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EHC - Frankfurt Lions 4:2

Das Spiel
über ein rundum gelungenes Eishockeyerlebnis durften sich am Sonntagnachmittag vor allem die Jüngsten unter den über 2500 Fans der Grizzlies freuen.
Nicht nur, dass mit Hüpfburg, allerlei Geschicklichkeitsspielen und frisch gebackenen Waffeln das Drumherum für den Fan-Nachwuchs stimmte, auch das Spiel des Wolfsburger Teams sorgte für allseits gute Laune und beste Werbung für den Eishockeysport.
Zu Beginn sah es allerdings noch nicht so rosig für die Cracks von Toni Krinner aus: Die Gäste aus Frankfurt beherrschten zunächst das Geschehen auf dem Eis, störten den Wolfsburger Spielaufbau fast lückenlos und konnten somit in den ersten acht Minuten ein deutliches übergewicht an Spielanteilen und Torchancen erarbeiten. Doch diesmal sollte sich der Spielverlauf für EHC-Verhältnisse eher ungewöhnlich entwickeln. Gleich die erste Strafe gegen die Gäste brachte die Grizzlies endlich ins Spiel, das Powerplay wirkte sogar überzeugend und die Effektivität kam – wenn auch mit 23 Sekunden Verspätung – letztlich auch noch dazu. Höhenleitners 1:0 in der 10.Minute entsprang einem 3 auf 1 Konter der Grizzlies, den der Wolfsburger Stürmer mit der Nr.21 ohne Abspiel eiskalt vollstrecken konnte. Das Spiel öffnete sich nun und beiden Teams (vor allem den Gastgebern) gelangen jetzt deutlich mehr sehenswerte Offensivaktionen. Da die Wolfsburger Abwehr allerdings den ein oder anderen Wackler einbaute, ging der nur knappe Vorsprung zur Pause als gerechtes Zwischenergebnis völlig in Ordnung.
Im Mittelabschnitt zeigte sich Wolfsburg zum Auftakt wesentlich aufgeweckter als noch zu Beginn – der Druck auf Frankfurts Goalie steigerte sich von Minute zu Minute und letztlich war es Magowan, der den Puck förmlich über die Linie zwang. Energisch hatte Wolfsburgs Torjäger das Gehäuse der Gäste umkurvt und aus nächster Nähe den eigenen Nachschuss zum 2:0 über die Linie gedrückt (24.Min). Kein Ruhmesblatt für die Abwehr der Gäste, aber ein umso wichtigeres Tor für die Grizzlies.
Während im ersten Spielabschnitt die Linesmen mit schier unsäglichen Auslegungen der Icing-Regel das Publikum mehrfach in „Verzückung“ versetzt hatten, so wollte im Anschluss an den zweiten Treffer HSR Piechaczek offenbar die Sendezeit auf Sky kreativ nutzen. Es folgte, eigentlich bis Spielende, eine völlig inkonsistente Strafenverteilung ohne Linie und Maß, die es beiden Teams schwer machte die richtige Marschroute zur Strafenvermeidung zu finden. So folgte einer Frankfurter Strafe nun gleich eine Wolfsburger und dann wieder eine Frankfurter – alles innerhalb von 70 Sekunden und mit dem Ergebnis, dass Wolfsburg in der 28.Minute sogar mit 3:0 in Führung gehen konnte. Andy Morczinietz hatte an der gegnerischen blauen Linie ein wunderbares Anspiel von Paul Traynor zum Alleingang und zum herrlichen Schuss in den Winkel genutzt. Die Stimmung in der Eisarena erreichte ihren vorläufigen Höhepunkt.
Doch das altbekannte „Strafen-gleichmäßig-verteilen-ist-wahre-Gerechtigkeit-Syndrom“ durfte im Repertoire des Herrn P. natürlich auch nicht fehlen, so dass die Grizzlies ab Mitte der 30.Minute stolze 1,5 Minuten in doppelter Unterzahl überstehen mussten. Kurz vor Ablauf der zweiten Strafe schlug es dann doch noch hinter dem bis dahin großartig haltenden Reimer im Wolfsburger Gehäuse ein. Viel schlimmer jedoch: Der Goalie der Gastgeber verletzte sich bei seinem Rettungsversuch am Knie und musste sein Gehäuse für den gerade erst wieder genesenen Dshunussow räumen.
Zum Glück fand der bisher mit wenig Spielpraxis ausgestattete Keeper der Grizzlies schnell in die Partie und lieferte eine insgesamt überzeugende Vorstellung ab.
Als dann im Anschluss an eine überzahl das 4:1 durch Kai Hospelt fiel, schien die Messe endgültig gelesen zu sein (34.Min), die Gastgeber hatten deutlich die Oberhand gewonnen.
Mit 4:1 ging’s zum zweiten Mal in die Kabinen.
Danach kam wieder HSR Piechaczek ins Spiel, stellte in der 43.Minute Sulkovsky wegen Behinderung, knapp 50 Sekunden später Traynor wegen Ellbogen-Cecks vom Eis – eine Szene, in der der insgesamt schwach leitende Referee seine Meinung vermutlich hallenexklusiv hatte (Gästefans eingeschlossen).
Die anschließende 3-5 Unterzahl überstand der EHC zwar unbeschadet, doch es zeichnete sich allmählich eine zu offensichtliche Tendenz in Richtung Passivität im Wolfsburger Spiel ab. Trainer Krinner reagierte schließlich und beorderte in der 49.Minute sein Team zur Auszeit an die Bande, schärfte dem Kollektiv offenbar eine aktivere Spielgestaltung ein – was fruchten sollte!
Auch der Treffer zum 4:2 (53.Min) sollte an diesem Eindruck nichts mehr ändern – die Grizzlies waren rechtzeitig aufgewacht und ließen die Gäste aus Frankfurt nicht mehr in die Partie zurückkehren.
Auch ohne Torhüter und mit sechstem Feldspieler waren die Lions in der Schlussminute meist dem fünften Gegentreffer näher, als dem dritten für die eigenen Farben.
So fand diese Begegnung am Ende einen verdienten Sieger, der drei wichtige Punkte im Kampf um die Play-offs sichern konnte.

