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EHC - Straubing Tigers 6:1

Aus Krankheitsgründen fällt der Spielbericht heute etwas "konzentrierter" aus.

Das Spiel
Der Kreis um Goalie Reimer war schon recht klein, in dem sich die Grizzlies vor Anpfiff versammelten. Doch genau so eng rückten die verbliebenen 14 Feldspieler der Grizzlies, darunter 5 Verteidiger, zusammen und zeigten von Beginn an dem Gast aus Bayern die Zähne.
Während die Tigers über die gesamte Partie meist aus wenig aussichtsreichen Positionen den Abschluss suchen mussten, gelang es dem Wolfsburger Team sich mit fortschreitender Spieldauer eine Vielzahl an glasklaren Chancen zu erspielen. Besonders die erste Reihe der Grizzlies bereitete den Gästen dabei zunehmend großes Kopfzerbrechen.
Während das 1:0 durch Kai Hospelt (12.Min) noch ein wohlüberlegter Distanzschlenzer war, spielte die Reihe des für Sarno in die Paradereihe gerückten Centers in überzahl groß auf:
Sowohl das 2:0 in der 28.Minute durch erneut Kai Hospelt, als auch das 3:0 in der 39.Minute durch Norm Milley waren gut herausgespielte Treffer, die nur noch über die Linie bugsiert werden mussten.
Straubing reagierte auf den ausbleibenden Erfolg ihres, gerade zu Beginn des Mitteldrittels, hohen betriebenen Aufwands mit zunehmender Härte. HSR Aumüller schaute sich, sehr zum Unmut der Heimfans, das Treiben minutenlang interessiert an, um dann ab der 28.Spielminute konsequent alles – aber auch wirklich ALLES, was die Gäste sich zu Schulden kommen ließen – zu pfeifen!
Nachdem in der 37.Minute auf Seiten der Gäste Schönberger nach hohem Stock mit Verletzungsfolge zum Duschen musste, brachte Wolfsburg erst nach Ablauf einer zweiminütigen (!) 5-3 überzahl Zählbares zustande: Eben jenes 3:0 und nach Wiederanpfiff das vorentscheidende 4:0 durch Christoph Fischer (42.Min), der völlig freistehend aus Halbdistanz in den Winkel lupfen konnte.
Dem 5:0 durch Laliberte (46.Min), folgte ein Strafschuss, der gegen eben diesen verschuldet worden war. Während sein Kollege Morczinietz den Penalty ausführen durfte, saß „Libs“ schon auf der Strafbank (2+2) – der Sünder hatte sich mit ihm im Anschluss an die betreffende Situation noch handfest ausgetauscht.
Obwohl Morczinietz den Strafschuss eher kläglich vergab, durfte auch er an diesem fast perfekten Abend noch einmal jubeln. Aufgerückt in die erste Reihe neben Hospelt und Milley, legte ihm der kanadische Flügelstürmer mit feinem Auge einen „Freischuss“ aufs leergespielte Tor auf. Andy sagte „Danke“ und netzte zum 6:0 ein (52.Min).
Fast perfekt blieb der Abend nur deshalb, weil es auch im x-ten Anlauf nichts mit einem shut out für den in dieser Saison so stark aufspielenden Jochen Reimer werden sollte.
Nach dem 6:1 Ehrentreffer der Gäste durch Peter Flache war Wolfsburgs Goalie dann auch sicht- und hörbar angefressen, zertrümmerte fast seinen Schläger an der Bande der Eisfläche.
Letztlich fiel der Jubel nach Abpfiff trotzdem recht euphorisch aus, hatte der Rumpfkader doch soeben den dritten Tabellenplatz zurückerobert und seine Fans mit einem schönen Eishockeyabend aus dem berüchtigten Dezember und dem alten Jahr entlassen.

Das Team
Respekt, meine Herren. Bis auf den neben Magowan und Ulmer etwas deplaziert wirkenden Green, machten alle ihre Aufgabe mehr als gut. Besonders Hospelt und Milley glänzten im Sturm ein ums andere Mal: Hospelt durch eine bombastische Energieleistung und zwei Treffer, Milley durch begeisternde Spielübersicht. Nutznießer dieser Spielübersicht waren neben eben jenem Hospelt auch Laliberte, Fischer und Morczinietz. Wobei in der Verteidigung ein Riesenlob an Fischer und Wurm geht, die einen abgeklärten Job ablieferten – man merkte das Fehlen von Genze, Alavaara und Traynor bestenfalls im Powerplay!
Bleibt die sinnfreie Aktion von Kenny, die den vierzehnköpfigen Kader für 12 Minuten in einen dreizehnköpfigen verwandelte. Bei aller Liebe: Das war mal richtig doof, wenn auch – angesichts des Nachschusses gegen Reimer – nachvollziehbar.

Das Fazit
Keine Reaktion auf das Ende der ära Krinner, oder doch...oder nicht...oder was!?
Ich hoffe, man verschont uns in den kommenden Tagen und/oder Wochen mit Deutungsversuchen der Leistung unseres Teams. Perspektivisch muss man möglichst schnell die Weichen stellen und das Team nach den Wünschen des zukünftigen Trainers zusammenstellen bzw. ergänzen. Eine vorzeitige übernahme durch Pavel Gross macht da sehr viel Sinn, da er den Kader nach seinen Vorstellungen mitgestalten könnte (oder sogar bereits konnte) und die restliche Saison sozusagen als „Probezeit“ für das zukünftige Amt des Cheftrainers nutzen könnte. Toni hat in Wolfsburg einen Superjob gemacht, aber im Sinne eines perspektivischen Arbeitens hat er nichts mehr hinter der Bande verloren. über den genauen Ablauf der letzten Tage möchte ich mich hier nicht noch einmal auslassen – ich sage aber schon mal (provisorisch): Danke, Toni! mb