header
Log in
A+ A A-

EHC - Düsseldorf Metro Stars 1:3

Das Spiel

Der Abend begann zunächst mit einer Panne: Die im Stau stehenden Gäste verwandelten die Sonntagabendpartie in eine Spätvorstellung. Erst um 20.15h begann das vierte und vorerst letzte Aufeinandertreffen der DEG und der Grizzlies vor mit rund 1900 Zuschauern mehr als bescheidener Kulisse. Offenbar hatte das Schneechaos auf Deutschlands Straßen nicht nur das Kommen der Gäste aus Düsseldorf erschwert...
Doch die Metro Stars zeigten sich keineswegs irritiert, starteten umgehend ihr bekannt schnelles Spiel und eine packende Partie mit Chancen auf beiden Seiten entwickelte sich.
Als in der 7.Minute dann das 1:0 durch den erneut stark in eine Partie startenden Milley fiel, zeichnete sich ein erster psychologischer Vorteil für die Gastgeber ab. Hatten die Gäste aus Düsseldorf noch den Auftakt der Partie bestimmt, so übernahmen nun die Grizzlies das Szepter auf dem Eis, verpassten es aber wie so oft nachzulegen.
Auffällig hierbei, dass zu keinem Zeitpunkt eine der Mannschaften ohne Chancen blieb – die Grizzlies allerdings ihre höhere Anzahl an Möglichkeiten teils aus wenig aussichtsreicher Position suchten.
Einzige Ausnahme bildete hier die Anfangsphase des zweiten Drittels. Die Metro Stars drehten noch einmal zusätzlich an der Geschwindigkeitsschraube, setzten die Gastgeber in ihrem Drittel minutenlang fest. Ungute Erinnerungen an die desaströsen Minuten gegen Hannover (gleiche Stelle, gleiche Spielminuten...) wurden wach. Während der überragende Jochen Reimer die Grizzlies noch einige Zeit schadlos halten konnte, war es in der 26.Minute dann doch so weit: Shane muh99eph erzielte den längst verdienten 1:1 Ausgleich und sorgte damit für zusätzliches Unbehagen auf den Rängen...und offenbar auch auf der Bank.
Nur ein Anspiel später holte Coach Krinner sein Team an der Bande zusammen und nutzte eine Auszeit, um die verwirrten Braunbären zu sortieren und samt Taktikboard neue Anweisungen zu verteilen. Eine sehr sinnvolle Entscheidung, wie sich herausstellen sollte...
Zwar gelang es den Gästen weiter Druck aufzubauen, doch die Grizzlies wirkten in der Folgezeit weitaus weniger konfus als noch zuvor.
Besonders Wolfsburgs Torhüter kam dabei aber weiterhin eine Ausnahmerolle zu: Geradezu phantastisch, wie er die Versuche der individuell überlegenen Gäste zunichte machte und sein Team im Spiel hielt. So war es kaum verwunderlich, dass er auch in der Schlüsselszene schlechthin einen großen Beitrag leistete. Zunächst stoppte er den Schuss des enteilten Reid im 1 gegen 1, dann verweigerte er im nachfolgenden Penalty mit Evan Kaufmann einem der sichersten Penaltyschützen der Liga den Torerfolg.
Dass Magowan nur 14 Sekunden später sogar zum 2:1 für die Grizzlies einnetzen konnte, setzte der Situation das Sahnehäubchen auf – die Halle tobte!
Das Spiel drohte nun zu kippen, die DEG hielt verzweifelt dagegen, erspielte sich in der Folgezeit aber kaum noch gute Einschussmöglichkeiten. Wenn doch etwas Zählbares drohte...richtig: Reimer war zur Stelle.
Auf der anderen Seite bekam der bis dahin wenig geprüfte Aubin nun mächtig zu tun.
Vor allem Wolfsburgs erste Reihe setzte den Kasten der Gäste unter Dauerbeschuss und kam nach einigen unglücklichen Versuchen in der 38.Minute durch das 3:1 auch zu einem weiteren Erfolgserlebnis. Blake Sloan konnte eine schöne Kombination mit einem satten Schuss ins freie Eck abschließen, krönte seine bis dahin vorbildliche Leistung mit einem wichtigen Treffer.
Zum Auftakt des letzten Spielabschnitts sorgte eine am Ende des Mitteldrittels verhängte Gästestrafe noch einmal für etwas Zeit zum Durchatmen (gegen das unglaubliche Unterzahlspiel der DEG braucht man eigentlich keinen Gedanken an einen eigenen Treffer verschwenden), dann hieß es „Durchhalten“ für das Team von Toni Krinner.
Düsseldorf drückte wieder auf die Tube, zeigte deutlich, dass man sich noch längst nicht mit einer Niederlage abgefunden hatte.
Doch Wolfsburg blieb stabil, konnte die Partie fast immer noch halbwegs ausgeglichen gestalten und rettete den Vorsprung glücklich, aber nicht unverdient, ins Ziel.
Sowohl ein Powerplay zwischen der 48. und 50.Minute, als auch die abschließende Herausnahme Aubins für einen sechsten Feldspieler hatten den Gästen nicht den gewünschten Erfolg gebracht. Eine äußerst konzentrierte Leistung des EHC und ein schier unglaublicher Reimer im Tor der Gastgeber sorgten zu später Stunde für ausgelassene Stimmung in der Eisarena – keiner, der trotz Schneechaos Angereisten, musste sein Kommen bereuen!

