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PlayOff-Viertelfinale Spiel 2: EHC - Hannover Scorpions 3:2

Das war Playoff-Hockey!
Hart, kämpferisch und bis zur letzten Minute mit voller Konsequenz von beiden Teams durchgezogen. Auch wenn die zahlreichen fragwürdigen Entscheidungen des schwachen Schiedsrichtergespanns die Partie zu entscheiden drohten, fand dieser Eishockeykrimi am Ende in den Grizzlies den verdienten Sieger.
Durch den 1:1 Ausgleich in der Serie wird es nun garantiert ein fünftes Spiel am kommenden Sonntag in Hannover geben. Gewinnt der EHC noch ein zweites Mal, so winkt den Wolfsburger Fans sogar ein drittes Heimspiel!

1.Drittel
Die Gäste aus Hannover präsentierten sich zu Beginn ungewohnt offensiv und setzten Wolfsburg umgehend stark unter Druck. Die Grizzlies hielten ihrerseits offensiv dagegen, machten in der vierten Minute allerdings den ersten wichtigen Fehler der Partie:
Nach einem völlig verunglückten Wechsel sah sich Grizzly-Verteidiger Danner zwei gegnerischen Angreifern gegenüber und versäumte es sich in den Passweg zu legen. Folgerichtig hatte Herperger kaum Mühe den Querpass von Schneider zur 0:1 Führung einzuschieben.
Die Gastgeber zeigten sich wenig geschockt und hielten das Tempo weiter hoch. Doch trotz zahlreicher Chancen - u.a. in zwei überzahlspielen - wollte der Puck einfach nicht über die Linie des von Pätzold hervorragend gehüteten Scorpionsgehäuses.
Während die Härte, wie auch schon im ersten Aufeinandertreffen, vor allem auf Gästeseite absolut playoffwürdig war, konnte dieses Prädikat für die beiden Hauptschiedsrichter keinesfalls vergeben werden. Was im Laufe der Begegnung gerade auf die körperbetont spielenden Wolfsburger (Degon und Magowan) an Stock- und Crosschecks einhagelte war insgesamt weit jenseits des Erträglichen. Doch die Grizzlies durften sich bis zum Schlusspfiff darauf verlassen: Ein Stock im Gesicht oder am Kopf eines Wolfsburgers gibt keine Strafe...

2.Drittel
Die, angesichts der beeindruckenden Defensivleistung der Gäste, leicht frustrierten Heimfans hatten kaum ihre Plätze eingenommen, da sprangen sie auch schon wieder auf.
Gleich mit dem ersten Wolfsburger Angriff fiel nach gerade einmal 17 Sekunden der 1:1 Ausgleich!
Marvin Degon hatte seinen eigenen Abpraller im Winkel des Hannoveraner Tors unterbringen können und so die Stimmung auf den (heimischen) Rängen tüchtig angeheizt.
ärgerlich, dass mit dem Ende des ersten Powerplay der Gäste bereits der nächste Gegentreffer fiel. Die Scorpions hatten auf den Ausgleich mit deutlich verstärkter Aktivität in Richtung Grizzly-Tor geantwortet und durch Sascha Goc per Schlagschuss (27.Min) die erneute Führung erzielen können.
In Sachen Effektivität wirkten die Gäste bis dahin jedenfalls deutlich ausgereifter als die immer wieder vorm Scorpionstor hängen bleibenden Hausherren.
Diese Feststellung konnte man nach drei weiteren vergebenen überzahlgelegenheiten nur doppelt und dreifach unterstreichen. Und wenn der Puck dann doch mal drin war (39.Min), hatte der hinter dem Torhüter der Scorpions stehende Schiri die Güte in Vertretung seines wesentlich besser postierten Kollegen die Situation abzupfeifen, bevor der freiliegende Puck über die Linie bugsiert werden konnte...der Wolfsburger Anhang kochte vor Wut! Und das zu Recht...

