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EHC - Krefeld Pinguine 5:1

Das Spiel

Vor mit fast 3000 Zuschauern gut gefüllten Rängen setzten die Grizzlies ihre kleine Siegesserie eindrucksvoll fort. Im nun fünften Spiel in Folge blieb das Team von Toni Krinner ohne Punktverlust und untermauerte damit seine Ambitionen auf eine direkte Teilnahme an den diesjährigen Play-offs.
Zu Beginn wirkte es allerdings ein wenig wie bereits gegen die Pinguine gesehen: Der EHC stürmte energisch auf den von Scott Langkow gehüteten Kasten der Gäste, konnte im Anfangsdrittel aber keinen einzigen Torerfolg verbuchen – trotz bester Chancen.
Das ansehnliche Spiel wurde auf beiden Seiten lediglich durch je zwei mehr oder weniger nachvollziehbare Strafen unterbrochen. Unterbrochen, da beide Teams sich mit dem Druck aufs gegnerische Gehäuse bei numerischem Vorteil eher schwer taten.
Neben guten Einschussmöglichkeiten für die Gastgeber, fielen vor allem die leicht indisponiert wirkenden Linienrichter im ersten Spielabschnitt auf. Eine offensichtliche Fehlentscheidung jagte die nächste, wobei kein Team deutlich benachteiligt wurde: „Abseits“ war, zumindest vorübergehend, auf beiden Seiten aus dem Regelbuch verschwunden, Icing in Unterzahl...haarsträubend!
In einer spannenden Partie bildete bis dahin nur das Fehlen von Torerfolgen das einzige Manko. Aber auch das sollte sich umgehend ändern.
Während Wolfsburgs erste Reihe noch mehrfach an Langkow scheiterte, folgte in der 23.Minute der erste große Auftritt von EHC-Stürmer Ken Magowan.
Nachdem er die gesamte Hintermannschaft der Pinguine durcheinander gewirbelt hatte, folgte der tödliche Querpass auf den nachrückenden Furchner, der den Puck seelenruhig zum 1:0 versenken konnte.
Der Torjubel war noch nicht ganz verklungen, die Toransage noch in vollem Gange – da jubelten auch schon die Gästefans. Krefeld hat die Herausforderung ohne Schockmoment angenommen, die Gastgeber konsequent unter Druck gesetzt und 36 Sekunden später bereits den Ausgleich durch Stephens erzielen können.
Die Partie nahm jetzt richtig Fahrt auf; die ohnehin gute Stimmung in beiden Fanlagern erhielt zusätzlichen Zündstoff. Als in der selben Spielminute schließlich auch noch Paul Traynor für die Grizzlies auf die Strafbank musste, hatte der Gast vom Niederrhein seine beste Phase. Wolfsburgs Verteidiger fuhr sicht- und hörbar genervt zur Strafbank, hatte der Referee ihn doch schon zum zweiten Mal wegen einer wenig nachvollziehbaren Entscheidung zum Pausieren verdonnert.
Den Gästen war’s natürlich nur recht – mit etwas Glück und einem hellwachen Dshunussow im Tor gelang es den Gastgebern jedoch unbeschadet aus der Drangphase der Pinguine hervor zu gehen.
In der 29.Minute zeigte der EHC dann seit langer Zeit einmal wieder, warum er immer noch eine recht akzeptable Powerplay-Bilanz vorzuweisen hat – trotz zuletzt wenig überzeugender Auftritte bei eigener überzahl.
Als der brillant aufspielende Magowan Greens Hintertorpass humorlos in die Maschen gedroschen hatte, drohte die Decke der Eisarena schließlich abzuheben. Das heimische Publikum zeigte sich nun endgültig vom Spiel der Grizzlies fasziniert und feuerte das Team euphorisch an.
Krefeld ließ sich allerdings nicht beirren und blieb bis zum Pausenpfiff gefährlich – die Moral der Gäste zeigte sich bis dahin durchweg intakt, das Spiel blieb spannend.
Der Schlussabschnitt begann mit einem Schock für beide Teams: Nach nicht einmal anderthalb gespielten Minuten schied auf beiden Seiten je ein Akteur aus. Bei den Gästen erwischte es Andreas Driendl, der nach einem Zusammenstoß mit Norm Milley verletzt die Arena in Richtung Kabine verlassen musste. Bei den Grizzlies hingegen musste eben jener Milley zum Duschen, da der insgesamt schwach leitende HSR Schimm die Aktion als „Kniecheck“ bewertete. Den heimischen Zuschauern schwante nichts Gutes...sollte die Begegnung, nach all den ausgelassenen Chancen des ersten Drittels, nun doch noch kippen?
Doch Krinners Team fand die passende Antwort, verteidigte äußerst energisch und körperbetont und reizte die Gäste zu unüberlegten Aktionen. Der mittlerweile wohl ein wenig ins Zweifeln geratene Hauptschiedsrichter (hatte sich vor der Spieldauerstrafe von einem seiner kongenialen Linienrichter „beraten“ lassen) nahm den Check in den Rücken von Paul Traynor offenkundig dankbar an, um das numerische Gleichgewicht vorübergehend wieder herzustellen. Da Sünder Boris Blank im Nachgang sowohl körperlich als auch verbal nicht wirklich zur Ruhe kam, verordnete der Referee ihm per zweiter Disziplinarstrafe ebenfalls den vorzeitigen Kabinengang.
Diese Szene sollte sich als vorentscheidend herausstellen. So gelang den Grizzlies wenig später bei vier gegen vier der erlösende Treffer zum 3:1 durch John Laliberte (25.Min), den verbleibenden Rest der Milley-Strafe zeigten sich die Gäste zum ersten Mal beeindruckt und ließen die nötige Konzentration in Richtung Dshunussow vermissen.
Kaum komplett übernahmen die Hausherren dann auch ohne viel Umstände das Ruder und ließen vor feiernden Rängen das 4:1 durch Christoph Höhenleitner (51.Min/Videobeweis) und wenige Sekunden vor Schluss auch noch das 5:1 durch den enteilten Sebastian Furchner folgen.
Ein insgesamt wohl etwas zu hoch ausgefallener, aber absolut verdienter Drei-Punkte-Sieg wurde vom begeisterten Anhang der Grizzlies im Anschluss ausgelassen gefeiert.

