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EHC - Augsburger Panther PPO 1+2

Zwei Spiele gegen die Panther aus Augsburg liegen nun hinter uns. Das Fazit dieser beiden Begegnungen fällt dabei recht ernüchternd aus:
Die Grizzlies präsentierten sich während des kompletten ersten Spiels völlig indisponiert und zahnlos, wussten im zweiten Aufeinandertreffen dann ebenfalls kaum zu überzeugen. Erst am Ende der Freitagspartie deuteten die Gastgeber so etwas wie Dominanz an, die prompt zu überzahlspielen und Toren führte.
Was durchweg imponierte, war vielmehr das konsequente Forechecking und die gute Laufarbeit der Gäste, die jeglichen Wolfsburger Spielaufbau zu unterbinden wussten und die Verteidiger der Gastgeber reihenweise hinter deren Tor an die Bande nagelten. Tief spielen, Verteidiger durch harten Check vom Puck trennen und nach etwaigem Puckverlust vor den Grizzlies wieder im eigenen Drittel positionieren - diese Marschroute ging 100 Spielminuten fast perfekt auf.
Erst im letzten Drittel des Doppelgastspiels schien den Panthern Puste und Disziplin langsam abhanden zu kommen. Die Grizzlies dürfen nach der Spielpause am Samstag zumindest im ersten Spiel in Augsburg wohl nicht auf eine weitere Phase wie zum Ende von Spiel 2 hoffen. Vielmehr liegt es jetzt bei Team und Trainer des EHC einen Fahrplan zu erstellen, der den Bayern deutlich mehr abverlangt als die ersten beiden Spiele.
Erst wenn man die Panther dazu bringt den Aufwand für ihr effektives Forechecking deutlich erhöhen zu müssen, werden vielleicht auch im dritten Spiel Möglichkeiten für die spielerische überlegenheit der Grizzlies geschaffen.
Physisch, das muss man einfach mal so festhalten, sind die Augsburger unserem Team jedenfalls deutlich überlegen. Nur wenige Spieler auf Seiten der Wolfsburger (allen voran Kenny) konnten dem Körperspiel der Gäste wirklich etwas entgegen halten - da taten sich eindeutig Kriterien für die wenigen, aber wichtigen Neu-Verpflichtungen zur nächsten Saison auf!

Tor:
Jonas in zuletzt gewohnter Form. Mit vielen sehenswerten Reaktionen hielt er die Grizzlies zweimal im Spiel und (wie gewohnt) kaum einen Puck fest. Das Team zeigt sich mittlerweile gut auf seine abartig vielen Rebounds eingestellt - durch die verstärkte Aufräumarbeit vor dem eigenen Tor tendiert die Zahl der Konter allerdings gegen Null. Das Team steht insgesamt für effektives Umschalten von Abwehr auf Angriff zu tief.

Verteidigung:
Mit Marvin Degons Auftritt steht und fällt nicht nur ein großer Teil des Grizzly-Powerplays. Erst gegen Ende von Spiel Nr.2 zeigte Wolfsburgs Ausnahmeverteidiger seine Qualitäten - das muss in den nächsten Begegnungen definitiv mehr werden!
Kinch etabliert sich als DER Aufräumer für Olli Jonas, hat stets den eigenen Slot im Auge und rettete unseren Goalie mehrmals vor besten Nachschussgelegenheiten.
Insgesamt zeigte die Abwehr äußerst solider Arbeit - lediglich beim 0:1 im zweiten Spiel fehlten einem echt die Worte...
Einen muss man allerdings wirklich herausheben: Spätestens im Freitagsspiel überzeugte David Danner mit vorbildlichem Einsatz und vor allem mit jeder Menge Mut zur Lücke: Die Schüsse, die der Wolfsburger Verteidiger allein im letzten Spielabschnitt blockte, waren vermutlich mit spielentscheidend.

Sturm:
Schwer zu beurteilen, da die Angriffsabteilung insgesamt gut vom Gegner kontrolliert wurde.
Gut, Kenny ist eigentlich nie wirklich auszuschalten, doch selbst in seinem Fall zeigten die Augsburger weitaus mehr Aufmerksamkeit als fast alle Gegner in dieser Spielzeit.
Neben vielen Akteuren, die zwar sehr willig arbeiteten und ihr Bestes versuchten, fiel einer allerdings eher negativ auf: Publikumsliebling Papineau schien in beiden Partien mit den Gedanken schon in Mannheim zu sein. Kaum einmal blitzte seine Genialität auf, in seiner Reihe wirkte der Spielmacher eher als Bremse. Zum Glück zeigte der zuletzt komplett abgetauchte Milley ansteigende Form, so dass für die erste Reihe vielleicht noch Hoffnung besteht.

Fans:
Fünf Drittel lang bemühte sich ein Teil der Anwesenden, mit bescheidenem Erfolg, um ein wenig Antrieb für das wenig begeisternde Geschehen auf dem Eis.
Wenn es einmal gelang Stimmung in die Bude zu bringen, blieb die Reaktion auf dem Eis jedenfalls kaum erkennbar - frustrierend für beide Seiten.
Erst, als im letzten Drittel des Freitagspiels der Funke vom Eis auf die Ränge übersprang, war die ernüchternde Zuschauerzahl endlich vergessen... mb