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Spielberichte 10/11

(PO3) EHC - Eisbären Berlin 4:5

  • Geschrieben von Martin
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Nachdem die Grizzlies in der O2-Arena eine ihrer schmerzhaftesten Niederlagen der Vereinsgeschichte hatten hinnehmen müssen, kam es nun zum vielleicht schon entscheidenden dritten Aufeinandertreffen mit den Eisbären aus der Hauptstadt.
Die erneute Ansetzung des in Spiel 2 desaströs leitenden Schiedsrichterduos Bauer/Piechaczek hatte im Vorfeld für zusätzliche Sorgenfalten beim Wolfsburger Anhang gesorgt uns steigerte die ohnehin vorhandene Spannung ins schier Unermessliche. 

1.Drittel
Und wieder gehörte das Auftaktdrittel den Grizzlies. Ungestüm und voller Leidenschaft stürmten die Gastgeber, wie in jedem ersten Drittel dieser Serie, auf das von Rob Zepp gehütete Tor ein. Lediglich während zweier Strafzeiten gegen Wolfsburg konnte der Gast aus Berlin so etwas wie ein Übergewicht verzeichnen, ansonsten hielt Pavel Gross’ Team das Tempo hoch und den Gegner schwer auf Trab.
Doch die Verteilung der zählbaren Argumente gestaltete sich zunächst wie eine Blaupause der ersten beiden Begegnungen: Lalibertes frenetisch gefeierten 1:0 Führungstreffer (9.) konterte Berlins Urgestein und Kapitän Stefan Ustorf nur anderthalb Minuten später eiskalt per schnellem Spielzug. Es schien, wie so oft in dieser Serie, als ob die Eisbären mit einer erschreckenden Leichtigkeit jede Führung der Grizzlies egalisieren könnten.
Doch dieses Drittel sollte ein wenig anders ablaufen als bisher – und das machte den rund 4000 Grizzlies unter den 4500 Zuschauern zusätzlichen Mut.
Wolfsburg ließ, wie stets in dieser Serie, nicht locker und intensivierte seine Bemühungen erneut. Diesmal mit Erfolg! Per Überzahltreffer gelang wiederum John Laliberte in der 19.Spielminute das sehenswerte 2:1. Untypisch für einen Powerplaytreffer war es dem Wolfsburger Torjäger gelungen nach einem scharfen Pass von Jason Ulmer durch die Mitte einen Konter zu fahren und eine 1 auf 0 Situation gegen Zepp erfolgreich abzuschließen. Unter ohrenbetäubendem Jubel feierte der orange Teil des Publikums den Rückhandtreffer aus kürzester Distanz.
Und...es ging sogar mit einer Führung für die Grizzlies in die Pause!
Sollte es endlich einmal anders laufen? 


2.Drittel
Die Antwort lautet: Nein.
Mit der bereits in den Hauptrundenspielen zu beobachtenden Effizienz gingen die Gäste aus Berlin auch weiterhin gegen den Rivalen aus der Volkswagenstadt vor. Nicht einmal zweieinhalb Minuten waren im Mitteldrittel gespielt, da war der Ausgleich auch schon perfekt. Tyson Mulock hatte über rechts unwiderstehlich zum Sturmlauf angezogen und in den Winkel der Torwartecke vollstreckt. Einfach, präzise, humorlos. Der Schock bei den Grizzlies war jetzt fast greifbar, die Unaufmerksamkeiten mehrten sich. Berlin dominierte fortan die Partie und erspielte sich eine ungewohnte Vielzahl an Einschussmöglichkeiten. Als in der 30. Minute schließlich gleich zwei Grizzlies in kurzem Abstand der allgemeinen Verunsicherung Tribut zollten und auf der Strafbank Platz nahmen, spitzte sich die Lage für die Hausherren endgültig zu.
Und Berlin wäre nicht Berlin, wenn es so eine Gelegenheit ungenutzt gelassen hätte.
Kurios fand zu Beginn der 32.Minute dann der Puck seinen Weg zum 2:3 über die Linie. Nach einem Walser Schuss hatte Busch den Abpraller von Alavaaras Helm (!) mit der Kelle Volley ins Netz befördert. Spektakulär, aber so wiederum so unendlich glücklich, dass der Wolfsburger Anhang bereits die nächste Schandtat des bis dahin erträglich leitenden Schiedsrichterduos witterte.
Der Treffer fand nach Studium der Videobilder zurecht seine Anerkennung und Wolfsburger brachte im Anschluss die verbliebenen Strafminuten schadlos von der Uhr.
Während die Grizzlies sich nun ihrerseits zusammenrissen, nahm sich der Anschützclub ein wenig zurück und versuchte das Spiel zu kontrollieren. Nun durften die Grizzlies gleich zweimal hintereinander zum Überzahlspiel antreten, schafften es aber ihrerseits nicht, den wichtigen Ausgleich zu markieren. Der Gast verteidigte geschickt und hatte zusätzlich – schon wieder – das nötige Glück auf seiner Seite, als ein frei vor Tor und Torhüter liegender Puck noch vor dem Schuss in die Maschen per Pfiff aus dem Spiel genommen wurde. Ein allzu bekanntes Gefühl für die sichtlich entnervten Wolfsburger...

 
3.Drittel
Doch schon die Auftaktminute des Schlussdrittels hielt eine neue Kurve auf der Achterbahnfahrt dieser Partie bereit! Norm Milley entzückte den Anhang der Grizzlies mit einem seiner schlitzohrigen Tore - diesmal in einem so wichtigen Moment! Von hinten an die Schoner des gegnerischen Goalies: Das sah dem trickreichen Stürmer der Grizzlies einfach mal wieder ähnlich. Der neu gewonnene Schwung sollte allerdings gerade einmal zwei Minuten halten...bis in eine Wolfsburger Überzahl hinein. Der Unterzahltreffer von Derek Walser, der nach einem Break sogar seinen eigenen Rebound verwerten durfte, machte eines klar: Die mangelnde Aufmerksamkeit in der Rückwärtsbewegung sollte den Grizzlies am Ende das Genick brechen.
Aber wer beim Wolfsburger Team nun auf hängende Köpfe wartete, der wartete vergeblich. Wieder drei Minuten später (45.) marschierte Kai Hospelt seinerseits auf das Tor der Eisbären zu und zirkelte den Puck am Gegenspieler vorbei, humor- und ansatzlos in den Winkel des Eisbärentors.
Doch der Sturmlauf der Grizzlies sollte am Ende nicht belohnt werden. Hatte das Schiedsrichterduo schon vor der 3:4 Führung der Gäste erneut einen freiliegenden Puck vor Zepp abgepfiffen, so setzte es seiner wiederholt unglücklichen Leistung mit einem selbsterzielten Tor die Krone auf. Vom Schlittschuh eines der Referees war der Puck nach einem Wolfsburger Schuss in den Kasten der Gäste befördert worden – kein Tor! An sich nichts Dramatisches, wenn...ja, wenn der betreffende Schiedsrichter nicht im Torraum der Berliner gestanden hätte. Wasser auf die Mühlen der Vorwürfe aus Wolfsburg...
Am Ende war es wieder die vielzitierte Eisbären-Effektivität gepaart mit der nötigen Prise Glück, die das Spiel und damit die Serie entscheiden sollten. Zunächst hatte das Gästeteam sich geschickt und unter oben genannten Bedingungen gegen einen Rückstand in eigener Unterzahl gewehrt, dann schlug es schließlich in der 57.Minute in den letzten Sekunden einer Überzahl zum 4:5 zu.
Beim Versuch T.J. Mulocks Querpass schnell auf die andere Seite seines Tores zu folgen blieb Wolfsburgs Dshunussow mit dem Fuß an Alavaara hängen und konnte den Schuss von Constantin Braun so nicht mehr rechtzeitig abfangen. Die Partie war entschieden. Milley, Magowan...alle scheiterten an Rob Zepp oder an der eigenen Nervosität. Aller Druck war vergebens und auch die Herausnahme des Torhüters führte statt zum 5:5 beinahe zum sechsten Treffer für die Eisbären.
So endete die erfolgreichste Grizzlysaison aller Zeiten trotzdem mit einer Niederlage und ohne die finale Krönung. Die ging zum fünften Mal in der Geschichte der DEL an die Spree.


Mein subjektiver Eindruck:
Das läuferische Potential und der unglaubliche Teamspirit der Grizzlies sollten am Ende nicht reichen, um die beeindruckende Routine und Abgeklärtheit der Eisbären zu bezwingen. Bezeichnend für die Problematik in der Spielanlage der Grizzlies, dass sie beim Auswärtsspiel – bis zu einem erkennbaren Punkt des sich völlig verarscht Fühlens und der einhergehenden Verunsicherung – die größte Chance auf einen Sieg in dieser Serie hatte. Vor heimischer Kulisse hingegen wirkte die Strategie der Wolfsburger einfach viel zu leidenschaftlich, viel zu offensiv und kopflos - vor allem bei eigener Führung. Der Überzahlgegentreffer setzte dem Ganzen letztlich die Krone auf.
Eine Serie über vier oder fünf Spiele hätte dieses Team trotzdem verdient gehabt.
Insgesamt betrachtet fehlte der Mannschaft die nötige Erfahrung im Kampf gegen ein unglaublich konzentriert und in kaum einer Phase wirklich zu verunsicherndes Team aus Berlin.
Ich hätte wirklich gerne noch mehr von diesen geilen Spielen gesehen – allerdings mit etwas souveräneren Schiedsrichtern und vor allem ohne Holger Gerstberger, der offenbar nicht bereit ist, seinen Job verantwortungsvoll auszuführen.
Eine Pokalübergabe, wie es sie im Anschluss an die Partie zu erleben gab, muss so nicht ablaufen. An dieser Stelle ist natürlich das noch etwas (in Sachen Beschiss) unerfahrene Wolfsburger Publikum, aber auch der Schiedsrichterbeauftragte gefragt, der mit einer derart unverfrorenen Wiederansetzung der beiden Schiedsrichter des Skandalspiels in Berlin ohne Not für eine vergiftete Atmosphäre gesorgt hatte.

Tor
Daniar mit einer eher durchwachsenen Vorstellung. Bei einigen Alleingängen der Berliner gut im Bilde, wurde er trotzdem Opfer der mangelhaften defensiven Disziplin seines Teams.
Den zweiten Gegentreffer darf er allerdings nicht kassieren. Beim entscheidenden Tor einfach ein wenig unglücklich...dramatischer Moment für so etwas. Trotzdem fand ich es wirklich gelungen, dass unsere zukünftige Nr.1 endlich mal ein Play-off Spiel nicht von der Bank aus erleben musste. Der Junge hätte in den vergangenen Jahren eigentlich viel mehr von diesen Erfahrungen sammeln müssen...

Verteidigung
Zu offensiv. Was gegen andere Gegner noch durch das fabelhafte Backchecking der Stürmer aufzufangen war, ging gegen die Eisbären in jedem Spiel einfach nur in die Hose. Es ist müßig, diesen Mangel an einzelnen Spielern festzumachen. Daher bleibt für mich nur festzuhalten: Für die Eisbären reichte die Qualität in der Verteidigung, zusammen mit einer derart offensiven Grundausrichtung, einfach nicht aus.

Sturm
Nach der etwas gehemmten ersten Finalpartie gegen die Eisbären kam der Sturm der Grizzlies wieder in die Spiellaune der zuvor so erfolgreichen Begegnungen. Das reichte angesichts der zahlreichen, einfachen Gegentreffer aber leider nicht zum Sieg.
Magowan, Milley und Laliberte waren dabei die groß aufspielenden Grizzlies dieser Serie, aber auch Kai Hospelt fand immer mehr zu seinem Spiel. Erschreckend, dass das Team mit der besseren Offensivabteilung am Ende stets die geringe Anzahl an Toren verbuchen konnte. Definitiv etwas zum Nachdenken für die kommende Saison.

Fazit
Diese Saison war etwas ganz Besonderes. Mit etwas Glück und vielleicht ein oder zwei weiteren guten Spielzeiten im Rücken, könnte Eishockey in Wolfsburg endlich auf dem Weg zur verdienten Anerkennung – auch in der Zuschauergunst – sein.
Ich danke dieser Mannschaft von ganzem Herzen für eine Saison, die gezeigt hat, was wirklich wichtig ist im Sport: Gemeinsinn gepaart mit individuellem Ehrgeiz. Charly Fliegauf hat in diesem Zusammenhang mittlerweile einen fast beängstigenden Riecher entwickelt.
Obwohl ein Rest Trauer bleibt, wächst schon jetzt die Vorfreude auf die nächste Spielzeit in mir – und das kann ja nicht verkehrt sein ;)  mb 

(PO) EHC - Eisbären Berlin 2:4

  • Geschrieben von Martin
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Vor ausverkauftem Haus, darunter angenehm wenige Gästefans (ca. 500), standen sich die beiden „Bärenmarken“ der DEL zum Finale gegenüber. Schon lange vor dem ersten Bully der Begegnung brodelte die Halle und beide Fanlager bemühten sich nach Leibeskräften den einen oder anderen Hörsturz zu provozieren. Lediglich während der Nationalhymne kehrte so etwas wie Besinnlichkeit und jede Menge Gänsehautatmosphäre ein, die gleich im Anschluss wieder in die Gesänge der 4500 Fans mündete.
Das erste Playoff-Aufeinandertreffen mit dem Angstgegner aus Berlin konnte beginnen.

