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EHC - Augsburger Panther 7:2

Das Spiel

Mit einem wahren Donnerschlag meldeten sich die Grizzlies am Sonntagabend aus der Länderspiel-Pause zurück!
Alle Sorgen, dass der zusätzlich spielfreie Freitag den EHC nur schleppend in Tritt kommen lassen würde, fegten die Hausherren umgehend vom Eis...den Gast aus Augsburg gleich mit.
Gleich im ersten Drittel machte das Team von Toni Krinner alles klar und stellte die Weichen auf Sieg: Zwei Toren von Norm Milley (5. + 13.Minute) ließ Mike Green nach 15 gespielten Minuten das 3:0 folgen.
Augsburg fand bis dahin kaum statt, hatte im gesamten Drittel lediglich drei oder vier nennenswerte Chance, wobei allesamt - wie auch das 3:1 durch Olver (18.Min) - eher Produkte Wolfsburger Euphorie waren. Spielerisch konnten die Gäste aus Bayern den Grizzlies nämlich ebenso wenig das Wasser reichen wie in punkto Geschwindigkeit. Ein wahrer Schussregen prasselte folglich auf Nationalkeeper Endras im Tor der Panther ein, der dieses nach dem dritten Gegentreffer auch prompt räumte.
Seinem Nachfolger Leo Conti schien es zunächst besser zu ergehen, folgte dem 3:1 doch im zweiten Drittel die einzige Phase der Begegnung, in der die Gäste halbwegs auf Augenhöhe mit Wolfsburg agieren konnten.
Hauptgrund für diesen Kräfteausgleich war allerdings keine Leistungssteigerung der Panther, sondern die numerische Unterlegenheit der Gastgeber: Sloan und Höhenleitner hatten nacheinander auf der Strafbank Platz genommen und ermöglichten den Augsburgern einen sortierteren Einstieg ins Drittel als zum Auftakt des Spiels.
Doch aufgeschoben war nicht aufgehoben - die Tore machten erneut die Grizzlies!
Bei 5 gegen 5 auf dem Eis riss der EHC wieder das Ruder an sich und kam nach einem weniger überzeugenden Powerplay-Intermezzo durch Höhenleitner (30.Min) und erneut Milley (38.Min) zum hochverdienten 5:1 Pausenstand. Die Messe war nun endgültig gelesen, doch die Hausherren kannten immer noch kein Erbarmen mit den überforderten Gästen aus Bayern.
Nicht zuletzt die Hartnäckigkeit der Gastgeber war es, die die frustrierten Panther nun vermehrt zu entsprechenden Fouls animierte - an ein lockeres Auslaufen dachte bei den Grizzlies offenbar noch keiner!
Warum am Ende in erster Linie zwei 10-minütige Strafen den Unterschied auf den Sünderkonten der beiden Teams machten, bleibt wohl das Geheimnis des wenig umsichtigen HSR Schütz. Während einige Fouls der Gäste einfach außerhalb seines Wahrnehmungsradius stattfanden, gab auch so manche offenkundig beobachtete Regelauslegung des Referees den Anwesenden Rätsel auf. Warum man z.B. neuerdings den Schläger seines Gegenspielers in zwei Teile dreschen darf, ohne eine Strafe für Stockschlag zu bekommen - man wusste es nicht so genau. Angesichts eines am Ende deutlichen Sieges und den bekannten Defiziten im deutschen Schiedsrichterwesen wollte es dann auch irgendwann keiner mehr wissen...
Nach dem 6:1 durch den zum vierten Mal (!) erfolgreichen Norm Milley rissen auf Seiten der Gäste jedenfalls auch die stabilsten Nervenfasern und neben 2+10 wegen Check gegen Kopf- und Nacken (Collins) verhängte HSR Schütz wenige Sekunden später (50.Minute) eine ebenso große Strafe wegen Beschimpfung von Offiziellen gegen einen weiteren Panther (Murphy).
Die folgende 5-3 überzahl währte nur 9 Sekunden, da hatte sich auch Ken Magowan zum 7:1 in die Torschützenliste eingetragen.
Während das abschließende 7:2 durch Connor James (59.Min) nur noch statistischen Wert hatte, gab es im Anschluss an die beiden Wolfsburger Treffer noch einmal einen richtigen Aufreger zu bewundern.
Ein Augsburger hatte, zum wiederholten Male ungestraft, einen Wolfsburger Spieler unfair angegangen - Kai Hospelt war es dieses Mal, der auf dem Eis lag. Als Gästetrainer Mitchell der Allgemeinheit durch entsprechende Gesten zu verstehen gab, dass er das Ganze für Schauspielerei hielt, platzte Grizzlycoach Krinner endgültig der Kragen.
Co-Trainer Gross musste auf der einen, Augsburger Spieler auf der anderen Seite für einen "Gedankenaustausch" der beiden Verantwortlichen sorgen, der auch ein ebensolcher blieb.
Während Mitchell sich der erneuten Konfrontation nicht stellte und seinen Co-Trainer Moeser zur Pressekonferenz schickte, fand Krinner die passenden Worte, um für zusätzlichen Frohsinn in orange zu sorgen.
Zuvor hatte der Wolfsburger Anhang nicht nur die Mannschaft auf einer ausgedehnten Ehrenrunde hochleben lassen, sondern auch schon während der Partie den Erfolgscoach der Grizzlies gebührend gefeiert - nicht zuletzt wegen seines emotionalen Auftritts.

