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PlayOff-Viertelfinale Spiel 6: EHC - Hannover Scorpions 0:2

Da ist er also: Der letzte Spielbericht der Saison 08/09.
Ein bisschen Wehmut schwingt schon mit, wenn ich nach dieser genialen Saison ein letztes Mal ein Spiel der Grizzlies Revue passieren lasse. Doch wenn der letzte Auftritt auch nicht einen Sieg der Grizzlies sah (das wäre auch nur jenseits von Platz 10 oder als Meister möglich...), so trösten mich schon so früh nach dem Saisonende zwei Dinge:
1. Nach dieser unerwartet erfolgreichen Saison bleibt mit dem Pokalsieg ein zählbarer Erfolg, der sich in der Vereinshistorie und im Trophäenschrank sehr gut macht.
2. Ein großer Teil der Mannschaft, die uns so viel Freude bereitet hat, wird auch in den kommenden ein bis zwei Jahren für uns aufs Eis gehen. Die Identifikation mit dem Team wird somit ein gutes Stück vorangetrieben.
Dass die Grizzlies auch bei ihrem letzten Auftritt bis zur letzten Sekunde einfach alles gaben, um das konditionell Unmögliche möglich zu machen, bildete trotz Niederlage einen gelungenen Saisonabschluss. Mit dem Ausfall von drei Verteidigern und zwei Stürmern und den vier Pre-Playoffbegegnungen im Gepäck war der Berg "Hannover" dann am Ende allerdings doch etwas zu steil. Schade!

1.Drittel
In einem vom Bemühen der Grizzlies geprägten Drittel, neutralisierten sich die beiden Teams über weite Strecken.
Während die Hannoveraner bis zur ersten Pause einen Pfostentreffer und 1-2 weitere exzellente Einschussmöglichkeiten vorzuweisen hatten, sah das bei den optisch überlegenen Grizzlies leider anders aus.
Nahezu alles was die Gastgeber bis vor das von Dimitri Pätzold gehütete Tor brachten, blieb im massiven Abwehrbollwerk der Landeshauptstädter hängen. Die teils verzweifelt wirkenden Schüsse aus der Distanz konnte der Goalie der Scorpions relativ mühelos entschärfen, so dass einzig ein ungenauer Schuss von David Danner aus Nahdistanz (13.Min) auf der Habenseite der ernst zu nehmenden Chancen zu verbuchen war.
Mit einem gerechten Unentschieden ging es zum ersten Mal in die Kabinen.

2.Drittel
Mit zunehmender Intensität zeigte sich dann leider die "Qualität" der beiden Hauptschiedsrichter. Während die Strafen zum Auftakt des Drittel noch halbwegs Sinn ergaben, ließen die beiden Herren in Schwarzweiß im Fortgang jegliche Linie vermissen, pfiffen kleinste Rempler (um Aggressionen zu unterbinden?) während vor allem auf Hannoveraner Seite bald "Freistil-Eishockey" zelebriert werden durfte. Ellbogenchecks, Beinstellen, zweimal sogar Kniecheck gab´s unter dem Protest der Grizzly-Fans und des Wolfsburger Trainergespanns zu bewundern.
Wenn man den beiden Zebras in diesem von Strafenchaos und natürlich vermehrten Torsituationen geprägten Drittel etwas gutschreiben durfte, dann dass sie nicht auf einen einzigen der zahlreichen Täuschungsversuche des Flugskorpions mit der Nummer 55 hereinfielen.
Passend zu den zahlreichen, aber eher mäßigen Torchancen fiel das 0:1 der Gäste aus einer eher (un)glücklichen Aktion am Kasten der Grizzlies.
Es war schließlich Vikingstad, der sich den von Olli Jonas im Fallen selbst über die Linie geschobenen Treffer gutschreiben durfte. Zu diesem Zeitpunkt befand sich die Partie bereits in der 38.Minute und die Gäste waren - überraschung - in überzahl.

3.Drittel
Die Grizzlies holten jetzt die letzten Kraftreserven aus dem Keller, bissen sich im Schlussabschnitt aber immer wieder die Zähne an der Hannoveraner Defensive aus.
Die Fans honorierten das deutliche Bemühen ihrer erschöpften Helden mit verstärkter Anfeuerung und anerkennenden Gesängen. Man konnte sich nicht des Eindrucks erwehren, dass der Wolfsburger Anhang "seine Jungs" mehr aufmuntern wollte, als dass der Sieg wirklich greifbar geglaubt wurde...
Die wirklich gefährlichen Situationen vor Pätzold blieben jedenfalls aus und als Mitchell im einzigen überzahlspiel des Schlussabschnitts zum 0:2 traf, war rund dreieinhalb Minute vor dem Abpfiff der Drops gelutscht.
Die zuvor ausgesprochene Strafe gegen Danner wirkte, obwohl berechtigt, wie Hohn des Schiedsrichtergespanns in die Gesichter aller in orange - zuvor hatten die Herren Jablukov und Dahle geradezu abartig viele Foulspiele der Gäste durchgehen lassen und es den verzweifelt anrennenden Grizzlies somit zusätzlich schwer gemacht.
Trotzdem konzentrierten sich die heimischen Fans gegen Ende der Partie wieder auf das Feiern des eigenen Teams und baten die Mannschaft nach dem Schlusspfiff sogar zur Raupe - einem Ritual, das seit Jahren eigentlich siegreichen Heimspielen vorbehalten ist.
Eine geniale Saison fand somit ihr Pflichtspielende und wird am kommenden Samstag mit der offiziellen Abschlussfeier dann endgültig in die Geschichte des Wolfsburger Eishockeys eingehen. Und zwar als die (bisher) erfolgreichste!

