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EHC - Düsseldorf Metro Stars 4:3

Das Spiel

Nach zwei Heimniederlagen gastierte mit den Metro Stars aus Düsseldorf ein Team in Wolfsburg, das nicht unbedingt auf eine Trendwende hoffen ließ. Hatte man doch in der Vorbereitung und vor allem beim Auswärtsspiel in Düsseldorf keine allzu glückliche Figur gemacht.
Die Grizzlies probierten es also erneut und traten zwar mit ähnlicher Marschroute, aber geänderten Reihenzusammenstellungen gegen den Rivalen vom Rhein an.
Vor allem das erste Drittel hatte es den Fans aus Wolfsburg angetan:
Kompromisslos hetzten die Gastgeber die Metro Stars über das Eis, machten das was man eigentlich von der DEG erwartet hatte: Druck über Geschwindigkeit und schnelles Umschalten.
Neben einer rundum gelungenen Abwehrleistung (2 Minuten in doppelter Unterzahl!), zeichnete vor allem die neu formierte Reihe um Peter Sarno für das erfreuliche Ergebnis des ersten Drittels verantwortlich.
Zweifacher Torschütze war hierbei John Laliberte, der in der 7.Minute aus stattlicher Entfernung einen Handgelenkschuss aus der Drehung hinter Aubin platzieren konnte.
War der ansonsten gut aufgelegte Aubin beim 1:0 noch ein wenig überrascht worden, so blieb ihm beim zweiten Treffer durch Laliberte eigentlich gar keine Zeit zu reagieren: Aus Nahdistanz versenkte der Wolfsburger Angreifer die Scheibe im Netz, nachdem er von seinen Sturmkollegen Hospelt und Sarno sehenswert frei gespielt worden war.
Gut gelaunt ging es dann zum ersten Mal in die Kabinen - blieb die Frage, ob die Grizzlies dem heftigen Anfangtempo Tribut zollen müssten.
Doch die Befürchtungen waren nicht unbedingt begründet. Nicht nur Wolfsburg, auch die Metro Stars konnten den Geschwindigkeitsrausch des ersten Abschnitts nicht wiederholen und so entwickelte sich eine ausgeglichene Partie.
Während sich die Chancen für die Gäste mehrten, hielten sich die Gastgeber mit solidem Zwei-Wege-Spiel und einem bärenstarken Reimer im Tor im Geschäft.
Das überzahltor zum 2:1 durch Murphy (38.Min) konnte dann aber auch der gute Wolfsburger Torhüter nicht mehr verhindern. Der Center der Gäste hatte aus Nahdistanz unhaltbar zum Anschluss eingeschoben.
Zum Glück präsentierte Wolfsburg sich im Schlussabschnitt als äußerst sperriger Gegner, der die Düsseldorfer nicht mehr richtig in den Spielfluss finden ließ.
Im Gegenteil: Mit einem Pfostenkracher durch Sarno und schließlich dem 3:1 durch Kai Hospelt (59.Min) hatte der EHC sogar die Highlights des wenig spektakulären letzten Drittels auf seiner Seite.
Zum zweiten Mal in dieser Saison kamen die Fans somit in den Genuss einer Siegesfeier, die die Mannschaft auch gleich zur Raupe vorwärts und rückwärts(!) nutzte. "Raupenführer" Magowan steuerte das Gefährt vorbildlich über den Parcours...

Das Team

Im Tor zeigte Reimer erneut eine absolute Glanzleistung. Er nutzt seine Chance als Starting Goalie momentan bestens, um sich bei uns als Nr.1 zu etablieren. Natürlich ist das Ganze nach dem misslungenen Saisonauftakt für Dshuni sehr, sehr hart - aber auch seine Chance wird, wenn auch vermutlich nicht so bald, wieder kommen.
Die Verteidigung kommt mit Alavaara so langsam in Vorjahresform. Einzig der junge Fischer macht mich mit seiner Blauäugigkeit an der Bande hin und wieder etwas nervös - aber anders kann er sich letztlich nicht entwickeln. Sascha (entzündete Schulter) tat die Pause sicherlich gut.
Wenn Jan-Axel noch ein oder zwei Wochen Praxis hat, wird wohl auch endlich im Powerplay wieder etwas mehr von der Blauen kommen. Traynor ist da bisher doch eher der Scharfschütze mit der Schrotflinte...
Die größte überraschung war für mich allerdings wie gut die Reihe mit Sarno, Laliberte und Hospelt funktionierte.
Wobei man generell sagen konnte, dass alle vier Reihen irgendwie passten. In einer Reihe mit Furchner und Ulmer kann Kenny dann seinem ersten Punkt wohl auch nicht mehr lange aus dem Weg gehen, so dass auch für den heftig verkrampften Torjäger der Vorsaison die Spielzeit irgendwann richtig losgehen kann. Insgesamt sehr durchdachte Entscheidungen unseres Trainergespanns, die sich im Fall Milley sogar zu einer deutlichen Sanktion durchringen konnten. Schaut man auf die beiden letzten Partien und den Platz in der Tabelle, scheint man nicht wirklich daneben gelegen zu haben.
Vor allem die Unterscheidungen zwischen Effektivität und zur Schau getragenem Engagement sind hier sehr wichtig und da hat ein Milley eben schon 4 Punkte vorzuweisen, aber eben auch kaum Biss gezeigt. Magowan zerreißt sich nach wie vor förmlich, verfällt aber ein wenig in den gefürchteten "Henrich-Autismus" und verliert im Gewühl häufig übersicht und Coolness, sprich: Nichts was durch eine Sanktionierung verbesserungsfähig wäre!

Das Fazit

Wenn die Defensive steht können wir einen starken Gegner vom Start weg erdrücken. Die blöden Gegentore fielen im Startdrittel diesmal aus und so saugte man den Gästen förmlich die Kraft aus den Beinen. Wenn die Defensive weiter an sich arbeitet können unsere läuferischen und konditionellen Qualitäten voll durchschlagen. Daran gilt es weiter zu feilen - vielleicht reißen die Spiele dann auch bald wieder etwas mehr mit. Gegen Frankfurt und - trotz des erfreulichen Ergebnis - auch gegen die DEG war das Gebotene nicht immer unterhaltsam und begeisternd. Doch so lange die Ergebnisse vorerst stimmen, kann man sich in Ruhe an den Punkt des kompletten Einspielens heran arbeiten.
Mit Köln und Mannheim stehen auch gleich die nächsten harten Prüfungen für die Grizzlies auf dem Programm, wobei besonders das Abschneiden gegen die unglaublich hochwertig und tief besetzten Mannheimer eine echte Nagelprüfung werden dürfte. mb

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