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EHC - Ingolstadt Panther 2:3nP

Das Spiel

Vom Start weg bekamen die über 4200 Zuschauer in der Eisarena, darunter rund 1300 Anhänger aus Ingolstadt, beste Eishockeyunterhaltung geboten. Lediglich getrübt von einigen kaum nachvollziehbaren Strafzeiten, entfaltete sich ein schnelles und kampfbetontes Spiel, das die lautstarke Unterstützung beider Fanlager genoss.
Zum Leidwesen der heimischen Fans gelang es den Panthern aus Ingolstadt zunächst wesentlich besser, aus dem Strafzeitenpotpourri, das HSR Hascher darbot, Zählbares zu machen.
Dem 0:1 in einfacher überzahl durch Michael Waginger (10.Min), ließen die bayrischen Gäste in der 15.Minute sogar noch das 0:2 durch Greilinger folgen – diesmal in doppelter überzahl. Die Grizzlies hingegen wirkten nur bei 5 gegen 5 auf dem Eis überlegen, konnten aber beste Einschussmöglichkeiten nicht nutzen. Gästekeeper Pätzold parierte die gefährlicheren Versuche, vieles blieb aber einfach zu harmlos! Dass Mike Green gegen Ende des Drittels sogar das leere Tor nicht traf, passte da bestens ins Bild...
Auch im Mittelabschnitt war weiterhin keine Besserung in Sicht: HSR Hascher schickte in schöner Regelmäßigkeit einen Akteur der beiden Teams völlig unnötig in Richtung Strafbank – das eigentlich gute Spiel bekam er dadurch trotzdem nicht zerstört.
Ingolstadt beeindruckte weiterhin mit gutem, strukturiertem überzahlspiel, Wolfsburg kämpfte weiter mit der eigenen Chancenverwertung. Als Morczinietz in der 27.Minute einen Alleingang ans Lattenkreuz setzte, machte sich auf den heimischen Rängen langsam kollektives Kopfschütteln breit – ein allzu gewohntes Bild, was sich den Grizzlyfans da bot.
Insgesamt gestaltete sich das zweite Drittel als das ausgeglichenste, denn die Panther zeigten nun auch bei numerischer Gleichzahl eine ebenbürtige Leistung. Viel Gelegenheit bot sich, dank Herrn Hascher, allerdings nicht.
Es machte sich langsam Verzweiflung breit. Was die Grizzlies auch versuchten – besonders im Powerplay fehlte einfach die Durchschlagskraft vor Pätzold, der allein mit gutem Stellungsspiel den Großteil der Wolfsburger Schüsse entschärfen konnte.
Zum Glück für die Gastgeber gingen die Panther nun laxer mit ihren eigenen überzahlgelegenheiten um und versuchten gegen Ende des Drittels die eigene numerische überlegenheit nur noch zum Herunterspielen der Zeit zu nutzen. Ein Fehler, denn genau diese Einstellung nutzte schließlich Ken Magowan um den Grizzlies in der 54.Minute den Ausgleich zu bescheren. Der Treffer kündigte sich durchaus sichtbar an, denn Magowan nutzte das passiver werdende Ingolstädter Abwehrverhalten, um das Gästegehäuse zu umkreisen und den Puck im langen Eck unter zu bringen.
Als St. Jacques zweieinhalb Minuten vor der Schlusssirene – mitten im Angriffswirbel des EHCs auf die Strafbank der Gäste musste, schien endlich der Moment für ein Powerplaytor gekommen zu sein. Doch das Tor der Panther blieb verschlossen. Dass es doch noch in die Verlängerung ging, war erneut Magowan zu verdanken, der 17 Sekunden vor dem Ende den Puck aus der Luft pflückte und sich selber vor legte. Warum HSR Hascher den Videobeweis in dieser klaren Situation bemühte...letztlich egal: Das Tor zum 2:2 zählte, der Kampf ging weiter.
Die Verlängerung sah zunächst ein furios auftrumpfendes Grizzlyteam, das – richtig – wieder einmal seine Chancen nicht nutzte, allerdings auch zweimal regelwidrig gestört wurde. Erst als mit Alavaara ein Grizzly einem Panther „zu nahe kam“ pfiff der Referee „Halten“. Diese unglaubliche Benachteiligung kompensierten die Grizzlies mit aufopferungsvollem Unterzahlspiel, das eine vorzeitige Entscheidung verhindert. Doch noch selbst während der laufenden Unterzahl verweigerte HSR Hascher dem EHC die überfälligen Strafzeiten gegen Ingolstadt, die in einem Fall sogar penaltyverdächtig zu Werke gingen. Aber es half alles nichts, die DEL-Krankheit Namens „ausgeglichene Strafzeitenkonten“ war bereits eingetreten (je 10 Strafen) und somit ging es ins Penaltyschießen.
Dort zeigten die Hausherren erneut, warum sie zuletzt in die Krise geschlittert waren: Sämtliche Penalties der Grizzlies stellten keine größere Herausforderung für Dimitri Pätzold da, so dass der Treffer durch Joe Motzko die Entscheidung zugunsten der Gäste brachte.
Die seh- und hörbar begeisterte Anhängerschaft der Panther ließ ihr Team also noch einmal ausgiebig hochleben; Wolfsburgs Fans zollten den geschlagenen Bären respektvollen Applaus – am Willen ihres Teams hatte es nicht gehapert.

