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PlayOff-Viertelfinale Spiel 4: EHC - Hannover Scorpions 3:4nV

Erneut spielten die beiden Rivalen aus Niedersachsen auf der gesamten Klaviatur der Eishockeyemotionen!
Für beide Fanlager ging es von ekstatischem Jubel bis hinunter zu deprimiertem Kopfschütteln - leider waren es diesmal die Fans der Grizzlies, die am Ende als Letzte den Kopf hängen ließen. Doch man hörte es aus vielen Gesprächen nach dem Schlusspfiff heraus: Auch wenn die Niederlage im vierten Spiel durch so manche Panne zustande kam, waren so ziemlich alle Wolfsburger stolz auf die unbändige Moral ihres Teams und das bisher Geleistete!

1.Drittel
Die Grizzlies kamen wie ein 100m-Läufer aus den Startblöcken und versuchten gleich zu Beginn den bei Zach-Teams so unbeliebten Führungstreffer zu erzielen.
Doch das Anstürmen der Gastgeber fiel nicht nur etwas zu sorglos aus - hinzu kamen ungewohnte Schwächen im Defensivbereich.
Als nach der 7.Minute, nach beeindruckender Anfangsphase des EHC, plötzlich die Scorpions mit 0:2 vorne lagen, sah die Sache plötzlich ganz anders aus.
Jonas hatte beim 0:1 einen noch vor der blauen Linie abgefeuerten Distanzschuss von Sascha Goc bei freier Sicht flach passieren lassen. Wenig später bestraften die Scorpions die komplett aufgerückten Grizzlies mit einem 3 auf 1 Konter zum unhaltbar herausgespielten 0:2 durch Matt Dzieduszycki.
Angesichts der Hannoveraner Abwehrstärke machte sich leichte Depression im Wolfsburger Lager breit...
In der Folge blieben die Gäste das spielbestimmende Team und hatten bis zur ersten Unterbrechung die besseren Chancen auf einen weiteren Treffer!

2.Drittel
Die Gastgeber kamen nun wesentlich sortierten aus der Kabine, zeigten sich um eine kontrollierte Spielgestaltung bemüht.
Doch zunächst blieb Hannover gefährlich, setzte sogar durch Kathans Pfostenknaller schon nach zwei Minuten das nächste große Ausrufezeichen im Drittel des EHC.
Erst eine eigene überzahl brachte die Gäste dann kurioserweise ins Straucheln: Dem wiedergenesenen Rekis gelang der vom Wolfsburger Anhang euphorisch gefeierte "Shorthander" zum 1:2 Anschluss (25.Min)!
In den folgenden 10 Spielminuten hatten die Scorpions vermutlich genau jenes Glück, welches ihnen im Pokalfinale so gefehlt hatte. Die Wolfsburger schossen aus allen Lagen, zwangen vom eigenen Anhang frenetisch angepeitscht die Gäste zu minutenlangen Abwehrschlachten...und hatten viel, viel Pech.
Unglücklicher Höhepunkt der vielen erfolglosen Chancen der Grizzlies stellte bereits kurze Zeit nach dem Anschlusstreffer ein Lattenkracher dar, der zu allem überfluss von Pätzolds Hinterkopf NICHT den Weg ins Tor fand und von den nachrückenden Stürmern NICHT über die Linie gedrückt werden konnte.
Um der Dramatik den nächsten Kick zu geben, waren es dann erneut die Scorpions, die eine gegnerische Druckphase mit einem eiskalten Konter zum 1:3 durch Eric Schneider abschließen konnten (36.Min).
Ein Treffer, der nicht nur ein unglaublicher Schlag ins Moral-Kontor der Grizzlies war, sondern darüber hinaus in seiner Entstehung deutliche Ermüdungserscheinungen bei den Gastgebern offenbarte. David Danner klebte förmlich in Höhe der Mittellinie am Eis und konnte dem davoneilenden Schneider nicht folgen; Jonas glänzte nicht wirklich durch Beweglichkeit und ließ sich, sehenswert, umkurven.
Wiederum mit zwei Toren Rückstand ging es in die Kabinen.

3.Drittel
Wolfsburg hatte mit dem Spiel längst nicht abgeschlossen.
Der nächste Sturmlauf startete - wiederum zunächst mit mäßigem Erfolg. Die Scorpions wehrten sich bis Mitte des Spielabschnitt weiterhin vorbildlich, blieben gefährlich.
Doch als in der 52.Minute endlich durch Magowan der 2:3 Anschluss fiel, kippte das Kräfteverhältnis auf dem Eis endgültig. Die Gäste schienen nun zu verkrampfen, verloren im Bemühen das Ergebnis über die Zeit zu bringen offensiv sogar komplett den Faden.
Gleich zweimal gerieten die Scorpions im Eifer der Schlussphase in Unterzahl...und bezahlten dafür!
Erst in der vorletzten Spielminute, Jonas hatte nach einer Auszeit bereits das Eis verlassen, gelang den Grizzlies das letztlich hochverdiente Tor zum 3:3 Ausgleich durch einen Alavaara-Hammer aus dem Rückraum. Die Halle stand Kopf, die Mannschaft von Toni Krinner drückte weiter aufs Gas! Folge: Nächste Strafe gegen Hannover und ein überzahlspiel zum Auftakt der anstehenden Verlängerung.

