. Die Grizzlies stiegen mit hohem Tempo ins Geschehen ein, waren in den ersten 10 Minuten mehr als gleichwertig und verbuchten neben dem ersten Tor auch die Mehrzahl an Torchancen.
Nach gut vier Minuten war Jason Ulmer bereits die 1:0 Führung gelungen, nachdem seine Reihe die Eisbärenabwehr scheinbar mühelos ausgespielt hatte - es sollte allerdings einer der wenigen Momente bleiben, in denen die Grizzlies keine Mühe zu haben schienen.
Denn die Antwort der Berliner wurde schnell mehr als deutlich sichtbar: Die Eisbären drehten spätestens ab Mitte des Drittels stark an der Geschwindigkeitsschraube, spielten zunehmend ihre individuelle Klasse aus und zwangen die Gastgeber bis zur ersten Pause in eine packende Abwehrschlacht.
Neben dem Ausgleich durch Walker in der 12.Minute verzeichneten die Gäste zwei Pfostenschüsse und zahlreiche weitere gefährliche Situationen vor dem von Oliver Jonas gehüteten Kasten. Lediglich ein Break von Jason Ulmer setzte auf Wolfsburger Seite noch einmal ein Ausrufezeichen, doch sein Abschluss landete über Pfosten und Latte wieder vor dem Kasten von Rob Zepp - HSR Aumüller bemühte zudem den Videobeweis, entschied dann korrekt auf "kein Tor".
Etwas glücklich für Wolfsburg ging es mit 1:1 in die Kabinen.

2.Drittel
Die Grizzlies kamen taktisch verbessert zurück aufs Eis. Zwar drückte Berlin weiter aufs Tempo, doch das Backchecking der Wolfsburger Stürmer rettete Abwehr und Jonas nicht nur einmal vor einem weiteren Gegentreffer aus dem Slot. Immer wieder räumte die fleißig zurücklaufende Angriffsabteilung der Gastgeber Rebounds vor dem leeren Kasten beiseite und verdammte damit die Berliner Angriffsbemühungen zu einer insgesamt fruchtlosen Vorstellung.
Die Anzahl der Grizzly-Chancen hingegen stieg wieder und in der 26.Minute durfte in der Eisarena wieder gejubelt werden:
Im zweiten Powerplay der Begegnung verwandelte Jan-Axel Alavaara mit einem krachenden Blueliner in den Winkel des Eisbärengehäuses zum 2:1!
Die Gäste reagierten erneut und verstärkten ihre Bemühungen - doch die geschlossene Arbeitsleistung des Wolfsburger Teams und ein wenig Glück bewahrte die Grizzlies vor dem erneuten Ausgleich.

3.Drittel
Geschickt verteidigten die Gastgeber ihre knappe Führung, blieben dabei aber immer gefährlich. Viele klare Chancen erspielten sich allerdings beide Seiten nicht mehr.
In den letzten sieben bis acht Minuten der Begegnung nahm dieses gefährliche Spiel dann dramatische Formen an: Während die Eisbären nicht nur einmal vor dem leeren Tor nicht verwandeln konnten, vergab auf Seiten der Grizzlies allein Morczinietz zwei glasklare Chancen die Partie endgültig zu entscheiden. Zunächst brachte sich der Wolfsburger Stürmer nach einem Alleingang vor Rob Zepp selber aus dem Gleichgewicht und landete statt auf der Torschützenliste auf seinem Allerwertesten, wenig später geriet er bei einem 2 auf 1 Konter derart ins Grübeln, dass er sich weder zum Schuss noch zum rechtzeitigen Querpass durchringen konnte.
Wie so oft im Sport wird das Auslassen von großen Chancen bestraft - in diesem Fall fast exakt eine Minute vor dem Ende. Das Wolfsburger Publikum hatte sich in Feierlaune bereits zu standing ovations erhoben, die Eisbären spielten ohne Torhüter 6 gegen 5 Powerplay...und verwandelten durch Pederson zum späten 2:2 Ausgleich. Der unbedrängt an der blauen Linie abgefeuerte Schlagschuss fand zielsicher sein Ziel und traf Mannschaft und Fans der Grizzlies mitten ins Herz. Lähmendes Entsetzen und Enttäuschung machten sich in der Halle breit - der Berliner Anhang feierte indes den durchaus verdienten Ausgleich. Allerdings feierten die Gäste nur exakt neun Sekunden...
Während alle Orangenen in der Halle noch mit Kopfschütteln beschäftigt waren, packte ein sichtbar wütender Papineau die Hörner aus und machte den last minute Traum doch noch wahr.
Völlig unbeeindruckt stürmte der Wolfsburger Ausnahmecenter direkt nach dem Wiederanpfiff auf Eisbärenverteidiger Regehr zu, nahm diesem wie selbstverständlich den Puck ab und stürmte allein auf Zepp im Berliner Kasten zu. Der ausgetanzte Goalie der Gäste konnte dem Rückhandheber nur noch entgeistert hinter schauen - die Halle hingegen drohte zu explodieren!
Mit 3:2 blieben nicht nur die drei wichtigen Punkte in Wolfsburg, sondern auch ein tüchtiger Adrenalin- und Motivationsschuss für Fans und Spieler. Endlich eine späte Entscheidung für und nicht gegen die stets kämpfenden Grizzlies!