1.Drittel
Die Grizzlies kamen gut aus den Startlöchern, stürmten mit halsbrecherischem Tempo auf die Gäste ein und erzwangen sich so umgehend die ersten Hochkaräter vor Rob Zepp.
Eine dieser Chancen nutzte bereits in der 3. Spielminute Christopher Fischer, der im Anschluss an eine beeindruckende Einzelleistung von Norm Milley dessen Rückpass knallhart zum 1:0 verwandelte. Die Eisarena drohte auseinander zu platzen, der Grizzlyexpress rollte weiter, die Eisbären reagierten prompt mit einer Tempoverschärfung ihrerseits.
Nach atemberaubendem Hin und Her auf dem Eis dann auch der erste Aufreger der Partie: Jason Ulmer ist allein Richtung Eisbärentor durchgebrochen und wird per Stockschlag beim Torschuss behindert – der Stock bricht, der Pfiff des unmittelbar daneben stehenden Referees bleibt aus. Fassungslosigkeit auf der Wolfsburger Trainerbank und dem Teil der Fans, der das Vergehen aus einer entsprechenden Perspektive beobachten konnte!
Was folgte, war eine dieser allseits bekannten Phasen gegen die von Don Jackson trainierte Truppe aus der Landeshauptstadt: Der Druck der Grizzlies blieb ungebrochen hoch, die Chancen mehrten sich weiter – die Eisbären fuhren einen sauberen Angriff und schlossen diesen durch André eiskalt zum 1:1 ab (14.).
Und wieder die bekannte Wolfsburger Reaktion: Kaum ein Moment der Schockstarre, gefolgt von wütenden Angriffen, die leider alle nicht zum gewünschten Ergebnis führten.
So ging es, mit einer Reststrafe gegen die Eisbären und einem für diese sehr schmeichelhaften 1:1 auf der Anzeigentafel, zum ersten Mal in die Pause. 

 
2.Drittel
Nachdem die Restminute des bereits begonnenen Powerplays der Grizzlies effektlos verstrichen war, brach die Sturm- und Drangphase der Gäste an.
Jeweils in der 22. und der 24. Minute wanderte mit Sloan und Schmidt ein EHC-Spieler auf die Strafbank, der dem hohen Tempo der Begegnung in Form eines Fouls Tribut gezollt hatte.
Doch der Wolfsburger Abwehrverbund hielt stand und konnte nach einer Strafe gegen Derrick Walser (25.) bei 4 gegen 4 schließlich durchatmen und im anschließenden Überzahlspiel sogar die Partie wieder an sich reißen.
Der offene Schlagabtausch in einer mitreißenden Partie ging weiter, jetzt wieder mit größeren Spielanteilen für die Hausherren, die in der 33.Minute sogar die erneute Führung bejubeln durften.
Der unermüdliche Tyler Haskins nutzte per Rebound die sich bietende Gelegenheit und schon kannte der Jubel auf den Rängen keine Grenzen. Der Glaube an einen ersten Sieg gegen den übermächtigen Gegner von der Spree wuchs spürbar.
Doch es war wie verhext: T.J. Mulock gelang es sich während eines Wolfsburger Angriffs an der gegnerischen blauen Linie in den Rücken der Grizzlies zu schleichen und startete dort angespielt seinen Sololauf auf Jochen Reimer. Den eher harmlosen Abschlussversuch behinderte der nachgeeilte Sloan allerdings regelwidrig, so dass es den Extraversuch per Penalty praktisch gratis dazu gab. Eine Gelegenheit, die sich Mulock nicht nehmen ließ und im gellenden Pfeifkonzert zum 2:2 Ausgleich nutzte (37.).
Mit diesem, wiederum aus Eisbärensicht glücklichen, Unentschieden ging es auch zum zweiten Pausentee.

3.Drittel
Und der nächste Anlauf auf ein Führungstor startete...
Die Grizzlies rackerten weiter in Richtung Zepp, erarbeiteten sich zunächst Chancen im Minutentakt vor allem durch ihre ersten beiden Reihen – doch das Tor fiel wieder auf der anderen Seite. Zum zweiten Mal war es André Rankel (46.Min), der eine Ungeschicklichkeit im Wolfsburger Abwehrverhalten zum Gegentreffer vollenden konnte. Und es kam noch schlimmer:
Nur eine Minute später war obendrein die Partie für den Kapitän der Grizzlies beendet. Nach einem Zusammenprall mit Berlins Florian Busch musste Blake Sloan den frühzeitigen Gang in die Kabine antreten – das Schiedsrichtergespann hatte die Szene als vorsätzlichen Kniecheck mit Verletzungsfolge gewertet. Der angeblich verletzte Busch kam wenige Minuten später allerdings aus selbiger schon wieder zurück...
Statt einer Aufholjagd gab es also stattliche fünf Minuten lang Wolfsburger Unterzahlspiel zu bewundern, das erst in der letzte Minute zu einer 4 gegen 4 Situation gewandelt wurde. Rankel war auf Reimer gestürzt und dafür von Paul Traynor zur Rechenschaft gezogen worden. Während Traynor mit einer einfachen Zweiminutenstrafe bedacht wurde, war der Berliner gleich doppelt wegen übertriebener Härte sanktioniert worden – die Grizzlies konnten ein wenig durchatmen, das anschließende kurze Überzahlspiel blieb ohne nennenswertes Ausrufezeichen.
Berlin hatte die Partie mittlerweile, nicht zuletzt wegen der langen Überzahlsituation, einigermaßen unter Kontrolle gebracht und ließ den Gastgebern immer weniger Möglichkeiten das Spiel noch einmal zu drehen. Als dann die letzten beiden Spielminuten anbrachen, man merkte dank des Dauersupports der Grizzlyfans allerdings kaum den sonst üblichen Unterschied, da klingelte es auch schon...leider wieder auf der verkehrten Seite. Nach einem misslungenen Zweikampf an der Bande hinter dem Grizzlygehäuse, netzte mit Berlins Ustorf einer der Oldies aus der Drehung zum entscheidenden 2:4 ein (59.) und der Drops war somit gelutscht.
Bis zum Schlusspfiff versagte die Wolfsburger Kulisse ihren Helden trotzdem nicht die Danksagung und Unterstützung für die unglaublichen Leistungen der letzten Wochen  - ein klares Signal für die nächsten Spiele! 
 


Mein subjektiver Eindruck:
Und wieder ist Murmeltiertag in Punxsutawney ...ääääh... Wolfsburg.
Vielleicht sollte das Wolfsburger Team es mal mit einer weniger rekordverdächtigen Geschwindigkeit versuchen, die Berliner in den Griff zu bekommen. Nur über die Laufleistung wird der Angstgegner aus der Hauptstadt nicht zu besiegen sein – es zählen die Tore und nicht die Kilometer auf dem Tacho.
Auffällig fand ich vor allem, dass auf diesem extrem hohen Niveau sich endgültig zeigt, wer in unseren Reihen diese Geschwindigkeit auch dauerhaft verarbeiten kann. Leider haben wir in der Verteidigung einige Kandidaten, die bei diesen kurzen Reaktionszeiten hin und wieder die Übersicht verlieren. Deshalb: Etwas überlegter und vielleicht auch destruktiver spielen könnte zu interessanten Ergebnissen führen. Die Frage ist: Kann unser Team das überhaupt nach einer Saison, in der sie uns mit fabelhaftem Angriffshockey begeistert haben. Dank der geringen Gegentrefferquote war man – leider oder zum Glück - nie dazu gezwungen über so etwas nachzudenken...

Tor
Reimer mit guter Leistung, hielt was zu halten war. Beim Penalty und im 1 gegen 1 aus dem Spiel weiterhin gegenüber Daniar nur 2.Wahl, ansonsten tadellos.

Verteidigung
Oh, oh. Da taten sich Defizite im Bereich Schnelligkeit auf: Geistig und körperlich.
Besonders der zuletzt überzeugende Bina zeigte sich mit dem Tempo der Begegnung überfordert, doch auch Alavaara und Sloan machten nicht den sichersten Eindruck. Wirklich überzeugen konnte mich über die komplette Spieldauer nur Christoph Fischer, der weiterhin eine sensationelle Entwicklung in Diensten der Grizzlies nimmt.
Insgesamt wäre eine etwas weniger rasante Strategie auf jeden Fall im Interesse unserer Verteidigung.

Sturm
Während die erste Reihe fast alle in sie gesetzten Erwartungen erfüllen konnte und erst gegen Ende etwas wirkungslos daherkam, bekam die zweite Reihe mit „Play-off Monster“ Magowan nicht die letzte Durchschlagskraft in ihre Aktionen. Obwohl Kenny fast ständig gedoppelt wurde, konnten die anderen Akteure mit den entsprechenden Räumen offenbar nicht genug anfangen. Hier ist deutlich Luft nach oben bzw. die Zusammenstellung dieser Reihe könnte noch einmal überdacht werden.
Hoggan wirkte bei seiner Rückkehr durchaus engagiert, konnte aber noch nicht so ätzend im Slot agieren, wie man es von ihm gewohnt ist. Insgesamt darf man von den Reihen 3 und 4 gegen diese starken Eisbären allerdings keine Wunder erwarten, auch wenn bei allen Beteiligten gute bis sehr gute Aktionen (Höhenleitner und Ulmer!) zu beobachten waren.
Damit kommen wir zum Hauptkritikpunkt in Sachen Attacke: Die Arbeit vor und um das gegnerische Tor sollte wieder Priorität vor der haarsträubenden Geschwindigkeit erhalten. Dann könnte am Ende das Ergebnis für die gastgebenden Eisbären äußerst überraschend ausfallen! mb

(PO3) EHC - Krefelder Pinguine 2:1 n.V.

  • Geschrieben von Martin
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Weit über 4000 Fans hatten sich eingefunden, um das dritte – und vielleicht schon entscheidenden – Halbfinalduell zwischen Wolfsburg und Krefeld mitzuerleben.
Sie sollten ihr Kommen nicht bereuen und bekamen am Ende fast alles geboten, was ein echtes Play-off Match ausmacht: Härte, Spannung, überragende Einzel- aber auch geschlossene Mannschaftsleistungen. Beide Teams ließen sich nicht lumpen und legten sich von Anfang an voll ins Zeug, ging es für beide doch in dieser Begegnung um alles.

1.Drittel
Und wieder, wie schon in Spiel 2 gesehen, begann die Partie mit einer Schrecksekunde vor Jochen Reimer: Daniel Pietta war es, der schon wenige Augenblicke nach dem Eröffnungsbully frei vor Reimer zum Schuss kam...und verzog! Der EHC wirkte bemüht das Spiel unter Kontrolle zu bringen, blieb mit seinen Angriffsversuchen aber meist sehr früh im Abwehrverbund der Gäste hängen, die ihrerseits mächtig aufs Gaspedal drückten.
Während einer kurzen Phase Wolfsburger Dominanz folgte schließlich doch das erste Erfolgserlebnis für die Grizzlies: Robbie Bina stoppte den Befreiungsschuss der schwer um Entlastung kämpfenden KEV-Defensive an der blauen Linie mit der Hand (7.), legte sich selbst vor, schlenzte scharf Richtung Tor...und Torjäger Magowan fälschte unhaltbar im Slot zum 1:0 ab! Der Grizzlyzug schien jetzt Fahrt aufzunehmen, denn nach den unsicher wirkenden Anfangsminuten folgte nun erst einmal Chance auf Chance für die jetzt offensiver agierenden Hausherren. Doch weit gefehlt: Die Pinguine berappelten sich umgehend, setzten dem Wolfsburger Körperspiel jede Menge Entschlossenheit und – überraschenderweise – das höhere Tempo der beiden Kontrahenten entgegen.
Die besseren Möglichkeiten hatten, insgesamt betrachtet, letztlich die Gäste, wobei die Anzahl der klaren Einschusschancen noch weitestgehend gleichmäßig verteilt waren.
Mit leichten Vorteilen für Krefeld, aber dem besseren Spielstand für die Hausherren, ging es also zum ersten Mal in die Kabinen.

 
2.Drittel
Es begann der erste wirklich längere Abschnitt der Begegnung, der eine überlegene Heimmannschaft sah. Es sollte der letzte bleiben.
Wolfsburg machte jetzt mächtig Dampf, kam zu zahlreichen Chancen und alles sah danach aus, dass die Grizzlies jetzt endlich ihr gewohntes Angriffshockey aufziehen würden. Als dann Sulkovsky einen Abpraller aufs leere Krefelder Tor schoss und Langkow per Hechtsprung spektakulär rettete, kochte die Halle und das 2:0 schien zum Greifen nah...
Grizzlychancen gab es nun im Minutentakt zu bewundern, doch nachdem gleich eine Reihe von Möglichkeiten ungenutzt geblieben waren, schlug der Gast aus Krefeld überraschend zu!
Roland Verwey war es, der Reimer aus der Halbdistanz mit einer trockenen und platzierten Schuss zum 1:1 überwinden konnte (29.) und damit die Wende in Sachen Spielanteile einläuten sollte. Während die Grizzlies zunächst noch durch Milleys Lattentreffer aus nächster Nähe und ein oder zwei weitere Gelegenheiten die direkte Antwort suchten, kippten im Anschluss die Spielanteile zugunsten der Pinguine und Wolfsburger Chancen sollten zur Mangelware werden. Es brach die Zeit der großen Defensivschlacht an in deren Mitte sich der Turm mit Namen Jochen Reimer befinden sollte.
Bis zum nächsten Pausentee kämpfte der EHC, teils unter Verlust der Übersicht, gegen einen weiteren Treffer der Gäste an und hatte damit zunächst Erfolg. 