Das Team
Jochen Reimer zeigte seine absolute Saisonbestleistung. Bei den durchaus zahlreichen guten Vorstellungen will das etwas heißen! Was der junge Mann da aus den Ecken fischte, teilweise im Sprung abwehrte – Wahnsinn! Da machte er dem geistig nicht ganz gesunden Herrn auf seiner Maske alle Ehre...
Auch die Verteidigung zeigte um einen langsam als Leader zu erkennenden Sloan eine vorbildliche Leistung, hielt (so gut es ging) zwischen der 21. und 31. Minute gegen individuell überlegene Gäste dagegen. Alavaara schießt wieder etwas öfter im Powerplay (muss aber noch schneller und öfter draufhalten!), Rekis überzeugt nach seiner Rückkehr vom lettischen Nationalteam endlich wieder einmal über 60 Minuten.
Im Sturm agierte man lediglich mit drei Reihen. Die zuletzt schwachen Sulkovsky und Krestan bekamen zusammen mit dem meist zu eigensinnigen Christoph Höhenleitner eine Denkpause – am Ende die richtige Entscheidung gegen einen Gast, der ebenfalls nur mit drei starken Reihen sein Glück suchte.
Milley und Sarno harmonieren weiter sehr gut - ob Laliberte in dieser Reihe volle Durchschlagskraft entfalten kann, wird sich in den kommenden Spielen wohl erst noch zeigen müssen. Magowan zeigt, auch aufgrund der längeren Teamzugehörigkeit, kaum Anlaufprobleme neben Ulmer und Furchner. Die Reihe macht ebenfalls viel Spaß. Morczinietz, Hospelt und Green waren mehr mit kämpfen und Spielstand halten beschäftigt. Eine Aufgabe, die gegen die DEG aller Ehren wert ist, zumal sie so gut gelöst wurde.

Das Fazit
Die Umstellungen zeigten erste Wirkung, das Team wirkte durchgängig konzentrierter. Aber auch der Trainer scheint seine Mannschaft jetzt besser einschätzen zu können und nahm folgerichtig im geeigneten Moment die benötigte Auszeit, gab die entsprechenden taktischen Anweisung. Dass es gegen ein Spitzenteam wie Düsseldorf am Ende zum Sieg reichte, lag aber in erster Linie an Jochen Reimer und auch der in solch einer knappen Partie nötigen Portion Glück.
Pech hatten wir ja nun mittlerweile oft genug – vielleicht sind wir in den kommenden Wochen ja wieder mit Fortuna im Bunde (natürlich NICHT der aus Düsseldorf!).

Die Fans
Nach einem „akustischen Experiment“ oberhalb des Familienblocks in den ersten beiden Dritteln versammelte sich ein Teil des früheren Fanblocks an alter Wirkungsstätte. Längst in den Ruhestand gegangene Trommler kehrten auf ihre alten Plätze zurück und Andy versuchte sich (sehr erfolgreich) als Anheizer. Das war ein sehr aufmunterndes Ausrufezeichen in den zuletzt doch recht lahmen Heimspielalltag hinein. Es würde mich wirklich sehr freuen, wenn sich davon einiges bewahren oder weitergeben ließe! Auch der Grundgedanke des Experiments war ausgesprochen gut, denn der Familienblock (falls besetzt...) und auch Treppe rechts würden sich über zusätzliche Unterstützung sicherlich sehr freuen – den guten Willen konnte man diesem Hallenbereich in der Vergangenheit jedenfalls nur selten absprechen!
Nebenbei bemerkt:
- Wo sind eigentlich die orangen und schwarzen Fahnen, die es mal im Familienfanblock gab?
- Wo ist das große Trikot abgeblieben, das über einen beliebigen Teil des Stehblocks (vielleicht jedes Spiel ein anderer, wegen Panikattacke einzelner...) wandern könnte?
- Warum kümmert sich niemand um diese Dinge?

Aber auch die vernichtende Zuschauerzahl (am 20.12. gegen die DEG !!!) gibt Anlass zum Nachdenken. Dies kann nicht nur auf die zuletzt eher mäßigen Vorstellungen des Teams zurückgeführt werden! Vielmehr scheint dies ein Fingerzeig zu sein, woher ein größerer Teil der Fans zu kommen scheint: Eben NICHT aus Wolfsburg und daher durch die widrigen Wetterverhältnis vom Kommen abgeschreckt. Werbeaktionen in Magdeburg lassen mich da eigentlich nur mit dem Kopf schütteln...EHC WOLFSBURG, richtig?
Dann sollte man vielleicht in erster Linie versuchen, dass vielleicht auch mal ein paar Wolfsburger mehr zum Eishockey kommen...aus Gifhorn, Wittingen oder Helmstedt scheinen es bereits so einige zu tun. mb

Besucherzähler

Besucher gesamt: 4.488.928
Besucher heute: 1.862
Besucher gestern: 2.661
Max. Besucher pro Tag: 7.174
gerade online: 2
max. online: 95
Seitenaufrufe gesamt: 8.489.293
Seitenaufrufe diese Seite: 335
counter   Statistiken

DEL-News