Das Team
Reimer mit solider Vorstellung; kann die beiden Gegentreffer nur mit Supersaves vereiteln, was an diesem Abend offenbar nicht drin war. Ansonsten völlig i. O. .
Die Verteidigung brachte ohne Traynor und Genze eine absolut akzeptable Vorstellung, wirkte lediglich phasenweise mit der Geschwindigkeit einiger gegnerischer Stürmer etwas überfordert. Spielaufbau fand allerdings nur bedingt statt.
Im Angriff machte sich das Fehlen von Sarno über Gebühr bemerkbar. Besonders im Powerplay, aber auch in der allgemeinen Durchschlagskraft seiner Reihe schlug sich das Fehlen des Wolfsburger Top-Scorers leider deutlich nieder. Hospelt bemühte sich zwar vorbildlich, konnte seine Nebenleute allerdings nicht annähernd so gut und oft in Szene setzen, wie es Sarno mittlerweile gelingt.
Nicht nur, aber vor allem wegen seiner zwei Treffer und deren Zustandekommen geht mein größter Respekt an Kenny. Bis zum bitteren Ende ackerte der Wolfsburger Torjäger und erzwang am Ende sein Glück – ohne sich auf ein Herausspielen der Chancen zu verlassen. Die richtige Einstellung, sicherte er so dem EHC einen wichtigen Punkt im Kampf um die Play-offs.
Höhenleitners Spiel löst in den vergangenen Wochen bei mir allerdings nur noch Kopfschütteln, ja fast Resignation aus. So oft, wie der Wolfsburger Außenstürmer seine Nebenleute übersieht und teilweise Entscheidungen trifft, als wäre er der Torjäger schlechthin, geht eigentlich überhaupt nicht. Momentan ist es sicherlich kein Vergnügen mit ihm in einer Reihe spielen zu müssen, auch wenn sein Einsatzwille absolut vorbildlich ist. Vor dem gegnerischen Tor befällt den jungen Mann offenbar immer wieder das Tunnelsyndrom...

Das Fazit

Die Dezemberseuche hält, nach kurzer Pause, weiter an. Das Team rackert wie blöde, kann aber nur wenig Ertrag verbuchen. Wenn dann noch zusätzliche (gestreifte) Widrigkeiten auftreten, ist kaum noch ein Spiel zu gewinnen. Hoffen wir, das gegen Straubing der Trend, der sich gegen Düsseldorf und Mannheim abzeichnete, wieder aufgenommen werden kann!
Auf einen würdigen Abschied für das alte (aus EHC-Sicht trotzdem erfolgreiche) Eishockeyjahr im kommenden Heimspiel. mb

PS: Der Support war, trotz des nunmehr bekannten Bildes unten auf dem Eis, wirklich gut. Dass im letzten Abschnitt zunächst ein wenig die Luft rausging, war nur zu verständlich. Zum x-ten Male verdaut man ein derart fruchtloses Anrennen nun auch nicht so ohne weiteres...