3.Drittel
Gestaltete der EHC die ersten 10 Minuten dieses Spielabschnitts noch relativ offen, wobei die Angriffsbemühungen der Grizzlies mangels Geschwindigkeit fast allesamt hinter der blauen Linie im Sande verliefen, so war ab Mitte des Drittels nur noch der Gast aus Krefeld am Drücker.
Fast wie im Rausch arbeitete nun das Team von Pavel Gross, getragen von den Anfeuerungen seiner Fans, gegen die Angriffswellen der Pinguine und leistete sich dabei kaum gravierende Fehler. Wenn es nicht gelang einen Abschluss der Gäste zu unterbinden, sah man stets die Fanghand oder einen Schoner des Wolfsburger Goalies aufblitzen – und die Situation war entschärft. Eine atemlose Abwehrschlacht sollte ihren Lauf nehmen und noch lange nicht ihren Höhepunkt erreicht haben.
Mit viel Glück und beachtlicher Präzision in den Defensivbemühungen rettete der EHC das Unentschieden bis zum – vorübergehend – erlösenden Pfiff des Schiedsrichterduos. 

1.Verlängerung
Da es in den Playoffs kein Penaltyschießen gibt, schien es nur wenige Augenblicke nach Wiederanpfiff nur eine Frage der Zeit zu sein, bis die Gäste ihre nun drückende Überlegenheit in den entscheidenden Treffer ummünzen würden.
Nach 3 Minuten hieß es sogar Unterzahl für die Gastgeber, als das Vierergespann der Schiedsrichter einen überzähligen Spieler auf Seiten der Grizzlies auf dem Eis ausgemacht zu haben glaubte.
Das Zittern in orange steuerte auf seinen Höhepunkt zu. Verzweifelt feuerten die Fans der Grizzlies ihre immer weiter ins Hintertreffen geratenden Helden auf dem Eis an – praktisch ohne konkrete Hoffnung auf einen eigenen Treffer, der dieses immer einseitiger werdende Spiel doch noch in den größten Erfolg der Vereinsgeschichte hätte wandeln könnte.
Wie es dem weiterhin hochkonzentriert, aber läuferisch müde wirkenden Team des EHC gelang, sich in die nächste Unterbrechung zu retten – man erinnerte sich im Nachhinein nicht mehr wirklich...
Selbst als Jochen Reimer einen als Bogenlampe auf sein Tor zusteuernden Puck erst im allerletzten Moment überhaupt registrierte und der gesamten Halle das Herz stehen blieb...ein Tor für Krefeld sollte selbst im aussichtsreichen Nachschuss nicht fallen.

2.Verlängerung
Nachdem Bier-, Pommes- und Bratwurstumsätze in der zurückliegenden Pause vermutlich ihren „all-time record“ erreicht hatten, ging es mit begrenztem Optimismus aus Grizzlysicht in die nächste Runde...und die sollte anders als das zuletzt Gesehene ausfallen!
Schon nach einer Minute verabschiedete sich Dusan Milo Richtung Gästestrafbank, nachdem er Andy Morczinietz im Zweikampf der Ellenbogen ans Kinn gerammt hatte. Eine Aktion, die eher ungeschickt gewirkt hatte, aber direkt vor den Augen eines der beiden Referees natürlich eine Strafe nach sich ziehen musste. Doch der EHC konnte, vor allem wegen besagtem Mangel an Geschwindigkeit, nicht wirklich in seine gefürchtete Powerplayaufstellung finden und nutzte die zwei Minuten eigentlich mehr, um den Spielstand zu halten.
Und die Grizzlies bekamen, nach einer äußerst umstrittenen Szene, Gelegenheit diesen Eindruck zu revidieren: Krefelds Leader Herberts Vasiljevs musste wegen Checks gegen Kopf- und Nackenbereich eine 2+10-minütige Strafe antreten, das Powerplay der Grizzlies konnte ein zweites Mal anrollen.
Und diesmal nahmen die Gastgeber tatsächlich Schwung auf und setzten den KEV endlich angemessen unter Druck. So konnte die Überzahl zwar nicht zum entscheidenden Treffer genutzt werden (Alavaara brach u.a. mal wieder das Spielgerät), doch der Schwung des Powerplays brachte Wolfsburg das lange vermisste Oberwasser zurück, das man einfach braucht, um überhaupt eine Partie zu seinen Gunsten entscheiden zu können. Ganze dreißig Sekunden später, in der mittlerweile 87.Minute der Begegnung, war es dann soweit: Kai Hospelt bringt das Dach der Eisarena mit seinem Treffer zum 2:1 zum Abheben!
Der unglaubliche Jubel, genährt aus einer nicht zu unterschätzenden Erleichterung nach dem äußerst schwierigen Spielverlauf, brach aus den Fans der Grizzlies kollektiv heraus. Während das Krefelder Team fast fluchtartig das Eis verließ und sich erst einige Zeit später vom mitgereisten Anhang (ca. 250 Pinguine hatten den Weg nach Wolfsburg gefunden...) verabschiedete, feierten die Spieler der Grizzlies – wie schon nach dem Viertelfinale – nach dem ersten großen Jubel äußerst dezent mit ihren Anhängern und dokumentierten damit erneut: „Schönes Ding, aber wir sind noch längst nicht am Ziel!“
Man darf gespannt sein...

Mein subjektiver Eindruck:
Das Spiel zeigte einen Verlauf, der so nicht zu erwarten war. Krefeld war über die gesamte Spieldauer das frischer wirkende und läuferisch stärkere Team. Ein Umstand, den man in der Eisarena lange nicht mehr so gesehen hatte. Dass es am Ende doch noch zum dritten Sieg gegen Krefeld und zum sechsten Sieg in Folge in den Play-offs reichte, war eigentlich fast ausschließlich der enormen Disziplin der Grizzlies zu verdanken. Wer selber schon einmal in einer Mannschaftsportart einen schlechten Tag mit seinem, eigentlich starken, Team erlebt hat, der weiß wie schwer es ist den Frust und die Ungläubigkeit zu verdrängen und einfach sauber weiter zu arbeiten. Unsere Jungs haben das 87 Minuten lang getan und am Ende diesen glücklichen Sieg mehr als hart erarbeitet. Hut ab, für diese Willensleistung trotz eines – von der Physis her – rabenschwarzen Tags.
Im Endeffekt kam das Glück, das in Krefeld sowohl in der Anfangsphase als auch mit den Schiedsrichterentscheidungen gefehlt hatte, postwendend zu den Grizzlies zurück. Einziger und entscheidender Unterschied zum KEV:
Wir haben das Spiel, in dem uns Glück UND Schiedsrichter in die Pfanne hauen wollten, trotzdem gewonnen!

Tor
Reimer wunderbar. Gigantische 43 Saves brauchen keine Erklärungen. Jochen wächst nach dem eher unglücklichen 1.Drittel in Krefeld über sich hinaus und legt ein absolutes Bombenspiel hin. Auch wenn er in besagter Situation von Pinguinseite Gelächter geerntet hat, gilt auch für diese Serie: Der Joker lacht zuletzt!

Verteidigung
Dauerstress und nur hin und wieder etwas Entlastung für unsere Abwehrrecken.
Angesichts der enormen körperlichen und geistigen Beanspruchung, die diese streckenweise sehr einseitige Partie an unsere Verteidiger stellte, möchte ich unseren Defendern kollektiv ein höchstes Lob aussprechen. Ich habe keine Ahnung, wie ihr das hinbekommen habt: Deshalb einfach nur „DANKE!“ und „WEITER SO!“


Sturm
Der fehlende Speed im Team schlug sich natürlich besonders im Angriffsspiel der Grizzlies nieder. Die mit Abstand schlechteste Vorstellung in Sachen Attacke der laufenden Playoffs. Dass die Stürmer auf ihren Mangel an Frische und Geschwindigkeit mit beinharter Verteidigungsarbeit reagierten, machte am Ende den Unterschied zwischen einer verkorksten Partie und dem Einzug ins Finale aus.
Einzig der fabulöse Mr. Magowan schien auch in diesem kollektiven Tief keinen Schmerz zu spüren und sorgte mit der nötigen Geschwindigkeit und dem entsprechenden Durchsetzungsvermögen für das eine oder andere Highlight vor dem gegnerischen Tor. Insgesamt konnte aber auch er nicht viel ausrichten, da fast ständig Einsatz auf der anderen Seite des Eises gefragt war, oder die Angriffe im Aufbau stecken blieben.
Mit ein paar Tagen Erholung in der Hinterhand dürfte da im Finale wieder mehr gehen. Hoffe ich zumindest! mb

(PO) EHC - Krefeld Pinguine 4:2

  • Geschrieben von Martin
  • Zugriffe: 8790

Nach einer harten Serie gegen die Hannover Scorpions stand mit Krefeld nun der zweite Gast der diesjährigen Play-offs relativ spät fest. Erst im fünften Spiel konnte der Halbfinalkontrahent der Grizzlies zwischen dem amtierenden Meister und den Pinguinen ermittelt werden, die sich in dieser Serie als enorm starker Mitbewerber um die DEL-Meisterschaft präsentierten. Entsprechend gewarnt und motiviert ging das Team von der Aller folglich an den Start zu diesem ersten, vielleicht richtungsweisenden Kräftemessen. 

1.Drittel
Kurz und bündig: Das Team von Pavel Gross erwischte einen absoluten Traumstart.
Die Gäste aus Krefeld hatten sich mit den ersten Angriffswellen der Grizzlies etwas überfordert gezeigt und mussten, obwohl mit der frischeren Spielpraxis ausgestattet, offenbar erst die Müdigkeit aus den Beinen spielen. Eine Strafzeit und zwei Tore gegen die Pinguine später, war dann offenbar auch der letzte Gast hellwach und im Halbfinale angekommen, denn die Partie sollte ab da ihr Gesicht Stück für Stück verändern.
Doch zunächst jubelten nur die Fans in orange, denn schon in der 6.Minute nutzte ihr Team das erste Überzahlspiel der Begegnung zum 1:0 durch Norm Milley. Im Anschluss an einen Alavaara-Kracher hatte der Wolfsburger Stürmer den Rebound volley aus der Luft genommen und hinter Langkow in die Maschen gesetzt.
Die Grizzlies hatten sich kaum über dieses frühe Glück beruhigt, da schlug es auch schon wieder hinter Krefelds Keeper ein: Erneut Milley verwertete einen Rebound seiner Reihe zum 2:0 – gerade einmal eine gute Minute später...
Das hätte wohl so weiter gehen können, doch Wolfsburg brachte sich keine zwei Zeigerumdrehungen nach dem Doppelschlag durch eine unnötige Strafzeit selbst aus dem Takt und die Gäste früher als nötig ins Spiel. Nun bekam Krefeld deutlich sichtbar Boden unter die Füße und spielte sich seinerseits in einen wahren Angriffsrausch. Nach einer noch recht glimpflich ablaufenden Überzahl, schalteten die Gäste noch einmal deutlich einen Gang hoch und waren in den folgenden Minuten dem Anschluss mehr als nur nahe.
Doch die Grizzlies, allen voran Jochen Reimer, zeigten sensationelle Abwehraktionen und verhinderten bis zur ersten Pause jeden Torerfolg der Pinguine.
Besonders spektakulär rettete Ken Magowan für seinen geschlagenen Keeper, als er einen Puck im Liegen von der Linie kickte – wenig später machte es ihm sein Torhüter mit der Kelle nach und kratzte im Umdrehen den eintrudelnden Puck im letzten Moment von der Linie. Wer zu diesem Moment – egal ob orange oder gelb gekleidet – keinen Puls von 150 hatte, dürfte wohl einen Zettel am Zeh tragen.
An dieser Stelle nicht unerwähnt bleiben soll auch die in der 14.Minute verhängte zweite Strafe gegen das Heimteam. Die wegen einer eher beiläufigen Bewegung verhängte Strafe wegen „Haltens“ zeigte mehr als deutlich, dass neben dem Gast auch die Schiedsrichter offenbar noch etwas Zeit zum Eingewöhnen brauchten.
 


2.Drittel
Eine ausgeglichene Partie entfaltete sich nun vor den Augen der Zuschauer, die ab der 28.Spielminute erst wieder so richtig an Fahrt aufnehmen sollte. In einer 4 gegen 4 Situation nutzten beide Teams den Platz auf dem Eis, um mächtig aufs Gaspedal zu drücken und entsprechende Torszenen zu kreieren. Gerade als es den Eindruck machte, als ob Wolfsburg sich einen Vorteil erspielen könnte, schlug es im Kasten der Grizzlies zum ersten Mal ein. Wolfsburgs Alavaara hatte sich einen Fehler im Aufbauspiel erlaubt und Blank und Pietta den folgenden Konter eiskalt zum Anschluss genutzt (32.Min).
Der Gastgeber wirkte allerdings eher wütend, denn geschockt und zog die Zügel auf dem Eis weiter an – mit Erfolg! Fand ein Treffer von Sulkovsky zunächst noch keine Anerkennung (der Referee hatte zu früh abgepfiffen), so gelang im nächsten Powerplay die Wiederherstellung des alten Abstandes.
Dusan Milo auf Seiten der Gäste hatte sich nur noch per Foul zu helfen gewusst und musste in der 34.Minute tatenlos auf der Strafbank mitansehen, wie Jan-Axel Alavaara den Hammer auspackte und seinen Fehler aus der 32.Minute umgehend korrigierte. Das 3:1 hätte aber noch längst nicht der Schlusspunkt dieses Drittels aus Sicht der Gastgeber sein müssen. Vielmehr gaben die Gäste, bei denen nun alle Ordnung vorübergehend zum Teufel gejagt wurde, den Grizzlies mehr als eine Chance die Partie endgültig zu entscheiden. Trotz einer fast zweiminütigen Überzahl im Anschluss an besagtes 3:1 und einem zusätzlichen(!) Penaltyschuss wegen Werfen eines Gegenstands (Helm) nach dem Puck im eigenen Drittel gelang dem EHC tatsächlich kein weiterer Treffer!
Wer die Vorentscheidung so leichtfertig vergibt, der darf die Konsequenzen (zurecht) fürchten...
 