Mein subjektiver Eindruck:
Nach gutem Anfang wirkte das schon ein wenig steif, was unsere Jungs zunächst gegen die Berliner Angriffsmaschinerie ablieferten. Zum Glück fand das Team über eine deutliche Steigerung im geschlossenen Defensivverhalten zu etwas Kontrolle, sonst hätten die Eisbären uns spätestens im Mittelabschnitt komplett überrannt. Am Ende war dann aber auch eine Menge Glück erforderlich, um die hart erkämpften Punkte doch noch in der Eisarena zu behalten.
Insgesamt scheint das Team für die heiße Phase der Saison bereit zu sein - ob es für das gesetzte Ziel reichen wird, wissen wir vermutlich schon am nächsten Sonntag. Nach den Spielen gegen Iserlohn (Di.), Kassel (Do.) und in Frankfurt (So.) dürfte wohl klar sein, was die Saison noch bringt. Dann folgt der Pokalkracher gegen Hannover...spannende Zeiten brechen nun für alle Wolfsburger Eishockeyfans an!

Tor:
Oliver Jonas bleibt zwar der König der Abpraller, aber das Team hat Laufwege und Stellungsspiel offenbar rechtzeitig zum Saisonfinale auf ihn abgestimmt.
Schöne Reaktionen und ein wenig Glück bescherten dem scheidenden Wolfsburger Goalie den heiß ersehnten Sieg gegen einen seiner Ex-Clubs.

Verteidigung:
Mit großen Problemen zwischen der 10. und 20. Spielminute. Als die Unterstützung aus der Angriffsabteilung kam, hatte man den Top-Sturm der Liga einigermaßen im Griff.
Gemessen an der Klasse des Gegners eine Top-Leistung, besonders Svensson gab praktisch eine Empfehlung für die "5 Ausländer in der Verteidigung"-Strategie ab.

Sturm:
Papineau kommt langsam wieder in die Form, die er als Anführer der ersten Reihe braucht. Ulmer ist jetzt offenbar wieder eher für die zweite Reihe zwischen Furchner und Morczinietz vorgesehen. Wie lange letzterer allerdings noch der Versetzung in die vierte Reihe entgehen kann, ist mittlerweile eine berechtigte Frage. Zu Beginn schien Andy noch unverkrampft, zockte mit Ulmer und Furchi im gegnerischen Drittel ohne größere Komplikationen. Gegen Ende wurde er dann aber fast zur tragischen Figur, als er gleich zweimal schier unerträglich ins Grübeln kam, anstatt die Spielsituation konsequent zu Ende zu spielen. Der Alleingang hatte schon etwas vom "legendären" Gorgenländer-Penalty...
Insgesamt verdiente sich die Sturmabteilung allein durch ihre Defensivleistung einen Orden, wobei Papineau mit seinen technischen Kabinettstückchen und natürlich dem hammermäßigen 3:2 dem ganzen auch einen Hauch von internationaler Klasse verpasste.

Fans:
Das erste Drittel noch ein bisschen reserviert, dann aber doch eine sehr fröhliche Veranstaltung, die dem Team sicherlich sehr geholfen die drei Punkte in Wolfsburg zu behalten. Klasse! mb

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