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EHC - Krefeld Pinguine 4:1

Der EHC marschiert weiter Richtung Play-offs und bringt dabei nach Frankfurt nun auch Krefeld in die Bredouille. Nach dem 4:1 der Grizzlies im letzten Heimspiel der Hauptrunde 08/09 müssen nun auch die Pinguine um die direkte Play-off Teilnahme bangen. Der letzte Spieltag verspricht für alle Vereine zwischen dem 5. und 10.Platz der spannendste der bisherigen Saison zu werden, da selbst Hamburg auf Platz zehn noch theoretische Chancen auf den fünften Rang hat.
Natürlich war den rund 2700 Zuschauern anzumerken, dass sie dank des fantastischen Pokalspiels der ganzen Sache zwar glücklich, aber auch etwas entspannter gegenüber standen. Den Spielern der Grizzlies hingegen schien der Pokalsieg die Sache eher zu erleichtern: Mit viel Konzentration und durchaus abgeklärt kontrollierten sie den Gast fast über die gesamte Spieldauer.

1.Drittel
Die Grizzlies zeigten sofort, dass sie sich keineswegs auf dem Triumph des vergangenen Dienstags ausruhen wollten. Körperlich präsent und hochkonzentriert nahmen sie das Team aus Krefeld auf dem Eis in Empfang und zwangen den Gästen ihren Spielrhythmus auf. Folgerichtig erspielte sich Wolfsburg eine ganze Reihe von brandgefährlichen Chancen, von denen schließlich Topstürmer Magowan eine zum hochverdienten 1:0 aus dem Slot abschließen konnte (17.Minute). Den Pinguinen hingegen gewährten die Gastgeber im Laufe des ersten Drittels fast ausschließlich Torschüsse aus weniger aussichtsreicher Position; obendrein nötigte der Wolfsburger Druck die Gäste zu so mancher unerlaubten Aktion, so dass ein Großteil des Auftaktdrittels in überzahl der Grizzlies ablief.
Dass es am Ende des Spielabschnitts nur 1:0 durch Magowans überzahltreffer stand, war in erster Linie der überragenden Leistung des Gästekeepers Langkow geschuldet, der eindeutig einen Sahnetag erwischt hatte.

2.Drittel
Es hätte eigentlich das Drittel der Gäste werden können, denn die Strafenverteilung wurde seitens der Hauptschiedsrichter nun mehr in Richtung Wolfsburg vorgenommen. Auch wenn die Zuteilung der "Denkpausen" nicht immer die Zustimmung des Publikums fand - einen wirklichen Grund sich aufzuregen hatten die Fans der Grizzlies eigentlich nicht. Grund dafür war die, trotz Unterzahl, nochmals erhöhte Spielkontrolle der Gastgeber, die letztlich sogar in einem Shorthander zum 2:0 gipfelte.
Justin Papineau hatte nach knapp 30 gespielten Minuten einmal wieder demonstriert, was ihn bei den Fans so beliebt macht: Nach schöner Vorarbeit durch Rekis und Magowan, degradierte der kanadische Puckkünstler die Krefelder Hintermannschaft zu Statisten und versenkte das Spielgerät per Rückhand in den Maschen.
Sichtlich entnervte Pinguine antworteten mit einer ersten wirklich überzeugenden Druckphase, doch die endlich gefährlicher werdenden Torschüsse waren allesamt sichere Beute des Wolfsburger Goalies.
Kaum war Wolfsburg nach einer weiteren Unterzahl (32.-34.Minute) wieder komplett, war es dann aber auch schon wieder vorbei mit der Krefelder Herrlichkeit. Die Gäste fanden chancentechnisch bis zum Ende des Drittels fast nicht mehr statt; die Partie verflachte.
Nicht unerwähnt soll an dieser Stelle die 24.Spielminute bleiben: Nach einem Konter der Grizzlies hatte Gästekeeper Langkow einen Save per Hechtsprung dargeboten, wie man ihn lange nicht mehr in der Eisarena gesehen hat. Insgesamt personifizierte der Krefelder Goalie auch nach dem zweiten Spielabschnitt den Grund für die - aus Gästesicht - erträgliche Führung der Wolfsburger.

