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EHC - Augsburger Panther 6:1

Das Spiel

Im dritten Aufeinandertreffen der beiden Kontrahenten aus Wolfsburg und Augsburg erlebten die Zuschauer zunächst ein Abbild der ersten beiden Partien.
Die Gäste aus Bayern standen tief im eigenen Drittel und lauerten, die Grizzlies stürmten wie besessen auf das von Dennis Endras gehütete Gehäuse, ohne auch nur einen wirklich gefährlichen Abschluss unter ihren zahlreichen Torschüssen zu haben. Mit dem zweiten Konter der Panther kam nach einer Notbremse durch Traynor und Martinovic auch schon die 0:1 Führung für die Gäste – ein weiterer absurder Eishockeyabend deutete sich an.
Das Tor durch Tyler Beechey (10.Min) stellte im dritten Spiel mal wieder den Spielverlauf völlig auf den Kopf, wieder schien den Panthern das Glück in schon fast unangemessener Weise gewogen.
Aber die Gastgeber nahmen ihr Schicksal weiter in die eigene Hand, stürmten nach einer verständlichen Schockphase und einem überstandenen Unterzahlspiel weiter auf das Tor der Augsburger ein...und sollten endlich Erfolg haben.
Per Überzahltreffer glich der immer stärker werdende Peter Sarno für seine Farben aus (16.Min) und schickte die Fans der Grizzlies zumindest nicht völlig verzweifelt in die erste Pause.
Was sich im ersten Drittel schon angedeutet hatte, setzte sich im Mitteldrittel erfreulicherweise fort: Das Powerplay der Grizzlies funktionierte, just in einer Phase, in der die Gäste ihre nachlassende Fitness durch Fouls zu kompensieren begannen. Die im ersten Drittel noch etwas zu lax pfeifenden Schiedsrichter entschieden sich im zweiten Abschnitt endlich ihre Linie zu verschärfen und ahndeten nun vieles, was man im ersten Drittel bereits wesentlich offensichtlicher zu sehen bekommen hatte.
Doch der Führungstreffer fiel sogar noch bei numerischem Gleichgewicht (27.Min). Das 2:1 durch Sebastian Furchner fand nach Videobeweis seine verzögerte Anerkennung, die Halle bebte vor Freude und (vor allem) vor Erleichterung! Erst nachdem der Puck im Tor gelandet war, hatte Panthergoalie Endras – wenig fair – den eigenen Kasten aus der Verankerung treten können und durfte sich ab diesem Zeitpunkt schon einmal die ersten „Nettigkeiten“ der Heimfans zu Gemüte führen.
Was folgte war eine Demonstration des neuen Grizzly-Powerplay. Von drei folgenden Strafen gegen die immer hilfloser agierenden Gäste, nutzten die Wolfsburger gleich zwei zu den Überzahltreffern Nr.2 und Nr.3 an diesem Abend.
Christopher Fischers Schlagschuss zum 3:1 (29.Min), ließ EHC-Nationalspieler Kai Hospelt das 4:1 folgen, welches nach erneutem Videobeweise seine Anerkennung fand.
Längst löste die Übervorsicht der Hauptschiedsrichter bei Treffern der Grizzlies verstärktes Kopfschütteln bei Trainern und Fans der Wolfsburger aus, doch am Ende sollte kein zählbarer Schaden für die Gastgeber entstehen - zum Glück!
Die Szene, die die Überzahl zum 3:1 ausgelöst hatte, sollte auch nach dem Spiel noch für Gesprächsstoff sorgen: Den Check von Brett Engelhardt gegen Hospelts Kopf fanden zwar beide Trainer im Nachhinein strafwürdig, doch einer Meinung waren die beiden Hitzköpfe hinter der Bande natürlich mal wieder nicht....
Mitchell warf Wolfsburgs Hospelt zum wiederholten Male Schauspielerei vor - Krinner sah in dem Vergehen eine klare Spieldauer. Wie hätte es auch anders sein können!
Mit einer deutlichen 4:1 Führung, die in dieser bisher knappen Serie so etwas wie die Vorentscheidung bedeutete, ging es schließlich zum zweiten Mal in die Kabinen.
Wer nun dachte die Panther würden sich für Spiel 4 schonen, sah sich getäuscht. Natürlich ließ Coach Mitchell, spätestens nach dem frühen 5:1 durch Laliberte (43.Min), verstärkt die hinteren Reihen Eiszeit nehmen, doch die Gäste blieben weiter aggressiv.
Strafen gab es nun zwar wieder auf beiden Seiten, Tore sollten bei Überzahl jedoch nicht mehr fallen.
Lediglich Alavaara konnte sich per Schlagschuss noch zum 6:1 in die Torschützenliste eintragen (55.Min), die Panther bemühten sich hingegen sichtbar ein völliges Debakel zu verhindern.
Dass ihr bis zu diesem Spiel so großartig haltender Goalie schließlich entnervt den Kasten für seinen Back up räumte, war trotz respektabler Augsburger Energieleistung nur die logische Folge dieser letztlich deutlich unterlegenen Vorstellung.
Obwohl Endras lediglich bei 1 oder 2 Toren keine wirklich gute Figur gemacht hatte, hatten die Heimfans ihn ab dem Mittelabschnitt, weniger berechtigt als berechnend, regelmäßig mit „Torwartfehler“– Rufen bedacht und bei seiner Auswechslung höhnisch verabschiedet.
Danach nahmen die Feierlichkeiten auf den Rängen weiter ihren Lauf und der Spielstand wurde von Seiten des EHC eher locker über die Zeit gebracht – die Botschaft war schließlich längst übermittelt: „Der EHC ist wieder da!“