3.Drittel
...und diese Konsequenzen ließen auch nicht lange auf sich Warten.
Gleich mit der ersten Überzahlgelegenheit des Schlussabschnitts machten die Pinguine das Spiel wieder spannend. Akdags verdeckter Torschuss aus dem Rückraum (42.) schlug flach und gut platziert neben dem Pfosten des Grizzlygehäuses ein - und plötzlich ging das Wolfsburger Zittern los. Denn schon drei Minuten später kam es noch dicker für die bis dahin fest im Sattel sitzenden Hausherren: Das bis dahin mehr oder weniger nahvollziehbar leitende Schiedsrichtergespann, zu welchem auch Wolfsburgs „Liebling“ Stephan Bauer gehörte, entschied auf Matchstrafe gegen Sebastian Furchner, der hinter dem Gästetor mit Krefelds Milo zusammengerasselt war. Die unterstellte Verletzungsfolge hatten dabei die beiden Offiziellen genauso exklusiv beobachtet wie den angeblichen Check gegen Kopf- und Nackenbereich. Eine Situation, die man ebenso mit 2 Minuten wegen unkorrektem Körpereinsatz (charging), aber natürlich auch mit Spieldauer- oder Matchstrafe belegen konnte, glitt so ein wenig ins Absurde, da weder Verletzungsabsicht (Arme waren angelegt) noch die Verletzung selber (Milo war lediglich leicht benommen) nachzuvollziehen waren.
Doch jetzt schaltete der vorbildlich unterstützende Anhang der Grizzlies, wie zuvor das eigene Team, noch einen Gang höher und pushte das eigene Team – praktisch bis zum Schlusspfiff – erst durch die fünfminütige Unterzahl und anschließend durch die durchaus spannende zweite Hälfte dieses Schlussdrittels.
Und siehe da: Kaum war diese prekäre Situation überstanden, ging der Grizzly auch schon wieder zum Angriff über und der EHC hatte seinerseits mehr als einmal die Chance, das Spiel endgültig unter Dach und Fach zu bringen. Doch mit Scott Langkow im Tor sollte dieses Unterfangen nicht mehr gelingen. Der Krefelder Goalie glänzte bis kurz vor Schluss mit den von ihm bereits aus früheren Begegnungen bekannten Reaktionen und erst als der Keeper der Pinguine seinen Kasten für einen sechsten Feldspieler geräumt hatte, konnte Ken Magowan mit dem Schuss ins leere Tor (60.) den Sack zubinden.
Der erste, so wichtige, Sieg der Serie war somit in die Volkswagenstadt geholt!

Mein subjektiver Eindruck:
Während Köln mit unserem Team doch hin und wieder etwas überfordert gewirkt hatte, so brauchte der Gast aus der Seidenstadt lediglich ein paar Minuten, um sich auf ein ähnliches Niveau wie unsere Grizzlies zu begeben. Doch diese Minuten reichten am Ende, um die Pinguine auf Distanz zu halten. Trotzdem gilt für die beiden Treffer aus der 6.+7. Minute: Anschauen, verfeinern und wiederholen! Wie schon in den Spielen gegen die Haie war das Verhalten im gegnerischen Slot spielentscheidend. Während Krefeld auf Konter und Überzahlspiel angewiesen scheint, könnte der EHC diese Serie durchaus bei 5 gegen 5 zu seinen Gunsten beeinflussen. Konsequentes Nachsetzen zum Rebound und ständige Unruhe am gegnerischen Torraum können ein Team, das bereits fünf harte Spiele hinter sich hat, mental enorm ermüden. Die sich ergebenden Chancen müssen dann natürlich entsprechend über die Linie gedrückt werden. Wenn man sich zu sehr auf die läuferischen Vorteile verlässt, sehe ich noch keine größere Gefahr für Krefeld die Serie über die Kondition zu verlieren. Trotzdem kann letztere in einem eventuellen fünften Spiel zu einem Faktor werden.
Insgesamt darf man sich wohl auf äußerst enge und harte Spiele freuen, in denen ein wenig Scheiben- und Schiedsrichterglück sicherlich nicht unerheblich sein werden.


Tor
Der Joker in Galaform. Unglaubliche Reflexe und eine durchgängig konzentrierte Vorstellung dürften einen seiner Karrierehöhepunkte, zumindest in Sachen Leistung, markiert haben. Einfach nur gigantisch! 

Verteidigung
Alavaara wieder mit einem dieser eher ungewohnten Aussetzer – packt dafür aber wieder den „boomstick“ aus!
Nebenbei nicht eine einzige Strafe gegen unsere Verteidiger! Das spricht dafür, dass man die Überzahlgelegenheiten der Pinguine durchaus auf ein Minimum senken können dürfte ohne das Risiko ein sicheres Tor nicht verhindern zu können.
Insgesamt macht mir gerade das Auftreten unserer Defensive viel Mut, dass wir auch in dieser Serie mehr als nur eine 50/50 Chance haben dürften.
Robbie Bina spielt nach wie vor klasse! Ich erwähne das bewusst immer wieder, da ich ihn auch lange genug kritisiert habe...
Wurm erstaunt mich ebenso weiterhin: Aus dem Nachwuchstalent wird fast zusehends ein abgeklärter DEL-Verteidiger – genial!

Sturm
Die erste Reihe rockt nach wie vor das Haus. Zusammen mit der, leider nun gesprengten, zweiten Reihe erzeugt das Team einen schier unglaublichen Druck auf das gegnerische Gehäuse. Aber auch der stets geradezu wütend agierende Höhenleitner und ein immer besser aufspielender Toni Dahlman unterstützen die öfter scorenden Kollegen vorbildlich. Sollte Hoggan doch noch zurückkehren, wird es langsam wirklich schwer zu entscheiden, wer dafür auf die Tribüne müsste...
Ein Kritikpunkt: Die Fouls unserer Stürmer trugen häufig das Prädikat „sinnfrei“, da meist ohne Not begangen. Da heißt es gegen einen starken Gegner wie Krefeld das Gleichgewicht zwischen Härte im Zweikampf und Disziplin neu zu finden.
Krefelds Überzahlspiel sollte, nach Möglichkeit, nicht zum Faktor werden.
Insgesamt bleibt aber auch die Effektivität bei eigenem 5 gegen 3 ausgesprochen ausbaufähig und hätte uns fast den Sieg gekostet. Auch wenn’s weh tut: Harte Arbeit im Slot, gegebenenfalls auch mal ein Treffer durch den eigenen Mann, sind nicht immer durch geniales Passspiel zu ersetzen. Schon gar nicht, wenn die eigenen Nerven zu sehr unter Strom stehen. mb

(PO3) EHC - Kölner Haie 4:2

  • Geschrieben von Martin
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Nach zwei hart umkämpften, aber letztlich doch deutlichen Siegen gegen die Haie aus Köln, gastierte das Team vom wärmeren Rheinufer zum zweiten Mal in der heimischen Eisarena. Während der EHC nun das vorzeitige Erreichen des Halbfinals per Sweep im Visier hatte, standen die Gäste mit dem Rücken zur Wand und wollten die Rückkehr in die Lanxess Arena am kommenden Dienstag mit allen Mitteln erzwingen. In der reichlich gefüllten Eisarena (offiziell ca. 3650 Zuschauer) machte sich eine Mischung aus Vorfreude, aber auch Nervosität breit...

1.Drittel
...die sich zunächst – aus Wolfsburger Sicht – als unbegründet herausstellen sollte.
Denn die Haie starteten auch in diese Partie, wie sie es schon in ihrem ersten Gastspiel probiert hatten: Mit viel Härte und einer gewissen Hilflosigkeit gegenüber der Schnelligkeit des gastgebenden Teams.
Zwar überstand das Team von Gästecoach Sundblad zwei Strafen bis zur Mitte des Drittels schadlos, doch in der 10.Minute war es dann, bei angezeigter Strafe, soweit: Torjäger Ken Magowan zog trotz Fouls hinter dem Kasten der Haie vor selbigen und schloss unhaltbar platziert zum 1:0 ab. Die erste Quittung für Kölner Disziplinlosigkeit war somit schon einmal ausgestellt. Doch der Lerneffekt auf Seiten der Gäste sollte (noch) nicht einsetzen: Als Ramsay (16.) und Sixsmith (17.) nacheinander das Sünderbänkchen aufsuchten, war erneut „Killer-Kenny“ zur Stelle und nutzte einen Fehler des Haiegoalies zu seinem zweiten Treffer des Abends. Nachdem aus den Birken den Schuss von Norm Milley durch die Schoner hatte rutschen lassen, waren die verbliebenen Kölner ihrem Keeper verzweifelt zur Hilfe geeilt, konnten den energisch nachsetzenden Magowan letztlich aber nicht entscheidend beim Nachstochern behindern.
Dieser Auftakt nach Maß ließ sowohl Spieler als auch Fans der Grizzlies mit einem entspannten Grinsen in die erste Pause entschwinden. Doch der Abend sollte nicht so gänzlich unbeschwert weitergehen. 

2.Drittel
Denn die Kabinenansprache des Gästetrainers schien entsprechende Wirkung beim Team der Haie hinterlassen zu haben. Köln erhöhte nun endlich seinerseits den Druck auf die Gastgeber und eine schnelle und enge Partie nahm ihren Lauf – mit den höheren Spielanteilen auf Seiten der Gäste!
Während Wolfsburg sich nun zu sehr mit der Option „Spielstand halten und Kontern“ beschäftigte, nahmen die Domstädter das Heft in die Hand und versuchten ihr Glück nun ohne unlautere Mittel zu erzwingen.
Wolfsburg, das zwei Unterzahlspiele ohne Gegentreffer überstehen konnte, geriet zwar in die passivere Rolle, blieb aber durch Konter stets gefährlich.
Aus einem der wenigen wirklich hochklassigen Spielzüge der Haie fiel dann doch noch der verdiente Anschlusstreffer für den Gast. Mike Card war es, der die sehenswerte Vorarbeit seiner Nebenleute zum 2:1 in der 33.Minute verwerten konnte. Jetzt war richtig Feuer in der Begegnung und auch die Grizzlies kamen wieder verstärkt aus der Reserve – was sich fast als Fehler herausstellen sollte! Wenig später bejubelte das Kölner Team nebst Anhang nämlich sogar den vermeintlichen Ausgleich, der sich nach einem schnellen Konter gegen anstürmende Wolfsburger ergeben hatte. Doch Torsten Ankert hatte, zum Glück, nur die Latte des EHC-Gehäuses getroffen (34.) und der Puck war anschließend vor der Linie auf dem Eis gelandet. Durchatmen und Sortieren war beim Gastgeber angesagte, musste der Vorsprung wenig später doch noch in einem der weiter oben erwähnten Unterzahlspiele verteidigt werden.
Als es schließlich mit dem knappen 2:1 Vorsprung zum zweiten Mal in die Kabinen ging, bereute der eine oder andere Grizzly wohl schon die ausgelassenen Torchancen, denen im zweiten Abschnitt nicht ein einziger Treffer gegenüber stand. Und Wolfsburg hatte auch in diesem Spielabschnitt, trotz des Kölner Drucks, die weitaus besseren Chancen zu verzeichnen gehabt...

3.Drittel
Dass der letzte Nervenkitzel nicht aufkam, verdankte das Team von Pavel Gross neben der geschlossenen Mannschaftsleistung vor allem einem Mann: Ken Magowan. Der heizte dem gegnerischen Abwehrverbund auch im letzten Drittel des Spiels ordentlich ein und hatte bei Abpfiff ganze 10 Schüsse auf das Gehäuse von aus den Birken zu verzeichnen – und die hatten es in sich!
Als die Haie, das drohende Aus vor Augen, die letzten Kraftreserven mobilisierten, war es erneut der kanadische Ausnahmestürmer, der mit einem genialen Schuss aus der Drehung (47.) die Partie vorentschied. Dieses 3:1 war spürbar mentales Gift für die Gäste aus Köln, die in ihren fortdauernden Bemühungen von da an wesentlich verkrampfter agierten und erst in der vorletzten Minute durch einen Fehler des Wolfsburger Torhüters den 3:2 Anschlusstreffer markieren konnten. Kölns John Tripp, der eine insgesamt sehr starke Serie gespielt hatte, konnte seine Play-off Leistung mit diesem Tor krönen. Die Antwort gab wenig später – richtig geraten – Ken Magowan, der die ohne Torhüter agierenden Gäste eiskalt mit seinem vierten Treffer abstrafte und in den frühzeitigen Urlaub schickte.
Ganz im Stile einer Mannschaft, die nach höherem strebt, fiel die Ehrenrunde der Grizzlies extrem kurz und eher ruhig aus, auch wenn dies dem einen oder anderen unerfahreneren Fan vielleicht als befremdlich aufstieß. Mit Wolfsburg ist und bleibt zu rechnen, wenn es am Ende um wirklich alles geht!