Das Team
Im Tor wussten beide Keeper zu überzeugen – man kann nur hoffen, dass sich die einseitige Einsatzgestaltung im Tor der Grizzlies nicht noch rächt. Daniar hat bisher verdammt wenig DEL-Spielpraxis in dieser Saison bekommen und muss trotzdem hundertprozentige Leistung bringen, wenn Reimer einmal länger ausfallen sollte. Wie viele Warnschüsse braucht unser Trainergespann eigentlich noch, bis sie die Spielverteilung etwas ausgewogener gestalten?
Defensiv traten wieder einigen Unsicherheiten zu Tage, die aber keine gravierenden Auswirkungen zeigten. Rekis verbessert, Alavaara diesmal mit Licht und leider auch ungewohntem Schatten, Sloan erst spitze, dann wieder leicht unsicher. Traynor solide, Fischer weiter – nicht nur für sein Alter – wirklich gut.
Im Angriff zeigte sich vor allem Kai Hospelt vom erneuten Wechsel eines seiner Nebenleute nur wenig beeindruckt. Nach etwas unrundem und vielleicht auch nervösem Beginn (Uwe Krupp dürfte sich die Begegnung auf Sky angeschaut haben), nahm der Wolfsburger Center seinen Spielrhythmus auf und es gelang ihm schließlich ein kluger Schuss durchs Gewühl zum vorentscheidenden 4:1.
Laliberte und Morczinietz wussten ebenfalls zu glänzen, wobei die gesamte Abteilung „Sturm“ einen recht ordentlichen Auftritt hinlegte. Wichtig war dabei auch, wie besonders von Furchner und Magowan vorgeführt, dass das Team endlich wieder konsequentes Backchecking betrieb, so dass Frankfurt kaum unbedrängte Schüsse aufs Tor der Grizzlies bringen konnte.

Das Fazit
Nachdem Pavel Gross seine Entscheidung Cheftrainer in Wolfsburg zu werden verkündet hat, wird man hoffentlich bald erkennen können, wohin die Reise geht. Ich mache mir ernsthafte (vielleicht sogar berechtigte) Hoffnungen, dass die Leistungen des Teams endlich wieder konstanter werden und wir uns vor der Olympiapause im oberen Tabellendrittel (ja, richtig gelesen) festsetzen können. Außer der Verletzung Sarnos, die durch einen Ergänzungsspieler wie McIlveen nicht mal ansatzweise abgemildert werden konnte, spricht eigentlich nicht mehr viel dagegen. Vielleicht macht es Toni ja einem Herrn, der jetzt auf Schalke tätig ist, nach....geil wär’s schon. mb

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