Mein subjektiver Eindruck:
Was zu befürchten war, trat ein. Das Team war nach den Ausfällen und mit den vier Pre-Playoffspielen in den Knochen nicht mehr in der Lage das Zachsche System zu Fall zu bringen. Eine übung, die unserem Team aufgrund des variableren Spielsystems und den läuferischen Vorteilen in der Saison normalerweise recht gut gelang (5:0; 3:4nv und 5:3!).
Ohne Vorrunde wäre das Ganze vermutlich genau anders herum ausgegangen. Zur Qualität eines Teams gehört aber auch das gute Absolvieren der Vorrunde und dort haben wir in dieser Saison exakt einen Punkt zuviel liegengelassen, um uns die Knochenmühle Pre-Playoffs zu ersparen. Fazit: Selber schuld!
Somit geht der Hannoveraner Sieg aufgrund der besseren Vorrunde absolut in Ordnung. Einzig die fragwürdigen Schiedsrichterleistungen in den letzten beiden Spielen hatten einen Hauch von "das Ende ist vorher klar". Nie schön, wenn einen solche Verdachtsmomente beschleichen, aber wir sind ja nicht beim Fußball oder Handball...

Tor:
Olli wieder mit einer dieser Leistungen, die einem den Abschied nicht ganz so schwer machen. Es tut mir wirklich leid für ihn, dass er im letzten Spiel seiner Karriere zwei so unglückliche Dinger kassierte...aber vielleicht erleichtert ihm das ja ebenfalls den Abschied vom Eishockey.
Schade, dass Dshuni nach der Topleistung im Pokalfinale nicht ein einziges Mal zwischen die Pfosten durfte. Wäre echt spannend gewesen, wenn er in Hannover drauf gedurft hätte.

Verteidigung:
Degon ist ein echtes Monster. Hoffentlich bleibt er trotz aller BILDhafter Wechselgerüchte.
Rekis war durch seine Verletzungspause mit deutlichen Konditionsvorteilen unterwegs - der Rest ließ die schweren Beine doch hin und wieder erkennen.
Tapfer zeigte sich vor allem David Danner, der seinen inneren Schweinehund (und vor allem seinen erschöpften Körper) offenbar noch einmal besser in den Griff bekam und nicht ganz so oft wie zuletzt in Bedrängnis geriet.
Angesichts der Rahmenbedingungen (viele Spiele, nur sechs Mann) insgesamt eine Top-Leistung!

Sturm:
Alle sehr, sehr bemüht. Doch das Fehlen von "Killer-Kenny" war mehr als deutlich zu erkennen. Der Vollstrecker im Slot und der Checker an der Bande fehlte dem Team, auch wenn er in den letzten Partien schon heftige Abnutzungserscheinungen zeigte.
Besonders Johnson und Furchner gruben das Eis der Eisarena noch ein letztes Mal bis auf den Beton um, blieben dabei aber einfach zu ungefährlich vor dem Tor der Gäste.
Einziger negativer Ausrutscher war und bleibt der Playoff-Rohrkrepierer Papineau. Er wirkte über die gesamten 10 Spiele äußerst besorgt über den Abnutzungsgrad seiner Ausrüstung und saß mehr als augenfällig bereits auf gepackten Koffern. Und tschüss! Viel Spaß in der dritten oder vierten Reihe in Mannheim. Ich hätte ihn schon während der Serie gegen Hannover gegen Svensson ausgetauscht.

Fans:
Eine wunderbare Saison geht am Samstag bei der Abschlussfeier nun endgültig zu Ende. Wer danach noch einmal das Team sehen möchte, der kann die Jungs am Montag ab 17.00h ins Rathaus begleiten. Dort werden sich unsere Pokalhelden im goldenen Buch der Stadt verewigen! Wir sehen uns am Samstag und dann heißt es: Sommerpause und gespannt die weiteren Entwicklungen beobachten (Transfers, Ligenzusammensetzung, Spielmodi etc.). Macht´s gut und passt auf Euch auf, damit wir uns im September alle munter und voller Vorfreude wiedersehen! mb

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