Mein subjektiver Eindruck:
Sehr konzentriert und sehr geschlossen wurde dieser, doch sichtbar unterlegene, Gegner in Richtung Sommerpause geleitet.
So sehr mich das Engagement der Haie überzeugt hat, so sehr fehlte mir in diesem Team die spielerische Linie und Klasse. Was zunächst als Disziplinlosigkeit auf Seiten der Gäste erschien, war letztlich nur Verzweiflung angesichts fehlender Mittel, um die Grizzlies auch nur in die Nähe einer einzelnen Niederlage zu bringen.
So weit, so gut. Aber in der nächsten Runde warten in jedem Fall ein Team das sowohl kämpfen, als auch strukturiert und diszipliniert spielen kann. Bei einer Auswahl, die Mannheim, Ingolstadt, Hannover und Krefeld beinhaltet, stellt sich die Frage bezüglich eines engeren Verlaufs der Halbfinalserie eigentlich auch nicht wirklich.
Insgesamt bleibt vor allem die Arbeit im gegnerischen Slot die positive Erkenntnis dieser Viertelfinalserie. Der Sweep gibt dem Team und vor allem den Rekonvaleszenten die Möglichkeit neue Kraft für das eigene temporeiche Spiel zu sammeln und die Reihen nach Möglichkeit wieder zu füllen.
Man darf weiterhin sehr positiv in die nahe Zukunft blicken...


Tor
Reimer erneut mit einer überragenden Partie. Versaut sich den nahezu perfekten Auftritt allerdings mit einem schlimmen Patzer in der 59.Minute, der die Partie fast noch einmal spannend gemacht hätte. Trotzdem weiter als Nr.1 gesetzt. Bitter für Daniar, der sicherlich keinen Deut schlechter in Form ist: Einen sehr gut haltenden Goalie tauscht man in den Play-offs nicht einfach auf Verdacht, um dem anderen Spielpraxis zu geben.

Verteidigung
Top-Vorstellung der Defensive. Alle drei Paare funktionierten hervorragend und ließen nur wenig anbrennen. Robbie Bina weiter absolut im grünen Bereich, unternimmt immer wieder Vorstöße und trägt den Puck doch recht überzeugend ins gegnerische Drittel. Einzig Alavaara schien mir in dieser Serie etwas unsicherer und vor allem unauffälliger als im bisherigen Saisonverlauf. Was soll’s. Wenn er im Halbfinale wieder den Hammer auspackt, soll es uns nur Recht sein! 

Sturm
Drei vorbildlich kämpfende und hervorragend aufeinander eingespielte Reihen dominierten auch im dritten Aufeinandertreffen mit den Haien weite Strecken des Geschehens. Selbst im Mittelabschnitt, der vom hohen Einsatz der Gäste geprägt war, blieben die Sturmreihen der Grizzlies gefährlich und hätten das Spiel frühzeitig entscheiden können. Wenn nun zu Magowan und Haskins mit Hoggan noch ein dritter „Slotwühler“ hinzukommt, dürfte der einen oder anderen Abwehrformation wohl schon im Vorfeld der Angstschweiß auf der Stirn stehen. Was vor allem Ken Magowan an Gierigkeit vor dem gegnerischen Tor zeigte, war einfach nur phantastisch! Bleibt die Frage, wer für Jeff Hoggan auf die Tribüne soll...und da wird’s dank Binas bisherigen Leistungen tatsächlich schwierig. Toni Dahlman scheint, trotz guter Leistungen, hier der entsprechende Kandidat zu sein – doch vielleicht muss sogar Hoggan selber zusehen, brachte man ihn gegen Saisonende doch schon mit einem Wechsel nach Hannover in Verbindung und überzeugte Ergänzungsspieler Dahlman wie beschrieben in den bisherigen Play-offs.
Schön zumindest, wenn man überhaupt eine Wahl hätte, weil bis auf Strakhov vielleicht sogar alle Akteure für die nächsten Duelle zur Verfügung stehen.
Lassen wir uns überraschen. mb

(PO) EHC - Kölner Haie 4:1

  • Geschrieben von Martin
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Im Auftaktmatch der Viertelfinalserie gegen Köln hatte der Vorrundenerste aus Wolfsburg sich einen schnellen Einstieg in die diesjährigen Playoff vorgenommen. Die Haie, die als Vorrunden-Neunter die beste Rückrunde aller Teams gespielt hatten, durften als weitaus besser als ihr Tabellenrang eingeschätzt werden und befanden sich durch die Pre-Playoffs zudem voll im Rhythmus.
Die Grizzlies waren also gewarnt.

1.Drittel
Die Anfangsminuten machten schnell deutlich, dass die Gastgeber ihren Tempovorteil sofort nutzen und die Haie mit geradezu halsbrecherischer Geschwindigkeit beeindrucken wollten.
Gästekeeper aus den Birken stand praktisch sofort unter Beschuss und erhielt reihenweise Gelegenheiten sich auszuzeichnen. Was als Demonstration der Stärke gedacht war, endete nach knapp drei gespielten Minuten jedoch als kalte Dusche für die Grizzlies: Chris Lee gelang, gleich mit der ersten guten Einschussmöglichkeit der Gäste, der Treffer zum 0:1. Der Haie-Verteidiger hatte eine schöne Kombination seiner Mitspieler aus dem hohen Slot knochentrocken abschlossen – und löste einmütiges Kopfschütteln in orange auf den Rängen aus.
Doch damit der Tiefschläge nicht genug. Die weiter extrem intensiv geführte Partie, die nun Chancen auf beiden Seiten zu verzeichnen hatte, wurde bereits in der 7.Minute durch eine weitere – aus EHC-Sicht – äußerst unerfreuliche Situation unterbrochen. Paul Traynor hatte den Puck hinter dem bereits geschlagenen Jochen Reimer mit der Hand gegen dessen Ausrüstung geschoben, was die Referees nach der „Fallen auf den Puck“ Regel (Regel 611) mit einem Penaltyschuss ahndeten. Korrekt, aber dramatisch aus Sicht der Gastgeber. Weniger korrekt allerdings war die Auswahl des Penaltyschützen, der in Person von Matt Pettinger mangels Anwesenheit bei Regelverstoß nicht berechtigt war diesen Strafschuss auszuführen. Im gellenden Pfeifkonzert der Heimfans trat der Kölner Torjäger also zum Ausbau der Gästeführung an...und scheiterte am genial reagierenden Reimer im Tor der Grizzlies. Und die Partie kippte!
Der EHC drehte in Sachen Intensität noch einmal an der Stellschraube; jeder verlorengegangene Puck wurde unbarmherzig verfolgt, jedes Zögern im Spielaufbau der Gäste mit giftigem Forechecking bestraft. Die Haie gerieten nun in eine Haltung zum Spiel, die sie bis zum Ende nur selten wieder verlassen würden. Fortan reagierten diese mit immer dem gleichen Rezept – Härte, die weitestgehend playoff-üblich ihren Zweck erfüllte, Stockfouls und Provokationen, die wohl eher ein Zeichen der Hilflosigkeit darstellten.
Im Rahmen der nun anstehenden Strafen gelang den Grizzlies folglich auch die Wende auf dem Scoreboard.  Wenn auch in doppelter Überzahl einmal wieder keine Treffer fallen sollten, so war der Gastgeber bis zur ersten Sirene gleich zweimal im 5 gegen 4 erfolgreich.
In der 11.Minute war es zunächst Andy Morczinietz, der den enormen Druck im Slot zum 1:1 Ausgleich abstauben konnte. Seine Mitspieler hatten den Puck unter aus den Birken hindurch gearbeitet, der Wolfsburger Außenstürmer musste den Puck nur noch über die Linie drücken.
Auch Treffer Nr.2, den Tyler Haskins in der 17.Minute markieren konnte, stellte ein Ergebnis der harten Arbeiten in Nähe des Kölner Torraums dar und fiel folglich im Rebound.
Einige sehenswerte Checks und ebenso viele „Nettigkeiten“ später ging es dann zum ersten Mal in die Kabinen. Zeit, Luft zu holen...

2.Drittel
Härte, Tempo, Strafen, versteckte Nickligkeiten auf beiden Seiten: Playoff-Hockey, wie man es liebt. Die Strafenverteilung sollte nun, ob berechtigt oder nicht, wesentlich gleichmäßiger vonstatten gehen, so dass auch die Spielanteile ausgeglichener schienen. Fakt blieb: Die Gastgeber hatten, egal ob bei 5-5 oder 4-4, meist das Sagen auf dem Eis und blieben in ihren Aktionen effektiver als der Herausforderer vom Rhein.
Für das Highlight der Kategorie „Doofe Strafen, die nur dem Gegner nützen“ sorgte dann mit Matt Pettinger auch erneut ein Hai. Der 423fache NHL-Spieler geriet in der Wechselzone der Grizzlies mit gleich mehreren gegnerischen Spielern aneinander, blockierte den Betrieb schließlich komplett...und durfte auf der Strafbank Platz nehmen (29.). Letztere demolierte der Kanadier beim wütenden „Versuch“ sie zu schließen und konnte sich glücklich schätzen, dass das Schiedsrichtergespann keinen Nachschlag servierte.
Kurz bevor Pettinger zurückkehrte, hatte Moritz Müller bereits den Platz neben ihm bezogen und so durfte er dem 3:1 durch Kenny Magowan gerade noch live beiwohnen. Und wieder hatte ein Wolfsburger Stürmer sich robust im Slot positioniert und den Nachschuss im Vorwärtsfallen im Netz untergebracht. Der vorbildliche Drang zum Tor der Grizzlies hatte erneut Früchte getragen und die Halle war nun restlos begeistert. Während die Gäste ihre folgenden Überzahlspiele nicht in Zählbares verwandeln konnten, verabschiedeten sie sich wiederum standesgemäß mit einem dusseligen Foul in die zweite Pause. Jaspers handelte sich noch während der Schlusssirene eine Strafe wegen hohen Stocks ein – Szenen, die einen Trainer schier durchdrehen lassen...

3.Drittel
Der EHC erinnerte im Schlussabschnitt nicht einen Moment an die zuletzt mäßigen dritten Drittel der letzten Begegnungen. Kein Schlendrian bei Wolfsburg, sondern aufkeimende Verzweiflung und blanke Wut auf Seiten der Haie prägten diesen letzten Spielabschnitt. Sparres Stockstich aus der 50.Minute stellte schließlich den unrühmlichen Höhepunkt dieser Entwicklung dar, was dem Kölner Stürmer auch prompt das vorgezogene Duschvergnügen bescherte.
Als sich der Gast aus der Domstadt in der 56.Minute schließlich das insgesamt vierte Powerplaytor, diesmal durch einen Laliberte-Hammer, eingefangen hatte, waren die Messen endgültig gelesen. Der folgende Videobeweis hatte aufgrund der Deutlichkeit des Treffers (und des Spielstandes) dann auch kaum jemanden im weiten Rund beunruhigen können.
Der erste Sieg der Playoffs 2010/2011 war unter Dach und Fach – die Vorfreude auf Kommendes wiederum ein Stück größer!


Mein subjektiver Eindruck:
Nach dem etwas überdrehten Beginn fing sich unser Team doch recht gut und konnte sich letztlich bei Jochen Reimer bedanken, der mit dem gehaltenen Penalty den Kölner Optimismus in Schach und die Grizzlies im Spiel hielt. So konnte der etwas aus der Übung gekommene Grizzly aus der Höhle kommen, sich in Spiellaune bringen und letztlich die Krallen platzieren, wo sie richtig weh tun.
Was mich wirklich über die Maßen begeisterte, war die Arbeit in Tornähe und die Bewegung zum Tor und zum Nachschuss. Wenn die Grizzlies weiter derart gierig und doch koordiniert im Slot zu Werke gehen, dann sollte die oft so vermisste Effektivität keine Rolle spielen.
Mein Tipp (der sowieso Bestandteil der Videoanalyse sein wird): Alle vier Tore in der Endlosschleife analysieren. Derartiger Druck aufs Tor ist so gut wie unmöglich zu verteidigen!

Tor
Jochen Reimer mit einer formidablen Leistung. Nicht nur beim Penalty, sondern über die gesamte Spieldauer blieb der Wolfsburger Goalie eiskalt und entschärfte teilweise schwierigste, weil verdeckte Schüsse. Hat sich mit dieser Leistung erst einmal auf Nr.1 gesetzt.

Verteidigung
Durch die Bank ansprechende Leistung. Besonders unterhaltsam war dabei Paul Traynor, der ständig mit seiner Wut zu kämpfen hatte – letztlich aber mehr Strafen verursachte, als bekam. Das dürfte einige interessante „Wiedersehen“ in dieser Serie geben...
Ganz nebenbei bestand Robbie Bina seinen ersten Playoff-Test. Ich bin zunächst angenehm überrascht und auch sehr gespannt, ob er dieses Niveau weiter gehen kann.
Sloan, Wurm, Alavaara und Fischer: Allesamt souverän und engagiert, Armins 2+10 allerdings überflüssig im Stile der Kölner Vergehen.

