header
Log in
A+ A A-

EHC - Eisbären Berlin 3:4

Das Spiel

Die "Kuschelbären", frei nach einer Ankündigung einer Wolfsburger Tageszeitung, haben sich eindeutig "verkuschelt".
Die Rechnung des Wolfsburger Trainergespanns: Wenig Strafzeiten + viel Laufbereitschaft = Chance auf Punkte ging nicht auf.
Im Gegenteil. Stolze 18 Sekunden nach dem Anpfiff kassierten die Gastgeber durch Sarno, der hinter dem gegnerischen Gehäuse seinen Gegenspieler festhielt, die erste überflüssige Strafe.
Die Bestrafung dieser Dummheit nahm mit Marvin Degon dann auch gleich ein Ex-Grizzly vor, der im Powerplay zum frühen 0:1 einnetzten konnte (3.Min).
Wolfsburg wirkte vom Start weg mit der Eisbärengeschwindigkeit überfordert, geriet von einer brenzligen Situation im eigenen Drittel in die nächste und konnte somit kaum etwas für die eigene Offensive tun.
Die aggressiv forecheckenden Berliner bestimmten somit das Geschehen und hätten neben dem 0:2 durch Walker (10.Min) durchaus den einen oder anderen Treffer mehr erzielen können.
Doch Jochen Reimer und eine nicht zu unterschätzende Menge Dusel verhinderten zunächst Schlimmeres.
Das Zustandekommen des zweiten Treffers eignete sich wohl am besten für die Beschreibung des ersten Drittels: Angezeigte Strafe gegen Wolfsburg; beide Teams wechseln sogar noch Spieler; alle Grizzlies im eigenen Drittel - und sind so schrecklich aufgeregt, dass Walker alleine durch alle hindurch spazieren kann. UNGLAUBLICH!
Zwar fanden die Gastgeber auch im Mittelabschnitt nicht wirklich ins Spiel, die Großchancen der Eisbären schwanden zum Glück mit deren absoluter Laufbereitschaft aus dem ersten Abschnitt.
So blieb es bei lediglich einem Gegentreffer durch Hahn (26.Min) zum 0:3, dem anderthalb Minuten vor dem Pausenpfiff die Grizzlies ihren ersten Treffer der Begegnung durch John Laliberte entgegensetzen konnten.
Mit einem mehr als schmeichelhaften 1:3 und einer Strafzeit gegen die Gäste aus der Hauptstadt auf der Anzeigentafel ging es zum zweitenmal in die Kabinen.
Ein Grizzly war zu diesem Zeitpunkt leider schon lange in eben diesen verschwunden: Christoph Höhenleitner war nach einem unglücklichen Zusammenstoß mit einem Gegenspieler mit Verdacht auf Gehirnerschütterung bereits ausgeschieden.
Wie es, zu allem "überfluss", um das überzahlspiel der Grizzlies bestellt ist, sah man dann zum Auftakt des Schlussdrittels: Das Powerplay gegen einen läuferisch überzeugenden Gegner war, sowohl bei 5-4 als auch bei 5-3, mehr als bescheiden.
Als dann in der 47.Minute sogar "Mr. Zuverlässig" einen klassischen Fehlpass vor das eigene(!) Tor fabrizierte, was T.J. Mulock dankbar zum 1:4 verwertete, schien der EHC endgültig von allen guten Geistern verlassen.
Doch wenn auch übersicht und Körperspiel eher dürftig daherkamen - der Kampfgeist auf Seiten der Grizzlies stimmte.
Mit aller Macht versuchten die Gastgeber doch noch etwas aus diesem verkorksten Abend zu machen und wurden auch belohnt: 2:4 in der 50. Minute durch Sulkovsky, der einen Furchner-Schuss per Abpraller über die Linie drücken konnte.
Etwas mehr als eine Minute vor Schluss traf Furchner dann von der Blauen direkt zum 3:4 - Gästekeeper Zepp sah allerdings alles andere als glücklich dabei aus...
Die Schlussoffensive der Grizzlies musste allerdings ohne sechsten Feldspieler auskommen - die Eisbären störten vorbildlich den Wolfsburger Spielaufbau und verhinderten somit, dass Reimer sein Tor für einen weiteren Stürmer räumen konnte.
Und wenn man ganz ehrlich war: Ein Punkt für die Gastgeber wäre, bei aller aufkommender Nachlässigkeit der Eisbären, eine himmelschreiende Ungerechtigkeit gewesen.

Das Team

Der Angriff fand aufgrund erhöhter Defensivbemühungen nicht statt, das Forechecking der Gäste zerstörte jeglichen Spielfluss der Grizzlies - PUNKT.
Jochen Reimer machte einen soliden bis guten Job, hielt die Tür für ein Comeback lange offen.
Die Defensive ... AUA! Für so einen, streckenweise hoffnungslos überforderten, Auftritt konnte man sich schon fast fremdschämen. Keine Härte, keine Konsequenz - Chaos pur! Von Spielaufbau wollen wir erst gar nicht reden: Das verhinderten die Gäste vorbildlich. Wenn ein Puck dann doch erobert wurde, gab es einfach keine Anspielmöglichkeit, da alle Stürmer tief im eigenen Drittel gebunden waren.
Taktisch insgesamt fragwürdig, was unser Gespann hinter der Bande da fabrizierte!
Einzelne Spieler zu kritisieren fällt angesichts dieses Versagens als Team (im Bezug auf strukturiertes Auftreten) ehrlich gesagt sehr schwer.
Wirklich außergewöhnlich negativ fiel mir eigentlich nur Norm Milley auf: Gott, war der schlecht! Null Durchschlagskraft, Kullerpässe in den leeren Raum bzw. zum Gegner...
Gerade die späte Verpflichtung von Sarno scheint unserer ersten Reihe darüber hinaus auch weiterhin schwer zu schaffen zu machen - das war in den ersten vier Spielen der Saison bisher Nullkommanix (von Sarnos Einzelaktionen abgesehen)!

Das Fazit

Die Eisbären haben schonungslos aufgedeckt, was unsere Abwehr (ohne Alavaara) wert ist - sehr bedenklich.
Da braucht sich kein einigermaßen läuferisch fitter Gegner ins Hemd machen: Die beißen nicht!
Körperloses Gestocher wechselte sich mit aufgeregtem Herumgefahre ab - peinlich. Man kann sicherlich nicht den Anspruch haben, dass wir den Eisbären stets auf Augenhöhe begegnen, aber den Anspruch konkurrenzfähig auszusehen sollten wir schon haben! Und das war die ersten 30 Minuten bei Weitem nicht zu erkennen! mb