3.Drittel
Wer jetzt glaubte, dass dem Team von Coach Krinner die Puste ausgehen würde, der erlebte mit fortschreitender Spielzeit eine bemerkenswerte überraschung. Obwohl dem EHC vier hart umkämpfte Partien gegen Augsburg in den Knochen steckten, konnten die Gastgeber tatsächlich auch jetzt noch einen Gang hochschalten. Die Gäste antworteten auf den Dauerdruck der Grizzlies weiterhin mit einer Flut von Stockfouls, die ausnahmslos keine Strafwürdigung fanden.
Kurios daher auch die Situation, die schließlich in der 45.Minute zum hochverdienten Ausgleich führte:
Eine der vielen auf engstem Raum geführten Kampfszenen vor dem Hannoveraner Tor schien mit einem mehr als deutlichen Stockcheck mitten ins Gesicht eines Wolfsburger beendet, denn einer der beiden Referees hatte abgepfiffen...oder doch nicht? Wenige Augenblicke später brandete eher zögerlicher Torjubel auf und auch das Personal der Anzeigentafel zeigte sich überrascht. Erst mit einiger Verspätung erschien dort das 2:2 durch Jason Ulmer, der den Puck aus dem Gewusel vor Pätzolds Kasten in die Maschen gestochert hatte.
Erstaunlich: Die Scorpions blieben eine überzeugende Antwort schuldig, konnten keine konditionellen Vorteile ausspielen und waren am Ende der regulären Spielzeit mit dem Unentschieden mehr als gut bedient.

Verlängerung
Das Nervenspiel erreichte seinen Höhepunkt!
Der EHC drückte weiter auf die Tube, ging mit dem Laufpensum weit über die Schmerzgrenze und verbuchte fast schon haarsträubend viele Hochkaräter vor Pätzold. Hannover hingegen hielt mit viel Härte und Kampf dagegen und lauerte auf die wenigen, aber brandgefährlichen Kontergelegenheiten, die sich den Gästen boten. Das Spiel stand ganze 15 Minuten auf des Messers Schneide, ehe Mike Green die Arena mit seinem Treffer zum 3:2 schließlich zur Explosion brachte!
Zuvor hatten die Grizzlies ganze viermal den Puck aus bester Position nicht hinter Pätzold unterbringen können und die eigenen Anhänger fast in den Wahnsinn getrieben. Wahnsinnig war am Ende aber nur noch die Freude auf Seiten der Gastgeber, die in dieser Saison - wie ihre Gäste - in diesem Duell zu Hause unbesiegt blieben.

Mein subjektiver Eindruck:
Das Anrennen gegen die genial organisierte Abwehr der Scorpions hatte irgendwie etwas Ermüdendes. Es verlangt einem Team jedenfalls schon eine gehörige Portion Masochismus ab, wenn es gegen den Zachschen Beton etwas erzwingen will. Hoffentlich hat die Partie auch die Gäste etwas Kraft gekostet, sonst könnte die Serie durchaus aus dem Gleichgewicht geraten. Am Ende wirkten die Hannoveraner schon etwas verlangsamt...das muss für die kommenden Spiele leider nichts bedeuten.
Schön anzusehen wird´s wohl immer nur dann, wenn den Grizzlies ein Führungstreffer gelingt. Spannend wird´s aber in jedem Fall bleiben, da bin ich mir sicher!

Tor:
Jonas mit gutem Stellungsspiel und guter Schonerarbeit bei Flachschüssen. 2 oder 3 Schüsse hat er sogar gefangen...glaube ich jedenfalls.
Insgesamt betrachtet hat sich das Team auf ihn eingestellt und räumt entsprechend auf. Trotzdem bleibe ich dabei: Mit Daniar, der zur Seite klärt oder auch mal was fängt, können die Grizzlies schneller auf Angriff umschalten.