Sturm
Die erste und zweite Reihe strahlten massig Torgefahr aus. Haskins und Magowan machen Druck im Slot, Ulmer lenkt das Spiel, Milley und Laliberte zocken und Hospelt schießt aus allen Lagen. Reihen Nr. 3 und 4 kämpfen wie bekloppt und schnüren dem Gegner die Luft ab und werden – wie schon in der Hauptrunde zu sehen – auch wieder für Torgefahr sorgen. Einzig der Ausfall des erfrischend einfallsreich aufspielenden Morczinietz schmerzt in der Abteilung Attacke doch sehr. Nicht nur sein wichtiges Tor, sondern auch das etwas robustere und einfallsreichere Auftreten unseres Andys hatten es mir in den ersten beiden Spielabschnitt sehr angetan. Hoffen wir, dass er vielleicht am Sonntag schon an das Gezeigte anknüpfen kann.
Ihm und unseren beiden langfristiger Verletzten Jeff Hoggan und Andrej Strakhov wünsche ich von dieser Stelle schnelle und gründliche Genesung! mb

EHC - Augsburger Panther 4:0

  • Geschrieben von Martin
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Rund 3450 Zuschauer, darunter viele junge „Nachwuchsfans“, wollten dem Hauptrundenabschluss gegen den Vizemeister der Vorsaison beiwohnen. Hatte der Gast aus Augsburg in der letzten Spielzeit die Titelträume der Grizzlies im Halbfinale jäh beendet, so waren es diesmal die Panther, deren Ambitionen frühzeitig an der Realität zerbrochen waren.
Der Gast aus Bayern war, wie eigentlich jede Saison, mit kleinem Etat und dem Ziel „Erreichen der Play-offs“ an den Start gegangen, musste dieses Vorhaben aber schon weit vor Saisonende als Tabellenletzter zu den Akten legen.
Entsprechend locker ging es dann auch zu Beginn zur Sache...

1.Drittel
Deutlich motiviert und mit viel Tempo startete das Team von Pavel Gross in die Partie. Eben jener hatte kurz vor Anpfiff noch die Auszeichnung zum besten Trainer der aktuellen DEL-Saison von der Fachzeitschrift „Eishockeynews“ entgegen genommen und musste sich nach wenigen Minuten allerdings verwundert die Augen reiben: Einer völlig abstrusen Entscheidung wegen „Stockschlags“ gegen Sulkovsky ließ das HSR-Duo eine korrekte Strafe wegen zu vielen Spielern auf dem Eis folgen!
Wolfsburg sah sich somit ab Anfang der 4.Spielminute 1,5 Minuten in doppelter Unterzahl gegen das statistisch beste Überzahlspiel der Liga. Doch außer einem Pfostentreffer brachten die Gäste lediglich 2 Schüsse auf oder dicht neben das Gehäuse der Grizzlies zustande und lehnten das Geschenk der Referees mehr oder weniger dankend ab.
Es folgte eine der intensiveren, wenn nicht die einzig intensive Phase der Partie. Beide Teams zeigten noch einmal, wie es aussehen könnte, wenn es noch um etwas gehen würde – mit dem besseren Ende für den EHC, der in Person von Christoph Höhenleitner den 1:0 Führungstreffer (8.Min) erzielen konnte. Nachdem der Wolfsburger Stürmer diesen ersten Nadelstich gegen die mäßig motivierten Gäste gesetzt hatte, schaltete zunächst beide Teams in eine Art „Sommermodus“, dann fing der Gastgeber an zu tricksen. Höhepunkt stellte dabei das 2:0 durch Ken Magowan dar, der hinter dem von Leo Conti gehüteten Gehäuse der Gäste seine Gegenspieler geradezu provokant vernaschte. Der Wolfsburger Torjäger zog bei seinem Treffer um das Gehäuse der Panther herum an einem Gegenspieler vorbei und legte sich den Puck vor, indem er das Tor seitlich als Bande benutzte. Bevor sein Gegenspieler die Beine sortiert hatte, schlug es – nach einer schnellen Drehung - auch schon im Augsburger Netz ein.
Einer weiteren Druckphase der Grizzlies folgte der entspannte Ausklang in Richtung erste Unterbrechung.
 
 
2.Drittel
Da sich Gästestürmer Flache schlauerweise mit dem Abpfiff des ersten Drittels ein Frustfoul geleistet hatte, begann der Mittelabschnitt mit Wolfsburger Überzahl.
Nach 54 Sekunden durfte er dann auch gleich wieder mitspielen, denn die Grizzlies hatten sich durch Jan-Axel Alavaara erneut in die Torschützenliste dieser Begegnung eingetragen. Dem 3:0 des Hauptrundenersten folgten weitere Frustbekundungen der Gäste, die in diesem Drittel jede Menge Stockfouls zum Besten gaben. Zweimal 2+10 wegen Check gegen den Kopf- und Nackenbereich, einmal Stockschlag und einmal Stockcheck war am Ende die wenig rühmliche Bilanz der genervt agierenden Bayern. Dass keine weiteren Tore fielen war letztlich der ebenfalls nun nachlässiger gestalteten Spielweise der Grizzlies geschuldet, die darüber hinaus wohl auch ein wenig auf ihre Gesundheit achteten...
Den größten Schreckmoment jagten sich die Grizzlies kurioserweise dann aber selber ein: Alavaara hatte zur Mitte des Drittels seinen im Slot kreuzenden Kollegen Magowan mit einem viel zu hoch geratenen Schlagschuss am Oberkörper in Nähe des Kopfes erwischt: Den Wolfsburger Fans stockte für die Dauer einer endlos scheinenden Minute der Atem! Doch der vom Ligakrösus abgeworbene Torjäger der Grizzlies berappelte sich schließlich und konnte nach kurzer Pause die Partie zuende spielen. 

  
3.Drittel
Nun war der Druck endgültig aus der Partie gewichen und das Spiel dümpelte mehr oder weniger seinem Ende entgegen. Die Heimfans feierten den Spitzenplatz in der diesjährigen Hauptrunde, die Heimmannschaft vergab noch die eine oder andere Torchance (teilweise sogar recht spektakulär vor leerem Gehäuse) und die Gäste wollten nur noch nach Hause bzw. in den Urlaub. Nach weiteren 20 Spielminuten und dem 4:0 durch David Sulkovsky (57.) war dann auch jeder am Ziel seiner Wünsche. Die Grizzlies konnten mit ihren Fans den erfolgreichen Verlauf der Hauptrunde feiern und die Panther konnten endlich zurück in ihren Mannschaftsbus.

Mein subjektiver Eindruck:
Man bekam, was man in einem derart bedeutungslosen Spiel erwarten durfte. Einen standesgemäß sich aus der Hauptrunde verabschiedenden Tabellenführer und einen durchaus frustrierten Tabellenletzten, der das Ganze nur schnell und ohne größere Blamage hinter sich bringen wollte. Mit ein bisschen mehr Scheibenglück hätte sich diese entspannte Vorstellung des EHC sogar unter diesen Umständen noch zu einem saisonabschließenden Debakel für die Gäste aus Augsburg auswachsen können.
Einzig wirklich positive Erkenntnis dieser Begegnung war das Ausbleiben weiterer (gravierender) Verletzungen im Kader der Grizzlies. Magowans Abschuss und eine Szene um Andy Morczinietz, der kurzfristig im Liegen hinter der Bande behandelt werden musste, ausgeschlossen.
Mit den potentiellen Viertelfinal-Gegnern Köln, München und Nürnberg kann ich, abschließend bemerkt, sehr gut leben. Alle drei sollten uns nach der Pre-Playoff Pause den Einstieg in selbige nicht zu schwer machen, so dass wir uns bereits im Viertelfinale auf schöne und spannende Spiele freuen können – natürlich mit dem besseren Ende für die Grizzlies ;)


Tor
Reimer mit shut-out und tadelloser Leistung. Die Qualität der auf ihn abgegebenen Schüsse war allerdings, bis auf eine Handvoll Ausnahmen, auch eher mäßig. Die Auszeichnung zum besten Goalie der Saison hätte er sich, meiner bescheidenen Meinung nach, durchaus mit Dshuni teilen können. Aber, getreu dem Motto zur neuen Saison: Es kann nur einen geben!
Einen Play-off Auftakt mit Dshunussow im Tor würde ich nichtsdestotrotz sehr begrüßen. Die Zukunft fängt schließlich schon heute an...

Verteidigung
Fischer und Alavaara in guter Verfassung und bei drei Treffern auf dem Eis – unseren Treffern, natürlich. Wobei Alavaaras „Genauigkeit“ von der blauen Linie uns an diesem Tag fast einen unserer Besten gekostet hätte!
Bina und Traynor solide und kaum in Bedrängnis – das könnte, von mir aus, auch in den wesentlich intensiveren Play-off Spielen so bleiben. Allein der Glaube fehlt mir da diesbezüglich.
Wurm überzeugte an der Seite unseres stark auftretenden Kapitäns erneut, Schmidt und Martinovic durften weder in der Verteidigung noch im Sturm ran.


Sturm
Die drei eingesetzten Reihen machten durchweg einen ordentlichen Job. Positive Überraschung war für mich dabei die Reihe um Jason Ulmer, der an allen vier Toren beteiligt war. Seine Nebenleute Sulkovsky und Höhenleitner steuerten zwei Tore bei, während Wolfsburgs Dauerbrenner auf der Centerposition auch mit den Kollegen Magowan und Morczinietz erfolgreich war, als deren Center Hospelt bereits oder noch auf der Bank weilte. Ein Treffer im Powerplay krönte aus seiner Sicht diesen erfolgreichen Abend schließlich.
Insgesamt rissen die übrigen Reihen zwar keine Bäume aus, blieben aber unter den gegebenen Umständen im grünen Bereich. Einzig Furchner und Dahlman, die offenbar in der Gesamtschau der letzten Spiele beim Trainer in Ungnade gefallen waren, mussten über die komplette Spieldauer ihren Kollegen von der Bank aus zuschauen. Better luck next time!

Insgesamt betrachtet, kann ich nach dieser außergewöhnlichen und sehr erfreulichen Hauptrunde nur sagen:

PLAY-OFFS WIR KOMMEN! JETZT GEHT DIE SAISON ERST RICHTIG LOS!

mb

EHC - DEG Metro Stars 7:1

  • Geschrieben von Martin
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Im Gipfeltreffen der DEL wollte der amtierende Spitzenreiter aus Wolfsburg seine Hauptrundenmeisterschaft endgültig in trockene Tücher bringen. Nach zuletzt immer wieder nicht konsequent zuende gespielten Partien, hatte Coach Gross sein Team gegen die DEG eindeutig auf Play-off Kampf eingeschworen – über 3000 heimische Fans wollten sehen, was genau das zu bedeuten hat.

1.Drittel
Zunächst gestaltete der EHC den Auftakt gewohnt engagiert und erspielte sich die ersten Chancen der Begegnung. Der Gast aus Düsseldorf benötigte allerdings ebenfalls nur wenig Anlaufzeit und begab sich umgehend auf Augenhöhe zum Ligenprimus von der Aller.
Als hilfreich erwies sich dabei die etwas einseitige Strafenverteilung des Schiedsrichtergespanns, das gleich zweimal Wolfsburger Spieler wegen hohen Stocks auf die Strafbank schickte, „Unregelmäßigkeiten“ auf Gästeseite hingehen bis ins letzte Drittel hinein (!) komplett ungesühnt ließ.
Im zweiten Powerplay der Gäste war es dann auch soweit: Das Überzahlspiel der Metro Stars feierte durch Patrick Reimers Treffer ins kurze Eck das etwas glückliche 0:1 (13.Min).
Die Antwort der Grizzlies ließ nicht lange auf sich warten: Nach einem nach Videobeweis nicht gegebenen Morczinietz -Treffer, gelang Wolfsburgs Topreihe in Person von Tyler Haskins (17.) das verdiente 1:1. Wenige Augenblicke, nachdem der Gast fast den zweiten Treffer des Abends markiert hätte. Doch EHC-Verteidiger Wurm, der zuletzt vor heimischer Kulisse noch eine Denkpause bekommen hatte, glänzte mit einer sensationellen Rettungstat, als er den sich ergebenden Nachschuss brillant antizipierte und mit vollem Körpereinsatz (sozusagen im „Vorbeifliegen“) blockieren konnte.
Während die DEG weiterhin Druck über ihre erste Reihe, allen voran Patrick Reimer, ausübte, hielt Wolfsburgs erste Reihe ihrerseits die Verteidigung der Gäste in Atem.
Nutznießer des Powerhockeys der Wolfsburger Topreihe war, sehr zur Freude des Wolfsburger Anhangs, Verteidiger Chris Schmidt, der sich mit dem Tor zum 2:1 in der Schlussminute des Drittels den ersten Torerfolg der Saison gutschreiben konnte.
Vorbildlich freigespielt vollstreckte der nachgerückte Deutsch-Kanadier in Diensten der Grizzlies zur Pausenführung und verbreitete zusätzlichen Optimismus in der ohnehin gutgelaunten Eisarena.

2.Drittel
Doch die Stimmung sollte noch viel besser werden!
Wie ein Orkan fegte der EHC in diesem mitreißenden Drittel über den Gast aus Düsseldorf hinweg. Strafzeiten gingen, wie im Drittel zuvor, weiterhin ausschließlich an die dominante Mannschaft – doch die Grizzlies kratzte das kein bisschen!
Im Gegenteil: Nachdem die DEG in den ersten Minuten des Drittels noch einigermaßen für Chancengleichheit gesorgt hatte, kippte das Spiel ausgerechnet während der ersten Strafzeit gegen den Gastgeber. Der seit Wochen sehnlichst auf einen Torerfolg wartende Furchner war es, der in Unterzahl den entscheidenden Stich ins Herz der Gäste vollenden konnte. Sein 3:1 in der 25.Minute ließ den Tabellenzweiten in der Folgezeit völlig auseinanderbrechen, die Dominanz der Grizzlies stieg von Minute zu Minute.
Weitere Strafen gegen den EHC überstand dieser souverän, vereinzelte Konter der Gäste entschärfte Wolfsburgs Goalie mit sehenswerten Reflexen.
Dass das leidige Problem der Effizienz an diesem Abend so gar nicht mehr Gesprächsthema werden sollte, dafür sorgten der völlig freigespielte Andy Morczinietz (28.) und der sich erneut bis in den Torraum durchtankende Tyler Haskins (38.), die den Spielstand dem Spielverlauf letztlich anpassen konnten.
Als in der 39.Minute mit Blake Sloan wiederum ein Grizzlyakteur nach einer fragwürdigen Entscheidung auf die Strafbank musste, konterte der Gastgeber die nur als unfair zu titulierende Beurteilungslinie der Referees mit dem nächsten Unterzahlknaller durch Kai Hospelt, der den zweiten Shorthander der Grizzlies leider nur an den Pfosten setzten konnte.
Die Eisarena stand zu diesem Zeitpunkt längst Kopf und feierte ihr Team mit nicht enden wollenden Gesängen. 

