header
Log in
A+ A A-

EHC - Adler Mannheim 1:4

Das Spiel

Mit nur einem erzielten Treffer gelang den Grizzlies – im Eishockey recht selbstverständlich – keine überraschung gegen den Meisterschafts(mit)favoriten aus Mannheim.
Dabei hatte es so gut angefangen: Von der ersten Sekunde an schien das Team von Toni Krinner die Gäste an die Wand spielen zu wollen. So blieben die Grizzlies in den ersten fünf bis sechs Spielminuten konsequent am Drücker und erarbeiteten sich die eine oder andere gute Einschussmöglichkeit. Die Adler hingegen wirkten doch etwas verwirrt und brauchten einige Zeit, um den eigenen Spielrhythmus ein wenig aufnehmen zu können.
Was sich entwickelte, war eine packende und intensive Begegnung, der leider die Tore fehlten.
Vor allem die Gastgeber hatten mehr als eine hochkarätige Chance, die sie mal ungeschickt, mal unglücklich nicht hinter dem ungewohnt experimentierfreudigen Brathwaite versenken konnten.
Gleich drei dicke Böcke des Mannheimer Ausnahmegoalies konnten die Wolfsburger im Laufe der Partie nicht zu ihren Gunsten verwerten. So auch im ersten Drittel als sich die vierte Reihe hinter dem Tor der Gäste den Puck von besagtem Keeper schnappte und das Spielgerät einfach nicht schnell genug vor und in das Tor bringen konnte.
Dass es vor der ersten Pause doch noch etwas zu bejubeln gab, dafür sorgte Jan-Axel Alavaara, der die Grizzlies in überzahl per Schlagschuss in Führung gebracht hatte (19.Min.).
War der Spielstand zu diesem Zeitpunkt schon mehr als schmeichelhaft für die Gäste, so verschärfte sich diese Schräglage im Laufe des zweiten Drittel noch einmal. Der Dauerdruck der Gastgeber zwang die Adler letztlich auch zu unerlaubten Mitteln zu greifen – Mannheim brachte nun spürbar mehr Härte ins Spiel, um der Lage auf dem Eis Herr zu werden.
Zum Leidwesen der Heimfans spielten die Grizzlies zwar nicht ihr schlechtestes Powerplay, doch für die in Unterzahl grandios agierenden Adler reichte es einfach nicht.
Doppelt absurd wurde es dann ab der 36.Spielminute. Kurz nachdem Morczinietz vor dem gegnerischen Tor durch offensichtliches Beinstellen von hinten gelegt worden war, stellten die Referees Sasa Martinovic wegen Stock-Check vom Eis. Der Wolfsburger hatte seinen Gegenspieler in geradezu gemütlichem Tempo 1 bis 2 Meter vor sich hergeschoben – die Schiris ahndeten dieses „brutale“ Vorgehen umgehend und konsequent...
Dass einer lächerlichen Strafe häufig eine berechtigte folgt, ist im Eishockey natürlich keine große Weisheit: Die verteidigende Mannschaft, in diesem Fall die Grizzlies, geriet in Unterzahl entsprechend unter Druck und nahm noch eine weitere Strafe in Kauf.
Während die Gäste unter ohrenbetäubenden Pfiffen und Buhrufen ihr überzahlspiel aufzuziehen versuchten, gelang es Wolfsburg zumindest die erste Strafe unbeschadet zu überstehen. Die zweite sollte allerdings nicht so glimpflich ablaufen:
Der 1:1 Ausgleich durch Yannic Seidenberg (38.min) stellte den Spielverlauf schließlich auf den Kopf.
Wie als Sinnbild für den Verlauf der Partie bis zu diesem Zeitpunkt, bestrafte der Wolfsburger Sturm auch die nächste „Auszeit“ des Mannheimer Keepers, der einen Grizzly anschoss, nicht. Leicht bis mittelschwer frustriert ging es für den EHC in die zweite Pause.
Wer die letzten Partien der Adler gesehen hatte, konnte sich ausmalen, was nun folgen sollte.
Hoch konzentriert und völlig humorlos entschieden die Gäste die Begegnung innerhalb einer Minute für sich.
1:2 durch Robinson in der 43.Minute, der eine Unkonzentriertheit in der Wolfsburger Defensive gnadenlos bestrafte.
Eine Minute später das 1:3 durch King, der nicht richtig am Zug zum Tor gehindert wurde und auch Reimer nicht allzu gut aussehen ließ.
Von diesem Schock erholten sich Team und Fans des EHC nicht wieder. Zwar drängte Wolfsburg noch einmal auf einen weiteren Treffer, doch die in den ersten beiden Spielabschnitten investierte Kraft fehlte nicht nur bei den beiden Gegentreffern.
Das 1:4 durch Scalzo machte in der 51.Minute dann der letzten vagen Hoffnung auf Seiten der Gastgeber den Garaus.
Ein letzter Pfostentreffer und dann war’s vorbei...