3.Drittel
Bereits in der Auftaktminute bot sich mit der Strafe gegen Stephenson eine gute Ausgangssituation für weitere Grizzly-Dominanz. Doch die Gastgeber ließen es nun deutlich entspannter angehen, kamen folglich kaum in Powerplay-Aufstellung und vergaben auch im Anschluss an diese überzahl mehrfach die Möglichkeit weiter zu erhöhen.
Zur Mitte des Schlussabschnitts verstanden es die Pinguine dann auch - man möchte fast sagen: "Endlich!" - mit dem gebotenen Freiraum etwas anzufangen. Deutlich öfter gelang den Gästen der eine oder andere wirklich gefährliche Schuss aufs Grizzlygehäuse, während Wolfsburg im Sturm fast nur noch durch Konter stattfand. Beim Stand von 2:0 eine durchaus gefährliche Herangehensweise...
...und genau das sollte sich ab der 57.Minute fast noch rächen!
Lynn Loyns gelang gegen einen defensiv reichlich sorglos agierenden EHC der 2:1 Anschlusstreffer und veranlasste Dshunussow zu einem mittleren Wutanfall. Verständlich, denn für den jungen Wolfsburger Goalie wäre es nach einer hervorragenden Leistung der dritte shut out der Saison gewesen!
Was folgte blieb allerdings ein Spiegelbild der gesamten Partie: Die Pinguine mühten sich nach Strafe gegen Wolfsburg mit sechs Feldspielern und ohne Torwart um den Ausgleich - die Grizzlies behielten übersicht und Kontrolle, verpassten den Gästen mit zwei Treffern ins verlassene Gehäuse den endgültigen Knockout.
3:1 durch Ulmer, der den Puck mit der Rückhand und viel Gefühl aus dem eigenen Drittel im Gästetor unterbringen konnte (59.Min).
4:1 durch Alavaara, der den letzten verzweifelten Versuch der Gäste eiskalt beendete (60.Min).

Mein subjektiver Eindruck:
Wirklich beeindruckend, wie nüchtern die Grizzlies den Einstieg in den Ligenspielbetrieb hinbekamen. Hochkonzentriert und streckenweise recht humor- und schnörkellos übernahm das Team sofort die Kontrolle und zeigte sich nur gegen Ende etwas zu selbstsicher.
Offenbar hat man einen Weg gefunden, dem Gegner eine Menge harmloser Abschlussgelegenheiten anzubieten und im Gegenzug die weitaus gefährlicheren Chancen zu erarbeiten. Das fühlt sich, wie zuletzt gegen Hannover gesehen, für den Gegner vermutlich ziemlich bescheiden an!
Wenn man diese Strategie konservieren könnte, wäre das eine gute Grundlage für die anstehenden Play-off Begegnungen und ist sicherlich auch gegen die Duisburger Rumpftruppe nicht die verkehrte Strategie.
Dass das Team die Endorphin-Dusche des Pokalgewinns so souverän zu den Akten legen konnte, stimmt mich jedenfalls sehr hoffnungsfroh.

Tor:
Dshuni kommt ganz groß in Fahrt! Nach der schlottrigen Rückkehr gegen Kassel platzt der Wolfsburger Goalie nun fast vor Selbstbewusstsein. Die Balance zwischen Kontrolle und Risikobereitschaft bekommt er bei teils spektakulären Aktionen bestens hin und zeigt auch bei verdeckten Schüsse gute Bewegungsmuster. Hat in den letzten Partien alles entschärft, was die taktisch gut aufgelegte Grizzlyabwehr zuließ.
Besonders positiv: Daniar betreibt aktive Reboundkontrolle, indem er den abprallenden Schüssen eine seitliche abgelenkte Richtung mitgibt. Das erleichtert die Aufräumarbeit der Verteidigung enorm und verhindert viel unnötige Gefahr vor dem eigenen Kasten.

