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EHC - Nürnberg Ice Tigers 5:1

Das Spiel

In der Wolfsburger Eisarena finden weiterhin Festspielwochen aller erster Kajüte statt!
Nach dem mitreißenden Aufeinandertreffen mit den Panthern aus Augsburg, war mit Nürnberg der nächste Vertreter der bayrischen Raubkatzenfraktion zu Gast (2mal Panther, 2mal Tiger – etwas raubkatzenfixiert unsere Freunde südlich des Weißwurstäquators...). Sowohl Ergebnis als auch Spiel fielen am Ende ähnlich angenehm wie zuletzt aus.
Während Coach Krinner das erste Drittel im Nachhinein als „das schlechteste der Saison“ titulierte, sah die Realität – außerhalb der Trainerposition – weitaus weniger schrecklich aus.
Die Grizzlies fanden zwar zunächst nur mühsam in die Partie, leisteten sich auch so manchen zuletzt ungewohnten Fehler, gerieten aber nicht wirklich beeindruckend ins Hintertreffen.
Nürnberg hingegen störte früh, zeigte deutlich, dass man sich nicht auf der abschreckenden Wirkung der bisher positiven Bilanz ausruhen wollte – der Angriff auf Platz 3 sollte an diesem Abend offenbar beginnen.
Doch vor dem Tor der Gastgeber blieben die Ice Tigers letztlich zu harmlos. Sämtliche Einschussgelegenheiten verstrichen ungenutzt: Entweder war der glänzend aufgelegte Dshunussow im Weg, oder es fehlte den Gästen die Anspielstation für den finalen Pass vorm Tor der Grizzlies.
Im Gegenteil: Wolfsburg konnte sein, wiederum wenig überzeugendes, überzahlspiel im zweiten Anlauf nutzen und seinerseits in Führung gehen.
Kai Hospelt hatte, praktisch vom Bullypunkt bedient, in der 17.Minute das 1:0 im Nachstochern über die Linie gedrückt und bat den auf der Strafbank sitzenden Nasreddine nach exakt 6 Sekunden wieder zurück aufs Eis. Die Gäste intensivierten ihre Bemühungen in der Folgezeit zusätzlich, setzten den Keeper des EHC ein ums andere Mal mit wütenden Angriffen unter Druck und...scheiterten. Mit einer knappen 1:0 Führung für die Gastgeber ging es zum ersten Mal in die Kabinen.
Was sich die Spieler in der Pause haben anhören dürfen, kann natürlich nur gemutmaßt werden. Doch wenn man Krinners nachträgliche Einschätzung des ersten Drittels zugrunde legt, dann wird der Wolfsburger Coach die Leistungen der letzten Wochen als Maßstab angelegt haben – und da war dieses erste Drittel sicherlich weit unter den Möglichkeiten seines Teams.
Die Grizzlies kamen nun deutlich aggressiver auf das Eis zurück, attackierten den puckführenden Gegenspieler schon früh in dessen Drittel und checkten was das Zeug hielt drauf los. Dem 2:0 per Bauerntrick durch Green (22.Min) folgte ein in mörderischem Tempo vorgetragenes Pressing der Gastgeber. Nachdem zunächst Ondruschka nach einem harten, aber fairen, Check von Norm Milley das Eis verlassen musste (kehrte später zurück), reagierten die Tigers nicht minder aggressiv...doch leider weitaus weniger fair.
Das unrühmliche Ende dieser Eskalation bildete Rob Leasks Stockcheck ins Gesicht von Christoph Höhenleitner (26.Min), der von HSR Jablukov mit einer Spieldauerstrafe geahndet wurde.
Das Powerplay gestaltete sich allerdings eher zum Konditionstraining für die Nürnberger special teams, denn zum ernsthaften Versuch das Ergebnis zu verbessern. So vergingen die fünf Minuten wie im Flug – Torschüsse blieben allerdings die absolute Ausnahme. Im Gegenteil: Die Wolfsburger Hintermannschaft um Daniar Dshunussow musste gleich zweimal in höchster Not retten.
Als es den Gästen dann auch noch gelang den Anschlusstreffer zu verbuchen (37.Min), schwante den rund 2100 Zuschauern schon nichts Gutes. Sollte der angebliche „Angstgegner“ schon wieder ein knappes Spiel mit Punktgewinn für sich entscheiden können? Mayrs Alleingang hatte die Erinnerungen an so manchen absurden Spielverlauf jedenfalls ordentlich geweckt. Doch bevor auf den Rängen auch nur ansatzweise so etwas wie Skepsis aufkommen konnte, schlugen die Grizzlies auch schon zurück!
Anderthalb Minuten später war es Alavaara, der als einziger wirklich als Blueliner agierender Wolfsburger, den zweiten überzahltreffer des Abends markieren konnte.
Im x-ten Versuch gelang es dem schwedischen Verteidiger in Diensten der Niedersachsen den Puck per Schlagschuss zum 3:1 an Ehelechner vorbei zu „dreschen“.
Nicht völlig beruhigt, doch weitaus entspannter ging es für die Grizzlies in die zweite Pause.
Auch der Schlussabschnitt konnte sich sehen lassen. Die Gäste hielten weiter, so gut es ging, dagegen, der EHC marschierte weiter Richtung Ehelechner, zeigte deutlich: „Wir wissen, dass wir Volldampf gehen müssen, um gegen Nürnberg zu punkten!“
Dass der Spaß für die Wolfsburger Fans dabei nicht zu kurz kam, dafür sorgten neben sehenswerten Kombinationen schließlich die Tore Nummer vier (57.Min)und fünf (58.Min) für die Grizzlies, die das Ergebnis dann vielleicht doch etwas zu deutlich ausfallen ließen.
Laliberte und Ulmer wurde somit die Ehre und das Vergnügen zuteil den 5:1 Endstand herstellen zu dürfen.

