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EHC - Ingolstadt Panther 1:4

Das Spiel

Vor mit über 3400 Zuschauern gut gefüllten Rängen gelang es den Grizzlies auch im dritten Anlauf nach der Olympiapause nicht den Sand aus dem Getriebe zu bekommen.
Zum Auftakt servierten die Gastgeber ihrem Publikum noch ein durchaus unterhaltsames erstes Drittel, das auf beiden Seiten ansprechende offensive Aktionen sah. Gleich in den ersten Spielminuten offenbarten sich dabei gravierende Mängel beim EHC, die man in dieser Form lange nicht mehr gesehen hatte: Vor allem das Umschalten von Angriff auf Verteidigung funktionierte streckenweise so gut wie gar nicht und so setzten die Panther immer wieder zu brandgefährlichen Kontern an!
Während Dshunussow (in der Anfangsminute) und Fischer zunächst noch Schlimmeres verhindern konnten, fingen sich die Grizzlies in der 16. Spielminute schließlich das 0:1 durch Matt Hussey...per Konter in Unterzahl. Der EHC hatte zuvor in überzahl recht ordentlich Druck aufgebaut, den Puck allerdings nicht in den Maschen der Ingolstädter unterbringen können. Zwei Szenen erheiterten die heimischen Fans dann doch noch:
Zunächst hatte Norm Milley für gute Laune auf den Rängen gesorgt, als er Stephan Daschner gleich mehrmals hinter dem Gästetor zum Narren halten konnte. Gleich drei- oder viermal schob er diesem den Puck durch die Beine, während er nach einer Anspielstation vor dem Tor von Pätzold suchte.
Anderthalb Minuten vor der Pause war der Grund zum Jubeln sogar ein Zählbarer: Die vierte Reihe hatte den Puck in einer Gemeinschaftsproduktion über die Linie gearbeitet. Fast schien es, als wolle die kleine Scheibe aus Hartgummi einfach nicht in das Gehäuse der Gäste, denn selbst als Radek Krestan das 1:1 für seine Farben verbuchen konnte, hatte sich das schwarze Spielgerät mit letzter Kraft hinter die Linie gequält, um dort sofort zum Liegen zu kommen.
Mehr oder weniger hoffnungsfroh ging es in die erste Pause.
Im gleichen Maße wie die Grizzlies nun auf ihre Defensive achteten verlor auch die Partie an Unterhaltungswert. Bis auf wenige Ausnahmen produzierten beide Teams wenig Aufregendes: Lediglich eine Strafzeit und je 1-2 wirklich gefährliche Aktionen vor des Gegners Tor sprechen in der Nachbetrachtung eine deutliche Sprache. Ein Mitteldrittel zum Abgewöhnen – allerdings ohne das halsbrecherische Aufrücken der Grizzlyabwehr. über mangelnden Einsatz konnte man sich hingegen nicht beklagen, lediglich der Spielfluss hatte sich fast komplett verabschiedet.
Es sollte besser, aber nicht erfreulicher werden...
Die Gastgeber kamen nun voller Tatendrang aus der Kabine, setzten die Gäste aus Bayern sofort unter Druck und erspielten sich gleich eine ganze Handvoll Chancen. Allein der Torerfolg blieb den auf Konter lauernden Gästen vorbehalten. Als in der 51.Minute erneut Matt Hussey einen Konter zum 1:2 für die Panther nutzen konnte, wich der Optimismus spürbar aus der Halle. Zu stumpf war man zuvor gegen clever verteidigende Ingolstädter angerannt, zu harmlos war man im Abschluss geblieben, um diese Partie noch einmal entscheidend beeinflussen zu können.
Die beiden empty-net Tore durch Corazzini (59.) und Greilinger (60.) zum 1:4 Endstand verzerrten zwar den Spielverlauf vollends, setzten aber vielleicht das nötige Ausrufezeichen in den Reihen der Gastgeber, um wieder verstärkt an sich zu arbeiten. Besonders ärgerlich: Beim 1:3 hatten sich fünf (!) EHC-Spieler auf gleicher Höhe am Anspielpunkt platziert, Traynor bewachte als einziger die blaue Linie – leider an der Bande, so dass das Tor nach Puckgewinn durch Ingolstadt mehr als vorprogrammiert erschien. Für diese taktische Meisterleistung hätte es wahrlich keine Auszeit gebraucht...
Frustriert und mit Hoffnung auf baldige Besserung ging’s für alle Beteiligten in den frühen Feierabend.