Verlängerung
Am Ende stellte auch die Verlängerung ein Spiegelbild der gesamten Partie dar: Die Grizzlies stürmten, blieben mit ihren Schüssen meist in der kompakten Gästeabwehr hängen und kassierten durch nachlassende Kraft und Unaufmerksamkeit (okay, ne Menge Pech war auch dabei) den K.O. durch Hlinkas 3:4 in der 65.Minute. Ein Abpraller kam von der Bande hinter dem Tor direkt auf den auf der unbewachten Seite des Grizzlygehäuse lauernden Scorpion, der blitzschnell zustach.
Das Spiel ging also leider nach Hannover, doch beeindruckt hatten beide Teams!

Mein subjektiver Eindruck:
Oh, oh. Unsere Jungs haben augenscheinlich mächtig Substanz gelassen. Die Energieleistung im letzten Drittel konnten einige, wenn auch wenige, schon ab dem mittleren Spielabschnitt nicht mehr mitgehen.
Begeistert bin ich allerdings nach wie vor von diesem Team. Dieser unglaubliche Wille dürfte sogar einem Hans Zach eine gehörige Portion Ehrfurcht abverlangen. Trotzdem will ich seine lobenden Worte zum Ende der Serie nicht hören, sondern ein Halbfinale mit den Grizzlies gegen die Eisbären sehen!
Das erste Drittel allerdings...AUA! Das war an Blauäugigkeit kaum zu überbieten, was die Grizzlies vor allem nach dem 0:1 so zeigten.
Insgesamt sollte der Trainer personell, im Rahmen der beschränkten Möglichkeiten, jetzt reagieren.
Milley (angeschlagen) oder Papineau (will sich nicht weh tun) sollte für Svensson weichen. Im Gegenzug darf sich David mal ein oder zwei Spiele erholen...zwei Gegentreffer aus konditionellen Gründen sollten Grund genug sein.

Tor:
Jonas, wie wir ihn leider auch kennen - Kappe zum 1.Tor, unglücklich beim 3.Treffer, insgesamt mit den Beinschonern und beim Aufstehen zu unbeweglich. Wirkte etwas müde und weniger aufmerksam als zuletzt.
Dshuni in Hannover und Jonas dann wieder etwas frischer in Wolfsburg wäre schön...dran glauben tue ich aber nicht.

Verteidigung:
Erst zweimal Macholda mit zu lässiger Arbeit nach hinten - zusammen mit insgesamt zu offensivem Stellungsspiel des Teams zwei Gegentore.
Dann Danner konditionell völlig am Ende, kann erst Schneider nicht folgen, dann den spielentscheidenden Angriff über rechts nicht unterbinden - zwei Gegentore.
David zeigt nicht erst in diesem Spiel, dass er mittlerweile nichts mehr zuzusetzen hat. In der momentanen Verfassung DARF man ihn nicht aufstellen! Svensson MUSS ins Team zurück, da Genze offenbar nicht mehr fit wird.
Der Rest solide, aber mit viel zu wenig Playoff-Hockey! Der dicke Goc brauchts definitiv etwas härter, sonst kommt der auf dumme Ideen, wie man ja bisher eindrucksvoll vorgeführt bekam!
Positiv überrascht hat mich eigentlich nur Rekis, der sich mit einer guten defensiven Vorstellung und gleich mal einem Tor und einem Assist zurückgemeldet hat.

Sturm:
Erste Reihe = Totalausfall, wenn...ja wenn da nicht Kenny wäre.
Papineau mit 1a Basketballvorstellung - ist wohl im Geiste schon Mannheimer. Vielleicht sollte ihm mal jemand stecken, wie man in Mannheim spielt und in welcher Reihe er dort mit so einer Einstellung landet.
Milley bemüht, aber offenbar gehandicapt. Braucht - im Tausch mit Svensson - vielleicht einfach mal ne Pause. Insgesamt war unser Paradeblock für uns gefährlicher als für den Gegner (Papineau mit +/- -4!!!). Da wird´s ganz schwer, überhaupt ein Spiel zu gewinnen.
Ansonsten stimmt die Einstellung bei allen...nur mehr überblick und weniger Laufarbeit wären wohl ganz hilfreich.

Fans:
Druckvoller Start ins Spiel. Nach den zwei unsäglichen Gegentreffern dauerte es leider etwas länger, bis wir wieder in Schwung kamen. Vom letzten Drittel bis zum traurigen Schluss dann wieder richtig Stimmung in der Bude. Da die Gästefans diesmal mehr zu feiern hatten, durften sie sich diesmal sogar auf Premiere hören. ;) mb

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