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EHC - Iserlohn Roosters 2:3 nV

Das Spiel

Es war mal wieder einer dieser Abende (im Dezember), die man schnell vergessen möchte.
Nachdem die Gäste dem überfallartigen Start der Grizzlies standgehalten hatten, verlor das Wolfsburger Team zusehends die Linie, kam dabei zeitweilig völlig aus dem Tritt.
Wie aus heiterem Himmel schlug es dann in der 8.Minute schon im Tor des EHC ein:
Ein etwas zu lässiges Anspiel im eigenen Drittel hatte Paul Traynor ebenso lässig mit einer Hand am Schläger mitgenommen und prompt den Puck an einen heranrauschenden Rooster verloren. Die so eingeleitete Kombination schloss Swanson relativ unbehelligt zum 0:1 für die Gäste ab.
Doch damit nicht genug. Als zunächst Ken Magowan wegen eines unkorrekten Checks das Eis für 2 + 10 Minuten verlassen musste und ihm wenig später Arvids Rekis wegen angeblich hohen Stocks folgte, konnten die Roosters sogar noch nachlegen.
Das 0:2 durch Hancock, ein vorbildlich und mit letzter Konsequenz herausgespielter überzahltreffer, stellte in der 11.Minute den Spielverlauf dann endgültig auf den Kopf. Die bis dahin überlegenen, wenn auch etwas konfus wirkenden, Wolfsburger sahen sich massiv ins Hintertreffen geraten, wirkten spürbar verunsichert.
Dass Peter Sarno 13 Sekunden vor der Pausensirene doch noch der erste Treffer für die Grizzlies gelang, ließ die rund 2000 anwesenden Fans wenigstens ein wenig Hoffnung schöpfen.
Das zweite Drittel startete wie der erste Abschnitt: Wolfsburg drängte auf den Ausgleich, Iserlohn bekam in Richtung Jochen Reimer nichts bis gar nichts zustande.
Das Erschreckende: Am Spielstand änderte das nichts!
Auch zwei überzahlspiele für die Gastgeber blieben ungenutzt, während die Grizzlies aus allen Lagen auf Danny aus den Birken feuerten. Selbst Sascha Genze, sonst auch in bester Schussposition stets um ein Abspiel bemüht, versuchte sein Glück: Nichts.
Einen Lattentreffer und auch zahlreiche zu drucklos beendete Angriffsversuche später ging es zum zweiten Mal in die Kabinen. Den ohnehin wenig begeisterten Fans hatte es mittlerweile spürbar die Petersilie verhagelt.
Mit dem letzten Drittel brach nun doch eine etwas unterhaltsamere Phase der Begegnung an. Zunächst gab es rund 10 Minuten tatsächlich ein ausgeglichenes Spiel zu bewundern, in dem beide Teams Akzente in Richtung gegnerisches Tor setzen konnten. Dem ganzen Spaß setzte Ken Magowan, der einen Schuss von Alavaara zum 2:2 Ausgleich abfälschen konnte, vorläufig die Krone auf (49.Min). Dieser überzahltreffer sollte allerdings der letzte in der regulären Spielzeit bleiben. Was folgte war ein vergleichsweise unterhaltsamer Spielverlauf, der leider immer wieder vom Possenspiel um den Gästegoalie und HSR van Gameren unterbrochen wurde. Dem Torhüter der Gäste gelang es im Verlauf des letzten Spielabschnitts offenbar durch konsequentes Abstoßen vom rechten Pfosten (vorzugsweise, wenn der Puck in selbigem zu landen drohte) sein Tor soweit zu demolieren, dass es nach einmaliger Reparatur 41 Sekunden vor dem Ende auf Geheiß des Referees sogar ausgetauscht werden musste. Der Wolfsburger Anhang kochte vor Wut, zeigten die jeweiligen Wiederholungen auf der Videoleinwand doch erneut das, was außer Hrn. van Gameren wohl jeder in der Arena gesehen hatte: aus den Birken hatte sich vorsätzlich und mit nicht zu verachtender Wucht in kritischen Situationen vom betreffenden Pfosten abgestoßen – ohne Rückwärtsbewegung!
Statt der fälligen 2 oder sogar 3 Strafzeiten, ließ der verantwortliche HSR kurz vor Ende dann ein neues Tor hinter dem Roostersgoalie aufstellen...das passte zum Rest der doch recht seltsamen Vorstellung des Unparteiischen.
Auch die Verlängerung brachte keine Veränderung zum bisherigen Spielverlauf: Die Grizzlies stürmten Richtung aus den Birken, trafen nach 10 Sekunden durch Laliberte das Lattenkreuz und kassierten nach rund drei Minuten nach einem Stellungsfehler das 2:3 durch den allein enteilenden Robert Hock.
Ein frustrierender Eishockeyabend hatte sein „würdiges“ Ende gefunden.

Das Team

Reimer ist weiterhin ohne Fehl und Tadel unterwegs – hatte allerdings auch ein eher überschaubares Pensum an Arbeit zu erledigen. Bei allen Gegentreffern chancenlos.
In der Abwehr fielen bei einer bestenfalls soliden Gesamtleistung eigentlich nur im negativen Sinne einzelne Spieler auf. Leider wirkte Sascha streckenweise vom Tempo seiner Gegenspieler etwas überfordert. Traynors Aussetzer beim 0:1 machte dieser durch seine restliche Vorstellung fast wieder wett, wirkte in der Folgezeit als einer der Wenigen zu hundert Prozent wach. Wenn es dafür allerdings erst eines Gegentreffers bedarf...
Im Sturm gefiel mir besonders Norm Milley. Einsatz, Wille, läuferische Stärke – alles Top beim einstigen Sorgenkind, das jetzt zum besten Spieler auf dem Eis „mutiert“ ist.
Ansonsten mag ich eigentlich niemanden herausheben, da eigentlich alle aus der Abteilung „Attacke“ irgendwie engagiert, aber nicht konsequent genug wirkten. Was da an Schüsschen abgegeben wurde...da wäre auch beim Nachwuchs alles am Torhüter abgeprallt. Das Pech auch eine Rolle spielte ist natürlich klar: 3 Lattentreffer und die lustige Torverschiebungsorgie des letzten Drittels sprechen da eine eigene Sprache.

Das Fazit

Ja, ist denn schon Weihnachten? Oder besser: Ja, ist denn schon Dezember?
Gott bewahre uns vor dem alljährlichen Krinner – Phänomen, das den Wolfsburger Trainer in der Saison 07/08 beinahe den Arbeitsplatz gekostet hätte.
Ein Blick in die Saisonverläufe der letzten drei Jahre zeigt: Der Dezember ist in der Zeit mit Toni Krinner als Trainer ein Seuchenmonat par excellence. In der zuschauerträchtigen (Vor-)Weihnachtszeit hatte der EHC zuletzt immer wieder Probleme das vorhandene Potential abzurufen. Wenn man den Großteil der bisher vor heimischer Kulisse gezeigten Leistungen Revue passieren lässt, dann kann einem im Bezug auf die kommenden Wochen schon ein bisschen mulmig werden.
Es wäre übrigens sehr schön, wenn das regelmäßige Geheule über die mäßigen Zuschauerzahlen in einer der beiden Wolfsburger Tageszeitungen endlich aufhören würde. Davon, dass man den Leuten erzählt wie enttäuschend klein die Kulisse ist, kommen nämlich auch nicht mehr in die Arena (warum auch – aus Mitleid?). Im Gegenteil: Die Leute gehen da hin, wo auch die anderen sind...und das ist momentan nun mal der VfL – da hilft alles Gejammer nichts. Munter bleiben!
mb