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EHC - Nürnberg Ice Tigers 2:3 nV

Das gegen Augsburg befürchtete Spiel lieferten die Grizzlies nun gegen Nürnberg umgehend nach.
Nürnbergs Trainer Andreas Bockmann, der wie Krinner aus Bad Tölz stammt, hatte sein Team nahezu perfekt auf den Gastgeber eingestellt. Das Ergebnis sah wenig attraktiv, aber aus Gästesicht sehr erfolgreich aus: Gestützt auf einen überragenden Patrick Ehelechner zerstörten die Ice Tigers jeglichen Spielfluss und nutzten ihre wenigen Chancen eiskalt aus.
Nach stürmischen Anfangsminuten kam mit der ersten Strafe gegen Wolfsburg auch schon der Bruch im Spiel der Gastgeber. Zum Leidwesen der rund 2000 Zuschauer hatten weder Green noch Laliberte oder Furchner den Puck hinter dem Goalie der Gäste versenken können, so dass ein erneut furioser Auftakt ausblieb.
In einem insgesamt sehr unrund wirkenden Anfangsdrittel hatten dann zwar beide Seiten ihre Chancen, Zwingendes gab es allerdings nur selten zu bestaunen.
Der zuletzt wie aus einem Guss wirkende Spielaufbau des EHC war zu fast keinem Zeitpunkt zu sehen – taktisch gut agierende Ice Tigers und ausgefallenes Abschlusstraining zeigten deutlich Wirkung!
Auch der Start in den zweiten Abschnitt drohte, trotz zweiminütigem Powerplay, für die Grizzlies im Sande zu verlaufen. Doch sechzehn Sekunden vor Ablauf der Strafe durfte in der Eisarena dann doch noch gejubelt werden:
Laliberte gelang es einen Schuss von Sarno per Abpraller zum 1:0 zu verwerten – es keimte Hoffnung auf ein ansehnlicheres Spiel auf.
Als nur anderthalb Minuten später (24.Min) mit Nasreddine erneut ein Nürnberger auf der Strafbank Platz nahm, lag der nächste Wolfsburger Treffer in der Luft.
Doch Ehelechner und ein wenig Glück halfen den Gästen durch diese brenzlige Phase. Keiner der auf den Nürnberger Goalie abgefeuerten, und teilweise abgefälschten, Schüsse fand sein Ziel.
Es folgte die stärkste Phase der Ice Tigers. Bei 5 gegen 5 übernahmen die Gäste aus Bayern zum ersten Mal eindeutig das Szepter auf dem Eis und sorgten für reichlich Verwirrung in den Reihen der Wolfsburger.
Das 1:1 fiel in der 29.Minute folglich mit Ask durch einen schön freigespielten Spieler der Gäste, der von der Blauen ungehindert einnetzen konnte.
Der ersten Ernüchterung ließen die Grizzlies im nächsten Powerplay die gewünschte Antwort folgen: 2:1 durch Torjäger Magowan – nicht einmal drei Minuten nach dem Ausgleich.
Doch wieder verpassten die Gastgeber den Ausbau dieser Führung, wieder gelang den Nürnbergern der Ausgleich.
Im Powerplay schlugen die Ice Tigers erneut von der blauen Linie zum 2:2 zurück. Paul Albers hatte die Gäste, mittlerweile etwas unverdient, im Spiel gehalten (38.Min).
Sichtlich genervt ging es für die Grizzlies zum zweiten Mal in die Kabinen.
Was folgte war eine Leistungssteigerung der Gastgeber – doch leider kein weiteres Tor.
Im Minutentakt ließen die Grizzlies nun beste Gelegenheiten aus oder scheiterten am herausragenden Ehelechner im Tor der Nürnberger.
Selbst als in der 53.Minute ein Strafschuss gegen Nürnberg verhängt wurde, nachdem Ancicka den enteilten Magowan nur noch per Haken einfangen konnte, blieb den Fans des EHC der Torjubel im Halse stecken.
Laliberte war zum Penalty angetreten und hatte den Keeper der Gäste bereits schön aussteigen lassen...und setzte den Rückhandheber an die Latte.
Es sollte einfach nicht sein – die Verlängerung musste also her!
Hier hatte erneut Wolfsburg den besseren Auftakt, aber auch erneut nicht das Schussglück auf seiner Seite. Rund 80 Sekunden vor dem Ende der Overtime verhängte der bis dahin gut leitende HSR Piechaczek eine seltsame Strafe gegen die Gastgeber. Direkt im Anschluss an eine Einschussmöglichkeit für Furchner, pfiff der Unparteiische Stock-Check gegen den Wolfsburger Angreifer. Eine Entscheidung, die kaum ein Anwesender nachvollziehen konnte, da das Foul wohl recht unbeobachtet vonstatten gegangen sein musste...
Der anschließenden Auszeit ließen die Ice Tigers auch prompt das 2:3 durch Andre Savage folgen – gefrustet verließen Team und Fans der Wolfsburger die Arena.

