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EHC - Frankfurt Lions 0:2

Das Spiel

Es läuft einfach noch nicht vor heimischer Kulisse.
Verbissen und viel zu verkrampft gingen die Grizzlies in das dritte Heimspiel der Saison.
In einem Spiel, das zu keinem Zeitpunkt so etwas wie Spielfluss vorzuweisen hatte, blieben die Gastgeber stets zu harmlos und stellten Gästekeeper Gordon bis auf wenige Ausnahmen selten vor wirkliche Herausforderungen.
Eine dieser seltenen Szenen hatte Mike Green in der 12.Minute, als er mit einem Alleingang knapp scheiterte. Ansonsten war es eher Jochen Reimer im Grizzlytor, der durch eine Vielzahl von Glanzparaden die Seinen im Spiel halten musste.
Trauriges Ausrufezeichen eines hart umkämpften und wenig glanzvollen ersten Drittels war zum Leidwesen der Grizzlyfans die Verletzung von Jason Ulmer:
In der 16.Minute hatte Jason Young den Wolfsburger Topcenter mit einem in der Ausführung offenbar regelkonformen Check in die Bande krachen lassen. Der Wolfsburger zog sich eine schwere Gehirnerschütterung zu und wurde ohne Bewusstsein vom Eis direkt ins Krankenhaus gebracht.
Während den Check kaum jemand gesehen hatte, irritierte die Fans wohl in erster Linie der Zeitpunkt der Aktion, da das Spielgeschehen sich bereits von der Bande in Richtung Gästetor verlagert hatte. Aufklärung, ob eine Behinderung vorlag oder nur ein korrekter Check zu Ende gefahren wurde, können wohl nur die Videoaufnahmen bringen.
Da Ulmer bereits wenige Minuten vorher auf der anderen Seite der Spielfläche hart in die Bande gecheckt worden war (ebenfalls mit Verzögerung nach dem Abspiel) witterte das Publikum offenkundig böse Absicht und pfiff die Frankfurter für den Rest der Partie bei jeder Scheibenberührung gnadenlos aus.
Das erste Drittel wurde von da an noch holperiger im Spielablauf und ging folgerichtig torlos in die Pause.
Doch auch das zweite Drittel sollte nicht wirklich durch spielerische Highlights glänzen...
Nachdem die Grizzlies ihre Hilflosigkeit bei einfacher und doppelter überzahl zur Schau gestellt hatten, gelang den Lions in der 33.Minute der einzige Powerplaytreffer des gesamten Abends.
Joey Tenutes Schuss legte mit allerletzter Energie die entscheidenden Zentimeter über die Linie der Wolfsburger zum 0:1 zurück.
Kurz vorher hatte die Begegnung sogar ihren zweiten Verletzten erleben müssen. Diesmal war es einer der Linesmen, der nach einer unsanften Landung auf dem Eis zwar selbiges noch selbstständig verlassen, aber nicht mehr weitermachen konnte.
Am Spielstand von 0:1 sollte sich in der Folgezeit bis zur Schlussminute nichts mehr ändern. Zwar hatten die Grizzlies durch Höhenleitner und vor allem Sarno (57.Min) noch zwei weitere Großchancen zu verzeichnen - Anzahl und Ausnutzung besagter Chancen blieb aber einfach zu dürftig.
In der Schlussminute gelang schließlich Jeff Ulmer sogar noch das 0:2 - ein Treffer wenige Sekunden vor Schluss bei dem sich die Wolfsburger schon resigniert als Zuschauer versuchten.

Das Team

Erstaunlicherweise zeigte sich die Wolfsburger Defensive als solide Einheit, die zusammen mit den Sturmkollegen das Körperspiel der Lions wenig beeindruckte.
Da Frankfurt mehr über Intensität als Geschwindigkeit seinen gameplan verfolgte, geriet die Abwehrabteilung nie derart ins Schwimmen wie in den bisherigen Partien regelmäßig zu beobachten.
Das war es aber auch schon an positiven Aspekten. Spielaufbau und Spielkultur waren hingegen nämlich kaum zu beobachten - sicherlich ein Verdienst der konsequenten Spielweise der Gäste, aber auch da sollte man eine passende Antwort parat haben!
Der hektisch verbissene Fight der Wolfsburger war jedenfalls nicht die richtige Antwort und so kam es zu einer irgendwie quälenden Partie, die streckenweise etwas von einer Endlosschleife hatte.
Während die Abwehr also wenigstens das eigene Drittel sicherte, Leute wie Traynor und vor allem Sloan offensiv und im Spielaufbau aber reichlich enttäuschten, konnte man den Sturm eigentlich komplett abschreiben.
Außer Kampf, blindem Anrennen und mangelnder Frechheit war da kaum etwas Nennenswertes zu beobachten.
Besonders schmerzlich: Der Auftritt der dritten...pardon..."ersten" Reihe, der sich wie ein roter Faden durch die bisherigen Partien zu ziehen scheint. Während Milleys Formkurve zumindest langsam nach oben zu zeigen scheint, treten seine Kollegen völlig auf der Stelle.
Sarno scheint langsam völlig die Lust zu verlieren und macht der Nummer 22 mittlerweile echte Ehre. Magowan hingegen wirkt völlig verzweifelt: Skatet wie verrückt durch die Gegend, steht immer ein paar Zentimeter zu dicht oder zu weit weg, wenn er in Schussposition oder zum Nachschuss kommen könnte und leistete sich gegen Frankfurt nun auch noch Frustfouls der Marke "Ich dreh gleich völlig durch!". Zu sehen, wie einer Frohnatur wie Kenny Stück für Stück der Spaß am Eishockey flöten geht, tut mir ehrlich gesagt schon ein bisschen weh.
Nachdem mit Ulmer der zweite etatmäßige Center (nach Hospelt) ausfiel, war der Drops leider gelutscht.

Das Fazit

Frankfurt trat hart und kompakt auf, riss spielerisch aber weiß Gott keine Bäume aus. Zwei Punkte wären sicherlich drin gewesen, aber der Ausfall von Ulmer schien vor allem das Powerplay komplett zu lähmen. Gegen grenzwertig spielende Mannschaften ist aber nun mal das überzahlspiel logischerweise der Schlüssel zum Sieg: Entweder man bestraft die Regelverstöße des Gegners und dieser muss umdisponieren, oder die Nummer läuft 60 Minuten - wie gesehen - nach Schema F durch.
Spaß hat das beim Zuschauen jedenfalls nur bedingt gemacht...
In der Gesamtschau passte die Verletzung Ulmers (kreative Kraft und Kopf des Powerplays) jedenfalls hervorragend zur Frankfurter Marschroute, so dass ein bitterer Beigeschmack zurückbleibt. Ohne Hospelt und Ulmer stehen den Grizzlies auf jeden Falls schwere Wochen bevor - bleibt die Hoffnung, dass beide möglichst schnell wieder fit werden. mb

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