3.Drittel
„Gnade“ stand in diesem wichtigen Spiel offenbar nicht im Drehbuch: Der EHC setzte nach Wiederanpfiff sofort nach, erspielte sich weiter gute Einschussmöglichkeiten im Minutentakt und verwertete nach anderthalb Minuten auch gleich eine der ersten durch Kapitän Blake Sloan. Nach Videobeweis fand dessen 6:1 die Anerkennung der beiden leitenden Schiedsrichter Jablukov und Lenhart und Wolfsburgs zurückgekehrter Leader krönte somit sein gelungenes Comeback. 
Unter höhnischem Applaus und LaOla-Wellen verhängte besagtes Schiedsrichterduo dann in der 45.Minute die erste Strafe gegen das eindeutig unterlegene Team.
Als es in der 50.Spielminute sogar zu einer Wiederholung dieses sensationellen Umstands kam, nutzten die Grizzlies die Gelegenheit prompt zum 7:1. Bemerkenswert: Sogar der siebte Treffer, den der schön frei gespielte Magowan schließlich vollstreckt hatte, spiegelte den Spielverlauf absolut angemessen wieder. Die DEG war zu diesem Zeitpunkt komplett abgemeldet und tat sich sogar in Sachen Schadensbegrenzung äußerst schwer.
Von Sloans Check zum Ende des zweiten Drittels und der Vielzahl der Gegentreffer angestachelt, gingen auf Seiten der Gäste schließlich Andy Hedlund die Gäule durch. Zunächst stieg der Düsseldorfer Angreifer unfair in den Rücken von Toni Dahlman ein, dann antwortete er auf Magowans intensive „Nachfragen“ mit Faustschlägen und musste sich ein beeindruckendes Echo vom Wolfsburger Torjäger gefallen lassen. Für beide ging es mit einer  2+2+10 Strafe in die Kabinen. Hedlunds Auslöserfunktion wurde mit zusätzlichen 2 Strafminuten bedacht, so dass der EHC die Spielkontrolle locker halten konnte.
Auch wenn die Gäste gegen Ende der Begegnung noch einmal auf einen weiteren Treffer drängen durften, hatten die Grizzlies die gewünschte Einstellungsänderung vorbildlich umgesetzt. Folglich fielen die anschließenden Siegesfeierlichkeiten auf Eis und Rängen ausufernder als gewöhnlich aus – Euphorie, wohin man auch schaute!

Mein subjektiver Eindruck:
Was für ein geiles Spiel! Das zweite Drittel war eine einzige Party, gerade WEIL das Team eigentlich komplett verpfiffen wurde und einfach munter weiterspielte.
Mit dieser Einstellung sind die Grizzlies definitiv nicht zu stoppen. Was weiter fraglich bleibt ist, ob das Team von Pavel Gross nach der Preplayoff- Pause in den Rhythmus finden wird und ob dieser Biss gegen jedes Team zum Vorschein kommen kann. Mit Ingolstadt und Berlin sind immerhin gleich zwei Vereine noch im Rennen, gegen die Wolfsburg extrem schlecht bzw. unglücklich ausgesehen hat. Gegen Berlin sogar trotz guter Einstellung...

Tor
Dshuni zum wiederholten Male mit unsicherem Beginn, dann aber mit vielen gigantischen Aktionen. Ließ mit seinen tollen Reflexen keinen weiteren Nadelstich der Gäste zu, konnte aber auch fast immer auf die Aufräumarbeit seiner Vorderleute zählen.
Dshunis Beinarbeit ist und bleibt für mich, nebenbei bemerkt, einfach Weltklasse!

Verteidigung
Der Kapitän ist wieder an Bord. Blake Sloan strahlte bei seinem Comeback eine unglaubliche Präsenz und einen unglaublichen Willen aus. In dieser Form der absolute Leader und genau die Persönlichkeit, die in den letzten Partien vielleicht gefehlt hat.
Armin Wurm mit der Rettungsaktion der Saison; ansonsten passt er einfach neben Blake Sloan – ein weiterer positiver Effekt der Rückkehr des Kapitäns.
Traynor und Bina mit guten Vorstellungen, wobei Bina sich immer weiter stabilisiert präsentiert. Wenn der Gegner das Forechecking hin und wieder einstellt, kann der US-Amerikaner sogar seine Aufbauqualitäten zeigen...BITTE mehr davon!
Fischer und Schmidt wussten ebenfalls zu überzeugen. Dank der interessanten Strafenverteilung fiel das Fehlen des zuletzt immer wieder schwächelnden Alavaara nicht wirklich auf – ein Blueliner wurde selten benötigt... 

Sturm
Die erste Reihe bleibt eine echte Augenweide. Tyler Haskins ist weiter heftigst „on fire“ und transportiert einfach einen Geist, der den Rest mitreißt!
Aber auch die anderen Formationen lieferten einen überzeugenden Auftritt, wobei der für den verletzten Hoggan neben Ulmer und Furchner gerückte Morczinietz sich für weitere Einsätze empfehlen konnte. Da Andy zuletzt überzähliger 13.Stürmer war, kann der Wolfsburger die kommenden Partien bis zu Hoggans Rückkehr nutzen, um sich einen Platz in den vier Reihen zurückzuerobern. Da mit Strakhov ein weiterer Akteur (nach Pucktreffer) verletzt auszuscheiden droht, könnte die Frohnatur im Kader der Grizzlies sogar ohnehin bis zum Saisonende ohne Unterbrechung im Einsatz bleiben.
Ein herzlicher Glückwunsch geht zum Abschluss natürlich an Sebastian Furchner, der mit seinem Shorthander nicht nur diese wichtige Partie in die richtigen Bahnen lenken konnte, sondern auch seine zweimonatige Torflaute beenden konnte. Also, Furchi: Auf viele weitere wichtige Treffer in den kommenden Wochen! mb

EHC - T. Sabo Ice Tigers 5:3

  • Geschrieben von Martin
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Nachdem die Leistungskurve der Grizzlies in der Partie in Hannover schon wieder deutlich nach oben gezeigt hatte, gastierte mit Nürnberg nun ein Gegner in der Eisarena, der dem EHC bisher zu liegen schien.
Die mit rund 2000 Zuschauern nur dünn besetzten Ränge (in der VW-Arena fand zeitgleich der Abstiegskampf des millionenschweren VfL statt) sollten eine weitere Steigerung im Spiel der Gastgeber zu sehen bekommen, die endlich wieder als Fingerzeig in Richtung Play-offs zu deuten war.

 
1.Drittel
Die neu formierten Reihen hinter der unveränderten Top-Reihe der Gastgeber brauchten, ebenso wie die umgestellten Verteidigerpaare, einige Minuten, um in die Partie zu finden. Mitten in die etwas holprig wirkenden Bemühungen des EHC gelang dann den Gästen auch die überraschende 0:1 Führung (4.). Brad Leeb hatte den Puck aus Halbdistanz um seinen Gegenspieler herum ins Tor der Grizzlies schlenzen können – Torhüter Dshunussow hingegen schloss den Winkel im langen Eck leider nicht komplett.
Die kurze Phase der Enttäuschung auf Seiten des EHC nutzte Nürnberg umgehend, um das Heft in die Hand zu nehmen und auf den zweiten Treffer zu drängen.
Doch es sollte anders kommen. Das Team von Pavel Gross berappelte sich zügig, drehte wenige Minuten später den Spieß komplett um und legte seinerseits entsprechend stürmisch los.
Alavaaras 1:1 in der 8.Minute folgte eine Drangphase der Grizzlies, in der auch die entsprechenden Strafen auf Seiten der Gäste nicht lange auf sich warten ließen.
Dass dabei der durchaus gerechtfertigten Strafe gegen Wilm (11.) in der selben Minute eine eher fragwürdige Entscheidung gegen seinen Mannschaftskollegen T.J. Kemp folgte, konnte Wolfsburg dabei natürlich nur recht sein.
Der EHC nutzte in der sich ergebenden doppelten Überzahl seine Möglichkeiten endlich einmal wieder so konsequent, wie noch in der ersten Saisonhälfte und legte gleich zweimal vor:
2:1 durch Norm Milley, der nach angetäuschtem Alavaara-Schuss dessen Pass gefühlvoll in die Maschen ablenken kann.
3:1 durch John Laliberte, der nur 27 Sekunden später einen Hammer von Jan-Axel per Rebound versenken kann.
Die Gäste reagierten wütend, die Intensität nahm zu. Doch außer einem erhöhten Strafaufkommen sollte sich nichts Zählbares mehr ergeben. Lediglich während einer weiteren Überzahl für Wolfsburg (die restlichen Strafen wurden gleichzeitig verteilt) konnte sich erneut Alavaara in Szene setzen.  

2.Drittel
Jetzt war es auf beiden Seiten Play-off Hockey, wie es das Eishockeypublikum liebt: Hart, laufintensiv und mit viel Zug zum Tor!
Beide Teams erspielten sich zahlreiche Chance, wobei Wolfsburg sich in seinen Bemühungen im gegnerischen Slot einfach konsequenter zeigte und mit einem Treffer im dritten Anlauf die Partie zu entscheiden schien. Strakhov hatte die gescheiterten Versuche seiner Kollegen Sulkovsky und Dahlman schließlich zum 4:1 (29.) vollendet und die Halle in frühzeitige Siegeseuphorie versetzt. Doch kaum saß Armin Wurm wenige Sekunden später für Wolfsburg auf der Strafbank, schon stand es nur noch 4:2, denn für die Gäste hatte Dusan Frosch den eigenen Nachschuss in den Maschen versenken können.
Die Grizzlies zeigten sich in der Folgezeit kaum beeindruckt, kamen zu weiteren guten Chancen...doch fielen ein wenig in alte uneffektive Gewohnheiten zurück.
Als kurz vor dem Pausenpfiff Nürnbergs Goalie dann einen Puck zwischen seine Beine abtropfen ließ und sich leicht desorientiert auf den Hosenboden setzte, blockierte schließlich ein Ice Tiger die Scheibe mit seiner Hand im Schritt von Ehelechner. Eine nicht nur leicht homoerotische, sondern auch strafwürdige Szene, die allerdings ungeahndet blieb.

 
3.Drittel
Auch im letzten Drittel ließen die Gäste keinen Zweifel darüber aufkommen, dass es für sie noch um sehr viel geht. Mit viel Engagement und hohem Tempo zeigten sie, dass von der direkten Play-off Qualifikation bis zum Herausfallen aus den Play-off Rängen für sie noch alles möglich ist und versuchten entsprechend noch einmal alles, um doch noch den einen oder anderen Punkt aus Wolfsburg mitzunehmen.
Dass daraus nichts wurde, verdankte der Gastgeber am Ende sowohl dem immer besser werdenden Dshunussow im Tor, als auch der stark aufspielenden Neuformation um Center Kai Hospelt.
Während Dshunussow einen Nürnberger Alleingang brillant entschärfte, wusste Neuzugang Dahlman weniger später erneut zu gefallen, als er für den nachrückenden Magowan zum spielentscheidenden 5:2 auflegen konnte (49.).
Dass es trotzdem nicht langweilig wurde, dafür sorgte oben beschriebene Einstellung der Gäste, die unverdrossen auch in der Schlussphase weiter auf eigene Treffer drängten.
Bitter für Nürnberg: Blanchards Treffer in der Schlussminute hätte durchaus mehr als nur Ergebniskosmetik sein können, doch gleich zwei weitere Tore wurden den Gästen von HSR Oswald nicht anerkannt. Zunächst hatte der Referee in der 53.Minute auf Torhüterbehinderung entschieden, im Anschluss an Blanchards 5:3 ein – zugegebenermaßen dreist offensichtliches – Schlittschuhtor nicht gegeben.
Gästecoach Brockmann geriet trotzdem ein ums andere Mal außer sich vor Wut, haderte schon seit dem Anfangsdrittel sichtlich mit den Entscheidungen des verantwortlichen Schiedsrichters.
Ebenfalls schwer genervt präsentierte sich letztlich Jeff Likens, der den sonst eher friedlichen John Laliberte als Boxkampfgegner auserkoren hatte.
Wie so oft in solchen Fällen, sahen im Anschluss beide Seiten ihren Akteur im Vorteil...
Den wichtigsten Vorteil hatte aber längst das Team der Grizzlies in Sack und Tüten: Stolze neuen Punkte Vorsprung auf die Verfolger aus Berlin und Düsseldorf, wobei die DEG allerdings auch noch zwei Spiele weniger als die beiden Kontrahenten absolviert hat.

Mein subjektiver Eindruck:
Nachdem das Team am Anfang sehr an die Partie gegen Ingolstadt erinnerte, trumpfte es nach dem unglücklichen Rückstand überzeugend auf.
Günstig natürlich, dass mit Nürnberg ein Gegner zu Gast war, der uns entsprechend zu liegen scheint. Nun noch Straubing und dann sollte man genügend Schwung aufgenommen haben, um auch einmal gegen nicht so beliebte Gegner wieder die Oberhand zu behalten. Auf Berlin, Ingolstadt und Mannheim trifft man allerdings erst wieder in den Play-offs, so dass die Spiele gegen die DEG und Krefeld als Gradmesser herhalten müssen.
Was soll’s: Bald geht es sowieso wieder bei Null los und dann sollte das Messer endlich wieder zwischen den Zähnen stecken, damit der große Wurf gelingen kann!