Das Team

Dshuni mit einer absolut überzeugenden Leistung. Man braucht kein Experte zu sein, um zu erahnen, dass wir in der laufenden Saison wohl kein Torwartproblem mehr bekommen werden. Höchstens ein Auswahlproblem...
Die Verteidigung zeigte lediglich im zweiten Spielabschnitt vereinzelte Aussetzer. Routinier Genze scheint endgültig seinen Weg zurück ins Team gefunden zu haben, im Gegenzug schwächelt Martinovic nach zuletzt starken Auftritten ein wenig. Insgesamt zeigt die Defensive in letzter Zeit aber eine äußerst ansprechende Leistung (gemessen an dem, was wir in der laufenden Saison schon häufiger begutachten durften...)
Im Angriff steht momentan die Reihe um Ulmer im Rampenlicht, was vor allem an einem zur Galaform auflaufenden Magowan liegen dürfte. Die ersten beiden Tore waren neben guter Spielübersicht vor allem seinem Einsatzwillen vor und um das gegnerische Tor herum zu verdanken. Nur wenige Teams in Deutschland haben einen Spieler mit seinem Torriecher gepaart mit diesem absoluten Willen dort hinzugehen, wo man zwangsläufig Schläge einstecken muss. Aber auch Furchner überzeugt weiterhin mit unglaublicher Laufarbeit und verbesserter Effektivität.
Einzig, wenn die vierte Reihe das Eis betrat, wurde mir doch ein paar Mal etwas mulmig. Das wirkte streckenweise etwas überfordert...

Das Fazit

Gut gefüllte Ränge, gute Stimmung in beiden Fanlagern, ein (fast bis zum Schluss) spannendes Spiel und eine hervorragende Leistung der Grizzlies: Was will man mehr?
Tabellenplatz Nr.3 ist mittlerweile mehr als verdient und sollte vor dem schweren Spiel in Berlin nach Möglichkeit gegen Augsburg gesichert werden. Wenn unser Team den Schwung der letzten Wochen beibehält, dürfte die nächste Partie – trotz Dienstagsspiel – eine ebenfalls hochamüsante Angelegenheit werden. Schließlich haben sowohl Spieler als auch Trainer der beiden Vereine sich seit dem letzten Heimspiel gegen die Panther ganz besonders „ins Herz geschlossen“. mb

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