Das Team

Es fehlt immer noch eine Reihe für die wichtigen Tore, die konstant produziert. Wobei insgesamt betrachtet außer Alavaara, der immer stärker wird, Furchner und Ulmer kaum ein Akteur bisher entsprechende Leistungen zeigte. Das erklärt sowohl die fortwährenden Umbauarbeiten unseres Trainerduos, als auch die Aufstellung eines Norm Milley in der vierten Reihe.
Dass die Einstellung nicht das Problem ist, hat dieses Team jedenfalls nun schon mehrfach eindrucksvoll widerlegt. Bleibt die Frage, wann der Knoten bei einigen Leistungsträgern endlich platzt und sich die entgültigen ersten beiden Reihen bilden können.
Bezeichnend, dass ich bei den Stürmern eigentlich keinen wirklichen Ausfall benennen kann. Lediglich Sarno (wie so oft) und Heider wirkten auf mich etwas neben der Spur. Trotzdem schießt man nur ein Tor...
In der Verteidigung hingegen gab es durchaus auffällige Probleme. Während Alavaara und Fischer eine gute Partie spielten, fielen die anderen Verteidiger, besonders im letzten Spielabschnitt, eher durch Fehler auf. Besonders Sascha schien nach seiner kurzen Pause irgendwie noch nicht ganz auf der Höhe des Geschehens zu sein. Aber auch Blake Sloan wurde dem Anspruch eines Verteidigers für die erste Reihe zum wiederholten Male nicht gerecht. Viel zu bieder und zu oft mit Aussetzern behaftet kommt das Spiel des neuen Kapitäns daher. Leider ist auch Rekis ein ganzes Stück von der Form vergangener Tage entfernt, während Martinovic spielt, was er kann...

Das Fazit

Die Ladehemmungen der einstigen Torfabrik der Liga haben uns nach diesem Wochenende wohl endgültig auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. So unglaublich viel Aufwand für fast null Ertrag – da ist der Psychologe im Trainer gefragt. Da hilft auch die beste Kondition nichts, wenn man den Gegner nicht mit Toren zu Reaktionen zwingen kann. Im letzten Drittel ging die Blitzstart-Taktik unseres Teams jedenfalls körperlich und mental nach hinten los.
Der Grund für Auftritte wie in Köln und jetzt gegen Mannheim liegt allerdings klar auf der Hand: Das Team arbeitet gut, jeder erfüllt seine Rolle...bis auf die Leistungsträger. Während ein Magowan wenigstens verbissen sein Glück zurück erkämpfen will, glänzen vor allem Sarno und Milley durch blasse Vorstellungen ohne wirklichen Punch. Milley durchläuft ja bereits die „Strafroute“ (Bank – vierte Reihe - ???) für satte Profis, während Sarno – zum Leidwesen derer, die mit ihm in einer Reihe spielen müssen - weiter unbehelligt seine Kringel dreht. Offenbar hat er nicht nur die Nummer von Moravec übernommen, sondern auch dessen Hang zur Eigenschweißallergie. Irgendwie wird man das Gefühl nicht los, dass – immer wenn es ein wenig enger und härter auf dem Eis zugeht – der neue Spielmacher der Grizzlies gerne zum Wechsel fahren möchte...deprimierend. mb

 

Besucherzähler

Besucher gesamt: 4.562.549
Besucher heute: 277
Besucher gestern: 1.052
Max. Besucher pro Tag: 7.174
gerade online: 1
max. online: 95
Seitenaufrufe gesamt: 8.743.191
Seitenaufrufe diese Seite: 339
counter   Statistiken

DEL-News