Das Team

Reimer mit fast tadelloser Vorstellung – wenn da dieser schlappe Penalty nicht gewesen wäre...eigentlich ein MUSS, wenn man ein knappes Spiel gewinnen will. Zum Glück war es aber kein knappes Spiel ;)
Die Verteidigung präsentierte sich, bis auf zwei oder drei Szenen im Auftaktdrittel, durchweg auf der Höhe des Geschehens. Das Aufrücken beim extremen Anrennen der Grizzlies muss aber in den ersten 10-15 Minuten wesentlich kontrollierter geschehen. Augsburg ist im ersten Drittel noch zu schnell und zu wach, um so bedingungslos die eigene blaue Linie aus den Augen zu lassen. Ein Sonderlob möchte ich, trotz Beteiligung am Penalty zum 0:1, an Sasa Martinovic aussprechen: Der Junge spielt ein knallhartes und trotzdem fast immer faires Playoff-Hockey, so dass man langsam ernsthaft über eine Weiterverpflichtung nachdenken muss! Ich bin, ehrlich gesagt, überrascht – vielleicht er selber ja auch...
Im Angriff trug die Rückkehr von Peter Sarno in eine Reihe mit Milley und Laliberte deutlich sichtbare Früchte. Aber auch Hospelt machte mit Green und Morczinietz einen überzeugenden Eindruck. Vielleicht entstand hier ein Stück Spielfluss, der, neben den neuen taktischen Anweisungen, für das erstaunlich überzeugende Powerplay der Grizzlies verantwortlich war.
Dass Höhenleitner sich besser im Griff hatte und mit der vierten Reihe einen guten Job machte, soll an dieser Stelle nicht verschwiegen werden. Es geht mir nicht darum irgendjemanden zum Sündenbock für Niederlagen zu machen, doch Übersicht und Einteilung der Kräfte gehören nun mal auch zum erfolgreichen Play-off Eishockey...und das kann und muss Christoph als gestandener Ü25-Spieler jetzt lernen!

Das Fazit

Trotz der konditionellen Vorteile der Grizzlies, halten die Augsburger weiter fast alle Trümpfe in der Hand. Vor eigenem Publikum werden die Panther ALLES aus sich herausholen, um den Finaleinzug zu schaffen. Zudem wird Endras sich sicherlich kaum beeindruckt von der ersten Niederlage der Panther zeigen, so dass ein ähnlich deutliches Ergebnis aus Sicht der Wolfsburger nicht zu erwarten ist. Sollte man die ersten beiden Drittel offen gestalten können, könnte sich im Schlussabschnitt allerdings doch noch ein Fenster zu Spiel 5 auftun. Hoffen ist erlaubt...
mb

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