Das Team

Im Tor weiterhin alles bestens. Reimer hält alles, was er halten muss – hohe Schüsse, wenn gut platziert, fischt er nicht restlos weg. Wenn er ab und zu in dieser Kategorie einen Unhaltbaren rausholen würde, wäre er im perfekten Bereich. Vielleicht etwas viel verlangt von einem jungen Goalie...
Die Verteidigung im Mittelabschnitt hin und wieder etwas wackelig. Besonders der Gegentreffer zum 1:1 tat sehr weh und war absolut überflüssig.
Insgesamt aber keine schlechte Vorstellung der Defensive und auch der von mir viel gescholtene Sloan brachte ein durchaus ansprechende Leistung.
Problematischer gestaltet sich da schon der Auftritt des Sturms. Während Sarno und Magowan zu überzeugen wussten, ließ Milley seiner Bombenvorstellung vom letzten Wochenende eine eher unauffällige Leistung folgen. Der Paradesturm blieb trotzdem im Soll.
Die Reihe um Green hatte ebenso ihre guten Momente, enttäuschte aber im Abschluss ein ums andere Mal.
Besonders ärgerlich fand ich allerdings den Auftritt von Sebastian Furchner, der zwar durchaus engagiert zu Werke ging, aber nicht nur ineffektiv blieb, sondern auch in Sachen dämliche Fouls unangenehm auffiel.
Sowohl die völlig beknackte Strafe in der 12.Minute, als er neben dem gegnerischen Stürmer fahrend diesen mit seinem Stock bearbeitete, als auch die entscheidende Undiszipliniertheit vor dem Siegtreffer der Gäste riefen bei mir schwindelerregendes Kopfschütteln hervor.
Bei einem derart ätzend spielenden Gegner mag man ja durchaus auch mal den Frust rauslassen müssen – aber doch nicht, wenn noch alles drin ist!

Das Fazit

Spiele gegen Nürnberg sind Anti-Spiele. Das war letztes Jahr in der einzigen Begegnung vor heimischer Kulisse schon so und war auch diesmal wieder der Fall. Spielzerstörung auf dem Eis, wenig Zuschauer auf den Rängen, kaum Grund zur Freude für die Anwesenden: öde!
Wenn alle Eishockeyspiele so aussehen würden, hätte die Sportart Eishockey ein ernst zu nehmendes Problem (hat sie auch so – ich weiß...).
Am 07.02.10 sind die Ice Tigers das nächste (und hoffentlich vorerst letzte) Mal bei uns zu Gast – mir graut jetzt schon vor diesem Termin. Vielleicht gelingt es unserem Team ja endlich mal das absolut kackige Hockey der Nürnberger mit einer echten Klatsche abzustrafen – so langsam empfinde ich die Gastspiele der Ice Tigers nämlich als Verschwendung meiner Lebenszeit. mb