Verteidigung:
Insgesamt eine vorbildliche Leistung unserer verbliebenen sechs Verteidiger. Selbst Danner, der beim 1:0 ziemlich amateurhaft wirkte, machte in der Gesamtschau einen ordentlichen Job.
Wie schon am Freitag in Hannover überragte allerdings ein Grizzy alle anderen Abwehrspezialisten: Marvin Degon. Abgeklärtes Passspiel unter Druck, gezieltes Körperspiel ohne dumme Strafen und offensiv ungemein durchschlagskräftig! Eine Erkenntnis, die einige Scorpionsspieler wohl auch aus der ersten Begegnung mitgenommen hatten. Der Wolfsburger Ausnahmeverteidiger nahm am Ende des Spiels vermutlich einiges an Schlägerresten in seiner Ausrüstung mit in die Kabine...
Gegen eine Rückkehr eines der beiden fehlenden Verteidiger hätte ich allein aus Konditionsgründen allerdings nichts einzuwenden.

Sturm:
Schwer zu bewerten gegen eine Bollwerk wie das der Scorpions. Was ohne Zweifel dürftig war, war die Chancenverwertung. Aber nachdem wir im Pokalfinale wohl das Scheibenglück für gleich mehrere Partien aufgebraucht haben, muss es halt auch mal ohne letzteres gehen.
Auffällig auf Wolfsburger Seite eigentlich nur zwei Akteure.
Magowan - wie immer eigentlich - ein absoluter Aktivposten, der das Körperspiel liebt. Wenn der kernige Kanadier allerdings schon zum Schiedsrichter fährt, um sich über die ewigen Stockchecks der Gäste zu beschweren, dann will das wirklich etwas heißen. Habe ich bisher in dieser Form erst ganz selten bei ihm, der nach gegnerischen Checks meist grinsend wieder aufsteht, beobachten können!
Als zweiter, man höre und staune: Gregg Johnson! Da schau her - der meist eher unauffällig spielende Johnson entpuppt sich als Play-off Spieler, der in der Hitze des Gefechts erst richtig aufblüht. Schon in der Serie gegen Augsburg drehte die Wolfsburger Arbeitsbiene mächtig auf legte ein schier unglaubliches Laufpensum gepaart mit überraschender Durchsetzungskraft hin. Wenn er nicht immer wieder Probleme mit Knieentzündungen hätte, wäre Johnson momentan auf dem besten Weg zur Vertragsverlängerung!

Fans:
Nach dem schnellen Führungstreffer hatten die rund 600 Hannoveraner natürlich etwas Oberwasser, was sich im Laufe der Partie schön in die Waage brachte. Da man die anderen Fans in unserer Halle (wie in so ziemlich allen modernen Hallen) nur hören kann, wenn man selber weitestgehend ruhig bleibt, werden die Meinungen hier natürlich mal wieder weit auseinander gehen.
Die Zahl 3154 fand ich bei, laut ticketonline, rund 2800 verkauften Sitzplatzkarten allerdings schon recht lustig. Da haben sich die 350 Stehplatzfans aber mächtig breit gemacht...mb

Schiris:
Alle 30-40 Spiele gibt´s diese Kategorie mal - man ist ja abgehärtet.
Diesmal ist es mir aber ein Bedürfnis zu betonen, dass der EHC eine erneute Ansetzung dieser beiden Pfeifenkasper beim DEB abbiegen sollte. Ich weiß - man macht sich damit keine Freunde. Aber gesunde Playoff-Härte hat was mit Körpereinsatz zu tun, nicht mit Stockchecks zum Kopf. Des Weiteren zeigten die beiden HSR, dass sie mit der Doppelbelegung nichts anzufangen wissen. Da wurde teilweise entschieden, als ob man alleine in der Verantwortung stehen würde. Sprich: Miese Positionierung und viel zu häufig Fehlentscheidungen vom schlechter postierten Schiri. Unwürdig.

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