Auch wenn Olli Jonas laut Trainer gegen Duisburg wieder zwischen die Pfosten soll, um sich für die Play-offs "aufzuwärmen". Angesichts der momentanen Verfassung unserer Nr.30 ist die Torhüterfrage für die wichtigste Phase der Saison noch längst nicht entschieden!

Verteidigung:
Keine wirklichen Ausreißer in der gesamten Defensive.
Danner wirkt gelegentlich etwas erschöpft, wenn er hoch engagiert, aber zu langsam, neben dem eigenen Tor wühlt.
Degon bringt momentan weder im Aufbauspiel noch an der blauen Linie das, was man bisher von ihm gewohnt war - defensiv weitestgehend aber gut drauf und an der Bande mit gutem Durchsetzungsvermögen.
Dank der Unterstützung der Kollegen aus dem Sturm ist die Defensive momentan ohne jegliche Sorgen und Jan-Axel Alavaara zahlt es der Offensivabteilung mit jeder Menge Schützenhilfe zurück. Sehr schön!

Sturm:
Mit Ulmer, Magowan und Papineau machen momentan gleich drei Grizzlies einen recht effektiven Job in der Offensive. Alle anderen können sich vor allem die beeindruckende Spielkontrolle ans Revers heften, da die taktischen Vorgaben offenbar sehr diszipliniert umgesetzt werden.
Dank seiner unglaublichen Leidenschaft und dem damit verbundenen Vorbildcharakter, hat sich unser Kapitän Tim Regan die Vertragsverlängerung mittlerweile mehr als verdient. Sicherlich einer der entscheidenden Faktoren, um schnell wieder aus dem Tief zu kommen!
Zwei, bei denen zwar die Einstellung, aber bei weitem nicht die Spielübersicht stimmt, haben sich in den letzten Spielen zunehmend herauskristallisiert:
Morczinietz vergeigt in der Vorwärtsbewegung momentan fast alles, spielt teilweise übermotiviert und chaotisch, kommt bei 1 auf 1 Situationen so gut wie nie am Gegner vorbei und ist im Abschluss völlig glücklos. Mehr überblick und weniger Marathonlauf, bitte!
Höhenleitner macht hingegen deutlich mehr richtig, zeigt im gegnerischen Drittel leider zunehmend autistische Tendenzen. Seine Sturmpartner sind mittlerweile sichtbar genervt - und das zurecht! Das eine oder andere Abspiel vor dem Tor hätte uns in den letzten Spielen sicherlich viel nervenschonender über die Runden bringen können...Christophs Vollstreckerqualitäten rechtfertigen ein derart eigensinniges Vorgehen einfach nicht!
Zu guter letzt (recht viel Kritik in einer so guten Phase - ich weiß...) kommt Sorgenkind Nr.1: Norm Milley. In den letzten 10 Spielen verzeichnete der kanadische Flügelstürmer ganze zwei Assists und wusste darüber hinaus auch spielerisch in keiner Weise zu überzeugen. Reihenweise Abspielfehler und kaum offensive Durchsetzungskraft...hoffentlich kommt er zu den Play-offs wieder in Fahrt, sonst ist die Effektivität seiner Reihe langfristig in Gefahr!

Fans:
Nach dem Pokalfinale merkte man schon einen deutlichen Spannungsabfall - völlig verständlich. Gut, dass das Team sich davon nicht anstecken ließ. Was mich allerdings sehr beunruhigt ist, dass im Gegensatz zu den Sitzplätzen die Stehplätze so unheimlich schlecht gefüllt sind. Wenn das so bleibt, wird das in den kommenden Heimspielen echt hart. Können uns ja nicht ständig Hannoveraner die Sitzplätze wegkaufen... mb

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