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EHC - Augsburger Panther 2:3nV

Das Spiel

3233 Zuschauer, unter ihnen rund 200 Augsburger Fans, erlebten in der Wolfsburger Eisarena die Halbfinalpremiere dieser beiden Clubs.
Die Gastgeber gaben gleich zu Beginn zu verstehen, welche Marschroute für dieses Spiel vorgesehen war: Wolfsburg drückte gleich mächtig aufs Gaspedal und wollte offenbar umgehend erkunden, ob und wie müde die Gäste aus der Fuggerstadt nach zwei harten Serien wohl sein mögen.
Doch die Antwort auf diese Frage schmeckte den Gastgebern wenig – die Panther präsentierten sich zwar zunächst etwas abwartend, kamen dann aber gut in Fahrt. Bis zum 1:0 durch Kai Hospelt (8.Min) hatte es noch nach einer Partie ausgesehen, die der EHC durchaus dominant gestalten könnte – 59 Sekunden und einen Gegentreffer später drehte sich der Wind jedoch gewaltig. Christoph Höhenleitner hatte Augsburgs Besten, Chris Collins, mit einem unglaublichen Fehlpass zurück ins eigene Drittel geradezu tödlich in Szene gesetzt und das 1:1 als Präsent an die Gäste geschnürt. Das Wolfsburger Team zeigte sich in der Folgezeit deutlich geschockt, Augsburg nutzte diese Phase clever, um ins Spiel zu kommen und das eigene Forechecking vor dem Drittel der Grizzlies zu installieren. Die Fehlpässe der Gastgeber häuften sich nun, die Partie kippte nun sogar in Richtung Panther!
Hätte Reimer wenige Minuten nach dem Ausgleich einen 2 auf 0 Konter der Gäste nicht sensationell entschärft, wäre Augsburg völlig verdient mit einer Führung in die erste Pause gegangen. So aber brauchte das Team von Toni Krinner noch einige Minuten, bevor sie die Partie zumindest wieder ausgeglichen gestalten konnten.
Im Mittelabschnitt zeigte sich der EHC wieder etwas sortierter, baute endlich wieder verstärkt Druck auf das von Endras hervorragend gehütete Tor der Gäste auf. Doch ein Torerfolg sollte den Grizzlies nicht gegönnt sein. Besonders im Überzahlspiel kamen viel Pech und auch ein wenig Einfallslosigkeit zusammen. Während die Gastgeber mehrmals sogar den eigenen Mann im Slot trafen, trafen die Panther einfach mal ins Tor – 1:2 erneut durch Collins, der ein gut vorgetragenes Powerplay zur Führung abschließen konnte (35.Min).
Es folgte weitere fruchtlose Überzahlversuche der Grizzlies, Augsburg hingegen blieb über Konter brandgefährlich, so dass – trotz deutlichem Plus an Torschüssen für die Hausherren – die Führung der Gäste zur 2.Pause völlig in Ordnung ging.
Weiter ging’s mit Volldampf in den (vermeintlichen) Schlussabschnitt der Begegnung.
Augsburg imponierte durch hohes Tempo und frühes Stören im Spielaufbau. Eine Wahnsinnsleistung angesichts des Play-off Programms das die Panther bereits hinter sich bringen mussten ...doch bei den sichtbar hochmotivierten Gästen schlichen sich nun doch etwas öfter kleine Schwächen – vor allem im Zweikampf – ein. Den Gastgebern fiel die Puckeroberung zusehends immer leichter, die Chancen verteilten sich trotzdem zunächst noch gleichmäßig auf beide Teams.
Als der vierten Reihe um Peter Sarno dann doch noch das 2:2 gelang (46.Min), jubelte nicht nur Torschütze Sulkovsky wie jemand, der seinen letzten Treffer in grauer Vorzeit erzielen konnte! Auch das bis dahin leidenschaftlich mitziehende Wolfsburger Publikum geriet völlig aus dem Häuschen und versuchte in der Folgezeit (eigentlich durchgängig bis zum wenig erfreulichen Ende) sein Team noch weiter aus der Reserve zu locken, um dieses wichtige Spiel letztlich doch noch zu gewinnen.
Aber die Panther zeigten sich vom Ausgleich wenig beeindruckt, hielten nun ihrerseits voll dagegen und investierten wieder mehr in offensive Bemühungen, die über gefährliche Konter weit hinaus gingen.
Erst nach einigen Minuten konnte der EHC so etwas wie Überlegenheit aus diesem Treffer generieren – leider unterbrochen von einem Unterzahlspiel, nachdem es vor dem Tor der Gäste zum Austausch von Nettigkeiten gekommen war (53.Min).
Dann wurde es dramatisch: Die Gäste kassierten in schneller Folge (55. + 56.Min) zwei Strafen, mussten also eine ganze Minute in doppelter, zwei weitere in einfacher Unterzahl das Unentschieden über die Zeit retten. Da das Überzahlspiel der Grizzlies, leider wie gewohnt, besonders bei 5 gegen 3 extrem statisch daher kam, verging den Augsburgern die Zeit doch wesentlich schneller als dies nötig gewesen wäre.
Dem Überzahlfrust folgte ein durchgängiger Sturmlauf der Gastgeber, der aber stets sein Ende beim Goalie der Panther fand. Wenige Sekunden vor dem regulären Ende folgte dann sogar noch einmal einer dieser brandgefährlichen Konter der Gäste, die zu zweit auf Jochen Reimer zufuhren - Riesenerleichterung im weiten Rund brachte dann aber Fischers Rettungstat, der im allerletzten Moment noch entscheidend stören konnte und so die Entscheidung verhindern konnte.
Die Verlängerung sah zunächst nicht viel anders als das Ende des letzten Spielabschnitts aus: Die Grizzlies rannten den Augsburgern die Bude ein, die Gäste lauerten auf Konter, aber kamen nun kaum noch zu richtiger Entlastung. Die Kraft schien am Ende doch noch den Ausschlag zu geben...
Doch dann der Riesenbock: Wegen zu vieler Spieler auf dem Eis, hieß es nach zweieinhalb Minuten „Unterzahl“ für die Gastgeber, die ab diesem Zeitpunkt komplett den aufgenommenen Rhythmus verloren. Augsburg traf in Überzahl unglücklich die Latte, man dachte schon nun wäre auch bei den Gäste endlich die Effizienz verloren gegangen, doch weit gefehlt! Nachdem die Grizzlies wieder komplettiert hatten, entschied Chris Collins in der 66.Minute mit seinem dritten Treffer die gesamte Partie. Vom Bully aus war der Stürmer der Panther von seinen Kollegen vorm Tor bedient worden und hatte den Puck aus spitzem Winkel hoch in der kurzen Ecke des Wolfsburger Gehäuses untergebracht. Kopfschüttelnd und sichtlich geknickt ging es für das Team von Toni Krinner zum ersten Mal in diesem Jahr nicht als Sieger vom Playoff-Eis...