Das Team

Im Tor haben wir mit Jochen Reimer momentan eine echte Bank. Der junge Mann beherrscht seinen Torraum bereits auf allerhöchstem Niveau. Bei hohen Halbdistanz-Schüssen bleibt noch Luft nach oben (kleines Wortspiel meinerseits). Es bleibt abzuwarten, ob Dshuni bald einen Entlastungseinsatz bekommt. Schon aus Dank für sein bisher mehr als professionelles Verhalten sollte der zweite gute Torhüter in Diensten der Grizzlies möglichst vor heimischer Kulisse einen Einsatz bekommen: wir brauchen zwei Goalies mit Spielpraxis, wenn es diese Saison noch höher hinaus gehen soll als zuletzt.
In der Verteidigung gab´s diesmal nur Staunen über so viel Ausgeglichenheit. Alle Akteure lieferten eine Bombenvorstellung ab - erleichtert durch das perfekte Forechecking ihrer Sturmkollegen. Lediglich Kapitän Sloan zeigte einige merkwürdige Szenen. Dem Trainerduo sei hier die Schlussphase des ersten Drittels nach dem 3:1 als Anspieltipp empfohlen, als sich der Wolfsburger Verteidiger lieber ins Sichtfeld seines Torhüters stellte, anstatt sich eines der beiden heranstürmenden Gegenspieler anzunehmen.
Im Sturm überragte natürlich der viel gescholtene, aber stets an sich arbeitende Norm Milley mit vier Treffern alles andere.
Wobei seine Reihe mit Sarno und Magowan endlich genau das zeigte, was man schon früher von ihnen erwartet hatte.
Die Reihe um Center Green stach erneut durch unglaublichen Willen hervor und entnervte die ohnehin überforderten Gegner bis an die Grenze des Erträglichen - sehr, sehr genial anzusehen!
Insgesamt nicht ein einziger Spieler, der im Sturm hinter den Erwartungen zurückblieb!

Das Fazit

Vielleicht haben wir jetzt zum ersten Mal das gesehen, was ich seit Beginn der Saison hier orakelt habe: Die Möglichkeiten dieses Teams, wenn die als Top-Reihe gedachte Formation um Peter Sarno Fahrt aufnimmt. Sollte es gegen Gegner wie Frankfurt, Berlin oder Mannheim gelingen auch nur halb soviel Gefährlichkeit an den Tag zu legen, dann dürfte eine Platzierung unter den Top 4 durchaus drin sein!
Nach all den engagierten, aber unglücklichen und eher zähen Vorstellungen in der heimischen Eisarena war der gestrige Sonntagabend jedenfalls beste Werbung für die Grizzlies. Immer nur auswärts auftrumpfen kann´s ja auch nicht sein ;) mb