Das Team

Im Tor zeigte Dshunussow eine völlig fehlerfreie, streckenweise hochklassige Partie. In den Druckphasen der Nürnberger kam somit kein unnötiger Kummer auf – bestens!
Bleibt die Frage, wann endlich jemand dem Keeper der Grizzlies erklärt, was die Fans da nach Spielschluss fordern, wenn sie „Daniar! Rolle!“ rufen...Zeit wär’s, dass endlich wieder ein Wolfsburger Goalie ein kleines Ritual mit den Fans anfängt – es kann ja auch etwas ganz anderes sein!
Die Verteidigung verwandelt sich immer mehr in Richtung „Jugend forscht“. Neben Fischer bekommt nun auch Armin Wurm (zusammen mit Paule Traynor) reichlich Eiszeit und darf z.T. sogar in Unterzahl ran. Auch wenn der 20jährige im Nürnberger Anfangsdruck etwas ins Schwimmen geriet: Der EHC zeigt weiterhin, dass man junge deutsche Spieler nicht mit leeren Versprechungen lockt, sondern ihnen (neben Förderlizenzeinsätzen in der 2.Liga) bei entsprechender Leistung einiges an Vertrauen entgegenbringt.
Mit Ausnahme des Gegentreffers hinterließ die Verteidigung einen durchgängig positiven Eindruck. Dass im Powerplay eigentlich nur Alavaara schießt, sollte sich allerdings bald rumgesprochen haben – besonders in den Play-offs kommt man mit derart eindimensionalem überzahlspiel nicht weit. Besonders, weil die Gangart dort für viele Strafzeiten sorgen kann...
Wenn der Sturm allerdings weiterhin so bombastisch einsteigt und Fore- und Backchecking bis zum Exzess betreibt, dann wird auch das Manko des etwas dürftigen Powerplays im Hintergrund bleiben.
Was Milley, Laliberte, Magowan und Furchner an Defensivarbeit leisten und den Gegner dabei physisch aufreiben, ist absolut sensationell.
Was mir ein wenig fehlt ist nichts auf dem Eis (Sarno ist als Hospelt-Vertreter ja auch wieder da), sondern mehr eine Honorierung der Fans gegenüber unserer Nummer 19! Der Torschützenkönig der vergangenen Saison hat nach anfänglichen Ladehemmungen gearbeitet wie ein Verrückter (anfangs sogar ohne sichtbaren Fortschritt), um wieder an alte Leistungen anzuknüpfen und siehe da: 25 Tore gehen schon wieder auf das Konto unseres schottisch-kanadischen Arbeitstiers. Auch, wenn Eure Freundinnen mal einen Augenblick zu lange die nächste Spielansetzung auf den großen Werbeplakaten studieren: Lasst den Mann doch mal irgendwie spüren, dass man seinen hammermäßigen Einsatz erkannt hat! Geil wär’s...

Das Fazit

Wenn die Eisbären auch (noch) eine Nummer zu groß sind: Der Rest darf in dieser Form vor uns zittern!
Wenn unser Lieblingsgegner Straubing nach dem 5:0 gegen Ingolstadt nicht wirklich die absoluten Sahnemomente dieser Saison auspackt, so dürfte sich auch am kommenden Wochenende und somit vor der Olympiapause nicht mehr viel an der Platzierung des EHC ändern. Lediglich Hannover, die nun vier Spiele in acht Tagen absolvieren, könnte die Grizzlies dann noch (eine Niederlage des EHC in Köln voraus gesetzt) aus eigener Kraft vor der Unterbrechung vom dritten Platz verdrängen.
Ich freue mich wirklich wie selten zuvor auf das Spiel am kommenden Freitag und die anschließende Party. mb

Anmerkung:
Aus gegebenen Anlass möchte ich, vor allem auf die letzten drei Spiele und große Teile der Saison rückblickend, in Richtung DEB fragen:
Wie weit soll eigentlich dieser Missstand im Schiedsrichterwesen noch fortschreiten?
Dass man Woche für Woche äußerst schwankende Leistungen von teils wenig souveränen HSR geboten bekommt, ist mittlerweile weithin eine tolerierte Schieflage. Man hat, sozusagen, gelernt damit zu leben und zu leiden. Aber die in dieser Saison, zumindest in unserer Arena, gebotenen Linienrichter-Leistungen schlagen mittlerweile REGELMäSSIG dem Fass den Boden aus. Da werden z.T. einfachste Regelauslegungen und -beobachtungen reihenweise vergeigt – ich sage nur: Icing und Abseits. Die jüngsten Ereignisse haben mich tatsächlich dazu bewogen das Regelwerk auszugraben, um zu überprüfen, ob mir eine der vielen sinnfreien Regeländerungen entgangen ist. Dem war nicht so...
Es MUSS etwas geschehen, damit der Sport nicht langsam zur Lotterie verkommt! Für ungeübte Zuschauer entfaltet sich da jedenfalls ein Buch mit sieben Siegeln – nicht die beste Werbung für eine Sportart!

 

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