Das Team

Reimer im Tor mit Licht und Schatten. Verhinderte im 1 gegen 1 zwar Schlimmeres, sah vor allem beim letzten Gegentreffer aber nicht wirklich glücklich aus...
In der Verteidigung gerieten vor allem Fischer und streckenweise auch Wurm ganz schön ins Schwimmen. Ansonsten müssen alle Verteidiger die, gegen Augsburg auch einfach nötigen, Sturmläufe auf Endras aufmerksamer absichern und im Spielaufbau auch mal die „hässliche“ Variante wählen (ungenauer Pass über die Bande, Icing etc.).
Im Sturm bin ich momentan, trotz Torerfolg, nicht von der Variante mit Hospelt zwischen Milley und Laliberte überzeugt. Ich glaube mit Sarno würde da mehr gehen. Der Center der vierten Reihe spielt momentan wirklich engagiert und mit viel Überblick - doch ob Sulkovsky und Krestan da die richtigen Abnehmer in Sachen Torausbeute sind? Zumindest war das ursprünglich wohl eher nicht so gedacht und Hospelt würde mit den beiden sicherlich genauso gut den Spielstand halten können. Letztlich aber wohl nichts Entscheidendes, denn die Chancen zum Sieg sind da gewesen!
Christoph Höhenleitner stach als einziger im Sturm negativ heraus. Der Stürmer der Grizzlies wirkte wie im Rausch, rannte wie ein Besessener über das Eis und verlor dabei leider oft total den Überblick. So auch vorm bitteren 1:1, das an diesem Abend einen wesentlich angenehmeren Spielverlauf verhinderte. Sicherlich gut gemeint, aber manchmal ist weniger eben mehr – will heißen: Etwas weniger blindes Umherrennen, dafür mehr Blick für den Nebenmann und den Gegner! Völlig im anaeroben Bereich fehlt da häufig einfach die Klarheit...

Das Fazit

Augsburg präsentierte sich als geschlossene, kampfbetonte Mannschaft, die vor Selbstbewusstsein aus allen Nähten zu platzen droht. Das Forechecking der Panther muss taktisch beantwortet werden, d.h. hin und wieder ein Pass in den Rücken der aufgerückten AEV-Spieler könnte da für entsprechendes Kopfkino sorgen!
Insgesamt konnte ich allerdings weder spielerisch noch physisch irgendeinen Vorteil für ein Team ausmachen. Das nächste Spiel wird vermutlich den Ausschlag geben. Eine 0:2 Führung der Panther ist logischerweise kaum noch zu biegen, ein 1:1 dürfte für den AEV allerdings ebenso vernichtend sein, denn nur mit Glück und Selbstbewusstsein können die Augsburger den konditionellen Vorteil der Grizzlies dauerhaft nicht aufwiegen – dafür ist auch das Team von Toni Krinner zu selbstbewusst und hat läuferisch einfach zuviel Potential.
Schaun mer mal ...
mb

 

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