Das Team

Dshuni wieder mit einer guter Leistung, entscheidet sich beim ersten Gegentreffer leider dafür auf das Abspiel zu spekulieren, anstatt seinem Verteidiger zu vertrauen. Da fehlen bei 2 auf 1 offenbar noch ein paar feste Absprachen (z.B. Verteidiger blockiert IMMER die Anspielstation, Torhüter konzentriert sich IMMER auf den Puckführenden). Ansonsten mit einigen wirklich guten Reflexen und gutem Stellungsspiel – auch bei 1 auf 1 Situationen.
Die Verteidigung war im Auftaktdrittel irgendwie im Bruder-Leichtfuß-Modus. Viel zu weit aufgerückt und häufig zu wenig aufmerksam gegenüber in ihren Rücken schleichenden Stürmern präsentierte sich die Abteilung „Defensive“. Mit einem Gegentreffer war man – besonders angesichts der eigenen Ineffizienz – bestens bedient!
Später regulierte sich das Abwehrverhalten der Grizzlies, lediglich Sloan wirkte manchmal etwas zu offensiv und Paul Traynor hatte den einen oder anderen hüftsteifen Moment. Armin Wurm wirkte hin und wieder nah an der überforderung, hielt sich aber immer tapfer auf der zu verantwortenden Seite – so und NUR SO kann der Junge auch was lernen. Hut ab, Herr Krinner!
Christopher Fischer macht weiter nur noch Laune. Absolut aufmerksam – auch in den defensiv mehr als wackeligen Anfangsminuten.
Das Schlechte zum Schluss: Der vierte Sturm war gut und machte zurecht das einzige Tor für den EHC. Mehr muss man eigentlich nicht sagen. Bei der momentanen Entwicklung (Hospelt wirkt nicht frisch genug) muss Sarno auf jeden Fall wieder zwischen Laliberte und Milley. Was mit der Reihe um Ulmer allerdings los war...ich weiß es nicht. Da passte individuell und von der Abstimmung fast nichts. Seltsam. Zur Torausbeute vielleicht noch so viel: Wenn man gefühlte 80 Prozent der Schüsse von halbrechts und aus Halbdistanz auf den herübergerückten Goalie abfeuert, erzielt man für gewöhnlich 0,0 Tore. Echt. Ganz ehrlich. Kein Trick.
Querpass und Direktabnahme oder flacher Distanzschuss und Rebound sind bei einer tief stehenden Abwehr gefragt und sollten bei einem eingespielten Team wie dem unsrigen eigentlich hin und wieder möglich sein...Präsenz im Slot vorausgesetzt.

Das Fazit

Der Schwung der vorolympischen Zeit ist weg. Jetzt heißt es wieder hart arbeiten und vergessen, dass man vorübergehend Zweiter ist/war. Alles, was vorher von selber lief, scheint weg zu sein, so dass man es sich nun neu erkämpfen muss. Neben einigen Entscheidungen seitens der Trainer muss genau das jetzt in die Köpfe der Spieler. Nach den „genussreichen“ Wochen im Januar und Februar wird das sicher hart für unser Team und die Versuchung zu sagen “Hey, wir können es doch! Das kommt schon wieder!“ ist sicherlich groß. Hoffentlich können Toni und Pavel ein derartiges Warten auf Besserung beim Team verhindern. Denn so lustig die Einlage von Norm Milley mit Herrn Daschner war – besser wäre ein gefährlicher Pass vors Tor gewesen (Spaß hatte ich trotzdem mit der Situation)! Nur über besseres Zweikampfverhalten und viel mehr (schmerzhafte) Arbeit im Slot kann man zurückfinden. Kabinettstückchen zeugen da eher von etwas anderem. mb

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