Tor
Dshuni mit einigen Unsicherheiten im Auftaktdrittel, dann zunehmend stabiler in seinen Aktionen. Abgesehen vom ersten Gegentor und einigen unkontrollierten Abprallern im ersten Drittel ohne große Probleme, aber mit deutlich Luft nach oben.

Verteidigung
Alavaara beginnt, wie zuletzt öfter gesehen, defensiv zu lasch und wirkt zunächst etwas unkonzentriert. Dann legt er, vor allem offensiv, los wie die Feuerwehr – weiter so! Im Verbund mit dem verbessert auftretenden Fischer wirkte die gesamte Abwehr wieder stabiler und souveräner, auch Bina und Traynor überzeugten in alter Kombination. Lediglich Armin Wurm machte an der Seite von Schmidt keine so gute Figur wie mit dem weiterhin fehlenden Sloan. Musste folglich nach dem 5:2 das Spiel von der Bank beobachten, was allerdings nur eine Momentaufnahme sein dürfte. Schmidt, gewohnt unauffällig, spielte mit Martinovic die Partie zuende.

Sturm
Während die erste Reihe schon wieder Ansätze der zuvor gezeigten Stärke offenbarte, schlugen die neuen Kombinationen – vor allem die Reihe um Kai Hospelt – gut ein. Besonders Dahlman machte eine ausgesprochen starke Partie und war nicht nur an zwei Treffern beteiligt, sondern glänzte durch sehr robuste und mit viel Übersicht vorgetragene Spielweise. Der stetig zu alter Form aufschließende Magowan an seiner Seite, machte endlich wieder tüchtig Alarm im gegnerischen Slot und wurde beim Treffer durch Laliberte auch prompt mit einigen Nettigkeiten seines frustrierten Gegenspielers belohnt. Wer soviel Hilflosigkeit auslöst, macht was richtig!
Hoggan diesmal nicht ganz so präsent, machte mit Furchner und Ulmer trotzdem einen guten Job. Aber auch die vierte Reihe machte viel Spaß und belohnte sich mit dem Treffer zum 4:1 für ihr hohes Arbeitspensum.
Der zuletzt sehr zweikampfschwach auftretende Andy Morczinietz bekam als 13.Stürmer diesmal allerdings nur wenig (oder keine) Eiszeit, fiel mir jedenfalls überhaupt nicht auf...
Insgesamt endlich wieder einmal eine nicht nur spielerisch überzeugende Leistung der Abteilung „Attacke“. mb

EHC - ERC Ingostadt 2:4

  • Geschrieben von Martin
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Nach dem zuletzt doch etwas frustrierenden Auftritt vor heimischer Kulisse, wollte der Tabellenführer seinem Publikum nun wieder eine Spitzenleistung servieren. Mit dem Gegner aus Bayern, den Ingolstädter Panthern, hatte sich allerdings ein Gegner angemeldet, der dem Team von der Aller bisher stets alles abverlangt hatte.
Alles deutete auf einen spannenden und intensiven Eishockeyabend hin...

 
1.Drittel
...doch schon die Anfangsminuten sorgten für etwas Irritation im mit 2600 Zuschauern gefüllten Rund.
Der Gastgeber aus Wolfsburg trat, entgegen seinen Gewohnheiten, nicht sofort aufs Gaspedal und lieferte eine Anfangsphase ohne nennenswerte Dominanz ab.
Angesichts des eher mittelmäßigen Tempos der Gäste, wirkte diese Szenerie umso seltsamer. Trotzdem erspielten sich die Grizzlies hochkarätige Torchancen: Bereits in der dritten Minute fischte Gästekeeper Gordon einen Schuss von Norm Milley im letzten Augenblick aus dem Winkel. Wenig später scheiterte Hoggan per Distanzschuss, dann übernahmen die Gäste den Part des tonangebenden Teams.
Während der EHC einen Fehler nach dem anderen produzierte, gelang es ihnen allerdings nur selten eine der entstehenden Chancen wirklich zwingend zu gestalten.
Als Retzer gegen Ende des Drittels dann für seinen geschlagenen Torhüter auf der Linie rettete, war es letztlich mit den bis dahin nur noch sporadisch auftretenden Torszenen der Grizzlies endgültig vorbei. Wenig später glänzte Reimer im Tor der Grizzlies gegen Wren, der ihn bei einem Break zum Torerfolg umkurven wollte: Der Torhüter des EHC machte sich am Boden erfolgreich immer länger und verhinderte spektakulär die späte Führung der Gäste.
Ein tor- und strafzeitenloses Drittel mündete schließlich in die erste Pause und hinterließ reichlich Fragezeichen auf den Rängen der Eisarena.

2.Drittel
Die Gäste zogen nur unwesentlich das Tempo an, die Gastgeber verloren komplett die Konzentration. So lautet das kompakte Fazit dieses Abschnitts, der den absoluten Leistungstiefpunkt dieser bisher so erfolgreichen Saison markiert haben dürfte.
Gleich in der Anfangsminute der Schock für die Grizzlies: Nach exakt 30 Sekunden kombinieren die Panther sich durch die nicht konsequent nach hinten arbeitenden Reihen der Gastgeber zum scheinbar locker herausgespielten 0:1 durch Ficenec.
Gut zwei Minuten später machen es die viel zu langsam agierenden Grizzlies den Gästen erneut einfach: Im 2 auf 1 stehen sich Gästestürmer Schütz und Reimer gegenüber. Der Panther spielt nicht ab und schließt aus dem Handgelenk über die Fanghand des Wolfsburger Keepers zum 0:2 ab. Fassungslosigkeit machte sich auf den Rängen breit.
Doch es kam noch schlimmer für den Spitzenreiter der aktuellen DEL-Tabelle:
Als Andrej Strakhov in der 26.Minute der Strafbank einen Besuch abstatten durfte, klingelte es nicht einmal eine Minute später erneut im Gehäuse der Grizzlies. Thomas Greilinger war der Glückliche, der mit einem Distanzschlenzer Reimer zum zweiten Mal dumm dastehen ließ.
Als zur Mitte des Drittels auch die Gastgeber einmal in den Genuss eines Powerplays kamen, bewahrheitete sich einmal wieder die Weisheit vom Pech, das dazukommt, wenn man kein Glück hat...drei Schlägerbrüche in zwei Minuten dürften einsamer Rekord in der Vereinsgeschichte sein.
In der Folgezeit bekam ergab sich kaum Zwingendes aus Sicht des Heimteams – einzig Jeff Hoggan schien sich mit dem Verlauf der Partie so gar nicht anfreunden zu können und setzte sich mehrfach mit intensiven Läufen Richtung Gästetor in Szene. Ohne Erfolg.
Zwar erntete das Heimteam, dank des bisherigen Saisonverlaufs, keine Pfiffe aus den eigenen Reihen, doch bis die Enttäuschung auf den Rängen halbwegs verdaut war, war auch dieses katastrophale Drittel bereits zuende. Geknickt und kraftlos schlichen die Grizzlies in ihre Höhle.
 
3.Drittel
Selbst in diesem so deprimierend verlaufenden Spiel, wollte das Team des EHC sich  offenbar nicht frühzeitig auf Schadensbegrenzung reduzieren lassen. Und Grizzlycoach Gross fand tatsächlich Wege seine lethargisch wirkende Mannschaft aus dem Wachkoma zu befreien: Zunächst wechselte er den unglücklich agierenden Reimer gegen Daniar Dshunussow aus, dann nahm er eben jenen schon frühzeitig (in der 47.Minute!) im Powerplay vom Eis, um die Aufmerksamkeit seiner Akteure und der Druck auf das Tor der Gäste deutlich spürbar zu erhöhen.
Nachdem Sulkovsky per Abstauber auf 1:3 verkürzt hatte (53.Min), sollte diese „konzentrationssteigernde Maßnahme“ im zweiten Anlauf sogar von Erfolg gekrönt werden, so dass  Fischer mit einem Hammer von der Blauen tatsächlich auf 2:3 verkürzen konnte (56.). Kaum zu glauben, aber der Gast aus Bayern, der bis dahin so souverän aufgetreten war, drohte unter dem Druck der Grizzlies zu zerbröseln. Coach Chernomaz nahm folglich umgehend eine Auszeit, um den Spielfluss der Gastgeber zu unterbrechen – mit wenig Erfolg. Die Grizzlies stürmten weiter auf das Gehäuse von Ian Gordon ein und das Publikum hatte doch tatsächlich, deutlich hörbar, auch an diesem eher verkorksten Abend noch einmal wirklich Spaß an ihrem bisher so erfolgreichen Team.
Dass es am Ende nicht mehr zum Punktgewinn reichte, spiegelte letztlich nur den eigentlichen Spielverlauf angemessen wieder. Girards empty net goal in der Schlussminute ersparte den Gästen weiteres Nervenflattern in den letzten 50 Sekunden der Partie, so dass am Ende ein leistungsgerechtes 2:4 zu Buche stand.

Mein subjektiver Eindruck:
Der Grippevirus scheint das Team der Grizzlies mächtig im Griff zu haben. Anders lässt sich die schlaffe Vorstellung der ersten beiden Drittel kaum erklären. Auch wenn der Spielverlauf bedenklich an das Spiel gegen die Eisbären erinnerte, so glaube ich war er in diesem Fall eher krankheitsbedingt.
So macht es auch wenig Sinn über Richtiges und Falsches in der Spielgestaltung zu philosophieren: Der Knackpunkt war im Mangel an Schnelligkeit und Zweikampfhärte deutlich zu erkennen und kann, angesichts der bisher zu beobachtenden Einstellung unseres Teams, nur auf eine Schwächung der gesamten Mannschaft zurückzuführen sein. Ich hoffe, ich irre mich nicht...
Falls doch, dann sollte dieses Spiel eine eindeutige Warnung in Richtung Bequemlichkeit der Tabellenführung sein. Erreicht ist, außer einem angenehmen Saisonverlauf und der sicheren Play-off Teilnahme, bisher noch rein gar nichts.  
 

Tor
Warum Reimer, trotz Aussetzern in fast allen vergangenen Spielen (Ausnahme: Augsburg), weiter den Vorzug vor Daniar bekommt, blieb auch in dieser Begegnung rätselhaft. Natürlich hat Jochen auch Bombenvorstellungen abgeliefert – und das nicht zu selten – doch wir haben ZWEI gute Goalies und einer dieser beiden wird nächstes Jahr unsere klare Nummer eins sein. Reimer wird es nicht sein...
Für mich sind diese Entscheidungen jedenfalls nicht wirklich transparent, denn mit den in den Spielen gezeigten Leistungen lässt es sich jedenfalls nicht begründen, warum wir den zukünftigen Münchner Goalie weiter aufbauen, während unsere zukünftige Nummer 1 keine angemessene Spielzeit bekommt! Wie die Jungs trainieren ist mir, nebenbei bemerkt, völlig Wurst. Was zählt, ist die Leistung im Spiel und die war bei Reimer, auch in der Nationalmannschaft, zuletzt einfach zu wechselhaft.
Wenn man bedenkt, was Daniar in den vergangenen Jahren auch unter Krinner schon zurückstecken musste, dann sollte Gross den Bogen nun nicht endgültig überspannen. Die unsägliche Abschiedstournee von Oliver Jonas bleibt für mich nach wie vor einer der wenigen Fehltritte unseres ehemaligen Trainers und Leidtragender war, vor allem in der Serie gegen Hannover, auch in diesem Fall wieder Dshunussow.

Verteidigung
Alavaara weiterhin ungewohnt wackelig. Zweikampfverhalten und Übersicht fehlen bei unserem besten Verteidiger momentan. Ungünstig, dass sich mit Fischer gleich eine weitere wichtige Stütze der Abwehr seltsam unkonzentriert präsentierte. So endete die Aufholjagd der Grizzlies auch mit einem Koordinationsproblem eben jener beiden.
Die verbliebenen Verteidiger blieben unauffällig, wirkten aber ebenfalls etwas zu langsam in ihren Entscheidungen und zu zögerlich im Verhalten an der Bande.
Komische Sache, das...

Sturm
Die erste Reihe fand fast nicht statt. Keine Soli von Milley, keine wirkliche Torgefahr durch Laliberte, keine wilden Aktionen von Tyler Haskins im gegnerischen Torraum.
Kenny wirkte körperlich nicht annähernd so präsent, wie wir es von ihm gewohnt sind und muss nach seiner Verletzung vermutlich noch einiges nachholen. Zu den Play-offs rechne ich dann aber wieder mit ihm. Aus dem insgesamt sehr müde agierenden Haufen stach eigentlich nur einer heraus: Jeff Hoggan war der Einzige, der es auch in dieser Partie schaffte über die volle Dauer so etwas wie unbändigen Willen zu dokumentieren. Wenn auch nur die Hälfte seiner Kollegen diesen beeindruckenden Einsatz gezeigte hätte – Ingolstadt hätte vermutlich nicht einmal einen Punkt mit nach Hause nehmen dürfen.

Es bleibt die Hoffnung, dass ein Großteil des Gesehenen auf den grassierenden Virus im Team der Grizzlies zurückzuführen ist und dass dieser die Mannschaft in absehbarer Zeit auch wieder verlässt. Ob man in Hannover allerdings schon wieder intensiver zu Werke gehen kann...ich wage es zu bezweifeln. mb